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Montag, 7. November 2011

Mietfrei



Wer sich informieren möchte, wie Menschen in einer mietfrei genutzen Immobilie der Stadt Bernau  hausen, sollte sich einmal diesen Artikel der "Märkischen Oderzeitung" zu Gemüte führen. "Unsere Steuergelder in Aktion" kann man da wohl nur noch sagen. Oder hat man in den vergangenen 3 Wochen mal sauber gemacht?

Sonntag, 6. November 2011

Baustelle: In eigener Sache

In letzter Zeit gibt es Probleme mit der Darstellung von Vallis Blog im Mozilla Firefox-Browser. Konkret lassen sich im Text enthaltene Links nicht anklicken und die Konmmentarfunktion ist nicht verfügbar. Leider ist von Google offrensichtlich keinerlei Hilfe zu erwarten, obwohl ich mich bereits viermal über die Hilfefunktion an die entsprechenden Leute gewandt habe.

Bitte benutzen Sie daher für Kommentare und das Aufrufen von Links bis auf weiteres den Internet Explorer, denn damit sind alle Funktionen des Blogs benutzbar. 

Ich werde mich bemühen, in nächster Zeit ein Blog-Design zu finden, das auch mit dem Browser Mozilla Firefox zusammenarbeitet.

Herzlichen Dank für Ihr Verständnis.

Foto: Baustelle (Andreas Hermsdorf  / pixelio.de)

Ergänzung zum Post vom 4. November

Gerade erreicht mich folgende e-mail zum Sachverhalt der Volksverhetzung durch den sogenannten Jugendklub Dosto in Bernau:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bezüglich der Berichterstattung der Märkischen Oderzeitung (Artikel vom 3.November leider nicht online - der Blogger) über die vom Landgericht Berlin erlassene Einstweilige Verfügung gegen das Dosto übermittle ich Ihnen folgende aktuelle Informationen:

1. Am 02.11.2011 fand eine Sondersitzung/Ortsbesichtigung durch den Ausschuss für Jugend, Kultur, Soziales und Sport (A4) im Dosto statt. Auf dieser Sitzung verteilte ein Mitarbeiter des Dosto die betreffende Broschüre an die anwesenden Ausschussmitglieder. Die Leiterin des Dosto, Frau Schudde, erklärte zudem, dass sie die Autoren der Broschüre doch kenne und diese im Dosto verkehrten. Dies steht im Widerspruch zu den Beteuerungen aller Vertreter des Dosto, wonach sie die Urheber der Broschüre nicht  kennen würden. Auf der Fraktionssitzung der Linken vor einem Monat in Ladeburg wurde seitens des Dosto mehrfach beteuert, dass man die Herkunft der Broschüre nicht benennen könne.

2. Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport hat mir am 04.11.2011 mitgeteilt, dass die Antifaschistischen Aktionswochen, im Zuge derer der Ihnen allen bekannte religionsfeindliche Aufruf versendet worden ist, vom bif e.V. (Dosto) ausgerichtet worden sind. Das Dosto hat im Zuge der Kritik an dem Aufruf mehrfach behauptet, dass dieser nicht von ihm, sondern von den namentlich nicht benannten "Organisatoren" stamme. Wie sich nun herausstellt, ist es der bif e.V. (Rechtsträger des Dosto), der die amtlichen Zuwendungen erhält und somit für die Veranstaltungen insoweit förderrechtlich verantwortlich zeichnet.

3. Ich verweise auf das aktuelle Schreiben der Jüdischen Gemeinde Barnim (Anlage dieser E-Mail - siehe Post vom 4. November zum Thema - der Blogger), dessen Inhalt nur wenigen bekannt sein dürfte. Hierin heißt es unter anderem: "Leider kommen in der letzen Zeit immer mehr besorgte Menschen zu unserer Antidiskriminierungsberatungsstelle, die über feindselige Äußerungen aus dem Dosto heraus gegenüber oder über gläubige Menschen christlicher oder jüdischer Religion erzählen." Auch anlässlich des jüngsten Ökumenekreises wurde über das besorgniserregende Problem antisemitischer Tendenzen intensiv beraten.  

4. Angesichts der neuerlichen Entwicklung bitte ich die Stadtverordnetenversammlung um Hilfe und Unterstützung. Ich habe mich persönlich bereits an das Ministerium gewandt, welches mir eine Unterstützung durch den Verein Opferperspektive e.V. empfohlen hat.


Mit freundlichen Grüßen,
Péter Vida


Freitag, 4. November 2011

Toleranz, Geschichtsbewußtsein und Menschenachtung

Zur Erinnerung: Am 13. September lud die Polit-AG des Dosto - eines sogenannten "antifaschistischen" Jugendclubs in Bernau bei Berlin - zu einem „Infoabend zu Religionskritik anlässlich des Papstbesuches ein. In der Einladung werden Gläubige als „hundert Millionen Verblendete“ bezeichnet. Und weiter heißt es: „Denn wer auf eine Belohnung im Jenseits spekuliert, mit dem/der ist der Kampf für Emanzipation und befreite Gesellschaft im Diesseits nicht zu machen.“ Unterzeichner der Einladung: war die Polit-AG des Dosto.

In der Folgezeit ruderten die Verantwortlichen des Dosto ob dieser menschenverachtenden Zeilen heftig zurück: Niemand war verantwortlich, die Schuldigen kannte man nicht und überhaupt war ja alles nicht so ernst gemeint. Man entschuldigte  sich etwas lahm mit dem lapidaren Satz, da wäre etwas durchgerutscht. Tatsächlich?

Zweifellos kann man jeden Menschen kritisieren, auch den Papst oder den Dalai Lama..Sogar die Bundeskanzlerin. Man kann das auch ironisch oder satirisch aus atheistischer Sicht tun. Was man allerdings akzeptieren sollte, sind andere Lebenseinstellungen und andere Weltsichten..Toleranz und Weltoffenheit eben. Indem man anderen Menschen eigene, andere Wahrnehmungen der Wirklichkeit verbietet, ihnen quasi bescheinigt, dass sie zu blöd sind, um den "hehren" Gedanken einer "befreiten" Gesellschaft - wie auch immer die aussieht - zu begreifen, spricht man ihnen die Menschenwürde und damit die Existenzberechtigung ab. Soweit waren wir schon mal in Deutschland. Es ist daher auch kein Wunder, dass sich religiös geprägte Menschen in Bernau und Umgebung öffentlich verfolgt fühlten und Parallelen zum Naziregime zogen. Wenn man nur weit genug nach links geht, kommt man eben irgendwann rechts an.

Inzwischen hat sich die jüdische Religionsgemeinschaft in einem Schreiben an den Bernauer Bürgermeister Hubert Handke zur Hetze des Dosto geäußert. Die deutschen Faschisten hatten auf Angehörige dieser Weltreligiion eine krude Rassenlehre angewandt und 6 Millionen dieser Menschen totgeschlagen, erschossen, vergast oder anderweitig umgebracht. In Vorbereitung dieses in der Geschichte der Menschheit einmaligen Massenmordes  versuchten die Nazis millionenfach, diesen Menschen zuerst die Würde zu nehmen.

Frau Sandler, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Barnim schreibt davon, wie wichtig es ist, Menschen mit Würde und Respekt zu behandeln. "Wir leben die Toleranz jeden Tag und arbeiten mit Menschen verschiedener Herkunft und Religion gut zusammen" schreibt Frau Sandler weiter, spricht eindringlich von der großen Sorge der Jüdischen Gemeinde über die gegenwärtieg Entwicklung  des Dosto und bittet den Bürgermeister abschließend, die Arbeit der Gemeinde gegen Diskriminierung Andersdenkender zu unterstützen. Auch die Jüdische Gemeinde wird sich wie alle Demokraten im Barnim nicht einschüchtern lassen.

Bild: Schreiben der Jüdischen Gemeinde Barnim an den Bernauer Bürgermeister




Donnerstag, 3. November 2011

Bernauer Krimitage

Im folgenden gebe ich eine e-mail der Bernauer Stadtmarketing-Gesellschaft weiter:

Spannende Lesungen und geheimnisvolle Veranstaltungen erwarten Sie vom 10. bis zum 20. November in der Bernauer Innenstadt. Lassen Sie es sich zum Beispiel beim „Mörderischen Dinner“ im Café am Steintor schmecken! Und entdecken Sie bei einer Stadtführung „Kriminelles im alten Bernau“! Nicht weniger spannend wird es bei den zahlreichen Lesungen und Theaterveranstaltungen, aber sehen Sie selbst:

10.11., 15 Uhr Alfred Hitchcock Lese- und Hörspielnachmittag, AWO Treff
10.11., 19.30 Uhr „...die im Dunkeln sieht man nicht“, Buchhandlung „Schatzinsel“
11.11., 19 Uhr Mörderisches Dinner, Café am Steintor
12.11., 13 Uhr Führung „Kriminelles im alten Bernau“, Treffpunkt Marktplatz
12.11., 14 Uhr „Gruseliges und Schauriges“, Club „Treff 23“
12.11., 18.30 und 20 Uhr „Ein Mord wird angekündigt“, FRAKIMA-Werkstatt
13.11., 17 Uhr „Mit Feuereifer“, Club „Treff 23“
15.11., 19.30 Uhr „Von schüchternen Schnüfflern und schnüffelnden Schnauzen“,
Buchhandlung „Schatzinsel“
18.11., 19 Uhr „Mord im Pfarrhaus“, Stadthalle am Steintor
19.11., 19 Uhr „Der Federmann“, Stadtbibliothek Bernau bei Berlin
20.11., 17 Uhr „Raffinierte Morde und andere merkwürdige Delikte“, Restaurant „Schwarzer Adler“

Im AWO Treff an der Stadtmauer, in der Buchhandlung „Schatzinsel“ in der Alten Goethestraße sowie in der Friseurwelt IBS am Marktplatz erwartet Sie außerdem eine schaurig schöne Schaufensterdekoration. Kommen Sie vorbei – ein Blick lohnt sich!

Das vollständige Programm der „Bernauer Krimitage“ finden Sie unter www.winterzauber-bernau.de sowie im beigefügten Flyer. Weitere Informationen erhalten Sie bei der BeSt GmbH unter Telefon 0 33 38 / 37 65 90 oder per eMail unter office@best-bernau.de.


BeSt - Bernauer Stadtmarketing GmbH
Geschäftsführerin Franziska Hausding
Brüderstraße 22 * 16321 Bernau bei Berlin
Telefon: 0 33 38-37 65 90 * Fax: 0 33 38-37 65 99
office@best-bernau.de * www.best-bernau.de



Flyer der Bernauer Krimitage (zum Vergrößern bitte anklicken!)






Viel Vergnügen!

