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Freitag, 5. August 2011

Narren und Weise

"Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, daß er ein Narr ist."

William Shakespeare


Oder anders gesagt: Die Idioten halten sich für schlau, worin sie von ihren Hofnarren stets und ständig bestärkt werden. Die Schlauen zweifeln an sich. Das begründet die Weltherrschaft der Idioten...

Donnerstag, 4. August 2011

Fehler der Gesellschaft

"Manche Menschen gelten nur deshalb etwas in der Welt, weil ihre Fehler die Fehler der Gesellschaft sind." meinte François VI. de La Rochefoucauld
(* 15. September 1613 in Paris; † 17. März 1680 ebenda). Er war ein zeitweise politisch aktiver französischer Adeliger und Militär, der am Aufstand der Fronde gegen Kardinal Mazarin teilnahm und deshalb emigrieren musste. Er ist jedoch vor allem als Literat in die Geschichte eingegangen Mit seinen aphoristischen Texten gilt er als der älteste der französischen Moralisten.

Da wird mir auch gleich klar, woraus Einige aus unserer sogenannten "Elite" ihre Existenzberechtigung beziehen...

Mittwoch, 3. August 2011

Heimliche Zeichnung aus einer Potsdamer Kabinettssitzung

Auch die Leser von Vallis Blog interessieren sich für Insider-Informationen. Aufgrund guter Verbindungen in die Landeshauptstadt ist es uns gelungen, eine anlässlich der gestrigen Sitzung der Landesregierung entstandene Sitzungsmalerei eines Regierungsmitgliedes zu erstehen. Die Zeichnung zeigt die Potsdamer Koalition aus rosa-roten Politikern bei der Arbeit und war sehr teuer:





Die schlechte Qualität bitten wir zu entschuldigen, der Zeichner ist leider auch kein besserer Minister...

Grafik: MP

Was darf die Satire?

Frau Vockerat: «Aber man muß doch seine Freude haben können an der Kunst.»
Johannes: «Man kann viel mehr haben an der Kunst als seine Freude.»
Gerhart Hauptmann


Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.Satire scheint eine durchaus negative Sache. Sie sagt: „Nein!“ Eine Satire, die zur Zeichnung einer Kriegsanleihe auffordert, ist keine. Die Satire beißt, lacht, pfeift und trommelt die große, bunte Landsknechtstrommel gegen alles, was stockt und träge ist.

Satire ist eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät sich der Charakterlose schneller als hier, nirgends zeigt sich fixer, was ein gewissenloser Hanswurst ist, einer, der heute den angreift und morgen den. Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: Er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an. Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten willen kämpft, verdient also nicht diese bürgerliche Nichtachtung und das empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird. Vor allem macht der Deutsche einen Fehler: Er verwechselt das Dargestellte mit dem Darstellenden. Wenn ich die Folgen der Trunksucht aufzeigen will, also dieses Laster bekämpfe, so kann ich das nicht mit frommen Bibelsprüchen, sondern ich werde es am wirksamsten durch die packende Darstellung eines Mannes tun, der hoffnungslos betrunken ist. Ich hebe den Vorhang auf, der schonend über die Fäulnis gebreitet war, und sage: „Seht!“ – In Deutschland nennt man dergleichen ‚Kraßheit‘. Aber Trunksucht ist ein böses Ding, sie schädigt das Volk, und nur schonungslose Wahrheit kann da helfen. Und so ist das damals mit dem Weberelend gewesen, und mit der Prostitution ist es noch heute so. Der Einfluß Krähwinkels hat die deutsche Satire in ihren so dürftigen Grenzen gehalten. Große Themen scheiden nahezu völlig aus.

Der einzige ‚Simplicissimus‘ hat damals, als er noch die große, rote Bulldogge rechtens im Wappen führte, an all die deutschen Heiligtümer zu rühren gewagt: An den prügelnden Unteroffizier, an den stockfleckigen Bürokraten, an den Rohrstockpauker und an das Straßenmädchen, an den fettherzigen Unternehmer und an den näselnden Offizier. Nun kann man gewiß über all diese Themen denken wie man mag, und es ist jedem unbenommen, einen Angriff für ungerechtfertigt und einen anderen für übertrieben zu halten, aber die Berechtigung eines ehrlichen Mannes, die Zeit zu peitschen, darf nicht mit dicken Worten zunichte gemacht werden. Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.

Aber nun sitzt zutiefst im Deutschen die leidige Angewohnheit, nicht in Individuen, sondern in Ständen, in Korporationen zu denken und aufzutreten, und wehe, wenn du einer dieser zu nahe trittst. Warum sind unsere Witzblätter, unsere Lustspiele, unsere Komödien und unsere Filme so mager? Weil keiner wagt, dem dicken Kraken an den Leib zu gehen, der das ganze Land bedrückt und da hockt: Fett, faul und lebenstötend. Nicht einmal dem Landesfeind gegenüber hat sich die deutsche Satire herausgetraut. Wir sollten gewiß nicht den scheußlichen unter den französischen Kriegskarikaturen nacheifern, aber welche Kraft lag in denen, welch elementare Wut, welcher Wurf und welche Wirkung! Freilich: sie scheuten vor gar nichts zurück. Daneben hingen unsere bescheidenen Rechentafeln über U-Boot-Zahlen, taten niemandem etwas zuleide und wurden von keinem Menschen gelesen.

Wir sollten nicht so kleinlich sein. Wir alle – Volksschullehrer und Kaufleute und Professoren und Redakteure und Musiker und Ärzte und Beamte und Frauen und Volksbeauftragte – wir alle haben Fehler und komische Seiten und kleine und große Schwächen. Und wir müssen nun nicht immer gleich aufbegehren ("Schlächtermeister, wahret eure heiligsten Güter!"), wenn einer wirklich einmal einen guten Witz über uns reißt. Boshaft kann er sein, aber ehrlich soll er sein. Das ist kein rechter Mann und kein rechter Stand, der nicht einen ordentlichen Puff vertragen kann. Er mag sich mit denselben Mitteln dagegen wehren, er mag widerschlagen – aber er wende nicht verletzt, empört, gekränkt das Haupt.

