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Dienstag, 19. Juli 2011

Abseits der Protokollstrecken

L. ruft an. Er ist vor einigen Jahren zurück in seine Heimatstadt Greiz gezogen, wurde dort nicht richtig froh. Warum steht auf einem anderen Blatt, ist eher privater Natur und gehört daher nicht hierher. Wir unterhalten uns über den sogenannten "Aufschwung" der Merkel und Co. und wie man uns Ossis und auch die westdeutschen Arbeitnehmer nach wie vor verscheißert. L. sagt mir die Entwicklung der Einwohnerzahlen von Greiz durch:

  • 1968 waren es rund 50.000 Einwohner,
  • 2011 noch rund 20.000,
  • 2020 wird es nach Einschätzungen der Stadtverwaltung noch 12.000 Greizer mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren geben.

Nachdem man Anfang der 90er Jahre die Textilindustrie totgeschlagen hat, ist an neue Industrieansiedlungen und damit Arbeit nicht zu denken. Aufschwung Ost eben...

Montag, 18. Juli 2011

Gehaltsunterschiede


Manchmal finde ich im Durcheinander meines Arbeitszimmers tatsächlich etwas wieder. Meistens höre ich ja nach spätestens fünf Minuten mit der Suche auf und lehne mich einfach zurück. Die Erde ist bekanntlich rund und dreht sich. Irgendwann kommt der gesuchte Gegenstand, die Akte oder Unterlage wieder vorbei. Passend zum Post am Sonnabend zu den GEZ-Gebühren und den "Stars" der deutschen Fernsehunterhaltung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (ÖRF) fiel mir heute eine schöne Liste in die Hände, die Anfang des Jahres mal ganz kurz im Internet aufblitzte. Sie zeigt die jährlichen Chefgehälter der Sender unseres ÖRF, mit Ausnahme von Arte und 3Sat:

  • ZDF 299.000 Euro
  • WDR 308.000 Euro
  • BR 310.000 Euro
  • NDR 286.00o Euro
  • SWR 273.000 Euro
  • RBB 220.000 Euro
  • Saarl. Rdf. 210.000 Euro
  • Deutsche Welle 207.000 Euro

Allein die Chefs dieser acht Sender verbraten jährlich mehr als 2,1 Millionen Euro oder durchschnittlich 264.125 Euro im Jahr und damit über 22.000 Euro im Monat. Von Euren GEZ-Gebühren. Noch Fragen ? An der Quelle saß der Knabe. Und solange man in den Rundfunkräten und ähnlichen Instrumentarien genügend Plätze für abgewrackte Politiker bereit hält, wird sich auch nie etwas ändern...

Bild: Spot an (Rainer Sturm / pixelio.de)

Demse und Erfrischungen

Endlich Regen. Als Amateur-Meteorologe und eifriger Nutzer von Wetteronline.de ist mir aufgefallen, dass Regen aus Südwest selten bei uns ankommt. Wir liegen wohl zu nah an der Hauptstadt bzw. im Windschatten von Berlin, das mit seiner Dunstglocke selbst Gewitter ablenkt. Am besten ist es, wenn die Tiefdruckgebiete aus Richtung Nordsee oder Nordwest-Polen kommen. Aber diesmal hat es wider Erwarten geklappt. Die Berliner haben nicht genug Demse fabriziert, der Regen war stärker. Den ganzen Sonntag über konnte man auf der Radarkarte verfolgen, wie sich die riesige Regenfront heranschob. Der abends einsetzende Regen war dann stark genug, so dass wir wenigstens drei Tage das Gießen vergessen können...

Sonntag, 17. Juli 2011

Deutschland? Deutschland.

"Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit" meinte Jupp Müller, Aphoristiker und Buchautor.