Dienstag, 1. November 2011

Das Funktionsprinzip

"Weil spektakuläre Szenen notwendig sind, ja den Hauptteil einer historischen Erzählung ausmachen, haben wir die Hinrichtung von hundert öffentlich gehängten Bürgern, diejenige von zwei lebendig verbrannten Klosterbrüdern sowie das Auftauchen eines Kometen eingefügt, lauter Ereignisse, die jedes soviel wie hundert Turniere zählen und den Vorteil haben, den Geist des Lesers weiter denn je von der Hauptsache abzulenken."
Carlo Tenca: " La ca' dei cani" (1840) *

Wenn man für "historische Erzählung" das Wort "Tagesgeschehen" einsetzt, versteht man ganz genau, wie heutzutage Zeitungen wie "Blöd" oder fast alle Nachrichtensendungen im Fernsehen funktionieren. Ablenken eben. Und beruhigen. Motto: Bei uns ist ja alles längst nicht so schlimm wie anderswo...


* zitiert nach Umberto Eco: "Der Friedhof in Prag" , Carl Hanser Verlag München, 2011

Sonntag, 30. Oktober 2011

Wahre Genies

"Wer tiefer irrt, der wird auch tiefer weise."

meinte jedenfalls Gerhart Johann Robert Hauptmann (* 15. November 1862 in Ober Salzbrunn in Schlesien; † 6. Juni 1946 in Agnetendorf/Agnieszków in Schlesien). Er war ein deutscher Dramatiker und Schriftsteller. Er gilt als der bedeutendste deutsche Vertreter des Naturalismus, hat aber auch andere Stilrichtungen in sein Schaffen integriert. 1912 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Ewiger Optimist, der Gerhart! Wenn DAS wahr wäre, müssten unsere Politiker wahre Genies sein...

Freitag, 28. Oktober 2011

Die Spreewaldgurke und der Rettungsschirm

Eben beim Frühstück: Ich bin schon satt, als mich dieser Verheugen aus der Zeitung heraus angrinst und mir zum wiederholten Male erklärt, DIE DEUTSCHEN hätten über ihre Verhältnisse gelebt. DIE DEUTSCHEN! ALLE DEUTSCHEN. Die Hartzis, die Rentner, die Arbeitslosen, die zehn Prozent armen Kinder. Der kleine (Noch-) Mittelstand, der jeden Tag mühsam um seinen Mittelstand kämpft und dem man erbarmungslos die Gelder aus der Tasche zieht, die man den Spekulanten schenkt.

Daraufhin den Beschluss gefasst, mir die seitenlangen Auslassungen über die wahrhaft genialische Rettung von Euro/EU/Spreewaldgurke/ Europa/ Berlusconi/ Kasperle /Griechenland/Merkel/usw. zu sparen.

Stattdessen biete ich eine Wette an: Ich wette, dass wir spätestens in einem Vierteljahr genau wieder da stehen, wo wir noch gestern waren - am Abgrund, nur einen Schritt weiter. Und dass die von uns immer wieder in die Regierung gewählten niederen Bankangestellten ein erneutes "Rettungspaket" schnüren werden, das dieses Mal nicht eine Billion Euro, sondern vielleicht vier oder fünf Billionen umfassen wird.

Übrigens, auch den Erzeugern der Spreewaldgurke geht es schlecht. Aufgrund der miserablen Witterung in diesem Jahr wurde zu wenig von dem leckeren Gemüse geerntet. Aber lasst mich raten: Dafür wird es natürlich keinen Rettungsschirm geben. Um Gurken kümmern sich unsere Politiker nur, wenn diese in Aufsichtsräten von Banken oder auf Regierungsbänken rumsitzen...

Foto: Gewürzgurken (Benjamin Klack / pixelio.de)

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Der Bunga-Bunga-König

Wie die Medien gestern berichteten, soll Silvio Berlusconi, erfolgsgewohnt als das leuchtende Vorbild aller geilen alten Säcke, seinen europäischen Partnern eine Liste der beschlossenen Sparmaßnahmen zur Überwindung der Finanzkrise Italiens vorlegen. Lasst mich raten: Darauf steht nur eine einzige Antwort - nämlich Bunga-bunga. Der gute Silvio wird weiter seine üblichen Scherze los lassen und heute abend mit seinen EU-Kollegen ins nächste Puff gehen. Und Äntschie nehmen sie diesmal sogar mit...

Apropos Äntschie und EU-Kollegen: Der "Spiegel" schrieb Ende September, dass unsere Kandisbunzlerin einfach nicht regieren kann. Das mag sein. Ich würde diese Einschätzung sogar bestätigen. Aber wenn ich mich so umsehe in Europa, sehe ich als Regierungschefs aller EU-Länder lediglich ein paar kleine Bankangestellte, die ängstlich bemüht sind, es nur ja ihren Chefs Recht zu machen...

Dienstag, 25. Oktober 2011

An die zuständige Stelle

Wenzel Trnka von Krzowitz, des heiligen Römischen Reiches Ritter, Doctor der Arzney, öffentlicher Lehrer der Anatomie,Verfasser des Lehrbuches " Geschichte der Wechselfieber oder Sammlung der vornehmsten medicinischen Beobachtungen und Erfindungen zur Erläuterung und Cur der Wechselfieber" sowie einer "Geschichte der englischen Krankheit" war ein gelehrter Mann. Am 16. Oktober 1739 in Tábor in Böhmen geboren, wurde er schon 1769 während seines Medizinstudiums Assistent des berühmten österreich-ungarischen Arztes und Reformators des nämlichen Gesundheitswesens sowie der medizinischen Ausbildung Gerhard van Swieten. Van Swieten ist einer der Gelehrten am Sockel des großen Maria-Theresia-Denkmals in Wien.

Trnka von Krzowitz promovierte am 19. Februar 1770 zum Doktor der Medizin. Im selben Jahr erhielt er den Lehrstuhl für Anatomie an der Universität von Nagyszombat. Er war damit einer von fünf Professoren, die an dieser Universität die Medizinische Fakultät begründeten. Als die Universiät verlegt wurde - zunächst nach Buda im Jahre 1777 und später nach Pest (im Jahre 1784) - behielt Trnka seinen Lehrstuhl. 1781 wechselte er auf den Lehrstuhl für Pathologie und 1786 auf den für spezielle Pathologie.

Trnka war ein berühmter Arzt und Autor seiner Zeit und gehört zweifellos zu den Gründervätern der modernen Medizin.

Wir wollen seinem 272. Geburtstag heute allerdings nicht aufgrund seiner Verdienste als Mediziner gedenken, sondern ihn vor allem wegen seines Steckenpferdes - der Musik - würdigen. Und da leistete er Großes: Ein von ihm komponierter dreistimmiger Kanon (KV 233 bzw. neu: 382 d) wurde sogar fast zweihundert Jahre für ein Werk von Mozart gehalten! Allerdings soll der Text dazu tatsächlich von Mozart sein. Dass Mozart viele Feinde am Wiener Hof hatte, kann man sich beim Lesen dieses kleinen Stückes der POesie durchaus vorstellen. Und - obwohl kein Genie wie Mozart - erfreue ich mich des öfteren an diesem gar POssierlichen Werk, wenn wieder einmal einer der kleingeistigen und heimtückischen Neider meiner weiteren Umgebung ihr übles Werk tun oder ihre dümmlichen Sprüche oder - was am schlimmsten ist- Taten absondern.

Genug der Vorrede, hier ist er, der dreistimmige Kanon von Wenzel Trnka von Krzowitz mit der Lyrik von Wolfgang Amadeus Mozart, die 1991 wiederentdeckt wurde:

Leck mire den A.. recht schön,
fein sauber lecke ihn,
fein sauber lecke, leck mire den A...
Das ist ein fettigs Begehren,
nur gut mit Butter geschmiert,
den das Lecken der Braten mein tagliches Thun.
Drei lecken mehr als Zweie,
nur her, machet die Prob'
und leckt, leckt, leckt.

Und wie die Engländer sagen: To whom it concern. Oder auf Deutsch: Adressiert an die zuständige Stelle...

Foto: Baum in Radebeul (M. Großmann / pixelio.de)

Sonntag, 23. Oktober 2011

Erinnerung an einen außergewöhnlichen Menschen

Telegraphenpfahl
erdfarben schmal,
tut seine Pflicht,
bis er zerbricht.
Ist nirgendwo mehr zu lesen,
er wäre gewesen.

Und kann doch von sich sagen:
Ich habe Nachricht weitergetragen.

Jan-Michael Feustel (* 17. Januar 1951 in Mahlow; † 15. Januar 2009 in Blankenfelde; als Buchautor auch: Jan Feustel). Er war ein deutscher Mathematiker, Heimatforscher und Autor. Und ich durfte ihn meinen Freund nennen...

P.S.: Und ich habe ihn doch noch gefunden, denn wir Wassergeister sind zahlreich und kennen uns selbst im Internet aus: Liebe Lisa, hier findest Du den "Kleinen Wassergeist".



Dienstag, 18. Oktober 2011

Beirat für Migration und Integration Barnim konstituiert – Neuer Vorstand gewählt

Inhaltliche Agenda zur Stärkung der Migrantinnen und Migranten

Der Beirat für Migration und Integration des Landkreises Barnim wählte auf seiner konstituierenden Sitzung Péter Vida aus Ungarn zu seinem Vorsitzenden. Das Gremium vertritt die Interessen der Migrantinnen und Migranten im Landkreis Barnim und wurde direkt von diesen gewählt. Vida fungiert somit für die kommenden 3 Jahre als Sprecher der rund 4.000 Menschen mit Migrationshintergrund einschließlich der Flüchtlinge.

Als Stellvertreter wurden die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Barnim, Diana Sandler, und Elena Spangenberg aus Russland gewählt. Zugleich wurden auch die Vertreter der Migrantinnen und Migranten in den Ausschüssen des Kreistages bestimmt. Im Ausschuss für Gesundheit, Senioren und Soziales (A6) wird Nikola Vučinić aus Montenegro, im Ausschuss für Bildung und Kultur (A7) Elena Spangenberg, im Jugendhilfeausschuss (A8) Péter Vida Platz nehmen. Als Vorsitzender vertritt Péter Vida die Interessen der Migrantinnen und Migranten zudem im Begleitausschuss des Lokalen Aktionsplans gegen Extremismus. Dabei wird der Beirat einen Schwerpunkt auf den Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus legen. Vida und Stanisław Grascha aus Polen wurden zugleich in den Migrations- und Integrationsrat Brandenburg, der landesweiten MigrantInnen-Vertretung, delegiert.

