Translate

Posts mit dem Label Privat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Privat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 18. Juli 2026

Eine Odyssee

Oppenheimer ist schuld. Nicht nur an der Atombombe, sondern auch an unserem Beschluß, uns das neueste Erzeugnis aus dem Hause Nolan im Kino anzusehen. Leider nicht mit dem gewünschten Ergebnis. Und so kam  es dann, wie ich es mir gedacht hatte ... 

Christopher Nolans Die Odyssee ist ein Film, der fast zwangsläufig zwischen Meisterwerk und Enttäuschung polarisiert. Er ist technisch beeindruckend, erzählerisch ambitioniert und könnte intellektuell reizvoll  sein– gleichzeitig ist er aber ein Werk, das sich durch seine eigene Schwere und seinen Hang zur Monumentalität immer wieder im Weg steht. Wobei Monumentalität in diesem Film wohl eher ein Pseudonym für Gewalt, Blutrausch und Grausamkeit ist.  

Ein Homer-Epos im Nolan-Stil

Wer eine klassische Verfilmung von Homers Epos erwartet, wird überrascht sein. Mit einigem guten Willen kann man zu der Auffassung gelangen, daß Nolan sich weniger für die Abenteuerreise als für die psychologische Verfassung eines Mannes, der nach dem Krieg nicht mehr in seine alte Welt zurückfindet zu interessieren scheint. Odysseus ist hier kein listenreicher Held, sondern ein traumatisierter Heimkehrer.

Odysseus und Gefährten blenden Polyphem


Dieser Ansatz hätte großes Potenzial. Die Frage, ob ein Mensch nach jahrelanger erlebter und ausgeübter Gewalt z.B. in Afghanistan oder dem Irak überhaupt noch nach Hause kommen kann, zu Hause ankommen kann, könnte der Geschichte eine moderne Dimension verleihen. Nur -  Nolan bringt diesen Gedanken kaum an den Zuschauer. da der Schwerpunkt der Handlung ganz offensichtlich auf einer Aneinanderreihung von Brualitäten und Scheußlichkeiten liegt. 

Visuelle Größe statt emotionaler Nähe

Die größte Stärke des Films ist seine Inszenierung. Nolan nutzt die Landschaften des Mittelmeers und die IMAX-Kameras, um Bilder zu schaffen, die tatsächlich episch wirken. Die Seefahrten, Stürme und Küsten entfalten eine Wucht, die man selten im modernen Kino sieht. Daß die Galeeren bei dem im Film  gezeigten Ruderstil allerdings wirklich 10 Jahre brauchten, um letztlich doch noch zu Hause anzukommen, liegt auf der Hand.

Der Film erinnert mich sehr an die Filme der siebziger Jahre. Schon damals montierte man in jedes filmische Erzeugnis Szenen der gerade modernen, "woken", mithin "richtigen"  Weltanschauung hinein. Ob sie zur Handlung passten oder nicht. Wie anders sind die vielen schwarzen "Griechen" in Nolans Erzeugnis zu erklären? Und bei allem notwendigen Respekt vor der Leistung der Schauspieler: Die "schöne Helena", um die es bei dem ganzen Zinnober eigentlich ging (Entführung durch den Königssohn von Troja, 10 Jahre Belagerung der Stadt durch gelangweilte Sklavenhalter, das trojanische Pferd und das sich anschließende Schlamassel - eben die Odyssee), war mitnichten eine schwarze Prinzessin. Das ist einfach nur lächerlich. 

Matt Damon als Odysseus

Bei Matt Damon stelle ich mir immer die Frage, ob er ein Schauspieler oder genmodifizierter CIA-Agent ist. Insider werden seine Bourne-Filme kennen. Mit einigem guten Willen könnte man behaupten, er liefert eine zurückhaltende, ernsthafte Darstellung des Odysseus ab. So soll er wohl keinen strahlenden Helden spielen, sondern einen Mann, dessen Identität durch Krieg und Verlust zerbrochen ist, darstellen. Das funktioniert nicht. Die Rolle würde ein enormes Maß an innerem Spiel vertragen, die Damon nicht rüberbringen kann, die er nicht hat. Nun gut, Brad Pitt und andere Herculesse sind verbraucht, viel blieb für Nolan nicht übrig.  Manche Zuschauer werden Damons ruhige Interpretation als nuanciert empfinden, andere als erstaunlich emotionsarm.

Nolans größte Schwäche: die Figuren

Wie schon in Tenet, Dunkirk oder teilweise Oppenheimer zeigt sich Nolans bekannte Schwäche im Umgang mit Charakteren. Viele Nebenfiguren bleiben eher Ideen als Menschen. Penelope besitzt zwar Präsenz, erhält aber vergleichsweise wenig Raum für ihre eigene Perspektive. Auch Telemachos und zahlreiche mythologische Figuren dienen häufig der Handlung, statt eine eigene Entwicklung zu bekommen.

Das führt dazu, dass einzelne Episoden zwar beeindruckend aussehen, emotional aber nicht immer dieselbe Wirkung entfalten, sondern ob ihrer Aneinanderreihung von Grausamkeiten nur Ekel erzeugen.

Mythologie oder Realismus?

Interessant ist Nolans Umgang mit den mythischen Elementen. Er versucht häufig, das Übernatürliche mit einer gewissen Plausibilität oder symbolischen Ebene zu verbinden.

Das ist konsequent, nimmt dem Stoff aber teilweise seinen Zauber. Gerade Figuren wie Circe, die Sirenen oder andere übernatürliche Begegnungen wirken dadurch weniger geheimnisvoll als in Homers Vorlage.

Hier stellt sich die grundsätzliche Frage: Muss moderne Fantasy immer rationalisiert werden? Nolan beantwortet sie mit "Ja" – eine Entscheidung, die nicht jeder teilen wird.

Tempo und Laufzeit

Mit rund drei Stunden nimmt sich der Film viel Zeit. Manche Sequenzen entwickeln dadurch eine meditative Kraft. Andere wirken unnötig gedehnt. Vor allem im Mittelteil entsteht gelegentlich das Gefühl, dass Nolan seine Bilder länger auskostet, als es der Dramaturgie und dem Magen des Zuschauers guttun.

Themen

Der Presse und diversen Kommentaren entnimmt der vor dem Kinobesuch noch durchaus geneigte Zuschauer, daß der eigentliche Kern des Films nicht die Monster oder die Reise, sondern:

  • Schuld nach dem Krieg
  • Erinnerung und Identität
  • Sehnsucht nach Heimat
  • Verlust von Menschlichkeit
  • Zeit und Vergänglichkeit

sind. Diese Themen könnten dem Film Tiefe verleihen und ihn zu einem wichtigen Werkzeug bei der Aufarbeitung der militärischen Geschichte der USA und ihrer Verbündeten in den letzten 100 Jahren machen. Allerdings schafft es Nolan nicht, diesen Kern herauszuarbeiten. Brutalität und  überirdisches Gedöns (noch ein Monster und noch ein Monster und noch ein Monster ...)  geraten ihm zum Selbstzweck. In "Oppenheimer" hat er es noch gekonnt. 

Fazit

Die Odyssee soll vermutlich einer der ambitioniertesten Historienfilme der letzten Jahre sein. Nolan will offensichtlich Homers Epos in ein meditatives Drama über Kriegstraumata und Heimkehr verwandeln. Visuell erreicht der Film stellenweise Außergewöhnliches.

Gleichzeitig leidet er unter Problemen: Figuren bleiben emotional auf Distanz, Dialoge wirken gelegentlich funktional, und die pseudointellektuelle Konstruktion erhält oft mehr Aufmerksamkeit als menschliche Beziehungen. Und diese menschlichen Beziehungen manifestieren sich fast ausschließlich in Brutalität und Gewaltszenen. Nebenbei bemerkt: Wenn  die Amis merken, daß in der Szene, in der Circe die Odysseus' Mannschaft  von Schweinen in Menschen zurück verwandelt, nackte Männerhintern zu sehen sind, wird der Film in den USA garantiert verboten.  

Fazit: Vom zunächst vermuteten hohen Anspruch zum Horrorfilm und insgesamt ein Flop. Wir haben nach der Hälfte des Films resigniert und gingen zwecks Beruhigung unserer Mägen lieber einen Wein trinken .... 