Samstag, 16. Juli 2011

Die "Stars" der deutschen Fernseh-Unterhaltung

Die Morgenzeitung entlässt uns heute am Sonnabend mit einem unangenehmen Schauer. Oma Gottschalck bekommt eine neue Show bei der ARD, für die unser Haushalt ab 2013 zwangsweise GEZ-Gebühren löhnen muss. Rentner Jürgen von der Lippe hat schon eine neue Show - bei Sat1, zwar werbefinanziert, aber nicht weniger nervig, denn der Käse heißt "Ich liebe Deutschland" . Als erste Gäste hat er sich unter anderem Daniel Kübelböck und Karl Dall eingeladen. Alles Menschen , die ich an Deutschland nicht liebe. Mal abgesehen von dem Deutschlandbild, das die dort wieder propagieren oder totschlagen. Der eine Kasper wird nie ein Star und der andere kommt wahrscheinlich mit dem Rollator ins Studio. Bäh.

Gottschalk, Dall, von der Lippe - ziemlich weit oben auf meiner Ekelliste der deutschen Medien. Diese Knattermimen begleiten einen virtuell und medientechnisch das ganze Leben lang und ziehen immer nur ihnen ähnliche Knallchargen nach.

Und genau das ist es, was den Würgreflex beim Spaziergang mit dem Hund anhalten lässt, denn wir malen uns angeekelt aus, wie man uns eines Tages im Pflegeheim oder auf der Intensivstation der geriatrischen Klinik den Fernseher anmachen wird und auf der Mattscheibe erscheinen Gottschalck, Dall und von der Lippe. Sie werden nacheinander herein geschoben von Kübelböck, im Bühnenhintergrund spielt Bohlen live seine unnachahmlich beschissene "Musik". Und wir können uns nicht mehr wehren...

BTW: Ich muss dringend meine Patientenverfügung ergänzen. Etwa in der Art: "Vor Einschalten von sogenannten Fernsehshows bitte unbedingt das Beatmungsgerät ausmachen ... "

Foto: Mieses Programm (Maret Hosemann / pixelio.de)

Freitag, 15. Juli 2011

Mal wieder 'nen Gedicht

Die Redensart

Als Friedrich, August von Sachsen
noch saß auf seinem Thron,
da tat die Empörung wachsen –
horch, horch – die Revolution!
Im Schloß erschrak man nicht wenig,
der Kammerherr wurde ganz blaß.
Da sagte der gute Geenich:
„Ja, dürfen die denn das –“

Der Satz hat sich eingefressen.
Ich sag ihn bei Tag und bei Nacht.
Ich sag ihn bei Jungdo-Adressen,
ich sag ihn, wenn Hitler was macht.
Ich sag ihn, wenn Mädchen sich lieben
und wenn einer reizt mit dem Ass
und wenn sie um Schleichern was schieben:
„Ja, dürfen die denn das –?“

Wie die Deutschen so tiefsinnig schürfen!
Jeder Mann ein Berufungsgericht.
Nur wer darf, der darf bei uns dürfen –
die andern dürfen nicht.
Und sitzt in der peinlichsten Lage
der Deutsche, geduckt und klein –
dann stellt er die deutscheste Frage
und schläft beruhigt ein.


Kurt Tucholsky
(Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel, Kaspar Hauser)
zitiert aus DREI MINUTEN GEHÖR
Prosa – Gedichte – Briefe
Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1974


Das Schlimmste in diesem meinem gräßlichen, schönen Vaterland ist, dass sich NIE, auch nicht nach 90 Jahren, irgend etwas ändert...

Donnerstag, 14. Juli 2011

Pilze sammeln

Erfahrungen sammelt man wie Pilze...
einzeln und mit dem Gefühl,
dass die Sache nicht ganz geheuer ist...


meinte Erskine Preston Caldwell (* 17. Dezember 1903 bei Moreland, Georgia; † 11. April 1987 in Paradise Valley, Arizona): Er war ein amerikanischer Schriftsteller. Caldwell wurde insbesondere mit seinem Roman "Tobacco Road"(dt. Die Tabakstraße) bekannt, der das harte Leben von Farmpächtern in seiner Heimat Georgia behandelt. Auch in seinen anderen Büchern schrieb er über das Leben der Unterschicht in den amerikanischen Südstaaten. "God's Little Acre" (dt. Gottes kleiner Acker) ist heute mit über 14 Millionen verkauften Exemplaren eines der meistverkauften Bücher aller Zeiten und wurde in mehr als vierzig Sprachen übersetzt.