Es wehte bei uns im öffentlichen Leben ein reinerer Wind, wenn nicht alle übel nähmen. So aber schwillt ständischer Dünkel zum Größenwahn an. Der deutsche Satiriker tanzt zwischen Berufsständen, Klassen, Konfessionen und Lokaleinrichtungen einen ständigen Eiertanz. Das ist gewiß recht graziös, aber auf die Dauer etwas ermüdend.

Die echte Satire ist blutreinigend: Und wer gesundes Blut hat, der hat auch einen reinen Teint.

Was darf die Satire?
Alles.

Kurt Tucholsky (Wer sonst?)

Nur e i n Wunsch!

"Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm."


Lucius Annaeus Seneca


Ich habe nur einen einzigen Wunsch. Nach der Lektüre der heutigen Morgenzeitung und
dem Interview mit dieser fürchterlich dummen Frau wünsche ich mir lediglich eine richtige Opposition in Brandenburg. Ich wünsche mir eine Partei, die nicht verlorenen Fleischtöpfen nachweint und billige, hasserfüllte Kampagnen auf dem Rücken der Brandenburger fährt. Eine Partei, die sich nicht als MG-Nest im Widerstand gegen Nationale Front, DDR, Stasi und SED aufspielt. Eine Partei, die sich endlich um die Probleme der Bürger kümmert. Denn wir Brandenburger haben nach 21 Jahren dank SPD/CDU/LINKEN und den anderen Knallköpfen an der Macht ganz andere Probleme. Keine der im Moment im Landtag vertretenen Parteien füllt die Oppositionsrolle aus. Wie man am obigen Interview beispielhaft sehen kann, liegt es an den Personen, die sich die Führungspositionen gekapert haben: Selbstdarsteller, verliebt in sich und dumm. Geistige Onanie. Auch bei Linken, FDP und Grünen. Mit denen wird das Elend in diesem Bundesland immer nur weiter gehen. Brandenburg = Zero Points. So werden wir Plattscheck und seine verschnarchte Bande niemals los...

Dienstag, 2. August 2011

Rückblick auf die Landratswahl 2010

Nein, kein Rückblick im Zorn! Das unterstellen mir einige Diskussions- ( nun, nennen wir sie "Partner") immer wieder. Da kommen dann dämliche Bemerkungen wie "Ein Glück, dass Sie nicht Landrat geworden sind!" und anderes dummes Zeug. Die meinen allen Ernstes, ich würde mich wegen der verlorenen Landratswahl grämen. Habe ich nie, liebe "Freunde", habe ich nie. Stellt Euch bloß mal vor, ich hätte gewonnen. Ich hätte mein ganzes Leben umstellen müssen, jeden Tag unangenehme, ja garstige Menschen treffen müssen und es ihnen nicht einmal sagen dürfen! Was für ein ekliger Gedanke! So kann ich mir die Menschen aussuchen, mit denen ich reden möchte und kann frohen Mutes einen Eckenpinkler auch einen Eckenpinkler nennen.(1) Ein wesentlicher Vorteil im achtundfünfzigsten Lebensjahr und gut für Herz, Magen und Galle.

Einzig der Fakt, dass der alte Landrat doch noch, wenn auch durch Auslosung gewonnen hat, ärgert mich noch immer. Vor allem deshalb, weil man im Landratsamt und bei der Nationalen Front Barnim aus SPD/CDU/FDP/LINKEN/KREISSPARKASSE und DAGMAR FREDERICK nun nach 1 1/2 Jahren so tut, als sei nie etwas gewesen. Keine fehlende Mehrheit im ersten, kein Patt im zweiten Wahlgang, keine volle Hose beim Stellvertreter von der CDU, kein eingefrorenes Grinsen bei der übrigen Seilschaft und kein Barmen beim Chor der Speichellecker.

Auch Bodo "Fortunatus" Ihrke ist zu alter Tiefstform aufgelaufen. Wenn er nicht gerade höchstrichterliche Urteile unterläuft, um seine Macht zu sichern und damit die Demokratie aushebelt, schläft er seinen gesunden Büroschlaf - samt Dezernenten und Wirtschaftsförder-GmbH. Alles wie gehabt. Der Barnim hätte wirklich Besseres verdient. Aber was soll's, Fortuna war stärker. Volk und Glück sind stets auf der Seite der Narren, meinte einst Willi Shakespeare. Wobei das mit dem Volk diesmal nicht stimmte. Hätte der Hund nicht, dann hätte er den Hasen... Vergessen wir es!

Warum ich trotzdem wieder davon anfange? Nun, am 11. September sind in einigen Gemeinden Brandenburgs Bürgermeisterwahlen. Zum Beispiel auch bei uns um die Ecke in Wandlitz. Mein Freund Jürgen Hintze tritt gegen den amtierenden Großmotz von der SPD an, der wirklich ein unangenehmer Zeitgenosse sein soll. Und natürlich werde ich Jürgen mit allen Kräften unterstützen. Genauso, wie er mir in meinem Wahlkampf geholfen hat...

(1) aus dem Film "Solo Sunny" von Konrad Wolf

Bild: HAUK MEDIEN ARCHIV / Alexander Hauk / www.alexander-hauk.de / pixelio.de

Montag, 1. August 2011

"Demokratie" in Brandenburg

Aus Protest gegen die rechtsstaatswidrige Wahlbehinderung durch die Brandenburger Wahlbehörde ziehen die Listenvereinigung aus BVB / FREIE WÄHLER und die Partei für soziale Gerechtigkeit und Arbeit in Deutschland (PSGAD) ihren Wahlvorschlag für die Wahl des Oberbürgermeisters der Stadt Brandenburg an der Havel zurück.

Die Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen / Freie Wähler hatten zusammen mit der gerade in der kreisfreien Stadt Brandenburg besonders aktiven Partei für soziale Gerechtigkeit und Arbeit in Deutschland (PSGAD) vor 4 Wochen den Landesbeamten Hartmut Kühne als Bewerber für Wahl des Oberbürgermeisters nominiert. Diesem oblag die Pflicht, 92 Unterstützungsunterschriften zu sammeln. Dabei sind diese durch die unterstützenden Bürger im Rathaus vor Ort zu leisten.