 

Sonntag, 28. Juni 2026

Kommunisten? Kommunisten!

 "Wir snd die Fenz von Egon Krenz ..."

 Nachdem der Genosse Egon Krenz (katholisch getauft, evangelisch konfirmiert, stalinistisch verseucht) ungefähr 200 Jahre den Vorsitz der sozialistischen Kampfreserve “ der Partei“ innehatte, ergab sich für ihn die Gelegenheit, infolge einer Krebserkrankung des großen Vorsitzenden "der Partei"  das Ruder des Staates zu übernehmen. An seine Stelle im Jugendverband trat der Genosse Eberhard Aurich, ein Berufsjugendlicher wie Egon, wenigstens genauso verkalkt und verbohrt. Das Politbüro "der Partei" mit seiner entsprechenden Abteilung für Agitation und Propaganda lief zur Höchstform auf und reimte:

“ Die Fans von Egon Krenz sind nicht traurig, sie lieben jetzt den Eberhard Aurich." 

Oder so ähnlich. Vielleicht ging es vielen seiner Fans auch nur darum, möglichst problemlos in den nächsten, mächtigen Arsch zu kriechen.

So wie es "der Partei" und dem ihr hörigen Jugendverband nie gelang, sich von den unseligen stalinistischen Maximen der Partei neuen Typus zu lösen, blieb der zelebrierte Personenkult bis in die heutigen Tage bestimmend für das Parteileben der SED und ihrer Clone. Nach wie vor gerät der einfache Genosse in größte Verzückung, wenn ersiees eine Rede  von Gregor Gysi, Neidi Reichenschreck oder Luigi Partisano zum Zwecke des Nachbetens studieren darf. Und so ergibt sich eigentlich die berechtigte Frage, warum man solche Knalltüten wie den Egon im Januar 1990 per Beschluss des Parteigerichts bei Nacht und Nebel aus diesem Haufen entfernt hat. Er war sicherlich nicht schlimmer als alle anderen Karrieristen, Abnicker und geistigen Tiefflieger, die uns in der DDR unter dem Label "Kommunist" beibringen wollten, wie wir zu leben hätten. Der einzige Unterschied: Egon konnte nicht einen Satz freihändig sprechen, wenigstens DAS  haben  seine Nachfolger in den diversen Quatschbuden dieser Bunten Republik gelernt.

Wenn sich Genosse Krenz damals nicht traute, seinem Erich die Gedanken eines Gorbatschow unter Negation des 1. Hauptsatzes jeder Volkswirtschaft nahe zu bringen ( zur Erinnerung: It's the economy, stupid!) tut das der Egon heute mit wachsender Vehemenz und er mutiert dabei sogar zum Schauspieler. 

Nun also der Film „Kommunist“, seit 11. Juni in den deutschen Kinos zu sehen. Um mit noch einem Zitat auf diesen Blödsinn zu reagieren: "Egon, wenn du schweigst, dann wirkst du klüger!" 

Aus der Banksy-Ausstellung in Barcelona

Diese Doku über den einstigen SED-Chef Egon Krenz wirft aus Sicht seines ehemaligen Weggefährten Eberhard Aurich mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Welche möchte ich hier nicht ausführen, die "Ostdeutsche Allgemeine" bringt heute dazu einen Open-Source-Artikel von Eberhard Aurich. Nur soviel dazu: Die beiden (Egon und Eberhard)  haben sich wohl nicht gemocht. 

Auch ich habe mich heute leider dazu hinreißen lassen, einen längeren Kommentar zu dieser Verschwendung von Ressourcen zu formulieren. In meinen fast 74-jährigen  Leben kannte ich einige Kommunisten, sie sind mir nicht in bester Erinnerung geblieben. Politische Diskussionen waren in der Regel vergebliche Liebesmüh', um nicht zu sagen sinnlos, denn sie waren und sind immer im Besitz der alleinigen Wahrheit.

Auch werde ich niemals verstehen, wenn angeblich geistig intakte Menschen sich mit dem Namen Väterchen Stalins auf den Lippen von stalinistischen Schergen dankbar abschlachten lassen. Analogien zu den letzten Tagen des NS-Regimes sind meines Erachtens nicht so weit hergeholt. 

Wenn man diesen Gedanken weiter denkt, ergibt sich unweigerlich die Frage, ob das Ziel der Wende in der DDR nicht ein ganz anderes war: Nämlich die Ablösung einer Kaste von satten, bornierten, vernagelten, boshaften alten Männern. die sich gegenseitig in ihrem Parteighetto masturbierten, von der Spitze des Staates und seiner Organisationen. Der deutschlandweite Generationenkonflikt wurde nicht aufgelöst. Statt der Waldsiedlung gab es nach 1990 dann Bonn und später das abgeschirmte Regierungsviertel in Berlin. Statt frischem Wind 150 Jahre alte Beamtenfürze und uralte Papyrusrollen wie das Bürgerliche Gesetzbuch, statt junger Menschen mit neuen Ideen solche Typen wie Merkel, Gauck, Merz oder Phillip Amthor. Und statt hübscher, junger, intelligenter  und gestandener Frauen alte, fette, strunzdumme Scharteken nicht nur von den Grünen, die ihren männlichen Pendants an Blödheit und Borniertheit noch Konkurenz machen konnten...

 

P.S.: Ich glaube, das Kinogeld werde ich mir wohl sparen.    

 


Freitag, 15. Mai 2026

Charly †

 Wohl kaum jemand wird sich noch erinnern, warum Charly eigentlich schon immer Charly genannt wurde. Ihr eigentlicher Vorname war Marita, zwei Großmütter hatten noch "Charlotte" und "Käthe" dazu gegeben. Da damals unter uns Bengels sowieso alle Mädchen "Käthe" hießen, blieb letztlich Charlotte übrig und daraus wurde im Laufe der Zeit einfach "Charly". 

Charly war der Kumpel par excellence, also in höchster Vollendung. Da war überhaupt kein Platz zwischen uns pubertierenden Sportschülern für irgendwelche Sexualität, sie war für mich einfach die große Schwester, die ich nie hatte. So habe ich erst viele Jahre später meinen Dickkopf unbeschwert in andere fremde Hände gegeben. Ansonsten kam niemand ran oder rein. Außer natürlich Charly, die mir immer wieder die Haare schneiden durfte. Mit ihrer Hilfe gelang es nicht nur mir, den penetrant-drangsalierenden  Forderungen unserer Trainer und der Lehrer auf der Kinder-und Jugendsportschule nach ausgiebigem Kahlschlag auf unseren "Beetlesköpfen" ein Schnippchen zu schlagen. Jedenfalls konnte man als Charlys Kunde immer gewiß sein, dass manchmal noch ein paar Haare dran blieben. 


Charly auf 4 im EM - Achter 1972, Bronze

Charly war auch für ungeahnte kulinarische Exzesse aus der Küche unseres Sportklubs verantwortlich. Eines Sonntags -  ich hatte im Klub übernachtet und schummelte mich in das Frühstück der Internatsschüler - bemerkte ich, wie sie ihr Butterbrötchen zunächst mit Schnittkäse belegte und anschließend eine dicke Schicht Marmelade auftrug. Ich war einigermaßen entsetzt, denn das kannte ich von zu Hause nicht. Bei mir herrschte Ordnung auf dem Butterbrot! Charly überredete mich zu einer Kostprobe und seitdem esse ich meinen Käse (auch den Camembert) nur noch mit Marmelade. Und jedesmal ißt Charly mit. 

Legendär war Charly auch als Organisator unserer Klassenfeten und später der wenigen, aber ausgiebigen Klassentreffen. Sie bewahrte dann die "Liste" der Adressen unserer einschlägigen Delinquenten, die Liste, die sich leider immer stärker zu lichten beginnt. 

Nun ist sie auch gegangen. Ich denke, sie wird wohl irgendwo da oben das nächste Klassentreffen vorbereiten ...   