(Quelle: Wikipedia)

Mittwoch, 13. Juli 2011

Wieder mal mit Medienschelte - die "Märkische Oderzeitung"

Heute morgen beim Studium der Zeitung. Innerhalb einer halben Woche hat man mich zweimal mit der Seite "Glaube und Welt" erfreut. Dafür sind in kurzer Zeit die Abonnenten-Zahlen der "Märkischen Oderzeitung" auf unter 80.000 gesunken. Ein Zusammenhang mit dem Inhalt der Zeitung wird wahrscheinlich nicht gesehen, denn offensichtlich arbeitet die Chefredaktion jetzt daran, auch noch den letzten säkularen Leser zu vergraulen. Damit man das Blatt ohne weitere Proteste in eine Kirchenzeitung umwandeln kann.

Heute berichtet man neben den üblichen Kirchennachrichten aus allen Provinzen (hier fiel ein Ziegel vom Kirchendach, dort hatte ein Pfarrer den Schluckauf) , dass der Besuch des Papstes in Deutschland geschlagene 30 (in Worten: dreißig ! ) Millionen Euro kosten soll. Wieviel Bund und Länder besteuern, wird nicht gesagt.

Allerdings lügt man schon wieder, denn man behauptet steif und fest, der Besuch von Papa Razzi kostet jeden deutschen Katholiken exakt einen Euro. Hallo Fans ! Wacht auf! Soviele seit ihr nicht mehr! 2009 gab es angeblich noch 26 Millionen deutsche Katholen. Da haut der Papstbesuch dann so richtig mit 1,15 € ins Portemonnaie. Wieviele Schulen oder Krankenhäuser könnte man allein statt dieses Besuchs bauen ? Fahrt doch einfach alle nach Rom und stellt Euch an. Habe ich auch schon gemacht. Das schont auch meine Nerven und die Nerven der inzwischen fast 50 Prozent Atheisten in Deutschland, denn die Zeitungs-Heinis werden wohl komplett durchdrehen und Amok schreiben, wenn Ratzinger endlichendlichendlich anreist.

Dazu der Spriuch des Tages meines Lieblingsaphoristikers Stanislaw Jerzy Lec:

Den Blick in die Welt kann man
auch mit einer Zeitung versperren...

Passt wie die Faust aufs Auge für unser Käseblatt, das täglich schlechter wird...


Dienstag, 12. Juli 2011

Apropos Schulpolitik oder : Späte Wahrheiten

Zugegeben: Ich lese die Westpresse, seitdem ich gezwungenermaßen Teil des Westens wurde, nicht mehr so gerne wie damals vor 35 Jahren. Damals war die Lektüre zum Beispiel des " Goldenen Blattes" eine willkommene Abwechslung beim Aufbau des Sozialismus. Vor allem aber waren diese Art Blätter schon immer eine hochmotivierende Anregung, die Weltrevolution endlich auch wirklich weltweit durchzuführen, damit beispielsweise ein Albert von Monaco seine Brötchen am Fließband in der Glühlampenfabrik voni NARVA in der Berliner Warschauer Straße hätte verdienen müssen. "Hätte der Hund nicht, dann hätt' er den Häsen" mag da manch einer sagen. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend und Alberts Nachkommen sollten sich vorsehen.

Nun, ab und zu finden sich in gehobenen und damit teureren Blättern kurze Anklänge an die Wahrheit, auch wenn es hinterher meist niemand wahr haben will. So bringt mir die "Zeit" - manchmal ein übles neoliberales Hetzblatt, manchmal wirklich liberal und um Aufklärung bemüht- am Wochenende einen Artikel mit der Überschrift "Sachsen kann Spitze bleiben" auf dem Tablet-PC. Und mich haut es fast um, was dort ein Professor Olaf Köller mehr oder weniger gezwungen zugeben muss: Der Fokus der DDR-Schule auf Mathematik und Naturwissenschaften, der anspruchsvolle naturwissenschaftliche Unterricht in der DDR könnte tatsächlich der Grund für das gute Abschneiden Sachsens bei den Pisa-Test sein!!!