Die gewählten Vertreter beschlossen auch die erste inhaltliche Agenda. Dringendes Ziel des Beirates ist die sofortige Verbesserung der Lebens- und Wohnbedingungen im Asylbewerberheim Althüttendorf. Schon in naher Zukunft wird eine Sitzung dort abgehalten werden. Des Weiteren ist ein engagiertes Eintreten für von Abschiebung bedrohter Menschen vorgesehen. Hierzu soll demokratischer Druck gegenüber der Härtefallkommission, die darüber entscheidet, ausgeübt werden, damit die Migrantinnen und Migranten vor dem oft schrecklichen Schicksal bewahrt werden können. Ebenso ist ein verstärkter Einsatz für die Anerkennung ausländischer Schul- und Berufsabschlüsse vorgesehen. Die Vertreter kamen überein, interkulturelle Projekte an zu schieben und zu begleiten. Zudem soll den Migrantinnen und Migranten die Arbeit des Beirates näher gebracht werden; hierzu bedarf es wahrnehmbarer Öffentlichkeitsarbeit.

Alle Interessierten können sich mit Problemen und Programmhinweisen an den Vorsitzenden Péter Vida wenden: Telefon: 0170-4890034, E-Mail: beirat-migration-integration@gmx.de.

Ein Bernauer erringt den Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft

Vor nunmehr rund 33 Jahren saß ich im Flur zum Kreißsaal des Bernauer Krankenhauses und war einem Nervenzusammenbruch nahe. Mein erstes Kind war unterwegs! Am Ostermontag war M. noch Fahrrad gefahren und in der Nacht zum Dienstag hatten wir uns ruhig, zu Fuß und ohne Hast in die Obhut der Hebamme begeben. Die sah mir nur kurz ins Gesicht und lehnte innerlich wohl sofort jede Verantwortung für mich ab, denn sie schickte mich umgehend nach Hause. Dort und später in der Uni machte ich nur alle verrückt und erst als so gegen 18 Uhr M.s beruhigende Worte aus der geöffneten Kreißsaaltür kamen ("Es ist alles in Ordnung!") pegelte sich mein Blutdruck langsam wieder auf Normalhöhe ein.

Das Bündel in der brettharten Krankenhauswäsche, das man da wenig später fast an mir vorbeitrug, hatte ich gar nicht richtig Ernst genommen. Allerdings stellte man mir den jungen Mann im grauen Outfit dann doch gleich vor: Unseren Sohn Stefan.
Heute steht er in der Zeitung. M. und ich sind stolz wie die Spanier:



Klaus Tschira ist übrigens wie Hasso Platner, der sich in Potsdam mit einem ganzen Forschungsinstitut engagiert, einer der Mitbegründer von SAP. Dass beide einiges von ihrem Gewinn in Forschung, Bildung und Innovationen investieren, macht sie sympathisch. Es ist ein Glück, dass es selbst im Turbokapitalismus noch derartig sozial engagierte Menschen gibt. Wer mehr über die diesjährige Preisvergabe lesen will, folge diesem Link.

Übrigens: Auch Leute, die im Lichtenberger Oskar-Ziethen-Krankenhaus geboren sind, stehen ihren Mann. Alles Gute, Micha, für Deinen Neustart in der Privatwirtschaft. Wir sind stolz auf Dich!

Sonntag, 16. Oktober 2011

Super-Demokraten

Wer sich mal wieder tot ärgern oder schlapp lachen wollte über unsere Super-Demokraten im Landkreis Barnim, hatte an diesem Wochenende eine perfekte Gelegenheit. Da veröffentlichte unsere Regionalzeitung folgende kleine Notiz (zum Vergrößern bitte anklicken):



Zur Erinnerung: Im ähnlichen gelagerten Fall des Rainer Fornell in Panketal hatte nämliche Untere Kommunalaufsicht die Gültigkeit des Bundesverfassungsgerichtsurteils zur Ungesetzlichkeit staatlicher Einmischung in den Parteienwahlkampf verneint. Im Falle Wandlitz gilt es jetzt plötzlich.

Nur drei Gedanken dazu:
  1. Zweimal hintereinander hat die untere Kommunalaufsicht des Landkreises entweder ihre Unfähigkeit oder auch nur ihre Faulheit bewiesen, denn in beiden Fällen hat sie eindeutige Rechtsverstöße unter fadenscheinigsten Vorwänden nicht nur nicht geahndet, sondern aus durchsichtigen Gründen völlig unterschiedlich beurteilt. Diese Behörde in der gegenwärtigen Form und mit der gegenwärtigen Leitung ist somit verzichtbar.
  2. Mit ihrer Feststellung, die "Ortsvorsteher hätten keine sehr starke Stellung und nur begrenzte Einflussmöglichkeiten" führt die Behörde eindeutig aus, dass die obersten Ziele der Brandenburger Gemeindegebietsreform von 2003 völlig verfehlt wurden. Diese "Reform" hat wie befürchtet nicht zu mehr Demokratie, sondern nur zur Zentralisierung der Macht - ohne dass die Bürger in den einzelnen Ortsteilen adäquat am demokratischen Meinungsbildungsprozess beteiligt werden - geführt. Für letztere Erkenntnis ist der Kommunalaufsicht zu danken, denn die SPD-Landesregierung feilt bereits wieder an einer neuen Reform, die uns Bürger und unsere gewählten Vertreter noch mehr entmachten wird. Also wird nicht nur über die Ortsvorsteher und die Ortsbeiräte noch ausgiebig zu Reden sein.
  3. Wenn Ortsvorsteher, die einschlägige Urteile des Bundesverfassungsgerichtes nicht kennen oder sich bewusst darüber hinwegsetzen, Mitbewerber ihres Lieblings-Bürgermeisters dadurch diffamieren, dass sie diesen Unkenntnis des einschlägigen Verwaltungsrechts unterstellen, sollte auch darüber vor der nächsten Kommunalwahl noch einmal gesprochen werden.
Übrigens, ich neige in letzter Zeit immer mehr zum Schlapplachen. Auch wenn das Lachen immer sarkastischer wird, kann ich mich einfach nicht mehr aufregen. Die Anlässe zum Ärgern nehmen nämlich langsam überhand und wären gesundheitlich nicht mehr zu verkraften...

Freitag, 14. Oktober 2011

Ein Zink Tänk, sprechfunkende Adlige und der nächste Bundeskanzler

Neues vom Betrüger Guttenberg: Obwohl ihm seine Milliarden von deutschen Fans laut "Blöd" auch weiterhin die Treue halten, hat er sich ja nach USA begeben, damit wir übrigen vergessen.

Nun geisterte durch die Medien, dass der Gute dort in USA wahrscheinlich auf Grund fehlender Auswahlmöglichkeiten - wer emigriert heute schon freiwillig in die USA - in einen so genannten "Zink Tänk" eingetreten sein soll. Das angeblich renommierte Forschungs- und Analysezentrum «Center for Strategic and International Studies» soll ihn laut "Blöd" sogar extra berufen haben. Also, renommiert kann dieser "Think Tank" schon gar nicht sein, sonst bräuchten sie dort nicht den Lügenbaron. Und da "to think" ja bekanntlich im Deutschen als Verb "denken" und nicht "abschreiben" oder "anrufen" heißt, geht das schon gar nicht.

Sicherlich beruht alles nur auf einem Übersetzungsfehler und Gutti hat in Wirklichkeit in der Abstellkammer seines neuen Zuhauses eine alte Zinkbadewanne (Zink Tank) gefunden?

Sollte es allerdings stimmen, dass er tatsächlich für den oben genannten Laden arbeitet, ist die Krise in USA schon viel weiter, als wir bisher dachten. Die können vielleicht nicht einmal mehr alleine Kopieren und Einfügen und mussten sich deshalb einen deutschen Spezialisten holen? Und wenn er dann unsere amerikanischen Brüder und Schwestern gerettet hat, taugt er allemal als unser nächster Bundeskanzler...

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Abscheuliches. Heute: Der Populismus

Außer Polemik gibt es für Politiker etablierter Parteien noch etwas anderes, völlig Abscheuliches und das ist der Populismus. Ich habe das gestern schon angedeutet: Hat ein politischer Gegner eine andere Meinung als man selbst- rabumm, einfach zum Populisten stempeln. Wirkt immer, vor allem bei -sagen wir - einfach gestrickten Charakteren.

Beispiel: Im Barnimer Kreistag wurde ein Antrag eingebracht, die Familie des inzwischen in Angola lebenden Arbeiters Amadeu Antonio Kiowa, der 1990 in Eberswalde von rassistischen Schlägern ermordet wurde, mit einer eher symbolischen Summe von 5000 Euro zu unterstützen. Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Landtagsabgeordnete Margitta Mächtig, wandte sich gegen den Antrag. Sie rief dazu auf, die Zuwendung nicht zu gewähren. Die Unabhängigen im Kreistag unterstützten den Antrag, sie wollten ein Zeichen des Mitgefühls setzen und eine kleine Geste nach Angola senden. Die Angehörigen Amadeu Antonios haben es verdient, dass wir ihn und sie würdigen, obwohl niemand den von deutschen Nazis ermordeten Vater ersetzen kann. Der Antrag wurde beschlossen, zahlreiche Linke stimmten mit den beiden im Kreistag vertretenen DVU-Mitgliedern dagegen. Allerdings wird ein großer Teil der Linken nach wie vor nicht müde, die Unabhängigen in Brandenburg als Rechtspopulisten zu geißeln.

Das alles ist Grund genug, sich einmal die herrschenden Definitionen für Populismus anzusehen. Laut Wikipedia ist Populismus (lat.: populus, „Volk“) eine um „Nähe zum Volk“ bemühte Politik, die Unzufriedenheit, Ängste und aktuelle Konflikte für ihre Zwecke instrumentalisiert, indem sie Gefühle anspricht und einfache Lösungen vorstellt.

So, so: "Einfache Lösungen" also. Was ist es denn, wenn unser aller Kanzlerin jede ihrer Aktionen, z.B. die Gelddruckerei zur Rettung Griechenlands oder des Teuros, als "alternativlos" bezeichnet. Ist es keine einfache Lösung, wenn man sich erst gar nicht um Alternativen bemüht? Oder der allgegenwärtige Kampf gegen einen ominösen Terrorismus: Gibt auch dabei nur einfache Lösungen? Krieg, Internierungslager, Trojaner, Drohnen und Geheimdienste. Oder wenn sich CDU/CSU und andere so wunderbar um die deutschen Stammtische bemühen, wenn es wieder einmal darum geht, Angst gegen alles Mögliche, z.B gegen die chinesische Witschaftskraft, die Russen, die Islamisten oder ähnliche Nachtgespenster des Spießbürgers zu erzeugen? Und die Grünen? Mit Verlaub gesagt: Die Aktionen gegen Stuttgart 21 oder gegen die Kernkraft waren Musterbeispiele für Populismus reinsten Wassers. Das man nachher wieder umfällt, S 21 auch mit einem grünen Minsterpräsidenten in jedem Fall gebaut wird und man die CDU aufgrund des Atomausstiegs des Populismus zeiht, ist Polittheater übelster Machart. Genauso, wie die Grünen seit Taxifahrer Fischer jeden Kriegseinsatz der Bundeswehr absegnen.