Dienstag, 3. Februar 2026

Heidi heido heida

Ähnlich penetrant wie der Bruder von Schumi in der Werbung (siehe unten) ist Heidi Klum in der Subkultur von Buntschland - immer da und immer bereit für noch abartigeren Blödsinn. So schwärmt die Boulevardpresse inklusive Springers "Welt" heute unisono von ihrem Auftritt anläßlich der Grammys 2026. "Heidi Klum war wieder mal DER Blickfang auf dem roten Teppich! Bei den Grammys wurde sie zum Hingucker des Abends - mit einem heißen und freizügigen Outfit der deutschen Designerin Marina Hoermanseder. " masturbiert tout media auf den roten Teppich und wäre so gern in Los Angeles dabei. 

Na ja, wer' s mag! 

Die Gute ist ja nun inzwischen auch schon 52 und meine süße Ehefrau hat auch mit 70 eine bessere Figur. Dass Heidi ihre Kinder gnadenlos vermarktet und auch hinter den beiden Witzfiguren aus Magdeburg steckt, müsste selbst der dümmste Schmierfink inzwischen gemerkt haben. 

Wir jedenfalls werden auch den "Kessel Buntes"  "Wetten, dass..: " mit den Kaulitzens nicht einschalten, jeden Tag von Neuem hoffen, dass auch in Deutschlands Subkulur irgendwann etwas Grips einzieht und ansonsten diesen ganzen Müll weitgehend IGNORIEREN ...  

Donnerstag, 8. Januar 2026

Der Winterdienst

"Nach dem Wintereinbruch mit Eis und Schnee in Bernau häufen sich die Fragen nach dem Winterdienst und verfügbaren Kräften. Laut Stadtverwaltung ist ein „komplettes Team des Bernauer Bauhofs im Zwei-Schicht-System“ seit dem 3. Januar im Dauereinsatz, um die 180 Kilometer Straße und die etwa 40.000 Quadratmeter Geh- und Radwege, Haltestellen, Parks und Plätze freizumachen." schreibt vorgestern unser heimatliches Käseblatt, die Märkische Oderzeitung.

Frohen Mutes ob dieser Meldung machten wir uns am Dienstagabend in Umgehung des ständig gestörten S-Bahnverkehrs mit dem Auto auf den Weg nach Berlin-Biesdorf. Und da war er wieder: Der Unterschied zwischen dargestellter Theorie am Schreibtisch und der Kfz-Praxis auf der vereisten Fahrbahn. 


Wie immer bei Schneefall hat man zum Beispiel die Schönower Pappelallee offenbar wieder völlig vergessen, jedenfalls was den Winterdienst betrifft. Breite Spurrinnen aus festgefahrenem Schnee machen die Autofahrt zum Vabanquespiel. Ich erinnere mich noch gut an den letzten Schneefall in unserer Gegend. Da stritt sich unser Bürgermeister mit dem Landrat über die Zuständigkeiten, wer für die Räumung der Pappelallee verantwortlich ist. Für Nichtortskundige: Die Straße führt am Gewerbegebiet vorbei, das mittlerweile aus allen Nähten platzt, und ist ein wichtiger Zubringer zur Autobahn. Dieser Fakt wird von unseren kommunalpolitischen Größen allerdings vehement.bestritten, die Leute könnten ja durch die Stadt bzw. durch ein Wohngebiet zur Autobahn schleichen.  


Der Streit zwischen unserem Bürgermeister und dem Landrat ist offenbar noch immer nicht ausgefochten. Man hatte sich zwischenzeitlich wohl wenigstens darauf geeinigt, die Straße in Helmut-Schmidt- Allee umzubenennen. Helmut Schmidt, der spätere Bundeskanzler, war hier in der Nähe, in den Liekobschen Bergen, als junger Leutnant der Wehrmacht in einer Flakstellung stationiert. Mit der Straßenumbenennung hoffte man offensichtlich auf sein tatkräftiges Eingreifen, obwohl er schon 10 Jahre tot ist. 

Wie hieß es nochmal im Gedicht von Bertold Brecht "Die Teppichweber von Kujan-Bulak ehren Lenin" ? Ach ja, statt eine Statue des weisen ersten Führers der Sowjetmacht zu errichten,  vollbringen die lieben Weber eine praktische Tat– sie kaufen Petroleum, um die Mücken zu bekämpfen, die Fieber verursachen – und ehren Lenin so auf ihre eigene Weise: Sie verstehen ihn, indem sie sich selbst helfen und die sozialistischen Ideale der Praxis umsetzen, anstatt leere Rituale zu vollziehen. Leere, aber teure Rituale wie zum Beispiel Straßenumbenennungen. 

Es muss ja auch nicht immer Petroleum sein. Vielleicht sollten wir dem  Bürgermeister und dem Landrat beim nächsten großen Schneefall einfach  einen Besen und einen Schneeschieber in die Hand drücken?  So ehren wir Helmut Schmidt, in dem wir uns selber nutzen ... 

 

P.S.: Dem Propagandablatt der regierenden Sozialdemokratie im Landkreis Barnim möchte ich empfehlen, die Quadratmeter der zu räumenden "Geh- und Radwege, Haltestellen, Parks und Plätze" beim nächsten Mal in Quadratzentimeter umzurechnen. Klingt noch bombastischer. 



Dienstag, 23. Dezember 2025

Dieter N. - ohne Applausometer


Ein Applausometer ist ein Gerät, mit dem man den Schalldruck resp. -pegel messen kann – es wird vor allem bei öffentlichen Veranstaltungen wie Publikumsabstimmungen und Wettbewerben eingesetzt. Offiziell war von Schalldruckmessungen des Publikumsbeifalls bei der letzten Dieter Nuhr-Show in diesem Jahr nichts zu bemerken. Dabei wäre es mal ganz interessant gewesen, die Unterschiede bei der Bewertung seiner Gags durch das Publikum objektiv - d.h. wissenschaftlich mit einem Messgerät - zu bewerten.


Nun hat Herr Nuhr es nicht leicht. Er muss essen, er muss sich und die Seinen kleiden.  Und - er bekommt das Geld dafür zwar von uns, aber über den Umweg der ARD. Wenn man-wie er es zweifellos tut- den Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ernst nimmt, muss also selbst ein Kabarettprogramm ausgewogen daher kommen. Neben Witzen über Flunkerfritz und seine Bande im Berliner Regierungsviertel sollte daher auch die Opposition ihr Fett weg bekommen. Dieter Nuhr erfüllt diesen Auftrag vorbildlich und in vielem, was er über die einzig vorhandene Opposition gegen die grottenschlechte Politik unserer Blockparteien sagt, hat er völlig recht. Und wird trotzdem sowohl von links als auch von rechts angegriffen. 

Ich persönlich möchte mich auch nicht mit dem deutschnationalen Flügel der Alternative für Deutschland gemein machen. Dazu ging auch aus dieser Richtung viel zu viel schief in der deutschen Geschichte. Ich liebe Alice Weidels messerscharfe, durch konkrete Fakten und Zahlen untermauerte Analysen der Regierungspolitik und Tino Chrupallas Aufrufe zum Frieden in der Ukraine, aber schon die Vertreter der AfD in Brandenburg sind mir suspekt, da undurchschaubar. 

Gute Frage!

Ich sage es trotzdem deutlich: Meine 100-prozentige Sympathie haben alle, die persönlich angegriffen, bedroht und politisch ausgegrenzt werden. Da reihen sich die Leute von der AfD in meinem Bewusstsein ein selbst bei den unmöglichen Grünen, den ehrlichen SPD- und CDU-Mitgliedern und den Genossen der friedfertigen Linken. Die soll es ja auch geben. Als langjähriges Mitglied der Freien Wähler in Brandenburg möchte nicht eines Tages mit ihnen gemeinsam wegen Verbreitung von Hass und Hetze gemäß § 188 StGB ("Majestätsbeleidigung") in einem Straflager, bewacht von Kreaturen der Fäncy Näser oder des Axellander Doofrind,  aufwachen. Oder eine Hausdurchsuchung im Bademantel erleben müssen.