Natürlich darf das so nicht gesagt werden. Bildungsforscher Köller relativiert dann auch mit vielen "Könnte, naja, wissen wir nicht, nicht wirklich, vielleicht, oder doch nicht,wahrscheinlich oder vielleicht doch, empirisch nicht zu beweisen" und ähnlichen Floskeln. Aber irgendwie ist da noch was, das der tolle Wissenschaftler auf Grund seiner systembedingten Erkenntnisschranken nicht packen kann. Natürlich kommt wieder der Kokolores mit dem fehlenden Englisch, aber wer den Quatsch glaubt, dass im Westen alle Englisch lernen, sollte mal an die Westerwel(l)schen Ausrutscher im Stile von "Ei äm sse Schermänn forän minnistär" oder "Isch bin ain Berlinner" denken. Und Russisch als Fremdsprache wird wohl aufgrund westeuropäischer Überheblichkeit bei PISA nicht abgefragt.

Die Sachsen sind also 1990 schlauer gewesen. Warum wir Brandenburger nach der Wende unbedingt den abgelatschten Dreck aus NRW übernehmen mussten? Selbst das Potsdamer Sozialministerium der sogenannten "Mutter des Osten", der nervigen Regine Hildebrandt, bestand überwiegend aus abgehalfterten Westbeamten fünften Ranges. Was sollte da erst im Bildungsministerium sein? Keine eigenen Ideen - unsere "Revolutionäre" an der Spitze der landesregierung und der SPD. Da die hergelaufenen Wessis aber eben fünfte Garnitur und nicht besonders helle waren, lief das Ganze nach dem Motto: "Das haben wir schon immer so gemacht." Und da sie nicht gestorben sind, reformieren sie heute noch am Brandenburger Bildungssystem herum...

Montag, 11. Juli 2011

Bildung, Wahlen und die Wahrheit von Forsa

Der "Stern" überraschte seine Leser nach der vergangenen Wahl am 22. Mai zur Bremischen Bürgerschaft und der Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven mit einem Interview. Klein und verschämt äußerte sich der Forsa - Chef Manfred Güllner in einer winzigen Spalte der Zeitschrift zu den Ursachen des erneuten Wahlabsturzes der CDU und kam dabei zu erhellenden Schlüssen:

"... ein kompliziertes Wahlsystem wie in Bremen begünstigt die Grünen. Deren Klientel kommt damit klar. Für einfache Leute ist es eine Hürde. Ein Wahlsystem muss einfach und überschaubar sein, damit das Volk insgesamt wählen kann."

Übersetzt bedeutet das wohl, dass nur zwangsweise dumm gehaltene oder blöd gemachte Menschen CDU wählen? Und nun ist mir auch klar, warum die schwarze Pest so gern und immer zuerst an den Ausgaben für Bildung und Soziales spart...

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

Hohle Köpfe

„Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.“ meinte George Orson Welles (* 6. Mai 1915 in Kenosha, Wisconsin; † 10. Oktober 1985 in Los Angeles, Kalifornien). Er war ein US-amerikanischer Schauspieler, Autor und einer der künstlerisch einflussreichsten Regisseure des Hollywood-Kinos.

Sonntag, 10. Juli 2011

Innovationen

"Wer heute noch in der Wirtschaft Innovation und Wachstum verknüpft, wie es aktuell geschieht, ist ein Selbstmord-Attentäter. Wir fragen zu oft, was neu, und zu wenig, was gut ist. " meinte Ernst Peter Fischer in seiner Vorlesung aus der Reihe "uni-auditorium" : Die Nachtseite der Wissenschaft. Fischer (* 18. Januar 1947 in Wuppertal) ist ein deutscher Wissenschaftshistoriker und Wissenschaftspublizist.

Nach heutigen ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten hätte man die Erfindungen Ottomotor oder das Automobil niemals zugelassen. Und trotzdem bestimmen diese beiden Innovationen auch heute noch die Wirtschaft und unser Leben.

Foto: Mercedes- Benz-Museum Stuttgart (Udo Kasper / pixelio.de)

Samstag, 9. Juli 2011

WIR. DIENEN. DEM. PROFIT.