Leider kam es in den vergangenen Wochen zu derart massiven Wahlbehinderungen durch die zuständige Behörde, dass ein weiterer demokratischer Ablauf der Wahl nicht mehr möglich erscheint. Entgegen der klaren Gesetzeslage weigerte sich die Wahlbehörde, Unterstützungs-unterschriften außerhalb der Sprechzeiten des Meldeamtes entgegen zu nehmen. Obwohl sogar das Innenministerium darauf hingewiesen hatte, dass Unterschriften während der gesamten Anwesenheitszeiten von Mitarbeitern möglich sein müssen, stellte und stellt sich die Behörde der Stadt Brandenburg auf den Standpunkt, die Zeiten begrenzen zu können. So wurde dem Wahlvorschlagsträger schriftlich mitgeteilt, dass Unterschriftsleistungen nur zu den verkürzten Sprechstunden (etwa montags bis 15 Uhr, freitags bis 12 Uhr) und mittwochs gar nicht möglich seien. Die Auslegung der Unterschriftenliste in der Ortsteilverwaltung Kirchmöser wurde um drei Wochen verzögert, sodass dort kaum Unterschriften gesammelt werden konnten. Hierdurch war es vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht möglich, ihren demokratischen Willen zu äußern.

Diejenigen, die zu den knappen Zeiten ins Rathaus kommen konnten, berichteten davon, dass sie geradezu bohrend befragt wurden, warum sie denn für den Bewerber unterschreiben wollten, ob sie sich denn auch wirklich sicher seien usw. In einem Fall kam es sogar dazu, dass die zuständige Sachbearbeiterin drei Unterschreibern einen falschen Bogen aushändigte, sodass diese für einen anderen als den gewollten Bewerber unterschrieben. Zwar wurde dieser Fehler im Nachgang geheilt. Allerdings konnte die Wahlleiterin auf Nachfrage nicht ausschließen, ob dies auch wiederholt vorgekommen sei. Die Vertrauenspersonen wurden entgegen den Bestimmungen des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes über diesen Vorfall nicht und auch sonst nur unzureichend informiert.

Angesichts dieser ungeheuerlichen Wahlbenachteiligung und undemokratischen Ausgrenzung beteiligen sich die BVB / FREIE WÄHLER und die PSGAD nicht weiter an den Oberbürgermeisterwahlen in der Stadt Brandenburg. Der Landesverband ist entsetzt angesichts der Methoden, die zur demokratiefeindlichen Ausgrenzung von neuen Kandidaten an den Tag gelegt werden.

Aufgrund der Vielzahl von Zwischenfällen behalten sich die Wahlvorschlagsträger die Erstattung einer Strafanzeige wegen des Verdachts der Wählertäuschung und Wahlfälschung vor. Hierzu werden derzeit die einzelnen Behinderungen schriftlich zusammengetragen.

Unter diesen unerträglichen Bedingungen ist es dem gemeinsamen Kandidaten Hartmut Kühne leider nicht möglich, für sein Programm der sozialen Gerechtigkeit zu werben. Gern hätte er sich zusammen mit den ihn stützenden Wählergruppen für Infrastrukturförderung und gegen Mietpreiswucher stark gemacht. Auch die fortschreitende kulturelle und touristische Erschließung Brandenburgs stand ganz oben auf der Agenda. Ein Herzensanliegen ist der Erhal
der Kreisfreiheit der Stadt.

Die BVB / FREIE WÄHLER und PSGAD protestieren aufs Schärfste gegen die massive Wahlbehinderung und hoffen auf einen Wechsel an der Rathausspitze im Interesse von Demokratie und Gleichberechtigung.

(Quelle: Pressemitteilung der BVB/FW und der PSGAD)


Diese erneute Diskriminierung und Wählerbeeinflussung ist nur ein kleiner Teil einer offensichtlich durch die
etablierten Parteien gesteuerten Kampagne gegen die Bürgerbewegungen. Denken wir nur an die bis heute verschleppte Umsetzung eines Urteils des obersten Verfassungsgerichtes des Landes Brandenburg zur Fraktionsbildung im Kreistag Barnim. Hier sind besonders die Abgeordneten Bierwirth (SPD) und Mächtig (Linke) gemeinsam mit dem Kreistagsvorsitzenden (Linke) und dem Landrat (SPD) unrühmlich tätig.
Was müssen diese Leute für eine Angst haben, dass ihnen eines Tages die Wähler den Zugang zu den Fleischtöpfen verwehren könnten ...

Samstag, 30. Juli 2011

Regen? Regen!

Wunderbares Wetter! Endlich regnet es mal. Seit drei Tagen und Nächten. Wie bei Allem in Deutschland wird heillos übertrieben. Noch schwimmen die Goldfische nicht im Garten spazieren. Noch nicht.

M. hat einen schönen Apfelkuchen gebacken. Wir warten auf Besuch. Wenn jemand den Nero sucht: Der ist in seinem Schlafkorb.Er macht das, was unsere Vorfahren, die Höhlenmenschen,seinen Vorfahren in die Gene gepflanzt haben. Bei Regen wird geschlafen! Na ja,machen wir morgen. Morgen ist auch noch ein Regentag...

Foto: © fv 2011

Freitag, 29. Juli 2011

Schon wieder ein Gedicht...

...Ich bin ein Pilger ...

Ich bin ein Pilger, der sein Ziel nicht kennt;
der Feuer sieht und weiß nicht, wo es brennt;
vor dem die Welt in fremde Sonnen rennt.

Ich bin ein Träumer, den ein Lichtschein narrt;
der in dem Sonnenstrahl nach Golde scharrt;
der das Erwachen flieht, auf das er harrt.

Ich bin ein Stern, der seinen Gott erhellt;
der seinen Glanz in dunkle Seelen stellt;
der einst in fahle Ewigkeiten fällt.

Ich bin ein Wasser, das nie mündend fließt;
das tauentströmt in Wolken sich ergießt;
das küßt und fortschwemmt ? weint und froh genießt.

Wo ist, der meines Wesens Namen nennt?
Der meine Welt von meiner Sehnsucht trennt?
Ich bin ein Pilger, der sein Ziel nicht kennt.

