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Populismus (lat.:
populus, „Volk“) bezeichnet eine um „Nähe zum Volk“ bemühte Politik,
die Unzufriedenheit, Ängste und aktuelle Konflikte für ihre Zwecke
instrumentalisiert, indem sie Gefühle anspricht und einfache Lösungen
vorstellt...
Zielgruppen des Populismus sind in der Regel soziale Schichten und
gesellschaftliche Gruppen, die sich durch die bestehende
gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Ordnung oder ihre
Entwicklung benachteiligt sehen." (Wikipedia)
Dagmar E., Bundestagsabgeordnete der Linken und Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Bernau, rettet gern die Welt. Im vorigen Jahr hat sie die letztendlich dann doch
geschlossene Großbäckerei Bernau (fast) gerettet. Wurde nicht so richtig, weil da fachlicher Unsinn gepredigt wurde. Aber ihre etwas verbohrte Wählerschaft hat immerhin erkannt, dass "sie wenigstens was macht". Alle anderen würden ja immer nur reden. Aha, da haben wir wieder etwas gelernt: Es kommt nicht etwa darauf an, dass in der Legebatterie irgendwann tatsächlich ein Ei erscheint. Gackern allein reicht zur Wiederwahl.
Jetzt wird Daggilein vom Verfassungsschutz beobachtet, was ihr in den Augen ihrer Anhänger erneut den Status der
Heiligen Johanna verleiht. Und prompt läuft die heilige Dagmar zur Höchstform auf, indem sie mal kurz den Verfassungsschutz auflöst. Oder jedenfalls fordert, die Schlapphüte ausnahmslos in Rente zu schicken. Anstatt froh zu sein, dass die Kölner Amtsfuzzis so schön die Reklametrommel für die PDL und speziell für Daggi rühren. Nichts aktiviert die potentiellen Wähler mehr als richtige Märtyrerschaft.
Wir hatten diese Salonbolschewisten und linken Sozialdemokraten schon fast vergessen und uns daran gewöhnt, lieber gleich das Original, die SPD, zu wählen. Und nun diese Bestätigung, dass die Linke vielleicht doch etwas ändern will in dieser Bundesrepublik? Nee, nee. Eher ein amtlicher Irrtum, der aus dem Beharrungsvermögen des deutschen Berufsbeamtentums resultiert, denn wie lautet Regel 3 dieser Schnarchsäcke: Das haben wir schon immer so gemacht! Und wie im Amt um die Ecke, so auch in Köln.
Was soll also Daggis Forderung anderes sein, als der Auftakt des Bundestagswahlkampfes 2013?
Aber Daggi wäre nicht die Heilige Dagmar, wenn sie nicht noch einen drauf setzen würde. Im nächsten Jahr will sie wieder in den Bundestag und so hat sie sich jetzt an die Spitze einer seit Jahren schwelenden Kampagne gesetzt, die sich die Wiedereinführung des 10-Minuten-Taktes der S-Bahn zwischen Berlin-Buch und Bernau zum Ziel gesetzt hat. Dieser wurde vor rund 70 Jahren notgedrungen abgeschafft, weil das zweite Gleis zwischen beiden Stationen nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung in die Sowjetunion ging.

Daggi hat zunächst einmal allen Bürgern mitteilen lassen., dass sie als Bundestagsabgeordnete auch S-Bahn fährt. Allerdings auch umsonst auf unsere Kosten. Wie wählerverbunden! Jedenfalls im Gegensatz zum Bundes-Wulff. Und ganz selbstverständlich hat die S-Bahn Berlin überhaupt keine dringenderen Probleme als das zweite Gleis nach Bernau. Zwar legt man bei der Berliner S-Bahn gerade wieder einmal ganze Linien lahm, es gibt wahlweise keine Fahrer / Triebwagen / beheizbare Weichen/ Bahnhöfe/ Computer/ funktionierende Stellwerke/ Strom. (Nur Manager und Fahrkartenkontrolleure haben sie komischerweise immer genügend! ). Aber bevor sich S-Bahn Berlin und Deutsche Bahn AG bald völlig aus Berlin und Umgebung zurückziehen, wird man natürlich auf Daggis Wunsch den 10-Minuten-Takt zwischen Buch und Bernau wieder einführen. Garantiert!
Wie war das doch gleich mit dem Populismus? Einfache Lösungen vorstellen? Unzufriedenheiten instrumentalisieren? Früher, als man es noch nicht so mit Fremdwörtern aus der Politkiste der Politkaste hatte, sagte man auch einfach "heiße Luft" dazu Aber - wie schon gesagt - Daggi macht was! Wenn es auch grober Unfug ist, bringt es sicher Wählerstimmen.
P.S: Ich fordere übrigens seit 21 Jahren die sofortige Kontaktaufnahme zu den Klingonen sowie den umgehenden Stopp aller Geschwindigkeitskontrollen auf den EU-Straßen sowie im Weltraum. Und keine Sau kümmert sich darum...
Bild: Zwei Männer in Betrachtung des Mondes, Caspar David Friedrich, 1819, Dresden, Galerie Neue Meister