Die Überschrift versteht wieder keiner. Jedenfalls die nicht, die es eigentlich angeht. Diese paar tausend Freiwilligen, dieses Kanonenfutter des Kapitals, die der Bundeskriegsminister am Wochenanfang persönlich mit Handschlag begrüßte. Denn seit 1. Juli diesen Jahres gibt es keine Wehrpflicht mehr. Freiwillige müssen her. Deutschland wird ja ständig nur bedroht. Und wenn Polen, Russen, Griechen und Abchasen mal ruhig sind, dann gärt es immer noch hinter dem Ural - in AFG. Die Amis ziehen ja bald ab, denen ist das da zu teuer, und wenn Kriegsminister de Misere den Abzug verpasst, werden "WIR." dort bald ganz allein für Deutschlands Freiheit kämpfen müssen.

Also versucht man, frische Kämpfer zu rekrutieren, egal ob Knabe oder Flintenweib. Denn wer soll uns sonst beschützen? Das Bundesverteidigungsministerium hat sich für seine Kernbotschaft „für das Selbstverständnis und das Verantwortungsbewußtsein, mit dem die Angehörigen der Bundeswehr ihren Dienst versehen und Deutschland dienen“ gleich auch eine kernige Botschaft ausgedacht. Diese Losung lässt tief blicken:

  • WIR.DIENEN.DEUTSCHLAND.

Man beachte die Pünktchen, quasi den jeweiligen Abschluß der extrem kurzen Sätze dieser Botschaft. Die Pünktchen machen auch klar, an wen sich die Botschaft mit höchster Wahrscheinlichkeit wendet: An die, die entweder nur ganz kurze Sätze oder Bilder in einer gewissen Zeitung lesen können. Oder? Vielleicht hat man andere Losungen auch nur auf Grund ihrer Eindeutigkeit verworfen. Zum Beispiel wäre doch auch

  • WIR.SCHMEISSEN.UNSER. LEBEN.EINFACH WEG.

möglich gewesen. Oder

  • ICH.KRIEGE.HIER.EINFACH.KEINE.VERNÜNFTIGE.ARBEIT.UND.MUSS.DESHALB.IN.DIESE.SCHEISS.BUNDESWEHR

Noch eindeutiger, aber abschreckender wäre natürlich

  • ICH.BIN.HIRNAMPUTIERT. oder privatimer und zärtlicher
  • I. LOVE. MERKEL. oder gleich traditionsbewusster
  • EIN VOLK. EIN REICH. EIN MERKEL.

Nun gut, die Strategen der psychologischen Kriegsführung gegen das eigene Volk haben sich für das Wort "Deutschland" entschieden, auch wenn die Kriegseinsätze der BuWE bisher immer unter NATO-Kommando stehen. Aber vielleicht geht es ja eines Tages wieder bis zum Ural? In eigener Regie? Mit Totenschädeln von toten Russen haben ja unsere Bürger in Uniform schon mal probeweise herumgespielt - damals in AFG.

Übrigens, Stalingrad heißt jetzt Wolgograd...

Dienstag, 5. Juli 2011

Ein stürmisches Ende - Geschichten aus der Feldberger Seenlandschaft

Teil 4 und Schluss:

Der Donnerstag beginnt mit dem lange befürchteten schlechten Wetter. Zwar bleibt das Gewitter aus, aber als wir alles verpackt haben und mit dem voll beladenen Boot aus der Bucht auf den See hinaus fahren, erwischt uns eine steife Brise von Steuerbord aus ein Uhr. Das ist die Windrichtung, bei der sich der Canadier äußerst schwer steuern lässt. Dazu geht ein leiser, aber durchdringender Nieselregen. Nun gut. Wie sagte mein Trainer Lothar W. immer? Wassersport ist nasser Sport. Rüber über den See bis zur Bäk, danach wird es besser, denn der Schmale Luzin liegt in Nord - Süd- Richtung und der Wind kommt aus Nordwest. Er schiebt uns ein wenig, den Rest erledigt das steile Ufer. Ruhiges Paddeln. Wir haben alle Zeit der Welt und beschließen dann doch, schon heute nach Hause zu fahren.(Was sich nachträglich als sehr guter Entschluss erweist, denn das schlechte Wetter hält dann noch fünf Tage an).

