Lieber Klaus,
Jean Paul soll gesagt haben,
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| Klaus w. |
Soviel Glück soltest du später mit deiner schweren Krankheit nicht mehr haben. Trotz allen Daumendrückens erreichte uns der furchtbare Anruf dann doch noch. Deine unsagbaren Leiden haben ein Ende gefunden, du hast uns mit unserem Kummer leider viel zu früh allein gelassen.
Als ich dich kennengelernt habe, bist du schnell zu meinem Fels in der Brandung geworden. Du, der geborene immer wortkarge Uckermärker, der dann auch noch nach Mecklenburg heiratete- beides sind Regionen in Deutschland, die in der Regel nicht durch üppige Wortkaskaden im täglichen Miteinander auffallen - brachtest den stets voreilig plappernen Berliner in mir immer zum Nachdenken. Wie oft musst du im Gespräch mit mir wie weiland Wilhelm Tell gedacht haben, dass die Jugend schnell fertig mit dem Wort ist. Ich kann dir heute versichern, dass du mich immer zum Nachdenken gebracht hast. Auch wenn ich vorher nicht vorgedacht hatte. Auch noch mit fast 74. Auch heute noch.
Du warst mehr als ein Freund. Der Austausch mit dir brachte mich immer vorwärts, ob über Teichbau, Kanutrips, Segeltörns, Motorräder, Kindererziehung, CAD/CAM, Goldfische oder Photovoltaik. Als ich 2018 vom für mich fast tödlichen Krankenbett auferstanden war, hast du mir nicht nur mit dem Besuch im Cafe Valentin an der Ostseeküste immer wieder neuen Lebensmut gespendet. Nebenbei: Die zwischen uns liegenden 200 km Luftlinie haben wir viel zu selten überbrückt. Das soll uns mit deiner lieben Lili nicht noch einmal passieren!
Unser letztes Telefongespräch war furchtbar. Lili hat mich im Anschluss dann wieder etwas aufgerichtet. Wie es unsere Frauen eben immer so tun. Leider war alles Hoffen umsonst.
Der Bestatter hat dann am vergangenen Donnerstag deine Hülle mitgenommen. Du selbst bist bei uns geblieben.
Beste Grüße und: Wish you were here!
Dein Freund
Frank