Nun, wie gesagt ein Applausometer war bei Dieter Nuhr leider nicht in Betrieb. Ich konnte mich daher nur auf meinen rein subjektiven Eindruck verlassen. Und der sah so aus, dass etwa 85 % des  Beifalls (Länge und Schalldruck) und des Gelächters im Publikum auf Witze über unsere Blockparteien und die alberne Bundesregierung unter Bundesaußenkanzler Flunkerfritz und seine vermeintlichen "Erfolge" fielen, bei etwa 5 % überhaupt nicht gelacht und geklatscht wurde und etwa 10 % des durch die Zuseher und Zuhörer  erzeugten Lärms auf Witze über die AfD fielen.  

Was mir wiederum sehr zu denken gab ... 

Dienstag, 18. November 2025

Bis morgen, Großer!

 

Nachbarhund Harry war jetzt 3 Wochen bei uns in Pflege, denn seine Eltern kurten mit den Kindern an der Ostsee. Heute Mittag kamen sie nach Hause. 

Schön war's mit dem Burschen. Er ist inzwischen im besten Rüdenalter und hält uns ganz schön auf Trab. Und er fehlt uns jetzt. Da Herrchen und Frauchen aber morgen wieder zur Arbeit müssen, dauert die Hunde-Abstinenz glücklicherweise nur eine Nacht. Morgenstunde hat Harry im Munde ...

Sonntag, 16. November 2025

Splitter

 Ein kurzes Lebenszeichen vom Blogger zwischen intensiver Reisetätigkeit nach Kopenhagen, Marienbad und Wien: Geplant war ein Klinikaufenthalt mit meinem "geliebten" Doktor Parkinson ab 5. November. Alles war gepackt, Termine verplant und der dreiwöchige Aufenthalt in einer Berliner Klinik fest gebucht. 12 Stunden vorher dann die Absage der Klinik: Kein Bett!


Nun gut, ich hatte genug zu tun, ich musste mich erst mal etwas von den Reisen erholen (Altwerden ist nichts für Weicheier), d.h. körperlich ging es mir nicht so gut, ich habe die Nächte in meinem eigenen Bett erst einmal genossen. Dann ist da immer noch die Firma, die mich auch noch auf Trab hält.

Vorige Woche ging auch noch mein geliebter Computer mit Windows 7 kaputt. Nun gut, nichts hält ewig, schon gar keine Hardware mit Windows drin. 

Glücklicherweise gab es noch ein Laptop. Alles neu macht der November. Das Arbeitszimmer sieht noch chaotischer aus als normal. Alle anderen Schäden sind behoben. 

Laut Aussagen der Klinik wollen sie mich jetzt ab 20. November empfangen, zur Not schlafe ich im Klubraum. Die Verabredung mit meinem Kumpel Holger steht jedenfalls noch, es gibt dann dort in unserem Doppelzimmer in den folgenden drei Wochen sehr viel zu bereden, denn wir haben uns fast ein Jahr lang nicht gesehen. 

Ach ja, Therapie ist ja auch noch…

Sonntag, 21. September 2025

Reisebericht: Kopenhagen und der Augenarztkongress

 



Vorige Woche machten wir uns auf den Weg nach Kopenhagen, um am Kongreß der  European Society of Cataract and Refractive Surgery (ESCRS) - also der Europäischen Gesellschaft für Katarakt - und refraktive Chirurgie- teilzunehmen. Schon die Anreise mit dem schwedischen Nachtzug SNÄLLTÄGET versprach einen spannenden Aufenthalt: Neben dem lustigen Flair einer Jugendherberge bot der Zug vor allem Pünktlichkeit, fast 8 Stunden Schlaf trotz teilweise heftiger dänischer Schienenstöße und etwas mehr Platz als im Flugzeug einer Billigfluglinie. Dass man nebenbei Zeit hatte, mit Mitreisenden ins Gespräch zu kommen, war ein weiterer Nebeneffekt, der uns an unsere wunderbare Hochzeitsreise mit der Eisenbahn nach Plovdiv in Bulgarien vor fast 50 Jahren erinnerte.   
 

Die Stadt Kopenhagen

Königliches Theater
Die Stadt empfing uns mit klarer Luft, windigem Wetter, dem Blick auf bunte Häuserreihen und dem charakteristischen Netz aus Wasser- und Fahrradwegen. Kopenhagen ist eine Stadt, die sofort mit einer besonderen Mischung aus Gelassenheit und Dynamik begeistert. Kaum angekommen, fällt die allgegenwärtige Fahrradkultur ins Auge – fast scheint es, als gehöre jedem Einwohner ein Rad. Und die dänischen Radler sind lang nicht so aggressiv wie z.B. in Berlin. Die engen Gassen, die historische Architektur rund um Nyhavn und die moderne Architektur wie das Opernhaus zeigen, wie Tradition und Zukunft hier harmonisch zusammenfinden. Allerdings konnten wir unser ursprüngliches Vorhaben, einen Kranz am Grab von Egon Olsen niederzulegen, nicht ausführen, denn Egon hatte damals einen anderen Plan: Der Darsteller des Egon, Ove Sprogøe, der stets auf die Privatsphäre seiner Familie bedacht war und als äußerst bescheiden galt, wurde auf eigenen Wunsch im engsten Familienkreis in einem anonymen Grab auf dem Søndermark-Kirkegård in Frederiksberg - einer Enklave mitten in der Hauptstadt -  beigesetzt.

Besonders eindrucksvoll war ein Spaziergang durch Christianshavn und ein Abstecher zur berühmten Kleinen Meerjungfrau. Das Mädchen besteht rein technisch aus zwei jungen Damen, denn die Abbildung des Kopfes ist von einer Anfang des 20. Jahrhunderts berühmten Ballettänzerin, die sich dann weigerte, nackt für den Körper der  "lille Havfrue" Modell zu stehen. Wenn sie nur gewußt hätte, dass das Mädchen mal so berühmt werden würde  ...

Wir lernten, dass freie Parkhäuser in Dänemark "ledig" sind und dass Smörebröd nicht nur bei den Muppets wirklich lecker ist, denn auch kulinarisch ist Kopenhagen ein Erlebnis: Von Street Food in der „Reffen“-Halle bis zu innovativer nordischer Küche in kleinen Restaurants lässt sich die Vielfalt Skandinaviens auf jedem Teller entdecken.

Der Europäische Augenarztkongress

Der eigentliche Anlass unserer Reise war der Besuch des europäischen Augenarztkongresses, der im modernen Kongresszentrum der Stadt stattfand. Schon beim Betreten der Hallen wurde deutlich, welch internationale Bedeutung dieses Treffen hat: Teilnehmer aus ganz Europa, Asien und Amerika tauschten sich über neueste Entwicklungen in der Ophthalmochirurgie aus.

Die Vorträge reichten von neuen chirurgischen Techniken über digitale Diagnostik bis hin zu Zukunftsperspektiven der Gentherapie. Besonders beeindruckend waren die Live-Demonstrationen und die Möglichkeit, neueste Geräte direkt vor Ort auszuprobieren. Neben den fachlichen Impulsen bot der Kongress für uns vor allem  Gelegenheit, Hersteller von Medizintechnik aus unterschiedlichen Ländern kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und den interdisziplinären Austausch zu pflegen.

Kulturelles Rahmenprogramm

Neben den intensiven Kongresstagen bot Kopenhagen zahlreiche Möglichkeiten zur Erholung. Viele Teilnehmer trafen sich abends in kleinen Gruppen, um die Stadt zu erkunden. Ein Höhepunkt war ein gemeinsamer Abend am Wasser von Nyhavn, wo die bunten Fassaden und das lebhafte Treiben eine besondere Atmosphäre schufen. Hafenrundfahrt sowie Schloß - und Museumsbesichtigungen (empfehlenswert ist vor allem Schoß Rosenborg - Vorsicht vor den uniformierten Wachen, die verstehen leider überhaupt keinen Spaß, denn hier lagern die Kronjuwelen) ergänzten unser persönliches Reiseprogramm, bevor uns der SNÄLLTÄGET wieder sicher in Berlin - Gesundbrunnen absetzte. 

Schloß Rosenborg
Die Nacht mit drei hübschen, jungen Schwedinnen im Abteil überstanden wir wieder selig schlummernd (übrigens: auch Schwedinnen schnarchen!) und diesmal verpassten wir auch nicht den Frühstückskaffee.

