
"Alles Komplizierte ist unnötig. Alles Notwendige ist einfach." sagte Michail Timofejewitsch Kalaschnikow (russisch Михаи́л Тимофе́евич Кала́шников; * 10. November 1919 in Kurja). Er ist ein russischer Waffenkonstrukteur und Generalleutnant. Kalaschnikow entwarf das vollautomatische sowjetische Gewehr AK-47, die meistproduzierte Waffe der Welt (ca. 100 Millionen Exemplare weltweit, eingesetzt in über 55 Staaten). Die Abkürzung steht für Awtomat Kalaschnikowa obras'tsa 1947.Zu meinen Grundwehrdienstzeiten bei der NVA wurde mit dem lockeren Spruch "Soldat liegt tot im Schützenloch, Kalaschnikow schießt immer noch " die Einfachheit und Robustheit dieser Mordwaffe dokumentiert.Gerade diese Eigenschaften führten dazu, dass nicht nur fast die Hälfte aller Streitkräfte weltweit die Kalaschnikow in ihrem Arsenal haben.Wegen ihrer einfachen Handhabung und ihrer Robustheit ist sie auch das bevorzugte Kampfmittel sogenannter Rebellen, Milizen und bewaffneter Banden. Die massenhafte Verbreitung hat zum Einsatz dieser Waffe in solch unterschiedlichen Ländern wie Afghanistan, Großbritannien, der Demokratischen Republik Kongo, Irak, Mexiko, Sierra Leone, den USA, Venezuela und Jemen geführt. Massaker, Verstümmelungen, Vergewaltigungen und Misshandlungen sind die Folge.
Anlässlich einer UNO-Konferenz zum Thema Kleinwaffen im Jahre 2006 äußerte Kalaschnikow in einer Erklärung Bestürzung darüber, „dass gerade seine Gewehre überall auf der Welt so viel Unheil anrichteten“ und kritisierte das Fehlen einer wirksamen internationalen Kontrolle des Waffenhandels.
Wir sollten dabei auch nicht vergessen, dass Deutschland nach Russland, den USA und Italien einen Spitzenplatz beim legalen Handel mit Kleinwaffen einnimmt. Laut einem Bericht des Graduate Institute of International Studies aus dem Jahre 2006 führen bei den Importen die USA, Zypern und Deutschland die Liste an. Schätzungen zufolge hat der globale Handel mit kleinen Waffen ein Volumen im Wert von vier Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro). Etwa ein Viertel davon entfällt auf illegale Geschäfte. 60 bis 90 Prozent aller gewaltsamen Todesfälle bei Konflikten geht den Studien zufolge auf den Einsatz von Kleinwaffen zurück.
Seit Jahren rangiert Deutschland aber nicht nur bei Kleinwaffen unter den Top Ten der Weltwaffenexporteure. Als „Europameister“ lieferte die Bundesrepublik im vergangenen Jahr für 3,395 Milliarden US-Dollar Waffen in alle Welt – so viel wie nie zuvor. Diesen Fakt dokumentiert der neue Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI 2008 für das Vorjahr. Panzer, Kampfflugzeuge oder Kriegsschiffe, Gewehre und Munition wurden ganz legal an kriegsführende NATO-Staaten und an menschenrechtsverletzte Entwicklungsländer geliefert. Wie in den Vorjahren bricht die Bundesregierung damit erneut ihre eigenen Politischen Grundsätze zum Rüstungsexport.Deutschland hat sich damit auf Platz 3 der Weltwaffenlieferanten stabilisiert.
Und noch etwas zum Thema: Einer Studie der Universität von Illinois zufolge besitzen 41 Prozent aller amerikanischer Haushalte Schusswaffen.Jährlich sterben in den USA mehr als 30.000 Menschen an Schusswunden. Es sind mehr Pistolen in Privatbesitz als in jedem anderen Land der Welt - nämlich 200 Millionen Stück. Tod durch Schusswaffen ist bei Kindern und Jugendlichen die zweithäufigste Todesursache.
Last but not least: Kalaschnikow war in der ehemaligen DDR einer der drei bekanntesten Russen. Die anderen Zwei waren Lunikoff (ein billiger Wodka, hergestellt in Berlin-Adlershof) und Bungalow (den fast jeder für seine Datsche brauchte).
Quellen: u.a.Spiegel online" vom 27.6.2006, Wikipedia, AKADEMIKUM e.V.
Foto:Zielscheibe und Patronen (Rainer Sturm, www.pixelio.de)
Mal ein kleine Geschichte zum Thema "Waffenexportmeister Deutschland":
AntwortenLöschenVor kurzem bin ich von der Westküste Kanadas zurück in die westdeutsche Provinz geflogen. Im Flugzeug nach Frankfurt saßen ca. 60 kanadische Soldaten. "Nun ja", dachte ich, "die Jungs werden wohl über den Teich wollen und sich dann weiter verteilen".
Als ich dann von Frankfurt weiter zu meinem kleinen Provinzflughafen flog, war die kleine Maschine nahezu voll mit denselben Soldaten.
Das wunderte mich und so kamen wir ins Gespräch:
Ich: "Was wollt ihr Kanadier denn in unserem Provinzkaff?"
Soldat: "Wir werden ausgebildet auf Leopard Panzern"
Ich: "Das ist doch Kalte-Kriegs-Ware, braucht man die denn heute überhaupt noch?"
Soldat: "Klar, die gehen demnächst nach Afganistan. Die kanadische Armee will mehrere davon kaufen."
Ich: "Und was ist mit Euch?"
Soldat (wenig begeistert): "Naja, Anfang nächsten Jahres müssen wir dann auch nach Afganistan."
Daraus, kann sich jeder sein eigenes Bild machen. Ich mache mir folgendes:
(1) Deutsche Firmen verdienen kräftig mit am Waffengeschäft im Afganistankrieg.
(2) Deutsche Steuerzahler bezahlen die Ausbildung ausländischer Streitkräfte (durch die Bundeswehr) damit deutsche Waffenfirmen mehr Panzer verkaufen können.
(3) Der Afganistankrieg wird noch eine Weile dauern denn die "Verbündeten" sind kräftig am ausbilden, investieren und schließlich verdient man ja prächtig.
Soviel, zu unserer reinen Weste auch in diesem Angriffskrieg der Nato.
Ne kurze Frage zum Artikel. Der folgende Satz ist mir unklar: "Laut einem Bericht des Graduate Institute of International Studies aus dem Jahre 2006 führen bei den Importen die USA, Zypern und Deutschland die Liste an."
AntwortenLöschenHeißt das, daß Deutschland kleinwaffen wie irre importiert?! Wieso das denn?
Verwirrte Grüße,
Marian
PS.: Zypern?!?
Zypern wahrscheinlich wegen der schizophrenen Teilung der Insel.Da rüstet eine Bevölkerungsgruppe (Türken) gegen die andere (Griechen).Und umgekehrt.
AntwortenLöschenDeutschlands Importe könnte ich mir mit M16-Gewehren erklären.Die Bundespolizei, früher BGS, war zu meinen Grenzerzeiten mit dem FN-Gewehr aus Belgien ausgerüstet. Der ZGD (Zollgrenzdienst), der an der Grenze zur DDR, d.h. der Grenze zwischen beiden Systemen und durchaus nicht einer innerdeutschen Grenze, Feindaufklärung betrieb, hatte zwar die MP 5 von Heckler und Koch, aber offensichtlich braucht man auch noch anderes Knallzeug (Uzi ?. Mehr weiß ich dazu auch nicht, vermute aber, dass die Lager noch nicht voll genug sind.