Erich Mühsam


Erich Kurt Mühsam (* 6. April 1878 in Berlin; † 10. Juli 1934 im KZ Sachsenhausen bei Oranienburg) war ein deutscher Autor und Publizist. An der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wurde er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt und nach fünf Jahren im Rahmen einer Amnestie freigelassen. In der Weimarer Republik kämpfte er in der Roten Hilfe für die Freilassung politischer Gefangener. In der Nacht des Reichstagsbrandes nahmen ihn die Nazis fest und brachten ihn in das KZ Sachsenhausen. Nach über 16-monatiger „Schutzhaft“ schlugen ihn dann SS-Leute tot, seine Leiche wurde aufgehängt. Die Meldung in der Nazi- Presse lautete: „Der Jude Erich Mühsam hat sich in der Schutzhaft erhängt“.

Seine Mithäftlinge berichteten allerdings von der Ermordung Mühsams im Zimmer des Lagerkommandanten. Die internationale Presse meldete den Tod Mühsams als Mord des Naziregimes. Er wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem beigesetzt. Die später als Ehrengrab der Stadt Berlin angelegte Grabstätte befindet sich im Feld 015-479.

Und wer sich bei diesem Wetter etwas näher mit dem Werk dieses sehr poetischen, aber auch sehr politischen und kämpferischen Menschen beschäftigen möchte, hat auf den Seiten der Erich-Mühsam-Gesellschaft dazu Gelegenheit...

Donnerstag, 28. Juli 2011

Leben begreifen

"Wenn du das Leben begreifen willst, glaube nicht, was man sagt und was man schreibt, sondern beobachte selbst und denke nach." meinte Anton Pawlowitsch Tschechow (Антон Павлович Чехов , * 17.jul./ 29. Januar 1860greg. in Taganrog, Russland; † 2.jul./ 15. Juli 1904greg. in Badenweiler, Deutschland) . Er war ein russischer Schriftsteller, Novellist und Dramatiker, dessen Erzählungen und Dramen zwischen kritischem Realismus und literarischem Impressionismus zu den bedeutendsten russischen Werken des 19. Jahrhunderts gehören.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Nachdenkenswert

Aus einem "Spiegel"-Interview mit dem Schauspieler Tom Hanks:

Hanks: "... vor Jahren hat mir mal jemand verraten, was das Geheimnis des Glücks ist. Kennen Sie es?"
Spiegel: "Leider nicht."
Hanks: "Immer die Wahrheit zu sagen. Dann wird man Ihnen nie einen Strick drehen können aus irgendetwas, was Sie verbergen. Sie können immer offen sein, zu Ihren Meinungen stehen und sich zu Ihren Unzulänglichkeiten bekennen... Ich glaube wirklich daran. Und ich versuche auch, danach zu leben, vor und hinter der Kamera, im Privaten wie im Beruf."
Spiegel: "Und gelingt das immer ? "
Hanks: "Ich gebe mein Bestes."

Nicht nur für das ehemalige Nachrichtenmagazin "Spiegel" eine Maxime, die man sich hinter den Spiegel stecken sollte ! Und jetzt weiß ich auch, warum die meisten Politiker so überaus unglücklich und zerknittert aussehen...

Zitiert nach: "Wir sind immer noch Amerika!" ( Der Spiegel, 26/2011, Seite 108 ff.)

Dienstag, 26. Juli 2011

Blinde, dienstbare Hühner

"Zu verarbeiten ist die allmählich wachsende Einsicht, dass 1989 wohl doch nicht der globale Siegeszug des Bürgertums begann, sondern der Feldzug eines finanzökonomischen Monstrums, dass auch das Bürgertum zu verschlingen droht."
(aus: " Die bürgerliche Kernschmelze" - Der Spiegel 26/2011, Seite 50 ff.)


Manchmal findet scheinbar auch das blinde SPIEGEL-Huhn ein winziges, weil nur teilweise helles Korn. Und für politökonomische Laien: Das Monstrum nennt man Imperialismus. Es ist (wahrscheinlich) das höchste Stadium des Kapitalismus...

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Montag, 25. Juli 2011

Kommunalstrukturanalyse belegt Unsinnigkeit neuer Gebietsreformen in Brandenburg

Regelmäßig wird von Mitgliedern des Brandenburger Landtages das Märchen aufgetischt, dass eine erneute Gemeinde- und Kreisgebietsreform nötig sei, weil nur so effektive Strukturen und Personaleinsparungen möglich wären. Die Analyse der Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen zeigt, dass dies schlichtweg unwahr ist. Die Vergleichszahlen der Flächenländer zeigen sogar, dass größere Verwaltungseinheiten nicht zu weniger sondern sogar zu mehr öffentlich Beschäftigten auf kommunaler Ebene führen.

Die Gemeinden in Brandenburg haben im Durchschnitt 5.681 Einwohner, dies sind im Bundesvergleich die neuntgrößten Gemeinden. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 6.645 Einwohnern. Die geringste Zahl öffentlich Beschäftigter je 1.000 Einwohner hat Schleswig-Holstein, das mit durchschnittlich 2.439 Einwohnern besonders kleine Gemeinden hat. Die ineffektivste Struktur (also: höchste Zahl an Mitarbeitern je 1.000 Einwohner) hat Sachsen-Anhalt, dessen Gemeinden mit 7.797 Einwohnern sogar überdurchschnittlich groß sind.

Auch bei den Landkreisen hält Brandenburg mit durchschnittlich 139.322 Einwohner im Bundesvergleich den neunten Platz. Der Bundesschnitt liegt bei 188.324 Einwohnern. Die Analyse ergibt, dass Bundesländer mit größeren Kreisen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl nicht weniger, sondern mehr öffentlich Bedienstete beschäftigen. So haben alle vier Länder mit kleineren Kreisen eine effizientere Verwaltung auf kommunaler Ebene als Brandenburg, von den acht Bundesländern mit größeren Kreisen hingegen nur die Hälfte.

Schlussfolgerung:
Der Vergleich der Bundesländer zeigt, dass zwischen der Größe der Verwaltungseinheiten und der Personaleffizienz auf kommunaler Ebene nicht der Zusammenhang besteht, der regelmäßig als Begründung für die Gebietsreformen angegeben wird. Das Problem der Kommunalverwaltung Brandenburgs liegt eindeutig nicht in zu kleinen Verwaltungseinheiten. Der Zusammenschluss von Verwaltungseinheiten zu immer größeren Gebilden verschiebt lediglich die Zuständigkeiten und verlängert die Anreisewege für die Bürger, hat aber auf die Anzahl der Verwaltungsakte je Bürger und deren Abarbeitungsgeschwindigkeit im Amt keinen Einfluss.