Fazit

Die Reise nach Kopenhagen verband auf wunderbare Weise fachliche Weiterbildung, angenehme Gespräche mit Zulieferern zum Weiterbestehen unserer Firma und kulturelle Erlebnisse. Die Stadt begeisterte durch ihre Lebensqualität und Offenheit, der Kongress durch seine inhaltliche Tiefe und internationale Vernetzung. Es war eine Reise, die sowohl beruflich als auch persönlich bereichernd war – und die Lust macht, bald wiederzukommen.

 

erstellt mit Hilfe von KI

Sonntag, 31. August 2025

Zehnte Werkschau für Berliner Aktfotografen

 Programmablauf

 Ort: Theater am Park, Frankenholzer Weg 4, 12683 Berlin-Biesdorf

Sonnabend, den 20. September 2025

14:00 Uhr Einlass
14:30 Uhr Eröffnung der Werkschau durch den Organisator im Foyer 

15:00 Uhr Filmprogramm zur Unterhaltung im Foyer.

15:30 Uhr Fotoshooting mit Model Shania auf der Bühne und im Außenbereich
                 (Fotopass pro Tag: 25.-€)

17:30 Uhr Fotoshooting mit Model Yasmin auf der Bühne und im Außenbereich


18:30 Uhr Bonus-Fotoshooting mit Model Kaska


20:00 Uhr Schließung der Werkschau 

Runa Vien , fv 2023
 

Die ausstellenden Fotografen sind anwesend und für Gespräche bereit. Im gesamten Zeitraum bietet das Theater am Park gastronomische Betreuung an.


Sonntag, den 21. September 2025

14:00 Uhr Einlass

15:00 Uhr Filmprogramm zur Unterhaltung im Foyer -Videoclips 

15:30 Uhr Fotoshooting mit Model Miss Mandy, Aerial Ring (Luftakrobatik) auf der Bühne und Posing im Außenbereich (Fotopass pro Tag: 25.-€)

17:30 Uhr Fotoshooting mit Model Conny auf der Bühne und im Außenbereich


19:00 Uhr Schließung der Werkschau.


 

Die ausstellenden Fotografen sind anwesend und für Gespräche bereit.  Im gesamten Zeitraum bietet das Theater am Park gastronomische Betreuung an.

Hinweis: Die ausgestellten Fotos, Kalender und Postkarten können käuflich erworben werden.

Sonntag, 24. August 2025

Oskar

 


Guten Morgen! 

Ich bin Oskar.Seit 6 Jahren halte ich hier in Prenzlau bei der Kanu- und Radstation (www.solaris-prenzlau.de) die Ordnung aufrecht. Na ja, Conny, Jenny und Andreas helfen mir ein wenig dabei und ohne Connys Scheibe Wurst damals wäre ich gar nicht hier geblieben, aber seit dem schreite ich erhaben durch den ganzen Trubel und alle haben eine Menge Spaß und Erholung hier am Unteruckersee. Und wenn ich Lust habe, dürft Ihr mich sogar mal streicheln ...

Montag, 11. August 2025

Zirkus zum Staunen

Paddeltour auf der Havel bei Wesenberg. Das Wetter ist anfangs durchwachsen, wir sind recht froh, dass wir mehr aus Spaß, aber in weiser Voraussicht die gute alte Gummiwärmflasche mitgenommen haben. So füllen wir das Ding abends mit heißem Wasser und legen sie uns dahin, wo bei unseren Vorfahren der Schwanz anfing. Dann nur noch die Position "Rücken an Rücken" einnehmen und immer daran denken: "Auch im Alter am besten nicht ohne Gummi."
 

Den Beginn der neuen Woche nutzen wir dann für einen Besuch im Circus Huberti. Vorher waren wir im Mirower Drei-Prinzessinnen-Schloß, den Besuch haben wir in guter Tradition mit einem Besuch im Schlosscafé abgeschlossen. Das Café ist das beste in der ganzen Gegend hier und kann nur empfohlen werden. Vorher natürlich Museumsshop und Spielplatz. 

Dann um 16:00 Uhr die fantastische Zirkusvorstellung, die uns auch in diesem Jahr wieder total verzaubert...

Sonntag, 20. Juli 2025

Besuch

 Fast eine Woche hatten wir Besuch von zwei Dritteln unserer Enkel. Vorweg: Es war zu kurz! Aber demnächst werden wir ja gemeinsam mit unseren Kanus wieder die Havel unsicher machen. 

Wir hatten jedenfalls viel Spaß miteinander, haben angefangen, das Kinderhaus zu renovieren, Olsenbandenfilme geguckt und viel gespielt. Und Madeleine hat im alten Kinderhaus den Bienenclub gegründet.

Das Bild zeigt (von links nach rechts) Madeleine, Anton, ihre Cousine Penelope und den knuffigen Nachbarhund Harry, ohne den in der knappen Woche hier bei uns gar nichts ging:  

 


 

Donnerstag, 29. Mai 2025

Herrentag, Männertag, Himmelfahrt

Wenn man älter wird, neigt man dazu, sich in Erinnerungen zu ergehen. So wird mir immer dieser Männertag im Gedächtnis bleiben, an dem die Himmelfahrt mit dem 1. Mai zusammenfiel. Wir waren zu unserer traditionellen Fahrradtour aufgebrochen und stießen schon bald auf die ersten total  besoffenen Fahrradfahrer und mitten im Wald sogar auf einen Discowagen, der uns in der schönen Natur mit lautem Rummsbumms "erfreute". 

In besonders schöner Erinnerung blieb mir vor allen Dingen jener volltrunkene Naturfreund, der in seinem Zustand mit dem Fahrrad eine große Wurzel erwischte und einen Kopfsprung über den Lenker vollzog. Gott sei Dank war ihm nichts passiert, er wandte sich voller Begeisterung an seine Zuschauer und fragte :" Habt Ihr das gesehen?“.  Mein Freund Bernd stand neben mir und antwortete ihm ganz trocken: "Nö, mach' mal nochmal!" Das wollte er dann doch nicht.

Nun bezweifle ich auch nach fast 73 Jahren immer noch, dass richtige Männer mit Bollerwagen und Krückstock durch die Gegend ziehen müssen. Oder können Sie sich Männer wie Thomas Magnum, James Bond oder Giacomo Casanova mit komischem Hut, Bierflasche in der Hand und Fahrradklingel am Spazierstock vorstellen? Das klappt mental nicht mal bei dem (Un-)Darsteller von 007, Daniel Craig .  

Abgesehen davon, dass James Bonds Getränk bekanntlich ein kalter Wodka Martini, "geschüttelt, nicht gerührt" ist, Magnum den Ferrari einem Bollerwagen vorziehen würde und Casanova bestimmt Champagner statt lauwarmes Bier trinkt, würden alle drei wohl an diesem Feiertag eher im Bett bleiben und sich den temporär verlassenen, fremden Ehefrauen widmen.



Wenn man älter wird, neigt man allerdings auch dazu, etwas toleranter zu werden und als volkswirtschaftlich besorgter Mensch vor allem an die Bilanzen der Bierbrauer zu denken. Der Bierumsatz in Deutschland ist seit Jahren rückläufig und deshalb sei der Not leidenden Branche dieser Männertag gegönnt.

Ich wünsche allen Männern jeden Alters einen schönen unfallfreien Feiertag ...




Samstag, 29. März 2025

Christa

Die  vergangene Woche bot wieder die Möglichkeit darüber nachzudenken, was von einem Menschen bleibt. Der Morgen hatte besonders trübe angefangen, gegen Mittag saß ich mit einer ehemaligen lieben Kollegin auf einer Friedhofsbank im Berliner Stadtbezirk Pankow und plötzlich brach die liebe alte Sonne mit Urgewalt durch die Wolkendecke. Wir warteten auf den Beginn der Trauerfeier für unsere Christa, dem guten Geist unserer Abteilung im damaligen Institut für Agrarökonomie der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR. Das mit der Sonne war wieder typisch für Christa, da wo sie war, war es nie lange trübe, Optimismus und Freude kehrten ein. Heute mussten wir uns von ihr verabschieden.

