
Am Donnerstag wird Kriegsminister Jung (CDU) den Grundstein für das von militaristischen Kreisen lange geforderte Ehrenmal der Bundeswehr am Berliner Bendlerblock legen. Mit dem Bau soll, so verkündet es der Minister, all jener Soldaten gedacht werden, »die in Folge der Ausübung ihrer Dienstpflichten für die Bundesrepublik Deutschland ihr Leben verloren haben«. Es seien »zahlreiche Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens« eingeladen. Obwohl Jung »nationalen Rang« für sein Bauwerk beansprucht, ist der Bundestag nicht beteiligt worden. Die explodierenden Baukosten der ursprünglich 41 mal acht Meter lange Halle sind gigantomanisch . Obwohl Jung aus Kostengründen die Länge der Halle vor einigen Wochen auf 32 Meter reduzieren musste, soll das Ding jetzt offiziell 3,96 Millionen Euro kosten, erste Prognosen waren noch von 2,7 Millionen ausgegangen. Die Errichtung sollte eigentlich schon vor einem Jahr beginnen, das Verteidigungsministerium hatte aber zunächst keine Baugenehmigung erhalten. Man stritt sich mit dem Berliner Bezirksamt Mitte – erfolglos – um die Fällung von Bäumen. Es ging um eine bessere Sicht auf das Denkmal. Was brauchen wir auch Bäume ! Auch bei Kunsthistorikern ist der Bau umstritten. Über 170 Wissenschaftler haben bereits vor einem Jahr in einer Erklärung des »Ulmer Vereins«, eines Zusammenschlusses kritischer Kunsthistoriker, den Rückgriff auf religiöse Mystifikationen kritisiert.
Mich erinnert dieses Monstrum rein architektonisch - von Kunst mag ich in diesem Zusammenhang gar nicht reden - an die Feldherrrenhalle in München. Vom Geist dieser Art Denkmäler ganz zu schweigen. Es ist bezeichnend, dass man sich mit diesem Denkmal (noch) nicht an die Öffentlichkeit traut und es lieber im Hof des abgeschirmten Bendler-Blocks - des Jungschen Sitzes in Berlin- versteckt. Noch ist die Erinnerung an zwei verheerende Weltkriege und die Verbrechen der deutschen Heere im Volk zu frisch. Aber die Militarisierung der Gesellschaft schreitet weiter voran. Es liegt an uns, diese Entwicklung aufzuhalten:
Friedens- und Antifagruppen haben für Donnerstag, 9.30 Uhr, einen satirischen Protest vor dem Ministerium angekündigt. Sie kritisieren die angestrebte propagandistische Wirkung des »Ehrenmals«. Es diene dazu, »die Moral von Heimatfront, Angehörigen und den Soldaten« zu heben. Dies sei offenbar notwendig, nachdem immer mehr Berichte über Untaten deutscher Soldaten und wachsende »Gefallenenzahlen« die Legitimität der Bundeswehreinsätze erschütterten, heißt es in einer Erklärung der Berliner Organisation der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK).
Übrigens, über 70 Prozent der Bundesbürger befürworten ein Ende des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan.
Quelle: "junge welt online"
Foto: Gräberfeld von Kriegsopfern (Edith Ochs, www.pixelio.de)
Also, ich war heute da. Die Herrschaften Herrschenden hatten sich wieder eingekastelt - das war auch schlimmer als unter Erich ! Der absolute Knaller ist aber, dass dieses häßlichste Gebäude/Halle/Schandmal der Welt wirklich von einem Münchner Architekten stammt(lol). Hatte ick wieda ma im Urin - würde da der Berliner sagen...
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