Populismus auf der einen Seite ist schlimm, von der eigenen Partei durchaus in Ordnung? Auch die Wikipedia-Definition lässt mich bei näherer Betrachtung ratlos zurück.Vielleicht hat Politik ja auch nur etwas mit fehlender Ehrlichkeit, mit Ranküne, Machtstreben, schlechten Charakteren und dem Bedienen bestimmter Interessengruppen zu tun?

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Störenfriede

"Agitatoren sind Störenfriede, die eine zufriedene Bevölkerung zur Unzufriedenheit aufstacheln. Deshalb sind Agitatoren notwendig." meinte Oscar Wilde (* 16. Oktober 1854 in Dublin; † 30. November 1900 in Paris). Er war ein irischer Schriftsteller.

Heute heißen Agitatoren Populisten und werden von den sogenannten Volksparteien mit Hass verfolgt. Die Linken kämpfen bis auf's Messer gegen Rechtspopulisten, die Rechten gegen Linkspopulisten. Und das alles nur, weil die Populisten dem Volk die Wahrheit sagen...

Über die Notwendigkeit des Privatfernsehens

Das Internet bildet - wenn man nicht gerade den Bundestrojaner bedient. Dann sollte man sich z.B. Pornoseiten verkneifen. Niemand weiß nämlich, wer nach Erich Mielkes Ableben das Führen der Akten übernommen hat. Gesetz den Fall, man leistet sich im Büro mal ein paar Pornofime nebenbei und jemand schneidet den Traffic mit: Irgendwann stehen dann irgendwelche Leute vor der Tür und wollen ihr Wissen darüber zu weiteren Akten machen!

Dabei gibt es im Internet auch spaßige Seiten. Zum Beispiel diese hier. Für alle, deren Englisch nicht so gut ist, kommt die Übersetzung dieser Geschichte, die offensichtlich das Leben schrieb:

Ein Wahllokal in England, eine junge Frau von 18 oder 19 Jahren , klar erkennbar als Erstwählerin, verlässt die Schlange der anstehenden Wähler und kommt zum Tisch des Ich- Erzählers, der offensichtlich ein Wahlhelfer ist:

Ich: “Entschuldigung, Sie müssen warten, es gibt eine Schlange!”

Wählerin: “ Entschuldigung, aber es ist wichtig. Ich brauche meinen Stimmzettel zurück. Ich habe den Falschen gewählt!”

Ich: “Alles klar, geben Sie mir den falsch ausgefüllten.”

Wählerin: “Kann ich nicht. Ich habe ihn in die Urne getan.”

Ich: Ich befürchte, da können wir ihn nicht herausholen. Die Wahlurnen dürfen bis zum Abschluss der Wahl um 22 Uhr nicht geöffnet werden.”

Wählerin: “Aber das wusste ich nicht! Ich wollte die Konservativen nicht drin haben und deshalb habe ich für den konservativen Kandidaten gestimmt. Ich hätte jemand anderen wählen sollen!”

Ich: “ Hmm, warum haben Sie dann für den Konservativen gestimmt?”

(Die junge Frau läuft rot an und sieht völlig fertig aus.)

Wählerin: “Ich dachte, es ist wie im Fernsehen und man kann sie heraus wählen!”

Ohgottohgott, darüber kann man nicht einmal mehr lachen. Aber plötzlich wurde mir klar, wozu wir das Privatfernsehen und solchen Schrott wie Dschungelshows oder die dreitausendundsiebenundachtzigste Staffel von Big Brother haben...

Foto: Deutschland sucht den Superstar ( fotodichter / pixelio.de)

Dienstag, 11. Oktober 2011

Karlsruhe ? Das ist nicht Brandenburg!

Und deshalb gelten hier Urteile des Bundesverfassungsgerichtes nicht. Oder anders gesagt: Wer geglaubt hatte, die Untere Kommunalaufsicht bei der Barnimer Kreisverwaltung wäre dazu da, um wenigstens etwas den demokratischen Anschein zu wahren, hat sich wieder einmal getäuscht. Was in Karlsruhe gilt, gilt nicht im Barnim und schon gar nicht in Panketal!

Worum geht es ? Die Vorgeschichte ist einfach: Der SPD-Bürgermeister von Panketal hat während des Bürgermeisterwahlkampfes gegen ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes verstoßen, das Jurastudenten schon im ersten Semester lernen müssen. Konkret dürfen staatliches Amt und Parteien-Wahlkampf nicht vermengt werden. Kümmerte natürlich keinen in der SPD-Kreisverwaltung.

Die Beschwerde der Unabhängigen gegen das Gebaren von Fürst Rainer und seine einseitige Vorteilsnahme im Amt wurde abgeschmettert. Jetzt meint man, triftige Argumente gegen die Beschwerde nachschieben zu können. Und zu welchem Spagat man fähig ist, mag der interessierte Leser selbst beurteilen(zum Vergrößern bitte anklicken)





Auf der Grundlage dieser Argumentation waren damals natürlich auch alle Wahlbeschwerden gegen die SED abzuschmettern, denn schließlich hat die in der DDR auch immer gewonnen! Damit hat die Untere Kommunalaufsicht des Landkreises Barnim einundzwanzig Jahre nach dem Ende der DDR eindeutig bewiesen, dass bei den letzten Kommunalwahlen unter Erich und Egon im Frühjahr 1989 eine Wahlerheblichkeit dieser ganzen komischen Bürgerrechtler nie gegeben war! Super, die DDR lebt! Im Barnim. Die Partei, die Partei (diesmal SPD) die hat eben immer Recht. Muss immer Recht haben.

Mir drängt sich folgender Verdacht auf: Sie wissen genau, dass kein Mensch/keine politische Vereinigung aus Kostengründen ständig zum Verfassungsgericht rennen kann. Was sie nicht wissen: Dass selbst der geduldigste und treueste Wähler irgendwann von ihren Machenschaften die Nase voll hat...

Montag, 10. Oktober 2011

Spaziergänge und Glück

"Das Leben stimmt nicht mit der Philosophie überein: Es gibt kein Glück ohne Müßiggang und nur das Nutzlose bereitet Vergnügen." meinte Anton Pawlowitsch Tschechow [ˈtʃʲɛxəf] (russisch: Антон Павлович Чехов ), * 17.julianisch / 29. Januar 1860 gregorianisch . in Taganrog, Russland; † 2.jul./ 15. Juli 1904greg. in Badenweiler, Deutsches Reich): Er war ein russischer Schriftsteller, Novellist und Dramatiker.

War es nutzlos, am gestrigen Sonntag den Stechlin auf einem siebzehn Kilometer langen Kurs zu umrunden? Ist es nutzlos gewesen, sich dabei auf das Glück einer schönen Tasse Kaffee im Fontane - Cafe zu freuen? Sicher nicht. Es war Glück auch ohne Müßiggang und ein nützliches Vergnügen für die Gesundheit. Der deshalb heute am Montag dringend notwendig erscheinende Müßiggang fällt natürlich aus und nur der Nero-Hund schläft wahrscheinlich wegen hündischem Muskelkater in den Waden den ganzen Tag. Nur nicht neidisch sein...

Foto: Nero (© fv 2011)

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Große Mäuler, tote Menschen

>>Der Frosch sprang auf die Mauer und rief, "Ich kann Kashmir sehen!".<<
Afghanisches Sprichwort

Und wer nun meint, der prahlerische Frosch hätte heute - kurz vor dem 10. Jahrestag des Einmarsches der NATO in Afghanistan - eine besondere Ähnlichkeit mit unserem Kriegsminister Thomas de Maizière, der irrt gewaltig. Selbst ein Breitmaulfrosch hat es noch nie geschafft, allein mit seinem großen Maul einen Krieg zu gewinnen. Auch nicht auf dem Papier. Insofern sind der Kriegsminister und der Breitmaulfrosch nicht identisch und der Frosch ist klüger.

P.S.: Während der sogenannten Operation Enduring Freedom - schon der Name für diesen Krieg ist eine bodenlose Lüge - sind bisher 54 deutsche Soldaten in Afghanistan gefallen - sie sind verunglückt, wurden erschossen, sind in eine Sprengfalle oder an einen Selbstmordattentäter geraten, haben sich selbst umgebracht. Eine detaillierte Liste mit ihren Namen findet man hier. Sie starben in einem sinnlosen Krieg, wegen eines Irrtums, wie der "Spiegel" neulich titelte. Ein Irrtum. Nicht zu fassen: Die Mörder im Regierungsrang haben sich einfach nur geirrt...

Dienstag, 4. Oktober 2011

Endlich mal wieder mit Pöbeleien

Diesmal nicht von mir, diesmal vom Pofaller. Das ist der, der da immer ganz weit hinten bei der Kanzlerin steckt. Ja, ich weiß: Diese Geistesleuchte heißt in Wirklichkeit Pofalla (CDU) . Und ich soll nicht pöbeln. Deshalb habe ich den Ausdruck Kanzlerinnenzä... gerade noch verschluckt.

Der süße Nuschel-Ronny hat es tatsächlich fertig bekommen, den Wolfgang Bosbach (CDU) vor versammelter CDU-Mannschaft dreimal niederzubrüllen. Nur weil der Bosbach einmal im Leben eine eigene Meinung aussprach. Nämlich zur Erweiterung des unseligen Eurorettungsschirms durch unser Parlament. Da ist das arme Pofallalein tatsächlich ausgerastet. "Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen" war noch das harmloseste an Pöbeleien.

Apropos Fresse: Ronny, nun weißt du mal, was wir tagtäglich erdulden müssen, wenn du dein überfordertes Mäulchen bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit und in allen Nachrichtensendungen aufmachst...

Freitag, 30. September 2011

Irregeleitet?

Mein alter Doktorvater Gerhard M. sagte schon vor rund 30 Jahren folgenden bedenkenswerten Satz: Wenn man nur weit genug nach links geht, kommt man irgendwann ganz rechts an. Menschen wie Horst Mahler - in den Siebzigern Anwalt der linksradikalen RAF und heute ein übler Neonazi, der die planmäßige Judenvernichtung durch die Nazis leugnet - sind lebendiger Beweis für diese These.