Christa war 1922 in den damaligen deutschen Ostgebieten geboren worden, 1944 floh ihre Mutter mit ihr und den drei Geschwistern nach Leipzig. Der Vater war in Kriegsgefangenschaft, die Mutter schlug sich mit den vier Gören durch. Ein Schicksal, das die kleine Christa nicht kleinkriegte. Sie lernte einen richtigen Beruf in der Landwirtschaft, sie heiratete, der Nachwuchs kam, langsam kam ein wenig Wohlstand, man zog nach Berlin in eine vernünftige Wohnung und Christa fing wieder an zu arbeiten. Sie wurde die gute Seele an unserem Institut.

Manch einer meint, die Ökonomie wäre eine Wissenschaft, was nicht stimmt. Und obwohl meine Doktorarbeit sich in wesentlichen Teilen mit einem ökonomischen, betriebswirtschaftlichen Thema beschäftigte, war ich mein Leben lang diesen Themen eher abgeneigt. Es gibt jedoch heute noch Zeiten, in denen ich die Sumerer dafür verfluche, dass sie damals vor etlichen 1000 Jahren die Zahlen und das Geld erfunden haben. Seither, seit etlichen 1000 Jahren, versuchen Ökonomen  die Wirklichkeit mit ihren meist eigenwillig interpretierten ökonomischen Gesetzen zu vergewaltigen. Ich muss zugeben, dass diese Spezies an unserem Institut stark vertreten war. In ihnen paarte sich die unbändige Kraft des Wortes mit dem Willen, den realen Zahlen körperliche Gewalt anzutun und einem tief sitzenden gläubigen Wissen. Der Sozialismus würde siegen.

Christa nun wiederum schaffte es fast immer, diese sogenannten Wissenschaftler auf den Boden der sozialistischen Tatsachen in der Landwirtschaft der DDR zurückzuholen. Meist genügte dafür nur ein einziger Satz, der Phrasendrescher zerplatzte mit leisem Pffff und  wir jungen Kollegen versuchten, das heimliche Grinsen über den Superökonomen zu verbergen. Uns jungen Leuten am Institut war sie nicht nur auf diese feine, hintergründige Art, sondern auch privat immer eine Stütze und Freundin.

Nun hat sie uns im zweiundneunzigsten Lebensjahr verlassen. Sie liegt wieder neben ihrem Günter und ich stelle mir zum wiederholten Male die Frage, was von einem Menschen bleibt.

Von der kleinen Christa ein ganze Menge ...
 

Dienstag, 21. Januar 2025

Nachricht von den Abtrünnigen

 Hier ein kurzer Bericht von unserem einzigen Auslandskorrespondenten, aus einem abtrünnigen Land, dem Vereinigten Königreich von Großbritanien und Nordirland, das den Segnungen aus Brüssel vor einiger Zeit entsagt hat und daher den Papierverbrauch um  ca. 50 Prozent einschränken konnte (Achtung, Fake news!): 

Wir freuen uns auf die Freuden, die das Jahr 2025 bringen mag. Uns geht es gut in unserer eigenen Welt, aber wir sind etwas trübsinnig, wenn wir nicht umhin können, auf die äußere Realität zu blicken.

Wenn die britischen Medien Deutschland erwähnen, dann meist, um den Aufstieg der AfD zu kritisieren, die sie als Heimat dämlicher und nostalgischer Ossis betrachten, gestärkt durch Nichtskönner aus dem Thüringer Wald, deren Weltbild sich seit der Zeit von Tacitus kaum weiterentwickelt hat. Daher war ich ziemlich überrascht, kürzlich einen Artikel zu lesen, der die AfD unterstützt, und insbesondere die Erwähnung Deiner Lieblingspolitikerin, Angela Merkel. (siehe unten)


Vielleicht ignoriert die deutsche Presse Großbritannien heutzutage einfach, aber es ist vielleicht trotzdem bekannt, dass wir eine alte und kränkelnde Wirtschaft und eine neue, aber kränkelnde Regierung haben, sowie ein grobes Gegenstück zur AfD in der Reformpartei, einer neuen Partei, der man bei den bevorstehenden Kommunalwahlen Erfolg zutraut. Du erinnerst dich vielleicht, dass Jenny und ich erwogen, in Polen politisches Asyl zu beantragen, als wir dich während der Brexit-Debatten besuchten. Unsere Pläne fielen natürlich ins Wasser (zu viele Pierogi auf der Speisekarte!), aber wir überlegen immer noch gelegentlich, ob wir einen abgelegenen und ruhigen Ort finden könnten, um den Sorgen der Welt zu entfliehen – ein ruhiger Ort wie Grönland kommt mir in den Sinn.

Um mit einer erfreulicheren Notiz zu enden: Ich habe neulich eine interessante Tatsache erfahren, die ich der Familie als Rätsel stellte. Was haben unsere Kinder und Enkel mit Elon Musk gemeinsam? Antwort: Ihre Großmütter kamen aus Liverpool! Als sie das erfuhr, fragte sich meine Frau Jenny, ob wir vielleicht entfernt verwandt sind, und wenn ja, ob wir ihn alle um ein Weihnachtsgeschenk bitten könnten. Bisher ist uns kein Erfolg beschieden Aber vielleicht hat er ja etwas Zeit, wenn er Amerika great again gemacht hat...


Folgender Auszug aus einem Artikel aus dem britischen "Spectator" vom 11. Januar 2025: 

"Alternative Fakten
 

Am 23. Februar werde ich bei der Bundestagswahl die Alternative für Deutschland (AfD)wählen.
Als jemand mit einem eingewanderten Elternteil, einem Hochschulabschluss und der in der liberalen Film- und Fernsehwelt arbeitet, ist dies das Letzte, was ich öffentlich zugeben sollte.Meine deutschen Mitbürger könnten verstehen, dass ich nicht für die Sozialdemokratische Partei (SPD) stimmen möchte,
die Linken, die unsere zutiefst unpopuläre Koalitionsregierung anführen.
Aber als „gebildeter“ Millennial sollte ich doch Grün wählen? Schließlich preisen unsere schamlos nicht neutralen öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sie als die „Partei der Jugend“. Oder sollte ich vielleicht, als jemand, der sich normalerweise als konservativ sieht, für die Christlich-Demokratische Union stimmen, die langweilige Mitte-Rechts-Partei, der bei der Wahl die meisten Stimmen vorausgesagt werden? Die harte Wahrheit ist jedoch, dass Deutschland nicht mehr das sichere, wohlhabende Land ist, an das ich mich aus meiner Kindheit erinnere, und die Schuld daran tragen diese
„normalen“ Parteien.


Viele der Probleme Deutschlands begannen, als Angela Merkel, die ehemalige CDU-Kanzlerin,
2015 beschloss, die Grenzen für jeden zu öffnen, der behauptete, ein syrischer Flüchtling zu sein.
Millionen kamen, und eine willfährige Presse behauptete, sie würden die Ärzte und Ingenieure
der Zukunft sein, die unsere Renten bezahlen würden. Fast ein Jahrzehnt später haben viele der Angekommenen immer noch keine Arbeit, können kein Deutsch und sind auf Sozialleistungen angewiesen. Es gab einen deutlichen Anstieg der Terroranschläge und einer Zunahme der Gewaltkriminalität, die direkt mit einigen dieser Einwanderer in Verbindung gebracht werden.

Mittlerweile sind fast die Hälfte aller Sozialhilfeempfänger Ausländer. Seit 2010 wurden ihnen mehr als 132 Milliarden Euro an Sozialleistungen ausgezahlt, wobei sich die Kosten zwischen 2010 und 2023 verdreifacht haben. Demgegenüber wird der Betrag, der für die Modernisierung von Schulen, Straßen und unseres zunehmend unzuverlässigen öffentlichen Nahverkehrs benötigt wird, auf 165 Milliarden Euro geschätzt. Merkels Großzügigkeit ging direkt auf Kosten der deutschen Bürger. Die Situation wurde durch den wirtschaftlichen Vandalismus von SPD und Grünen noch verschlimmert, die unsere Atomkraftwerke aus ideologischen Gründen stilllegten und unsere Autoindustrie in die Sackgasse der Elektrofahrzeuge drängten. Als Ergebnis, kombiniert mit den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, wurden wir mit steigenden Energiepreisen, höheren Lebenshaltungskosten und einem enormen Anstieg der Zahl der Beschäftigten in unserem notorisch schwerfälligen öffentlichen Dienst gesegnet. Es überrascht nicht, dass jede Woche neue Entlassungen und Insolvenzen bekannt werden. Alle spüren die Krise. Freunde beschweren sich, dass sie wegen der steigenden Mieten wieder bei ihren Eltern einziehen mussten. Andere erzählen mir, dass sie wegen der hohen Kosten kein Fleisch mehr kaufen. Viele Leute, die ich kenne, beklagen, dass es trotz der teuren Krankenversicherung, für die wir zahlen, kein Krankenhaus mit Kindertagesstätten in der Nähe mehr gibt. Zum ersten Mal in unserem Leben spüren wir, dass wir wahrscheinlich nicht mehr den Lebensstil genießen werden, mit dem unsere Eltern gesegnet waren. 

