Unter der Überschrift "Millionenhilfe für Wasserverbände" war in der
Märkischen Oderzeitung vom 17.11.2014 ein redaktioneller Beitrag zu lesen, der sich auf
eine DPA-Meldung bezieht. In dem Beitrag wurde behauptet, daß
Oderberg und Joachimsthal von der Landesregierung mit je 1,4
Millionen Euro für den Wasserverband unterstützt wurden. Begünstigter ist in beiden Fällen der ZWA Eberswalde, denn Oderberg und Joachimsthal gehören beide zu diesem Verband.
Der Vorsteher des ZWA, Hein, behauptet nun in der Kolummne der von ihm
herausgegebenen "Barnimer Wasserzeitung" (Zitat):
"Der ZWA Eberswalde hat in den letzten Jahren keine Mittel vom
Land erhalten" (Zitat Ende) Mit dieser Behauptung beruft er sich auch auf die Kommunalaufsicht. Gleichzeitig gibt es vom Herrn Vorsteher gehörige Schelte an die
"Medien", hier also konkret an die Redaktion der MOZ.
Es wäre für die Leser des "Barnim Echos" - also des kommunalen Teils der "MOZ" - sicher nicht uninteressant zu erfahren, ob die DPA-Meldung eine "Ente" ist oder ob Herr
Hein nicht die Wahrheit sagt oder es nicht besser weiß.
Im Schlußabsatz seines Leitartikels schreibt der Verbandsvorsteher,
daß die Medien das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen sollten.
Diese Auffassung kann ich nur unterstützen. Hier besteht durchaus Klärungsbedarf.
So interessiert die MOZ-Leser sicher, wie hoch der ZWA nach wie vor
verschuldet ist und wieviel Cent von jedem Euro Gebühren in Form von
Zins- und Tilgungsraten an die Banken fließen. Ich bin durchaus der
Auffassung, daß die Landesregierung, die ja die Fehlinvestitionen
des ZWA mit verursacht und für die Kredite gebürgt hat, die Kunden
des ZWA nicht im Regen stehen lassen darf.
Wenn die Behauptung des Verbandvorstehers zutreffen sollte, dann
zahlen die Kunden des ZWA ganz allein für die Fehlinvestitionen der
Vergangenheit! Das sollten sie wissen!
Viele Wasserverbände sind hochverschuldet. Diese Aussage trifft zu.
Der Artikel der "MOZ" verschweigt jedoch, warum das so ist und wer die
miserable Situation zu verantworten hat. Die Antwort ist bekannt, sie wird aber regelmäßig verschwiegen.
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| Anja Skeide / pixelio.de
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Es war die Landesregierung, konkret das Umweltministerium Anfang der 90er Jahre unter der
Führung des landesweit bekannten Herrn Platzeck (SPD), welche die
flächendeckende Kanalerschließung des platten Landes betrieben und
durchgesetzt und reihenweise überdimensionierte Klärwerke
gefördert, ja selbst erzwungen hat. Daß sich solche Projekte niemals
rechnen können, das war von vornherein klar, wurde aber ignoriert
und diese Position wird bis heute vertreten.
Die Landesregierung hat die bestehende, gut funktionierende
Organisationsstruktur der Wasser- und Abwasserbetriebe (WAB)
zerschlagen und durch mehr als 150 viel zu teure und oft schlecht
arbeitende Zweckverbände ersetzt. Die Kommunen, geschweige denn die
Bürger selbst, wurden nicht gefragt!
Jetzt ist es eng geworden und es wird immer enger. In solchen Fällen
erinnert sich die Landesregierung gern an die (Zitat)
"verfassungsrechtlich geschützte Selbstverwaltung der Kommunen"
(Zitat Ende). Sie selbst hat jedoch diese Selbstverwaltung hundertfach gewaltsam
ausgehebelt und ihre verfehlte Politik der zentralen
Kanalerschließung auch gegen bestehende Gemeindebeschlüsse
durchgesetzt. Allgemein bekanntes Paradebeispiel ist Briesensee
(Spreewald). Im Barnim wurden so kleine Dörfer wie Werbellin und Klandorf
kanalerschlossen und seitdem muß das Schmutzwasser dutzende
Kilometer weit gepumpt werden. Das kostet nicht nur zu viel Geld, sondern entwässert das viel zu trockene Land und füllt Oder und
Elbe, also Ost- und Nordsee, permanent mit Wasserschadstoffen auf.
Wirtschaftlich und ökologisch bessere, dezentrale Lösungen, die es
damals schon gab und die der Abteilung Wasserwirtschaft des Herrn
Platzeck (SPD) auch vorgeschlagen wurden, hatten gegen die Pläne des
Herrn Prof. Niesche (SPD), damals Abteilungsleiter, keine Chance.
Der hat nur zentrale Systeme gefördert, d.h. überhaupt zugelassen,
vorzugsweise, wenn er sie mit seinem eigenen privaten Büro hat planen
können. Basta!
Wenn die Landesregierung jetzt den Kommunen und ihren Zweckverbänden
angeblich aus "finanzieller Bedrängnis" hilft, dann verschweigt sie,
daß sie selbst in der finanziellen Klemme steckt. Sie hat nämlich
für die sog. Kommunalkredite, die sie den Zweckverbänden aufgedrängt
hat, selbst gebürgt. Es trifft auch nicht zu, daß die Landeregierung hier zahlt und daß
die Hilfen "teilweise"durch Gebühren, Beiträge und Umlagen auf die
Bürger abgewälzt werden. Der Bürger zahlt alles, denn auch der
Schuldenmanagementfonds ist Steuergeld!
Es trifft noch viel weniger zu, daß die Gebühren für Trink- und
Abwasser von den Kommunen/ Zweckverbänden festgelegt werden. Hier
sind nämlich Vorgaben der Landesregierung einzuhalten! Wer nicht
einen Mindestbetrag pro Bürger einnimmt, der bekommt von der
Landesregierung kein Geld und keinerlei Unterstützung!
Damit ist eines klar: Geholfen wird nicht den Kommunen sondern den
Banken. Für die sind die Kommunalkredite ein gutes Geschäft.
Offiziell sind sie zwar billiger als Kredite auf dem freien Markt,
aber um die 5% sind bei dem derzeitigen Zinsniveau für die Banken
ein echtes Schnäppchen. Und die Landesregierung hat nur ein Ziel:
Die "Institution Kommunalkredit" zu sichern und zu retten -
natürlich aus den Taschen der Bürger!
Wir haben zur Kenntnis genommen, daß der ZWA Eberswalde schon wieder
Millionen "abgefaßt hat". Diesmal waren es 2,8 Millionen.
Die WestLB reibt sich die Hände für Geld in den Topf für
Bonuszahlungen an die Topmanager!
Wenn Kritiker der Landesregierung jetzt und immer wieder auf zu
große Kläranlagen, zu lange Kanäle, schlechtes Wirtschaften und
sinkende Einwohnerzahlen verweisen, die auch noch sparsam mit Wasser
umgehen - solche Leute sind ja richtig böse! - dann kann man sie
schlecht widerlegen. Das nützt aber nichts, so lange sich die
Politik der Landesregierung nicht ändert. Die ist aber und bleibt
wohl auch stabil falsch, auch dank des Koalitionspartners DIE LINKE,
der ja schon immer - ich erinnere an das Abstimmungsverhalten der
PDS zum Zweckverbandsstabilisierungsgesetz (damals in der sog.
Opposition) - für "Stabilität" war.
Johannes Madeja für "Wasser in Bürgerhand" (W!B)
(e-mail, redaktionell leicht bearbeitet)