Nun haben wir auch bei uns im Barnim und Bernau einige Linksradikale, sogenannte Antifaschisten, die es sich unter dem Deckmantel des Kampfes gegen Nazis mit Steuermitteln bequem gemacht haben. Seit Jahren gibt man immer wieder eine Broschüre gleichen oder ähnlichen Inhalts heraus: Die ganze Welt im Barnim besteht aus Nazis. Da man diesen aber mit Recherchen nicht wirklich nahe kommt, hat man sich auf die Unabhängigen in Bernau und im Landkreis eingeschossen. Und vermutet munter vor sich hin: Sollte, hätte, könnte, würde, vielleicht, wohl doch oder auch nicht. Die Konjunktive sind vielfältig, um die garstigen verkappten Rechtspopulisten zu entlarven und zu diffamieren.

Initativen der Unabhängigen für moderate Abwasserpreise? Nur, um die Bürger anzulocken und zu ködern! Eine symbolische Unterstützung des Landkreises an die Familie des in Eberswalde von Neonazis erschlagenen Arbeiters Amadeu Antonio Kiowa auch auf Initiative der Kreistagsmitglieder von BVB/FW sogar gegen den Widerstand der Fraktion der Linken? Tarnung. Die Allianz Unabhängiger MigrantInnnen und die Mitarbeit im Barnimer Beirat für Migration und Integration? Man will ausländische Nazis einbinden. Unterstützung der Jüdischen Gemeinde Bernau? Alles Nazis und Zionisten. Valli schreibt einen Kommentar im Barnim Blog und benutzt den Ausdruck "Nationale Front" ? Jetzt haben wir ihn, denn National ist nazistisches Gedankengut. So einfach ist das. Punkt.

Es wäre fast lächerlich, zumal sich diese Typen offensichtlich auch keinerlei Kenntnis der jüngeren deutschen Geschichte erfreuen und sich damit in ihrer Dummheit selbst entlarven. Wahrscheinlich wissen sie nicht einmal, was Faschismus in Deutschland bedeutet und angerichtet hat. Es geht wahrscheinlich auch gar nicht um das Thema. Offensichtlich hat hier eine kleine Clique eine auskömmliche Möglichkeit gefunden, von Steuergeldern zu leben. Die Broschüre ist schlecht gemacht, hat deutliche Rechtschreibe- und Grammatikmängel, der Ausdruck ist teilweise infantil. Auch der Neuwert für eine durchaus nötige Auseinandersetzung mit den Neonazis ist marginal.

Geradezu lächerlich ist die Einordnung des Bernauer Hussitenfestes als pränazistische Veranstaltung. So schreibt die "Märkische Oderzeitung" heute: "Auch das Hussitenfest kommt in der Broschüre nicht gut weg. Zwar sei nicht jeder Besucher ein Nazi oder Rassist, es bestehe aber eine gewisse Nähe, ist dort zu erfahren. „Die Ablehnung der Moderne, die Romantisierung rückständiger Bräuche,... die Chance, Metsaufend in Ritteroutfit und mit Schwertern rumzulaufen, eint die Besucher des Festes.“ Demnächst muss man als Besucher des Festes wohl damit rechnen, auf eine schwarze Liste der sogenannten Antifa zu kommen?

Da, wo man sich wirklich mit der NPD beschäftigt, bleibt es nebulös. Beispiel: Der Sohn der Besitzerin des Schönower "Alten Dorfkrugs" soll den Hitlergruß gezeigt haben. Soll! Hat es jemand gesehen? Und wenn, warum ist diese Schweinerei nicht strafrechtlich relevant? Das sind Fragen, die den Bürger interessieren würden, aber man verbeißt sich lieber in die Waden der Unabhängigen und käut uralte Glossen wieder. Das ist einfacher. Und man übersieht dabei, dass die NPD schon längst in Kommunalparlamenten und sogar im Kreistag sitzt.

Wie gesagt, diese Truppe der selbsternannten Nazijäger ist peinlich, verzichtbar und wäre fast lächerlich. Wenn sie in ihrer üblen Progromhetze nicht schon längst dazu übergegangen wäre, gewählte Abgeordnete und ihre Familien zu beschimpfen und zu verfolgen. Wie es M. kurz vor einer Schönower Veranstaltung gegen Rechts ergangen ist, bei der sie von uns gemeinsam ausgesuchte Texte aus den Tagebüchern von Victor Klemperer vortragen wollte und ihr selbsternannte Antifaschisten das Recht absprachen, auf dieser Veranstaltung aufzutreten, habe ich hier im Blog schon einmal geschildert. Und da ich im vorigen Jahr aufgrund meiner Unterstützung für die Petition aller Demokraten gegen den Naziaufmarsch in Dresden am 14. Februar einen Drohbrief der Neonazis erhielt, schließt sich hier der Kreis. Man "kämpft" gegen Nazis, indem man sich ihrer Methoden bedient und kommt damit ganz Rechts an. Pfui Teufel.

Übrigens: Die veröffentlichten Tagebücher Victor Klemperers aus den Nachkriegs- und DDR-Zeiten tragen den Titel "So sitze ich denn zwischen allen Stühlen". Nun, ich bin stolz auf meinen Hintern, er wird heute genau neunundfünfzig Jahre alt und hat sich schon öfter auf ungewöhnlichen Sitzgelegenheiten niederlassen müssen. Der Rollsitz im Rudereiner oder im Doppelvierer, der weiche Sessel, der harte Gartenstuhl, Konferenzstühle, harte und weiche Autositze, der breite und bequeme Sitz unseres Kanus, auch der symbolische Schleudersitz - es war fast alles dabei. Und man gewöhnt sich daran, zwischen allen Stühlen oder auf einer harten Kante zu sitzen. Meinetwegen auch noch weitere neunundfünfzig Jahre...

Foto: Olga Meier-Sander / pixelio.de

Dienstag, 27. September 2011

Polemik

Gleich nach "Populismus" ist in der etablierten deutschen Parteienlandschaft das Wort "Polemik" das am meisten genutzte Schimpfwort. Frei nach dem Motto " Der Feind meines Feindes ist mein Freund" Grund genug, sich einmal anzusehen, was dieses Fremdwort eigentlich bedeutet.

Also, was ist eigentlich Polemik? Polemik (von griechisch πολεμικός polemikós ‚feindselig‘ bzw. πόλεμος pólemos ‚Krieg, Streit‘) ist laut Wikipedia ein meist scharfer Meinungsstreit im Rahmen politischer, literarischer oder wissenschaftlicher Diskussionen. Kennzeichen von Polemik sind oft scharfe und direkte Äußerungen, teilweise auch persönliche Angriffe. Gelegentliches Ziel ist das Demaskieren eines Opponenten im Glaubens- und Meinungsstreit. Gegebenenfalls bedeutet dies auch die – mehr oder weniger – subtile Beschuldigung des Opponenten, keineswegs jedoch den Verzicht auf sachliche Argumente. Häufig wird mit den Mitteln der Übertreibung, der Ironie und des Sarkasmus gearbeitet.

Durchaus also ein erprobtes und wichtiges Mittel der Streitkultur. Weshalb wird es so gern verteufelt? Weil kein Politiker direkte Fragen mag, auf die er eigentlich konkret antworten müsste...

Grafik: Blablabla (Gerd Altmann/Shapes: AllSilhouettes.com / pixelio.de)

Montag, 26. September 2011

2000 light years from home

Na ja, ganz so weit ist Wien ja nicht entfernt, es sind nur 954 Kilometer von meiner Haustür bis zu der kleinen Pension in der Nähe des Wiener Westbahnhofs und der Josefstadt. Trotzdem fiel mir während meines Aufenthalts in Wien unwillkürlich der oben genannte Titel eines Hits der Rolling Stones ein. Denn es ist alles doch ein wenig anders in Österreich, man wähnt sich irgendwie auf einer Insel der Glückseligen. Immer noch. Dass dem letztlich doch nicht so ist, dass der erste Blick täuscht, ergibt sich wenig später aus einem Gespräch mit einer Wiener Kollegin. Auch hier zieht man den Arbeitern und Angestellten ganz ungeniert das Fell über die Ohren - nur auf andere Weise.

Nun also eine Woche Wien. Weit weg von den deutschen und Barnimer Problemen. Aber auch das täuscht. Natürlich lese ich im Barnim Blog und in der Märkischen Oderzeitung die aktuellen Nachrichten über die Wandlitzer Stichwahl und verfolge aufmerksam die Diskussion der Leser. Zu welchen geistigen Verirrungen manche Menschen fähig sind, nur weil ihnen oder ihren Idolen die Felle weg schwimmen! Manchmal kräuseln sich mir regelrecht die Zehennägel ob des blödsinnigen Geschwurbels, das leider durch hochoffizielle Artikel aus der "MOZ"-Redaktion noch angeheizt wird. Da ist die Herausforderin des Amtsinhabers, eine Bürgerbewegte, sie ist eine böse Nachbarin, wird von ehemaligen Spionen gecoacht und überhaupt (!) steht die Frage im Raum, ob die "das" darf. Zu DDR-Zeiten war sie zudem Forschungsstudentin, sicher was ganz "hohes", so einer kann man nicht trauen.

Das "Hauptargument" gegen sie ist die fehlende Verwaltungserfahrung und gerade da zeigt sich, dass der Barnim und Wien doch nicht soweit voneinander entfernt sind.Der vorletzte Kaiser der Österreicher, Franz Josef I. aus dem Hause Habsburg, saß 61 Jahre auf dem Thron und bezeichnete sich selbst als ersten Beamten seines Staates. Er stützte sich vor allem auf die Beamtenschaft und das k.u.k Heer. Wenn überhaupt jemand jemals Verwaltungserfahrung hatte, dann war es Franz Josef der Erste und Letzte. Schon morgens um 8 Uhr saß er an seinem Schreibtisch in Schönbrunn. Was hat es genützt? Spätestens im August 1914 hätte er mal jemand anrufen oder das Publikum befragen sollen. Der Fiftyfifty-Joker erwies sich bekanntlich als Fehlentscheidung. Das große, in vierhundert Jahren zusammengeklaute und -geheiratete Habsburgerreich ging verloren. Das kleine Spielchen mit dem Leben seiner Untertanen kostete Millionen Europäer dasselbige.

Aber auch in Wandlitz geht die Dramödie weiter: Wie erwartet, hat der Mitbewerber der CDU alles nicht so böse gemeint, d.h. der bisher im Wahlkampf bekämpfte Amtsinhaber ist gar nicht so schlimm. So unterstützt die Barnimer CDU lieber den SPD-Kandidaten, denn bürgerbewegte Kandidaten sind gefährlich. Sie könnten andere an die Fleischtröge lassen.

Auch der Bürgermeisterkandidat der Linken hat alles nicht so gemeint, seine Kandidatur war nur Spaß, eigentlich wollte er den alten SPD-Kader gar nicht ablösen. Die Bürgerbewegte ist vielleicht auch noch eine Abtrünnige der Linken, das geht ja nun schon gar nicht!