Daher fordern die Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen den Landtag auf, die Verunsicherung der Menschen nicht weiter zu schüren. Die gewachsenen Strukturen Brandenburgs müssen erhalten bleiben. Bürgernähe darf nicht einem blinden Aktionismus geopfert werden, dessen Maßnahmen zudem auf falschen Behauptungen basieren.

Quelle: Pressemitteilung der BVB/FW - wer sich für die Analysen und zugehörigen Regressionsdiagramme interessiert, findet diese hier.

Meister für die Bürger: Zu den Bürgermeisterwahlen im Bundesland Brandenburg am 11. September , Teil 1

Der amtierende hauptamtliche Bürgermeister von Rietz-Neuendorf, Olaf Klempert, tritt im Namen der Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen / Freie Wähler (BVB / FREIE WÄHLER) zur Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 an.

Herr Klempert ist seit 1991 in Rietz-Neuendorf tätig, zuerst als Amtsdirektor und ab 2003 als Bürgermeister. In seiner bisherigen Amtszeit erwies er sich als ehrlicher Sachwalter der Bürgerinteressen. Er verstand und versteht es, die Belange der Bürger über die der Parteien zu stellen. Offenheit und Einsatzwillen prägen seinen Arbeitsstil.

Um ein möglichst breites Signal zur Fortführung von Kontinuität und Kompetenz für Rietz- Neuendorf zu senden, beteiligen sich neben BVB / FREIE WÄHLER als landesweitem Dachverband der unabhängigen Wählergruppen folgende örtliche Vereinigungen am Wahlvorschlag:

  • Gegen CO2-Verpressung in Rietz-Neuendorf und anderswo (Gegen CO2-Verpressung),
  • Wähler- und Wählerinneninitiative für eine alternative Kinder- und Jugendpolitik in der Gemeinde Rietz-Neuendorf (JUKINPO) sowie
  • FFw Rietz-Neuendorf – Für den Erhalt der Feuerwehr (FFw Rietz-Neuendorf).
Die BVB / FREIE WÄHLER und die Wählergruppen wollen gemeinsam mit Olaf Klempert an der Umsetzung der Ideen zur Entwicklung für Rietz-Neuendorf arbeiten.

Auch in Zukunft sollen alle Kräfte zur Verhinderung der CCS-Technologie im Ort gebündelt werden. Weiterhin soll Gemeinschaftsprojekten für Kinder und Familien ein Vorzug vor teuren Prestigeobjekten gegeben werden, einhergehend mit einer aktiven Arbeit mit und für die Seniorinnen und Senioren.

Durch das bisherige Wirken des Amtsinhabers ist eine völlige Schuldenfreiheit des Ortes bei Investitionskrediten noch in der kommenden Wahlperiode angestrebt und realistisch. Ein weiterer Schwerpunkt wird auch der Erhalt der Identität und der prägenden Strukturen der 14 Ortsteile der Gemeinde und das Engagement gegen eine erneute Gemeindegebietsreform sein. In den nächsten Wochen wird Bürgermeister Klempert in zahlreichen Bürgergesprächen und Informationsrunden für seine Inhalte und Person werben. Die BVB / FREIE WÄHLER rufen alle Rietz-Neuendorfer auf, ihre Ideen aktiv einzubringen.

Péter Vida
Landesvorsitzender BVB / FREIE WÄHLER

Bärbel Ellwitz
Sprecherin der Wählergruppe Gegen CO2-Verpressung

Regina Tautrims
Sprecherin der Wählergruppe JUKINPO

Frank-Michael Wulf
Sprecher der Wählergruppe FFw Rietz-Neuendorf


Kurze Erklärung meinerseits: Leider ignorieren die Medien gerade in der letzten Zeit des- öfteren unsere Presseerklärungen. Aus welchen Gründen auch immer. Ich bin zwar kein Freund von Verschwörungstheorien, aber es fällt schon etwas auf. Gleichzeitig verstärkt sich die Hetze gegen unsere Kandidaten und Volksvertreter oder man bringt vermeintlich "lustige" Glossen über sie in der Zeitung, weil man als "unabhängiger" Journalist auf den Posten als Pressereferent eines näher bekannten Bürgermeisters spekuliert - wie die Spatzen von den Dächern pfeifen. Allerdings sind das alles sehr durchsichtige Manöver, die auf die Urheber zurück fallen werden.

Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, hier in loser Folge die von den Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen/ Freie Wähler nominierten Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 kurz vorzustellen bzw. die Presseerklärungen zu übernehmen. Wir möchten ja nicht tot geschwiegen werden...

Bürgerhaushalt für Naturschutz

Auf Anregung mehrerer Fraktionen ist in der Bernauer Stadtverordneten- versammlung erstmals beschlossen worden, dass 50.000 Euro des kommenden Haushaltes 2012 durch die Bürgerinnen und Bürger vergeben werden. Die Bernauer haben dazu 148 Vorschläge eingereicht. Von diesen hat der Finanzausschuss 20 Favoriten ausgewählt.

Wir freuen uns, dass der Vorschlag "Verbesserter Schutz von Flora und Fauna im Naturschutzgebiet "Faule Wiesen"" in die Favoritenliste aufgenommen wurde.

Die Situation im NSG "Faule Wiesen" ist ernst. Obwohl das Gebiet längs der Panke im Bernauer Ortsteil Schönow per Landesgesetz geschützt ist, wird es vor allem durch Anwohner und Wochenendgartennutzer zunehmender Vermüllung ausgesetzt. Lebensraum für seltene Tierarten wird durch Abfälle und Dreck zugeschüttet. Lebensraumfremde Pflanzen, die durch Gartenabfälle eingetragen werden, verdrängen zunehmend die ansässigen Wildpflanzen. Das Gebiet dient als Wasserrückhaltesystem der Panke, was sich vor allem bei starken Regenfällen bewährt. Aber auch die vielen kleinen Teiche und Wasserläufe werden langsam, aber sicher durch die Anwohner zugeschüttet. Nachdem die Regionalpresse von den dort im NSG wachsenden wilden Orchideenarten berichtet hatte, wurden diese von kriminellen Umweltvandalen ausgegraben, ihr Lebensraum damit vernichtet. Fast jeden Tag erlebt man Anwohner oder Berliner aus Wochenendgärten, die ihre Abfälle im NSG entsorgen, das Gebiet mit dem Auto befahren oder ihre Hunde dort jagen lassen und dabei keinerlei Unrechtsbewußtsein empfinden. Interventionen beim zuständigen Umweltamt der Kreisverwaltung bzw. bei den Ordnungsämtern von Bernau und Panketal führten zu keinerlei Veränderung, obwohl einige der Täter bekannt sind.

