In dem Fall Kaufvertrag für das Objekt in der Bürgermeisterstraße 25 ermittelte sogar die Staatsanwaltschaft. Hier schloss man einen Kaufvertrag mit dem privaten Eigentümer ab, ohne dass zunächst ein Kaufpreis für das Objekt der ehemaligen Bank festgelegt wurde. Und so wurde in wenigen Jahren aus einer Immobilie im Verkehrswert von rund einer halben Million Euro ein Kauf in Höhe von 1,35 Millionen Euro. Sogar das ZDF berichtete über Bernau und stellte süffisant fest, dass man doch erst über den Kaufpreis reden müsse, bevor man Kaufverträge endgültig unterschreibt. Einen Interviewtermin mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen lehnte der Bernauer Bürgermeister Hubert Handke natürlich kategorisch ab.
Nun sollte das zu teuer gekaufte Objekt als Erweiterung des Rathauses dienen, denn dort war der Platzbedarf stets höher als das alte Gebäude hergab. Aber plötzlich war angeblich auch der Neuerwerb Bürgermeisterstraße 25 nicht mehr ausreichend - ein neues Rathaus sollte her, auch Rathaus II genannt. Die geschätzten Kosten dafür belaufen sich auf 6 bis 7 Millionen Euro. Mitten in der Innenstadt sollen alle Verwaltungseinheiten zusammengezogen werden. Kritiker bemängeln, dass an dem Standort nicht ausreichend Parkplätze für den Publikumsverkehr vorhanden sind. Inzwischen läuft ein zweiter Architekturwettbewerb für das Neubau-Objekt, weil beim ersten Wettbewerb nur Schrott eingereicht wurde.
Es wäre jetzt zu einfach, die Schuld für dieses blinde Herumtappen im Vertragsdschungel auf dumme Mitarbeiter des Bürgermeisters zu schieben, denn Hubert H. ist ein Control-Freak. Das heißt, alles, was im und um das Rathaus vorgeht, muss auch über seinen Schreibtisch. Man munkelte sogar, dass er früher alle e-mails an die Stadtverwaltung selber las und sich deshalb auch jahrelang mit Händen und Füßen dagegen gewehrt hat, dass seine Mitarbeiter eigene e-mail-Adressen bekommen.

Als ich den Bürgermeister im Herbst 2012 auf bereits damals bestehende Schäden an dem Fachwerkgebäude aufmerksam machte, versicherte er im Finanzausschuss, dass man spätestens im Frühjahr 2013 mit der Erhaltung und dem Ausbau beginnen werde. Bisher - wir schreiben März Anno Domini 2014 - sieht nichts nach bauerhaltenen Maßnahmen oder gar einer Rekonstruktion aus.
Fazit: Am 30. März JA zur Abwahl, JA zu Bernau. Wir brauchen einfach einen Bürgermeister, der es packt...