Aber da tritt MM in den Ring: MM ist nicht etwa Micky Maus, dazu ist sie zu schmächtig. MM ist die mächtige Fraktionsvorsitzende der Linken im Barnimer Kreistag, die sich bauernschlau ausgerechnet hat, dass die Bürgerbewegte über keine Hausmacht im Wandlitzer Gemeinderat verfügt. Da könnte man ein Süppchen kochen und die neue Bürgermeisterin in eine gewisse Abhängigkeit manövrieren. Die Wandlitzer Genossen allerdings zerreißt es fast. Frei nach dem Satz von Peter Ensikat, dass " ein Demagoge ein Mensch ist, der immer noch geradeaus läuft, wenn die Partei schon längst einen Haken geschlagen hat" , werfen sie reihenweise ihre Parteifunktionen hin.

Was für ein Theater! Ein Glück, dass ich keine Karten für das Wiener Burgtheater reserviert habe, die Aufführung der Wandlitzer Linken ist besser. Und es ist ein Glück, dass ich nur meinen Tablet-Computer dabei habe, auf dem Schreiben und Kommentieren fürchterlich mühsam bis unmöglich ist. So in die Ecke des Beobachters gesteckt, macht die ganze Sache noch viel mehr Spaß!

Der gestrige Ausgang der Show ist bekannt. Den Wandlitzern und ihrer neuen Bürgermeisterin ist zur richtigen Wahl zu gratulieren. Um den alten Amtsinhaber muss man sich keine Sorgen machen, er wird in der SPD-Hierarchie sicher irgendwann und irgendwo wieder auftauchen. Notfalls in Buxtehude, wo die Hunde mit dem Schwanz bellen und ihn keiner kennt.

Die neue Bürgermeisterin ist sicher so schlau, sich vor falschen Freunden zu hüten und eine wirklich bürgerbewegte Politik zu machen. Ansonsten war die ganze Aufregung nämlich umsonst oder - um mit einem weiteren Klassiker zu sprechen- nur "Viel Lärm um Nichts"...

Montag, 19. September 2011

Aussterben...

...heisst fuer immer.
Inschrift an der Vitrine des Dronte (Dodo) im Wiener Naturhistorischen Museum.

Donnerstag, 15. September 2011

Papa Ratzi, die europäischen Augenärzte und der olle Goethe

Toller Zusammenhang, oder ? Na gut, Erklärung tut Not: Ratzinger kommt nach Deutschland, die Medien, die meisten Polypiker überschlagen sich in Devotheit und der Steuerzahler zahlt - wie immer. Selbst Harald Schmidt hat sich jetzt wohl mit viel Rotwein die Kirche schön gesoffen. Motto: Wenn es mit Late Night auch bei Sat1 nichts mehr wird, dann vielleicht bei der katholischen Kirche!? Oder ist der jetzt schon so zynisch, dass ihn gar niemand mehr versteht?
Deutschland - ob evangelisch, atheistisch oder katholisch - ist jedenfalls am Durchdrehen. Alles wegen des letzten Diktators von Westeuropa. Oder ist der vom Kirchen-Volk gewählt?


Nur die deutschen Augenärzte sind schlau, denn sie verschwinden genau während des Ratzi-Besuches für eine Woche nach Wien. Ins temporäre Exil. Ich gehe auch. Wegen Glaubenswahns. Wie sagte der letzte sächsische König bei Ausbruch der später von der SPD verratenen Novemberrevolution: "Macht doch euren Scheiß alleine!"



Nun der olle Goethe noch. Keine Angst, habe ich nicht vergessen! Ich lasse meine Leser doch nicht für eine Woche allein, ohne eine Denkaufgabe zu hinterlassen. Deshalb ein Gedicht von Wolfgang Amadeus oder wie der da in Weimar hieß, das mich in früher Jugend sehr stark beeinflusst hat. Ich besitze immer noch - seit 45 Jahren - ein Faksimile des Originals aus Goethescher Hand. Das Gedicht ist ein aufklärerisches und es wendet sich an alle, die meinen, uns könnten irgendein höheres Wesen, ein Gott, ein Kaiser, ein Papst, ein bayerischer Freiherr oder eine schöne Pfarrerstochter aus dem Elend erlösen. Genug der Vorrede, Auftritt für



Prometheus


Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen steh'n,
Und meine Hütte,
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn' als euch Götter.
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus, wo ein,
Kehrte mein verirrtes Aug'
Zur Sonne, als wenn drüber wär'
Ein Ohr zu hören meine Klage,
Ein Herz wie mein's,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir wider
Der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du's nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden da droben?

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?

Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herren und deine?

Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen-
Blütenträume reiften?

Hier sitz' ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich.


Scheint ein richtiger Stänker gewesen zu sein, der Prometheus. So wie weiland Jesus, bevor er unter die Evangelien und an die Kirche gefallen ist.


Ach ja: Herzlich willkommen in Deutschland, Herr Ratzinger...



Foto: Marcks, Gefesselter Prometheus 1948 (Dieter Schütz / pixelio.de)

Wählerverrat

Als ich vor bei der Aufstellung der Bürgermeisterkandidaten von CDU und Linken in Wandlitz herum unkte, dass man da wohl auf Anordnung der Spitzen unserer Barnimer Nationalen Front etwas Demokratie spielen wolle, haben mich selbst meine Mitstreiter von BVB/Freie Wähler etwas seltsam angesehen. Sowohl Bergner von den Linken als auch Liebehenschel von der CDU wurden nicht müde, in den Slogan "Tiepelmann muss weg!" einzustimmen. Dass man den Wählern dann im Wahlkampf den Himmel auf Erden versprach, durfte ich mir im "Goldenen Löwen" selbst anhören. Wahrheiten waren nicht gefragt in diesem Wahlkampf, statt dessen dominierten die Schönschwätzer mit ungeahnten Versprechungen auf das Wandlitzer Paradies und viele Wähler ließen sich wieder einmal täuschen.

Nun ist die Katze allerdings aus dem Sack. Wie nicht anders zu erwarten, sind die sogenannten Demokraten in Wandlitz fast alle von ihren vollmundigen Ansagen vor der Bürgermeisterwahl abgerückt. Nun ist es auf einmal nicht mehr klar, ob die Zweitplazierte Jana Radant auf die Stimmen von Linken und CDU bei der Stichwahl zählen kann. Und weitere acht Jahre Tiepelmann sind plötzlich gar nicht mehr so schrecklich!

Die fadenscheinigsten Argumente werden dafür als Begründung bemüht und vor allem die Genossen der Linken, die ja mit der ersten Verräterpartei im Land koagulieren (ich weiß, dass es koalieren heißt, aber koagulieren trifft es besser), schielen im vorauseilenden Gehorsam ängstlich auf die Zuckungen der Bartspitzen des Genossen Stalin bzw. seiner Nachfolger in Land und Kreis. Noch hält sich der arg bedrängte Liebehenschel von der CDU, aber seine Parteifreunde werden ihm schon unmissverständlich klar machen, dass es im Interesse des von SPD/CDU/FDP/Linken propagierten Barnimer Wegs (Gibt's du mir, geb' ich dir) ist, wenn er seine Wähler zugunsten Tiepelmanns verrät. Übrigens: Wer kann diesen Wählern jetzt eigentlich noch erklären, warum sie Bergner oder Liebehenschel wählen oder überhaupt zur Wahl gehen sollten?

Dienstag, 13. September 2011

Aus einem Landkreis am Rande der Dritten Welt

Unser Sohn ist auf der Durchreise und will tatsächlich im Dorf am Geldautomaten der Sparkasse mit seiner Kreditkarte Geld abheben. Ich frage ihn, bei welcher Bank er ist. Natürlich bei einer Direktbank. Daraufhin muss ich ihm abraten, denn unser großer Kreissparkassenchef Josef K. hat schon vor Jahren die Geldautomaten seines Instituts für abtrünnige Direktbankkunden sperren lassen. Natürlich diente das nur dem Wettbewerb und Josef K. musste anschließend zusätzliche Mitarbeiter einstellen, weil alle verprellten Direktbank-Kunden sich nun wegen einer Kreditkarte bei der Sparkasse Barnim anstellten. Oder etwa nicht? Was würdet Ihr/Sie machen, wenn Euch/Ihnen eine Sparkasse so ins Gesicht spuckt? Richtig, ich meide den Laden jedenfalls wie der Teufel das Weihwasser - was der etwas evangelikale Josef wahrscheinlich erreichen wollte - und selbst wenn der neue Chef dieses Instituts mir ein gut gefülltes Sonderkonto einrichten würde, bliebe ich bei meiner Direktbank. Aber es wird schon alles so bleiben, wie es ist: Auch wenn man überall in der Welt mit meiner Kreditkarte Geld abheben kann - nicht im Barnim. Basta.

Geld ist also nicht und so unterhalten sich Sohnemann und ich über die Merkmale einer Diktatur in der dritten Welt. Dazu gehören ja in der Regel eine Junta, die sich nicht an Recht und Gesetz oder Richtersprüche hält, eine willfährige Presse, hohe Arbeitslosigkeit, Rentner- und Kinderarmut, eine schlechte Infrastruktur, einseitige Bevorzugung der eigenen Oligarchie oder der staatseigenen Unternehmen und Banken, gar keine oder manipulierte oder von Staats wegen beeinflusste Wahlen, Abhängigkeit von Entwicklungshilfe und Ausplünderung der breiten Massen durch niedrige Löhne und hohe Steuern. Um nur einige Merkmale zu nennen.

Und dann denken wir an den Barnimer Landrat, der nicht gewählt, sondern ausgelost wurde. Für den eine Geschäftsordnung mehr wert ist als ein Urteil des Landesverfassungsgerichts. An die albernen Provinzzeitungen, die kaum, falsch oder nur gezwungenermaßen über oppositionelle Bürgerbewegungen und deren Kandidaten berichten. An die Nationale Front im Kreistag aus CDU, FDP und Linken unter Führung der SPD. Wir denken über eine herunter manipulierte Arbeitslosenquote von 12 Prozent und Hartz IV sowie die Rentenlücke durch hohe Arbeitslosigkeit nach der Wende nach. Oder an die steigende Zahl richtig armer Kinder. An das flächenweit fehlende Internet als Standortnachteil für Familien und Unternehmen. An die Geldautomaten, die nur Kreditkarten eines einheimischen Geldinstituts akzeptieren. An die Wahnsinnsgebühren für Wasser- und Abwasser, für die diversen Anschlüsse und den Straßenbau auf Kosten der Anwohner. An das ausgedünnte Bahn-und Busnetz mit den hohen Fahrpreisen, das die Menschen von den Auto- und Ölkonzernen abhängig macht. An die Mauscheleien im Vergaberecht, bei denen durch die Bürgermeister komischerweise immer nur die selben Unternehmen bedient werden. Auch die Trickserei eines Bürgermeisters (SPD) bei den vergangenen Wahlen im Verein mit der Kreisverwaltung (SPD) fällt uns ein. Und der Länderfinanzausgleich und die Kopfzuweisungen an die Kommunen, weil die sich nicht selbst erhalten können. Oder die all Zeit gierigen Finanzämter, die junge Unternehmen lieber kaputt machen, anstatt auf ein paar Pimperlinge zu verzichten. Vom auch nach 21 Jahren Wiedervereinigung noch existierenden Lohn- , Gehalts- und Rentenunterschieden zwischen Ost und West schweigen wir lieber.