Es ist kaum überraschend, dass die AfD in den Umfragen auf Platz zwei liegt, aber besonders auffällig ist die Zahl der jungen Wähler, die sich von den Grünen abwenden. Bei einer kürzlichen internen Schulwahl in Thüringen stimmte fast die Hälfte der Schüler für die AID, wobei sie Kriminalität, Einwanderung und einen Jobmangel als Gründe nannten. Bei Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg dominierte die AID die Stimmen der Jugend. 

In Brandenburg belegte sie in jeder Altersgruppe den ersten Platz, bis es zu den über 60-Jährigen kam. Sie war die einzige Partei, die sich konsequent gegen Masseneinwanderung und Deutschlands absurd laxe Strafgesetze stellte. Letztere führten zu Fällen wie dem im letzten Jahr, als ein Gruppenvergewaltiger eine Bewährungsstrafe erhielt, weil er unter 20 war, während eine Frau, die ihn in einer SMS beleidigt hatte, für das Wochenende ins Gefängnis musste. Trotz der wachsenden Popularität der AfD betreiben die anderen Parteien weiterhin die Brandmauer, in der sie sich weigern, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Diese Politik gilt nicht für Parteien wie Die Linke, den direkten Nachfolger der kommunistischen Partei, die die Stasi zur Herrschaft über Ostdeutschland einsetzte. Dieser engstirnige Ansatz verhöhnt die Demokratie und schadet unserem politischen System, da die AfD zu groß wird, um sie auszuschließen, und die Parlamentsmodelle spontan umgeschrieben werden, um sie fernzuhalten. Die etablierten Parteien behaupten, die AfD sei extremistisch, aber das Problem ist, dass viele derjenigen, die diese Anschuldigungen erheben, alles andere als unparteiisch sind. 

Stephan Kramer, der den Thüringer Verfassungsschutz leitet, der die AfD für „extremistisch“ erklärte, war einst Wahlkandidat der SPD. Die weithin verbreiteten Behauptungen der Website Correctiv, dass AfD-Mitglieder an einer geheimen Konferenz in Potsdam beteiligt gewesen seien, bei der die Abschiebung deutscher Staatsangehöriger ausländischer Herkunft diskutiert wurde, erwiesen sich als falsch. Ich weiß nicht, ob die AfD wirklich eine politische Partei ist." ...

 

Samstag, 14. Dezember 2024

Augentagesklinik in Bernau bei Berlin

Augenklappen
Seit April 2023 kümmern sich die Mitarbeiter einer weiteren Zweigstelle des Netzes der Augentagesklinik Oranienburg um die Patienten in Bernau bei Berlin - im  neuen Teil des Rollbergecks am Neuen Schulweg 12.

Weitere Filialen der Oranienburger Tagesklinik gibt es  neben Oranienburg in Glienicke/ Nordbahn und Gransee.

Der Standort Bernau umfasst ebenfalls das gesamte Behandlungsspektrum der modernen Ophthalmologie: Ambulante Augenoperationen, wie u.a. die OP des Grauen Stars, Lidkorrekturen, Laserbehandlungen oder intravitreale Injektionen bei der alterbedingten Makuladegeneration (AMD). (nach einem Bericht der "Märkischen Oderzeitung")

 

Donnerstag, 18. Juli 2024

Fünfundfünfzig Jahre

So lange kenne ich meine britische Brieffreundin Marie schon! Am vergangenen Wochenende reichte die Zeit endlich einmal für einen Besuch bei uns. (Wir waren inzwischen schon mehrmals bei ihr zu Gast) 

Zugegeben: Unsere Besuchsfrequenz in den ersten 20 Jahren unserer Freundschaft war mauerbedingt gleich Null. Inzwischen ist der antifaschistische Schutzwall weg, sind die Kinder groß, haben selbst Kinder und wir versauen uns nicht mehr mit Arbeit den ganzen Tag. Zeit also zum Schnattern, Fotos ansehen und Wörterbuchwälzen, denn mein Englisch wird leider auch nicht mehr besser. Und hatte sie mir damals zu meinem Geburtstag nicht diese wunderbare Hafenansicht geschickt, die sie sich mühsam vom Taschengeld abgespart hatte? Zeit für Nostalgie.   

Am Dienstag haben wir dann gemeinsam eine Brückenfahrt über Spree und Landwehrkanal mit dem Dampfer gemacht. Wir haben uns vom Wasser her die Berliner Bezirke, Treptow, Neukölln, Kreuzberg, Charlottenburg, Mitte angesehen. Die Tour ist echt empfehlenswert. 

Das Wetter war super, nicht zu warm und nicht zu kalt, vom Ufer her winkten uns freundliche KInder und erwachsene Leute zu, die Mannschaft des Schiffs war super drauf. Und obwohl Maries Mann sehr krank ist, war die Stimmung bei uns Vieren gelöst und gut. So müsste es immer sein. Aber vielleicht lag es ja auch an uns selbst, dass es uns so gut ging ...  

Freitag, 7. Juni 2024

Ein Witz

Da lagen sie vor mir ausgebreitet - die Briefwahlunterlagen. Am Sonntag wollen wir zu einer Veranstaltung nach Potsdam, so hatten wir für die am 9. Juni stattfindenen EU-Wahlen die Briefwahl beantragt. Und da in Brandenburg gleichzeitig die Kommunalwahl stattfindet, war der Papierstapel, der da vor mir lag, schon einigermaßen gewaltig. EU, Stadtparlament, Kreistag, Ortsbeirat.

Schmeiß ' ich die Tapeten gleich in die blaue Tonne? Gut, sehen wir uns die Zettel und die Typen darauf wenigstens mal an. Da waren sie wieder, die eigentlich gänzlich gescheiterten Blockflöten von CDUSPDSEDFDPGRÜNEN. Manche Backpfeifengesichter begleiten mich hier schon fast 30 Jahre. Auch irgendwelche ominösen Bündnisse, denen die Arbeit der Freien Wähler in Bernau und in Brandenburg nicht wischiwaschi genug ist und die damals schon bei den Altanschließerdemos die Bürgerbewegten spalten mussten, kriechen wieder ans Licht und buhlen um die Wählerstimmen, obwohl sie noch nie einen Beschluß im Sinne der Bürger mitgetragen haben. 

Ganz schlimm auch die Altkader der SPD, die inzwischen von den eigenen Genossen kalt gestellt worden waren und irgendwas mit "unabhängig" machen wollen. Eigentlich erwartete ich sogar noch unsere ehemalige SPD-Ortsvorsteherin, die schon bei den vorigen Wahlen von ihren Parteifreunden abgesägt wurde und damit in den diversen Aufsichtsräten der  stadteigenen Firmen nichts  mehr verdienen konnte. Daraufhin hatte sie ihre fast dreißigjährige Parteimitgliedschaft auf den Kompost geworfen. So geht Weltanschauung, Genossen. Aber A. erscheint  nicht mehr, sie ist vergnatzt. Gut für uns.

Oder ein Meister im Kundenvergraulen von der Merzelpartei, der uns stets dazu bringt, mit unseren kaputten Fahrrädern zu seinen Mitbewerbern, d.h. also anderen Meistern zu gehen, uns aber auf seinen Wahlplakaten etwas über freie Wirtschaft erzählen will. 