Nun liegt es jedenfalls an den Bernauern, aus den 20 Vorschlägen zum Bürgerhaushalt den/die Sieger zu küren. Wenn Sie Bernauer sind, füllen Sie bitte das Amtsblattformular (das entsprechende Amtsblatt ging an jeden Bernauer Haushalt) aus und geben unserem Vorschlag (Nr.3) fünf Punkte. Beachten Sie, dass jeder Bernauer ab 14 Jahren stimmberechtigt ist. Hier geht's zum Formular: http://bernau.de/images/pdf/amtsblatt-pdf/amtsblatt2011/juni11_2.pdf

Natürlich gibt es auch viele andere gute Vorschläge. Aber manches wird ohnehin in den regulären Haushalt eingeplant, manches ist finanziell abwegig. Es gilt, die Aktivitäten unserer Mitstreiter für eine vernünftige Sache, die Erhaltung unserer Umwelt im natürlichen Wasserrückhaltesystem der Panke zu unterstützen und den Einsatz engagierter Bürger zu honorieren.

Stimmen Sie daher bis 31.07.2011 für den Vorschlag Nummer 3.

Foto: Pankewiesen im NSG "Faule Wiesen" ( © fv 2009)

Glück und Bücher

"Streng genommen hat nur eine Sorte Bücher das Glück unserer Erde
vermehrt: Die Kochbücher. "

meinte Joseph Conrad, eigentlich Józef Teodor Nałęcz Konrad Korzeniowski (* 3. Dezember 1857 in Berditschew, Gouvernement Kiew, Russisches Kaiserreich, heute Berdytschew, Ukraine; † 3. August 1924 in Bishopsbourne nahe Canterbury, England). Er war ein britischer Schriftsteller polnischer Nationalität. Conrad hatte erst mit 21 Jahren Englisch gelernt und schrieb fortan seine Bücher in dieser Sprache. Schon 1895 veröffentlichte er seinen ersten Roman, erlebte aber erst 1914 seinen literarischen Durchbruch mit Spiel des Zufalls. Seine Romane und Erzählungen gehören zu den berühmtesten Werken der britischen Literatur des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts.





Und auch bei Kochbüchern gilt: Kunst ist Waffe...


Foto: Omas Kochbuch (
Rolf Handke / pixelio.de)

Freitag, 22. Juli 2011

Windkraft geht auch anders

Immer mehr Gemeinden fühlen sich von immer zahlreicheren Windparks mit immer höheren Anlagen zugebaut. Die Landesregierung weigert sich, den Gemeinden mehr Platz zu lassen. Sie behauptet, die geringen Abstände seien eine Notwendigkeit, die akzeptiert werden müsse, da anders nicht genügend Raum für den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorhanden sei. Dass es auch anders geht, zeigt die kürzlich fertiggestellte Abschlussarbeit des Landespolitischen Sprechers für Umwelt und Naturschutz der Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen, Robert Soyka, B.A. in Geography:


Von der Bedeutungslosigkeit Anfang der 90er ist Windenergie inzwischen zu einem wichtigen Bestandteil der Energieversorgung in Brandenburg geworden. Die Nennleistung entspricht inzwischen mehr als 4.400 MW. Der Ausbau soll laut Planung der Landesregierung auch weiter voranschreiten.

Doch inzwischen mehrt sich der Widerstand. Immer mehr Gemeinden fühlen sich von immer zahlreicheren Windparks mit immer höheren Windkraftanlagen zugebaut. Waren Mitte der 90er neu errichtete Türme selten höher als 60 Meter, sind heute 120 Meter Nabenhöhe keine Seltenheit. Während andere Bundesländer hierauf längst reagiert haben und höhere Mindestabstände zu Siedlungen festgelegt haben (1), wird in Brandenburg ohne Rücksicht auf die Anwohner in der Nähe von Wohnsiedlungen weiter gebaut. Zumal hier der geltende Mindestabstand von 1.000 Metern kaum mehr als eine „Empfehlung“ ist und in der Vergangenheit bereits oft unterschritten wurde. Abstände zu kleineren Streusiedlungen wurden oft vollständig ignoriert.

Nun soll die Windkraft noch weiter ausgebaut werden. Die installierte Leistung soll von 3.000 auf 7.500 MW gesteigert werden. Hierfür soll die als Windeignungsgebiet ausgewiesene Fläche von derzeit 370 km² um 185 km² auf 555 km² ausgeweitet werden. Als Grund für dieses rücksichtslose Vorgehen gab die Regierung „klimapolitische Ziele“ an. (2)

Trotz derzeitiger Übertreibungen in der Klimadebatte ist die Umstellung auf Erneuerbare Energien wünschenswert und wird auch von BVB / Freie Wähler unterstützt. Jedoch lehnen wir es entschieden ab, durch eine verfehlte Standortwahl Lebens- und Wohnqualität der Bevölkerung Brandenburgs sinnlos zu zerstören. Brandenburg ist eines der am dünnsten besiedelten Bundesländer Deutschlands. Es sind ausreichend abgelegene Standorte für Windräder vorhanden. Sie müssen lediglich erschlossen werden. Haupthindernis für solch abgelegene Standorte ist vor allem bei ehemaligen Truppenübungsplätzen die unzureichende Räumung der Altlasten und der Mangel an Leitungen. Beim Neubau von Windparks macht dies je nach Entfernung zum nächsten Anschlusspunkt zwischen 5 und 30% der Baukosten aus.(3) Ab einer bestimmten Distanz lohnt es sich für Investoren nicht mehr, den Standort zu erschließen. Aus diesem Grund werden bevorzugt siedlungsnahe Standorte erschlossen, da hier der Abstand zum Anschlusspunkt durch den bestehenden Anschluss der Siedlung relativ gering ist.