Diktatur in der dritten Welt? Bananenrepublik ? Nein, Landkreis Barnim im Bundesland Brandenburg. Eigentlich müsste die NATO intervenieren. Vielleicht, wenn sie in Libyen fertig ist?

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Montag, 12. September 2011

Nichtwähler-Bashing

Wie immer an dieser Stelle - ich lebe in Brandenburg - eine (Nicht-) Wählerbeschimpfung. Nicht, weil unsere Kandidaten nicht gewonnen haben - die Ochsentour hat ja gerade erst angefangen - sondern weil es wieder einmal eine geradezu lächerliche Wahlbeteiligung gab.

Der neue und alte Bürgermeister der Gemeinde Panketal wurde mit 4503 von 16.329 möglichen Wählerstimmen gewählt und repräsentiert damit gerade einmal 27,6 Prozent der Wahlberechtigten ! Siebentausendvierundreißig Leute gingen überhaupt nur zur Wahl, das sind 43,08 Prozent! Sind die anderen alle zufrieden? Hätte ich nicht bei unseren Kandidaten mit an den Infoständen gestanden, könnte man mir das vielleicht sogar einreden. Aber es ist nicht so.

In Wandlitz liegt die Wahlbeteiligung kurz vor 50 Prozent, der Amtsinhaber bekam gerade einmal 15,3 Prozent der möglichen Stimmen. In einer Stichwahl wird es nun darum gehen, eine bessere Alternative zum Amtsinhaber auszuwählen.

Wer sich für die nicht unwichtigen Bürgermeisterwahlen in 37 Städten und Gemeinden in unserem seit 21 Jahren schlecht regierten und deshalb armen Bundesland interessiert, findet alle Ergebnisse vom Sonntag auf dieser Webseite. Eine Einschätzung der Wahl aus Sicht der Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen /Freie Wähler findet man hier.

Leute, geht wählen! Wenigstens zu den Stichwahlen! Macht den Bonzen, ihren Hofschranzen und dem ganzen Filz endlich die Hölle heiß!

Sonntag, 11. September 2011

Die von Gott eingesetzte Obrigkeit

"Es ziemt dem Untertanen, seinem Könige und Landesherrn schuldigen Gehorsam zu leisten und sich bei Befolgung der an ihn ergehenden Befehle mit der Verantwortlichkeit zu beruhigen, welche die von Gott eingesetzte Obrigkeit dafür übernimmt; aber es ziemt ihm nicht, an die Handlungen des Staatsoberhauptes den Maßstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen und sich in dünkelhaftem Übermute ein öffentliches Urteil über die Rechtmäßigkeit derselben anzumaßen" sagte Gustav Adolf Rochus von Rochow (* 1. Oktober 1792 auf Gut Nennhausen bei Rathenow, Brandenburg; † 11. September 1847 auf Schloss Reckahn, Kreis Zauch-Belzig, Brandenburg). Er war von 1835 bis 1842 königlich preußischer Innenminister und Staatsminister. Den obigen Ausspruch meinte er völlig ernst.

Auch fast 200 Jahre später haben viele deutsche Untertanen diesen Ausspruch tief verinnerlicht und handeln dementsprechend - nicht...

Foto: Folterkammer für Unbelehrbare mit "beschränkter Einsicht" (Rosel Eckstein / pixelio.de)

Samstag, 10. September 2011

Noch'n Tucho


Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenns ihm gut geht, und eine, wenns ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.

Der Mensch ist ein Wirbeltier und hat eine unsterbliche Seele, sowie auch ein Vaterland, damit er nicht zu übermütig wird.

Der Mensch wird auf natürlichem Wege hergestellt, doch empfindet er dies als unnatürlich und spricht nicht gern davon. Er wird gemacht, hingegen nicht gefragt, ob er auch gemacht werden wolle.

Der Mensch ist ein nützliches Lebewesen, weil er dazu dient, durch den Soldatentod Petroleumaktien in die Höhe zu treiben, durch den Bergmannstod den Profit der Grubenherren zu erhöhen, sowie auch Kultur, Kunst und Wissenschaft. Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören. Man könnte den Menschen gradezu als ein Wesen definieren, das nie zuhört. Wenn er weise ist, tut er damit recht: denn Gescheites bekommt er nur selten zu hören. Sehr gern hören Menschen: Versprechungen, Schmeicheleien, Anerkennungen und Komplimente. Bei Schmeicheleien empfiehlt es sich, immer drei Nummern gröber zu verfahren als man es gerade noch für möglich hält. Der Mensch gönnt seiner Gattung nichts, daher hat er die Gesetze erfunden. Er darf nicht, also sollen die anderen auch nicht.

Um sich auf einen Menschen zu verlassen, tut man gut, sich auf ihn zu setzen; man ist wenigstens für diese Zeit sicher, daß er nicht davonläuft. Manche verlassen sich auf den Charakter.

Der Mensch zerfällt in zwei Teile:
In einen männlichen, der nicht denken will, und in einen weiblichen, der nicht denken kann. Beide haben sogenannte Gefühle: man ruft diese am sichersten dadurch hervor, daß man gewisse Nervenpunkte des Organismus in Funktion setzt. In diesen Fällen sondern manche Menschen Lyrik ab.

Der Mensch ist ein pflanzen- und fleischfressendes Wesen; auf Nordpolfahrten frißt er hier und da auch Exemplare seiner eigenen Gattung; doch wird das durch den Faschismus wieder ausgeglichen.

Der Mensch ist ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt sein Leben verbringt. Jeder Klumpen haßt die andern Klumpen, weil sie die anderen sind, und haßt die eignen, weil sie die eignen sind. Den letzteren Haß nennt man Patriotismus. Jeder Mensch hat eine Leber, eine Milz, eine Lunge und eine Fahne; sämtliche vier Organe sind lebenswichtig. Es soll Menschen ohne Leber, ohne Milz und mit halber Lunge geben; Menschen ohne Fahne gibt es nicht.

Schwache Fortplanzungstätigkeit facht der Mensch gerne an, und dazu hat er mancherlei Mittel: den Stierkampf, das Verbrechen, den Sport und die Gerichtspflege. Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden. Doch hat noch niemand sich selber beherrscht; weil der opponierende Sklave immer mächtiger ist als der regierungssüchtige Herr. Der Mensch ist sich selber unterlegen.

Wenn der Mensch fühlt, daß er nicht mehr hinten hoch kann, wird er fromm und weise; er verzichtet dann auf die sauren Trauben der Welt. Dieses nennt man innere Einkehr. Die verschiedenen Altersstufen des Menschen halten einander für verschiedene Rassen: Alte haben gewöhnlich vergessen, daß sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, daß sie alt sind, und Junge begreifen nie, daß sie alt werden können.

Der Mensch möcht nicht gerne sterben, weil er nicht weiß, was danach kommt. Bildet er sich ein, es zu wissen, dann möchte er es auch nicht gern; weil er das Alte noch ein wenig mitmachen will. Ein wenig heißt hier: ewig.

Im übrigen ist der Mensch ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen läßt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot.

Neben den Menschen gibt es noch Sachsen und Amerikaner, aber die haben wir noch nicht gehabt und bekommen Zoologie erst in der nächsten Klasse.

Kurt Tucholsky: Der Mensch


Foto: Denkende Skulptur (Aykut Ince / pixelio.de)

Freitag, 9. September 2011

Krankenkassen?

"Neurotiker bauen Luftschlösser, Psychotiker wohnen darin und Psychiater streichen die Miete ein. Aber wer ist für die Reparaturen zuständig?" fragt Mary McCormack in ihrer Rolle als US-Marshal Mary Shannon in der Fernsehserie "In Plain Sight" (dt. " In der Schusslinie").

Gute Frage. Die Überschrift als Antwort muss ja nicht zutreffen...

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Donnerstag, 8. September 2011

Mehrheiten

"Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger." meinte Kurt Tucholsky und kannte da noch nicht mal unsere Regierung und die Mehrheiten im Bundestag.

Mittwoch, 7. September 2011

Nicht ÜBER Ausländer und Migranten reden, sondern MIT ihnen die Zukunft gestalten

Die Wählergruppe Die Unabhängigen im Landesverband der BVB / FREIE WÄHLER hat die Wahlen zum Beirat für Migration und Integration im Landkreis Barnim klar gewonnen.

Bei der am 6. September beendeten Briefwahl erzielte die Allianz Unabhängiger MigrantInnen 45,4 Prozent. Mit 1.631 Stimmen wurde sie mit Abstand stärkste Liste. Im zukünftigen Beirat, der die Interessen von rund 4.000 Migrantinnen und Migranten im Landkreis Barnim vertritt, werden Die Unabhängigen mit 4 von 8 Sitzen vertreten sein.

Die Allianz Unabhängiger MigrantInnen trat erstmals zur Wahl des Ausländerbeirates an. Ihre Mandate werden durch Péter Vida, der zugleich Stadtverordneter für Die Unabhängigen und Kreistagsabgeordneter sowie Landesvorsitzender der BVB / FREIE WÄHLER ist, sowie Zygmund Stanisław Grascha, Elena Spangenberg und Nikola Vučinić als den Bewerbern mit den meisten Stimmen ausgeübt werden.

Dieses Ergebnis ist ein großer Vertrauensbeweis für die Allianz Unabhängiger MigrantInnen. Es ist bemerkenswert, dass Die Unabhängigen bei der Wahl unter den Menschen mit ausländischem Pass deutlich besser abgeschnitten haben, als bei den Wahlen, an denen nur deutsche Staatsangehörige teilnehmen dürfen (z.B.: Landtag). Dies ist ein Zeichen für das Bemühen um Integration und ein tolerantes Miteinander.

Die Allianz Unabhängiger MigrantInnen ist der größte Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationsgeschichte in unserem Landkreis. An dem Bündnis beteiligen sich Frauen und Männer aus 16 verschiedenen Ländern. Zusammen stehen sie für gelebte Vielfalt und multikulturelles Engagement und treten für die Unterstützung und Förderung von Menschen mit Migrationsgeschichte ein. Sie kämpfen für ein kultursensibles und von Respekt geprägtes Miteinander.