Apropos Mitbewerber: In einer meiner ersten Verkaufsschulungen habe ich gelernt, daß es eher kontraproduktiv ist, in einem Kundengespräch immer wieder Bezug auf den oder die Konkurrenten zu nehmen. Man kommt nämlich unweigerlich vom Thema - dem eigenen Produkt - ab und redet dann nur noch über die vermeintlich schlechten Produkte der Konkurrenz, vergißt aber, die eigene Alleinstellung herauszuarbeiten. Der Kunde merkt das und ist verstimmt. Zumindest in dem Brandenburger/Barnimer Ableger der Merzels hat diesen Grundsatz noch nie jemand gehört, denn man hatte es sogar auf den großen Plakatwänden offenbar nötig, irgendwelche dämliche Bemerkungen über die Freien Wähler abzusondern.

Als ich ob der teilweise sehr komischen Gestalten wieder so richtig am Fluchen war und den Blick zum Himmel richtete, um dabei zu beten " Herr, lass'  Hirn regnen!" erstarrte plötzlich die Luft. Die Vögel draußen hatten aufgehört zu singen, einige blieben frei schwebend über mir in der Luft hängen, die Goldfische im Gartenteich hatten das Schwimmen eingestellt. 

Auch ich war quasi wie gelähmt, als eine tiefe, herrische Stimme zu mir sprach: " Du dämlicher alter Sack, du bist zwar getauft, aber du hast mich fast 72 Jahre lang nur ignoriert oder blöde Witze über mich gemacht! Und heute willst du meine Hilfe?! Hilf' dir selbst, so hilft dir Gott!"

Ich bat: " Dann segne wenigstens meinen Griff!" Der Alte lachte nur und verschwand hinter einer Wolke. Plötzlich konnte ich mich wieder frei bewegen, die Vögel flogen wieder, die Luft war lieblich und mild, die Goldfische wedelten freundlich mit ihren Flossen. 

Nun gut, es war dann letztlich ganz einfach. Staatsbürgerliche Pflicht und so wißt schon.  Ob's hilft ?

Impressum und V.i.S.d.P.

Dieser Weblog ist ein privates Tagebuch von
Dr. F. Valentin
Waldstr. 70
16321 Bernau
frank(at)drvalentin.de

Alle Beiträge geben ausschließlich meine eigene Meinung zu den besprochenen Themen wieder.Das Recht auf eigene Meinung ist durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geschützt. Um meine Beiträge ohne längere Erklärungen verständlich machen zu können, sind manchmal Zitate aus Büchern, Filmen, Zeitschriften, Fernsehsendungen, Liedtexten oder auch von Internetseiten nötig. Diese Zitate ( auch Bilder, Karikaturen, Grafiken, Tabellen, Diagramme oder Zeichnungen) dienen lediglich als sogenannte "Aufhänger", um Meinungen oder gesellschaftliche Tendenzen besser und gegebenenfalls komprimierter darstellen und herausarbeiten zu können. Zitate sind somit ein weltweit erlaubtes Mittel der Publizistik. Die Verwendung von Zitaten ist durch das Urheberrecht (UrhG) geregelt und unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, ohne dass eine Erlaubnis des Urhebers eingeholt oder diesem eine Vergütung gezahlt werden müsste. Paragraph 51 UrhG in Deutschland besagt dazu: "Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe, wenn in einem durch den Zweck gebotenen Umfang

1. einzelne Werke nach dem Erscheinen in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden,
2. Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden..."
Die allgemeine Begründung dafür ist, dass Zitate der kulturellen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung einer Gesellschaft dienen.Trotzdem: Sollten mit diesen Zitaten irgendwelche weitergehenden Urheberrechte berührt werden, bitte ich um umgehende Mitteilung- der entsprechende Beitrag oder Link wird sofort entfernt.
Achtung: Inhalte dieses Blogs - sofern sie einen publizistischen Neuwert darstellen - unterliegen natürlich ebenfalls dem Urheberrecht. Selbstverständlich sind Zitate erlaubt, aber alles was über das gesetzlich Zulässige (siehe oben) hinaus geht, bedarf meiner vorherigen schriftlichen Zustimmung.

Die Kommentarfunktion am Ende jedes Beitrages ermöglicht für den Leser dieses Blogs die Diskussion der angesprochenen Themen. Die jeweiligen Verfasser sind für den Inhalt ihrer Kommentare selbst verantwortlich. Anonyme Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht. Ich behalte mir außerdem vor, Kommentare zu löschen. Soweit Links auf externe Seiten führen, bedeutet dies nicht, dass ich mir den dortigen Inhalt zu Eigen mache.

Haftungsausschluss:

Haftung für Inhalte:
Die Inhalte dieses Blogs wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Diensteanbieter sind gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach §§ 8 bis 10 TMG sind Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen.

Haftung für Links:
Dieses Blog enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden derartige Links umgehend entfernt.

Urheberrecht:
Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitte ich um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden derartige Inhalte umgehend entfernt.

Datenschutz:
Die Nutzung unserer Webseite ist in der Regel ohne Angabe personenbezogener Daten möglich. Soweit auf unseren Seiten personenbezogene Daten (beispielsweise Name, Anschrift oder eMail-Adressen) erhoben werden, erfolgt dies, soweit möglich, stets auf freiwilliger Basis. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.
Wir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen kann. Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht möglich.

Der Nutzung von im Rahmen der Impressumspflicht veröffentlichten Kontaktdaten durch Dritte zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderter Werbung und Informationsmaterialien wird hiermit ausdrücklich widersprochen. Die Betreiber der Seiten behalten sich ausdrücklich rechtliche Schritte im Falle der unverlangten Zusendung von Werbeinformationen, etwa durch Spam-Mails, vor.

Datenschutzerklärung für die Nutzung von Facebook-Plugins (Like-Button):
Auf unseren Seiten sind Plugins des sozialen Netzwerks Facebook, 1601 South California Avenue, Palo Alto, CA 94304, USA integriert. Die Facebook-Plugins erkennen Sie an dem Facebook-Logo oder dem "Like-Button" ("Gefällt mir") auf unserer Seite. Eine Übersicht über die Facebook-Plugins finden Sie hier: http://developers.facebook.com/docs/plugins/.
Wenn Sie unsere Seiten besuchen, wird über das Plugin eine direkte Verbindung zwischen Ihrem Browser und dem Facebook-Server hergestellt. Facebook erhält dadurch die Information, dass Sie mit Ihrer IP-Adresse unsere Seite besucht haben. Wenn Sie den Facebook "Like-Button" anklicken während Sie in Ihrem Facebook-Account eingeloggt sind, können Sie die Inhalte unserer Seiten auf Ihrem Facebook-Profil verlinken. Dadurch kann Facebook den Besuch unserer Seiten Ihrem Benutzerkonto zuordnen. Wir weisen darauf hin, dass wir als Anbieter der Seiten keine Kenntnis vom Inhalt der übermittelten Daten sowie deren Nutzung durch Facebook erhalten. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Datenschutzerklärung von facebook unter http://de-de.facebook.com/policy.php. Wenn Sie nicht wünschen, dass Facebook den Besuch unserer Seiten Ihrem Facebook-Nutzerkonto zuordnen kann, loggen Sie sich bitte aus Ihrem Facebook-Benutzerkonto aus.

Datenschutzerklärung für die Nutzung von Twitter:
Auf unseren Seiten sind Funktionen des Dienstes Twitter eingebunden. Diese Funktionen werden angeboten durch die Twitter Inc., Twitter, Inc. 1355 Market St, Suite 900, San Francisco, CA 94103, USA. Durch das Benutzen von Twitter und der Funktion "Re-Tweet" werden die von Ihnen besuchten Webseiten mit Ihrem Twitter-Account verknüpft und anderen Nutzern bekannt gegeben. Dabei werden auch Daten an Twitter übertragen. Wir weisen darauf hin, dass wir als Anbieter der Seiten keine Kenntnis vom Inhalt der übermittelten Daten sowie deren Nutzung durch Twitter erhalten. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Datenschutzerklärung von Twitter unter http://twitter.com/privacy. Ihre Datenschutzeinstellungen bei Twitter können Sie in den Konto-Einstellungen unter http://twitter.com/account/settings ändern.


Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...