Auf den ersten Blick sind siedlungsnahe Windparks folglich eine ökonomisch sinnvolle Entscheidung. Jedoch berücksichtigt diese Betrachtung nicht die externen Kosten der Windparks: Die Reduktion der Wohn- und Lebensqualität der Anwohner, den Wertverlust der örtlichen Wohngebäude. Die Vorteile der Siedlungsnähe wirken für die Investoren, die externen Kosten wie Geräuschbelästigung und die Verbauung der Wohnumgebung werden hingegen auf die örtliche Bevölkerung abgewälzt. Eine solche Politik ist keinesfalls im Interesse der Bevölkerung Brandenburgs.

Beispiel Truppenübungsplätze

Die Truppenübungsplätze in Brandenburg liegen zumeist in Waldgebieten. Diese bremsen durch ihre Oberflächenrauheit den Wind. Dieser Effekt macht sich auch noch im Umfeld der Wälder bemerkbar und ist vor allem für WKA mit geringer Nabenhöhe nachteilig.(4)

Durch höhere Windkraftanlagen können jedoch auch solche Standorte erschlossen werden. Die Gesamtfläche der ehemaligen militärisch genutzten Flächen in Brandenburg beträgt rund 2.000 km². Hiervon wurden 552 km² zu Naturschutzgebieten erklärt.5 Es verbleiben also rund 1.400 km². Unter der vorsichtigen Annahme, dass hiervon unter Berücksichtigung von nahegelegenen Siedlungen und Erwägungen des Naturschutzes lediglich 20% nutzbar sind, verbleibt dennoch eine nutzbare Fläche von 300 km². Bei der Bestückung dieser Fläche mit 600 Anlagen E-126 ergibt sich bereits eine Nennleistung von 4.500 MW.

Beispiel Tagebaufolgelandschaft

Abgesehen von Truppenübungsplätzen bieten in Brandenburg rekultivierte Tagebauflächen das größte Potential an abgelegenen Standorten für Windparks. In der mit 1,6 benoteten bschlussarbeit beschäftigte ich mich daher mit der Frage, wie groß die Kapazität der rekultivierten Tagebaue in der Lausitz wäre, wenn diese in rücksichtsvoller Weise als Standort für Windkraftanlagen verwendet würden.

Standortfaktoren


Der Standort in den ehemaligen Tagebauflächen der Lausitz hätte neben des großen Abstands zu Siedlungen noch weitere Vorteile. Durch die nahegelegenen Braunkohlekraftwerke existieren vor Ort bereits hohe Fernleitungskapazitäten. Ein Neubau von Fernleitungen wäre für dieses Vorhaben folglich nicht nötig. Die nahegelegene OPAL-Erdgaspipeline würde die Einspeisung von elektrolytisch erzeugtem Wasserstoff ins Erdgasnetz ermöglichen. Somit könnte auch überschüssige Energie an windreichen Tagen genutzt werden. Die Pipeline ermöglicht auch den Bau von Gaskraftwerken als Reserve für windarme Wetterlagen. Somit würde es auch keine Schwankungen in der Energieversorgung geben. Die Lausitz bliebe wie bisher ein verlässlicher Lieferant von Elektroenergie, und zwar jeden Tag und rund um die Uhr. Der größte Nachteil des Standorts sind die Bodenverhältnisse. Bei der gewählten Beispielanlage E-126 werden die Mehrkosten zur Vorbereitung des Baugrunds auf etwa 200.000 € je Anlage geschätzt. Dies macht jedoch nur 2% der Gesamtkosten dieses Anlagentyps aus.(6)

Potential

Für die Berechnung des Potentials ist neben der Windgeschwindigkeit und dem Typ der Windkraftanlage vor allem die verfügbare Fläche wichtig. Im Lausitzer Braunkohlerevier wurden bisher 533 km² Fläche rekultiviert. Hiervon wurden 301 km² als Wald rekultiviert, 76 km² sind nun Gewässerflächen und 60 km² sonstige Flächen, wie etwa Verkehrswege. Diese Flächen sind aus offenkundigen Gründen als Standort für Windkraftanlagen ungeeignet. Doch es wurden auch rund 96 km² (18%) als landwirtschaftliche Fläche rekultiviert. Diese Acker- und Weideflächen wären potentiell als Standort für Windparks geeignet. Die landwirtschaftlichen Flächen sind größtenteils weitab von Siedlungen gelegen, lediglich am Rand der Tagebaue sind einige Siedlungen zu finden. Rund die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen sind mehr als 1.500 m von der nächsten Siedlung entfernt, wobei hierfür selbst kleinste Streusiedlungen berücksichtigt wurden. Die Nennleistung auf diesen bereits bestehenden Flächen beträgt bei der Aufstellung von 95 Anlagen des Typs E-126 etwas mehr als 700 MW. Rund 20% des bis 2020 geplanten Zubaus an Windkraftkapazität könnte also allein auf den bereits rekultivierten Tagebauflächen der Lausitz entstehen.

Nach der Rekultivierungen der derzeitigen Tagebaue werden in den kommenden 30 Jahren weitere 307 km² rekultivierter Fläche hinzukommen. Bleibt der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen konstant und verhält sich deren Abstand zu den Siedlungen ähnlich wie bisher, stehen somit insgesamt rund 75 km² Fläche für Windparks zur Verfügung. Dies erlaubt die Aufstellung von insgesamt 150 Anlagen des Typs E-126 mit einer eine Nennleistung von über 1.100 MW.

Insgesamt entspricht die für Windparks vorgesehene Fläche nur etwa 9% der rekultivierten Tagebaufläche. Der größte zusammenhängende potentielle Standort in den bereits rekultivierten Flächen ist hierbei 6 km² groß und böte Platz für 12 Windkraftanlagen. Es entsteht also kein einzelner gigantischer Windpark, sondern zahlreiche Windparks, die sich in weitem Abstand von den Siedlungen über die rekultivierte Fläche verteilen.