Die Verbesserung der sozialen Situation der Menschen mit ausländischem Pass ist besonders wichtig. Die Allianz Unabhängiger MigrantInnen wirbt für die Einrichtung kultureller Zentren zur Förderung des Dialogs. Zugleich fordert sie eine sofortige Verbesserung der Lebens- und Wohnbedingungen in Asylbewerberheimen.

Eine der ersten Maßnahmen nach der Konstituierung des neuen Beirats wird die Unterstützung der von Abschiebung bedrohter Menschen sein. Es ist das erklärte Ziel, die Betroffenen davor zu bewahren. Des Weiteren steht eine stärkere Unterstützung der Jüdischen Gemeinde Barnim oben auf der Agenda.

Die Ergebnisse der Allianz Unabhängiger MigrantInnen im Einzelnen:
  • Péter Vida aus Ungarn: 521 Stimmen
  • Elena Spangenberg aus Russland: 177 Stimmen
  • Fadi Al Grayeb aus Libanon: 36 Stimmen
  • Zygmunt Stanisław Grascha aus Polen: 229 Stimmen
  • Loan Duong aus Vietnam: 86 Stimmen
  • Mustafa Mourad aus Irak: 94 Stimmen
  • Nathalie Dongmo aus Kamerun: 24 Stimmen
  • Nikola Vučinić aus Montenegro: 111 Stimmen
  • Halil Yilmaz aus der Türkei: 81 Stimmen
  • Ella Samodunskaja aus der Ukraine: 101 Stimmen
  • Abdelkader Mohammad Ahmad Al-Hadj aus dem Sudan: 53 Stimmen
  • Ahmed Menad aus Algerien: 28 Stimmen
  • Yury Vdovenko aus Russland: 70 Stimmen


Darüber hinaus gehören der Allianz Unabhängiger MigrantInnen weitere zahlreiche Migrantinnen und Migranten an, die aufgrund der gesetzlichen Kandidatenbegrenzung auf maximal 13 nicht auf der Liste antreten konnten, aber maßgeblich an der Programmgestaltung mitgewirkt haben.



alle Fotos: © fv 2011
Foto unten: Rege Diskussion in der Allianz Unabhängiger MigrantInnen

Endspurt im Barnimer Bürgermeisterwahlkampf


Die Wählerinnen und Wähler in Panketal und Wandlitz können unsere Unabhängigen demnächst im Endspurt erleben:

  • Am kommenden Freitag kann Christiane Herrmann noch einmal an ihrem Infostand vor dem S-Bahnhof Zepernick befragt werden, Beginn: 16:00 Uhr;
  • Am Sonnabend, dem 10.9. begeht Jürgen Hintze in Klosterfelde vor dem Edeka-Markt ab 9:00 Uhr mit seinen Wählerinnen und Wählern den Wahlkampfabschluss.
Wer Lust hat, feiert mit uns am Sonntag, dem 11. September, ab 17:00 Uhr den erfolgreichen Wahlkampf und unsere Gewinner im Rollbergeck, Jahnstraße 52 in Bernau.

Foto: Stimmabgabe (Holger Lang / pixelio.de)

Montag, 5. September 2011

Fremdschämerei

Die Mecklenburger und Vorpommern haben also dem Sellering wieder den ewig gleichen Sellerie abgekauft. Der Erwin ist ja nicht dumm: Kurz vor der Wahl ein paar verständnisvolle Worte zur undifferenzierten bundesdeutschen Aufarbeitung der DDR-Geschichte in Richtung der schweigenden Mehrheit und plumps: Schon hat der Erwin die Mehrheit. Und kann sich zurücklehnen und hofieren lassen, denn alle drei übrigen Kandidaten müssen sich jetzt bei ihm einschleimen, wenn er sie zum Juniorpartner in einer Regierungskoalition machen soll.

Wie diese Schleimerei aussieht, konnte man gestern um Zwanziguhrfuffzehn in der "Tagesschau" bewundern: Ein abgeklärter Erwin, vier unterwürfige Unterlegene und ein Outlaw von der NPD, dem man dann auch noch Anlass und Bühne für einen unappetitlichen Auftritt bietet.

NPD-Pastörs darf den Erwin öffentlich in der ARD der Finanz-Lüge bezichtigen - nachdem die drei Einschleimer diese Chance vorüber gehen lassen mussten, denn sie wollen ja mitregieren - und der Pseudo-Linke Holter gebärdet sich wie Erwins wildgewordener Bodyguard, anstatt den Nazi links liegen zu lassen, wie es die anderen vier von SPD, CDU, FDP und Grünen tun. Es fehlte nur noch eine Prügelattacke. Pastörs nutzt natürlich auch noch diese Chance, um sich als Super-Demokraten und den Holter als pöpelnden Laffen darzustellen.

Fremdschämen ist wieder einmal angesagt: Für die indifferenten Schleimer, für diesen "Linken" und für die ARD, die sich jetzt schon Nazis ins Studio holen muss. Und den Geistern, die sie ruft, wieder einmal nicht gewachsen ist...

Weiter beleidigen!

Also, ich habe das ganze Wochenende darüber nachgedacht, ob ich hier weiterhin Leute beleidigen soll. Auslöser meines tiefen Sinnierens war ein kritischer und natürlich anonymer Kommentar - diese Art von Kommentaren ist immer anonym - der meinem völlig unbedeutenden Blog die Existenzberechtigung absprach. Wegen der vielen Beleidigungen bedeutender Persönlichkeiten, die ich hier öffentlich ausspreche.

Wenn man harsche Kritik, Satire, Zynismus und das Anprangern von offensichtlichen Gangstern und böswilligen Idioten denn als Beleidigung ansehen möchte. Einige notorische Fans von Äntschie, Raini, Bodo und Co. fühlen sich offensichtlich persönlich getroffen.

Oder ist es eher so, dass manches Idol morgens ins Büro kommt, ihm das ausgedruckte Internet vorgelegt wird - weil das bewunderte Idol doch nicht so bedeutend für die Welt daher kommt, ist es nicht viel, was sich im Netz mit ihm beschäftigt. Deshalb ist unter den Internet-Ausdrucken auch Vallis unbedeutender Blog und das Idol ärgert sich. Und das Idol sagt zu seinem Putzerfisch, der ihm sonst nur den Rücken sauber knabbern darf: " Erledige das mal!" Könnte es so sein ? Wenigstens in Panketal?

Nur die absolute Nichtigkeit dieses Blogs würde mich vor Beleidigungsklagen en masse retten, meinte der vergnatzte Leser dann noch. Auch darüber habe ich nachgedacht. Im Durchschnitt lesen zur Zeit 38 Leute am Tag meine Gedanken. In Spitzenzeiten sind es auch schon mal 80 Leser pro Tag. Sicherlich nicht viel. Aber immer noch mehr, als vielleicht einem schlechten Lehrer oder Chef tagsüber so zuhören? Mit einem Blog über Hunde oder Kochrezepte könnte man bestimmt mehr Leser interessieren. Deutsche sind eben so, deshalb wählen sie immer wieder SPD und CDU. Man muss also zufrieden sein und steter Tropfen höhlt den Stein. Dass ich nebenbei bemerkt zwei Rechtsanwälte quer lesen lasse, versteht sich übrigens wohl von selbst.

"Stil" und "Anstand" soll ich gegenüber Menschen beweisen, die mich und Euch jeden Tag auf's Neue auf die unverschämteste Weise belügen und betrügen, die die Zukunft dieses Landes verspielen und uns immer nur in die Tasche langen? Irgendwie werden da wieder einmal Ursache und Wirkung vermengt. Und wie immer ist der Bote der schlechten Nachricht der Bösewicht, nicht der Verursacher. Der Bote wird immer gehängt. Es ist schon traurig bestellt um den deutschen Untertanen. Nicht nur um den Panketaler.

Dann gibt es ja auch noch den Barnim Blog, der von mehreren Autoren bedient wird und eine höhere Reichweite hat. Mein Artikel über den Wahlmanipulator Fornell aus Panketal wurde bis heute 930 mal gelesen. Unbedeutend und deshalb Auslöser des Wutanfalls "eines Panketalers"? Die Vorstellung unserer Kandidatin Christiane Herrmann aus meiner Feder hatte bisher rund 425 Leser, das Porträt von Jürgen Hintze fand 708 Interessierte, meine Würdigung der Rathauspolitik in Schilda wurde fast 500 mal gelesen.

Alles völlig unbedeutend. Deshalb mache ich auch weiter mit den "Beleidigungen". Damit es viel bedeutender wird. Ich heiße zwar nicht "Sunny", ich bin auch nicht "solo", aber ich nenne einen Eckenpinkler einen Eckenpinkler, wenn er einer ist. Damit die Eckenpinkelei endlich mal aufhört in unserem schönen Land. Auch in Panketal.

P.S.: Man darf heute übrigens sogar Feindsender hören. Und die eigene Meinung sagen. Auch in Panketal. Sofern man eine hat...

Bild: Sechs deutsche Wichtel (Tomizak / pixelio.de)

Freitag, 2. September 2011

Zu den aktuellen Erfolgsmeldungen der Bundesagentur für Arbeit

Arbeit für Arbeitslose


Stellung suchen Tag für Tag,

aber keine kriegen.

Wer kein Obdach hat, der mag

auf der Straße liegen.

Sauf doch Wasser für den Durst!

Spuck aufs Brot – dann hast du Wurst!

Und der Wind pfeift durch die Hose –

Arbeitslose.

Arbeitslose.



Schaffen wollen – und nur sehn,

wie Betriebe schließen.

Zähneknirschend müßig gehn ...

Bleib du nicht am Reichstag stehn –!

Geßler läßt was schießen.

Zahl den Fürsten Müßiggang;

Friere nachts auf deiner Bank.

Polizeiarzt. Diagnose:

Arbeitslose.

Arbeitslose.



Wart nur ab.

Es kommt die Zeit,

darfst dich wieder quälen.

Laß dir von Gerissenheit

nur nichts vorerzählen:

Klagen hilft nicht,

plagen hilft nicht,

winden nicht und schinden nicht.

Dies, Prolet, ist deine Pflicht:

Hau sie, dass die Lappen fliegen!

Hau sie bis zum Unterliegen!

Bleib dir treu.

Die Klasse hält

einig gegen eine Welt.

Auf dem Schiff der neuen Zeit,

auf dem Schiff der Zukunft seid

ihr Soldaten! Ihr Matrosen!

Ihr – die grauen Arbeitslosen!





Theobald Tiger, Die Weltbühne, 09.03.1926, Nr. 10, S. 382.

Mein Kommentar: Scheißt auf die Statistiktricks, Arbeitslose, Arbeitslose....


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Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...