Bereits jetzt sind in den rekultivierten Tagebauen der Lausitz Windparks mit über 230 MW Nennleistung entstanden. Hiervon liegen jedoch nur 52 MW weiter als 1.500 m von der nächsten Siedlung entfernt. Das Land müsste nur etwas Schützenhilfe leisten, etwa durch die Ausweisung entsprechender Windeignungsgebiete und die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren für die notwendigen Tiefgründungen. Da Flächen für Windparks gefragt sind, würden sich mit Sicherheit Investoren finden, die diese Flächen erschließen und die geringfügigen Mehrkosten in Kauf nehmen.

Es stehen genug Flächen weitab der Siedlungen bereit. Wir fordern die Landesregierung daher auf, zum Wohle der Bevölkerung die Ausweisung von Windeignungsgebieten in der direkten Umgebung von Wohnsiedlungen einzustellen. Der Mindestabstand neuer Windeignungsgebieten zu Wohnsiedlungen ist auf 1.500 m zu erhöhen. Die Erschließung abgelegener Standorte, insbesondere stillgelegter Truppenübungsplätze und ehemalige Tagebaue ist durch Ausweisung von Windeignungsgebieten zu fördern. Bezüglich der Lausitzer Tagebaue sollte hierzu mit dem Freistaat Sachsen ein gemeinsames Vorgehen abgestimmt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite www.bvb-fw.de.



(1) Schleswig-Holstein: Zehnfaches der Gesamtanlagenhöhe
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz: 1.500 Meter
(2) Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz 2009: Erlass zum Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung in Kraft – 1000 Meter Mindestabstand, http://www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.165028.de
(3) Kaltschmitt, Martin; Streicher, Wolfgang; Wiese, Andreas 2006: Erneuerbare Energien: Systemtechnik, Wirtschaftlichkeit, Umweltaspekte, hg. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2006, S. 326 ff
(4) Kaltschmitt et al. 2006, S. 66 ff
(5) Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz 2011: Vom Truppenübungsplatz zum Schutzgebiet http://www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/5lbm1.c.182582.de
(6) Soyka, Robert 2011: Erneuerbare Energie in Tagebaufolgelandschaften - Potential des Lausitzer Braunkohlereviers, S. 22ff

Foto: Günter Hommes / pixelio.de

Danke für das Lob !

Wie jeder Mensch freue ich mich über Lob. Auch wenn es allgemein gehalten ist oder an ein ganzes Team geht. Und so freue ich mich heute über eine fast halbseitige Anzeige der Bernauer Stadtmarketing Gesellschaft (BeSt) in der "Märkischen Oderzeitung", mit der sich deren Geschäftsführung ausdrücklich bei allen Blumenampelpaten bedankt.Danke an die Geschäftsführerin, Frau Hausding. Sie hat mir schon jetzt den heutigen (Regen-) Tag gerettet. Lass es pladdern, bei mir scheint die Sonne.



Dass ich ein ähnliches Dankeschön eigentlich schon seit zwei Jahren vom Bürgermeister erwarte, unter dessen Bürofenster fast die meisten dieser Blumenampeln hängen - nämlich auf dem Marktplatz- steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber schließlich spende ich die hundert Euro pro Jahr für meine Ampel ja auch nicht für den Bürgermeister und seine Supernasen im Rathaus, sondern ausschließlich für eine schöne Stadt...

Bild: "Märkische Oderzeitung" vom 22.07.2011 / Bernauer Stadtmarketing-Gesellschaft

Mittwoch, 20. Juli 2011

Lügen und Wahrheiten

Es gibt keine ewigen Wahrheiten...
Ewige Lügen schon...

Stanislaw Jerzy Lec

Dienstag, 19. Juli 2011

Mächtig gewaltig

Die Linke im Barnim und in Brandenburg hat sich an den Fleischtöpfen der bundesdeutschen Politik ganz nett eingerichtet. Gerade hier in Brandenburg übernahmen sie willig mangels Masse bei den eigentlichen Verrätern die Rolle der zweiten Verräterpartei. Sie mühen sich redlich, die Politik des SPD-Schwiegermutterlieblings Plattscheck zu rechtfertigen und immer noch einen Zahn schärfer zu sein als ihr großer Ministerpräsident. Ob Altanschließerbeiträge (kein Mensch weiß, was das ist, aber alle sollen zahlen, auch wenn 1990 nur theoretisch die Möglichkeit des Wasser- oder Abwasseranschlusses bestand) oder Kohlendioxid-Verpressung: Die Linken sind stets willig, wenn es an die Geldbörsen oder an die Gesundheit ihrer Wähler geht.

Einige sehen allerdings jetzt schon Probleme bei den nächsten Wahlen, z.B. 2013 zur Bundestagswahl. Die Bürger könnten sich erinnern, wer sie verraten hat oder eventuell vermuten, der Parteiname wäre nicht von der politischen Richtung abgeleitet, sondern von dem Verb "linken". Was ja bekanntlich "betrügen" bedeutet.

Und so tingelt man über die Dörfer. Wir in Bernau hatten heute das Vergnügen mit der vor allem physisch eindrucksvollen Margitta Mächtig, Fraktionsvorsitzende im Kreistag und Landtagsabgeordnete, und Dagmar Enkelmann, Bundestagsabgeordnete ihrer Partei. Zu Mächtigs größten Verdiensten in diesem Jahr zählt das Ignorieren eines Urteils des Brandenburger Oberverwaltungsgerichts zur Fraktionsbildung in Kommunalparlamenten. Frau Enkelmann hingegen führte mit einem dubiosen Rettungskonzept für die Lieken-Bäckerei in Bernau das Konzept der Gewerkschaft für den Kampf um die Arbeitsplätze der Lieken-Mitarbeiter ad absurdum. Wirklich großartige Volksvertreter, die beiden.

Beide Damen standen nun heute mit Tisch und Stühlen vor dem hiesigen REWE-Markt und versprühten - bildlich gesprochen - rosa Nebel. Allen wurde alles versprochen, man legte sich mächtig ins Zeug. Super-Daggi und MM retten die Welt. Es war - wiederum bildlich gesprochen - wie die Reinkarnation von Stan Laurel und Oliver Hardy, nur die Melonen fehlten...

Foto: Dick und Doof (Karl-Heinz Laube / pixelio.de)

Impressum und V.i.S.d.P.

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Waldstr. 70
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Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...