Plötzlich befinden wir uns in einer Delphinschule. Ach nein, es sind etwa zwanzig Menschen in Neoprenanzügen, die mit kräftigen Kraulschlägen das Wasser durchpflügen. Sie trainieren für das Drei-Seen-Schwimmen am Sonntag. Mir fällt wieder der Witz von dem Rekruten ein, der unbedingt zur Marine will. Auf die Frage, ob er schwimmen kann, antwortet er mit der Gegenfrage: "Haben Sie keine Schiffe?". Nun, wir haben eines, wenn auch ein kleines, denn mich würden bei diesem Wetter keine zehn Pferde ins Wasser kriegen. Obwohl es drinnen im Moment wärmer ist als draußen.

Auf dem Breiten Luzin angekommen, erweist sich der Wind als sehr stark. Wir können zeitweise das andere Seeufer vor Regen nicht sehen und der Sturm bläst uns gnadenlos fast bis ins Schilf. Wir drehen ab ins ruhige Wasser der nächsten Bucht und überlegen, schon hier abzubrechen. Das Auto steht in etwa fünf Kilometer Entfernung, ein doch etwas längerer Fußmarsch. Auf dem Zeltplatz trinken wir einen Kaffee und "tanken" eine Bockwurst. Das reicht als Kraftstoff. Wir bewältigen Kanal und Haussee im erneuten Anlauf. Das Boot auf's Dach und los. Ein schöner, wenn auch kurzer Urlaub geht zu Ende. Wir kommen wieder...

Foto: Schmaler Luzin bei Sonnenwetter ( © mv 2011)

Montag, 4. Juli 2011

Medienlandschaften

“Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.” meinte Paul Sethe (* 12. Dezember 1901 in Bochum; † 21. Juni 1967 in Hamburg). Er war ein deutscher Publizist, Journalist und Geisteswissenschaftler. Sethe war einer der fünf Gründungsherausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zwischen 1949 und 1955. und schrieb später u.a. für die "Zeit" und den "Stern". Den obigen Satz äußerte er in einem Leserbrief an den "Spiegel" und führte weiter aus: "Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und immer gefährlicher.“ Er wisse, dass es im deutschen Pressewesen Oasen gebe, „in denen noch die Luft der Freiheit weht, […] aber wie viele von meinen Kollegen können das von sich sagen?“.

Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Vor allem nicht in Bezug auf die unsinnige Diskussion in Brandenburger Enquete-Kommissionen. Man beachte: Der Mann ist 1967 gestorben. Seitdem ist es nur noch schlimmer geworden...

O du Falada, da du hangest - Geschichten aus der Feldberger Seenlandschaft

Teil 3:

"O du Falada, da du hangest"
"O du Jungfer Königin, da du gangest,
wenn das deine Mutter wüßte,
ihr Herz tät ihr zerspringen."

Den Namen des treuen Pferdes aus dem Märchen "Die Gänsemagd", dessen Kopf über dem Tor angenagelt wird, wählte Hans Fallada zu seinem Pseudonym. Es ist mehr oder weniger Zufall, dass unser Urlaub in Feldberg - in dem der Schriftsteller nach der Befreiung vom Faschismus kurzzeitig Bürgermeister war - und Carwitz, das bis 1944 sein Zuhause darstellte, fast zeitgleich mit der Diskussion gerade des letzten Werkes dieses Schriftstellers in den bundesdeutschen Medien fällt. (Aber natürlich hatte ich ein wenig Literatur bei der Urlaubsplanung im Hinterstübchen)

"Jeder stirbt für sich allein" ist Falladas letzter Roman und letztes Werk überhaupt. Die Berliner Eheleute Quangel haben ihren einzigen Sohn im wahnwitzigen Krieg der Nazis gegen die halbe Welt verloren. Sie starten einen aussichtslosen Widerstand gegen die Nazis und ihren Anführer Hitler und werden 1943 hingerichtet. Hans Fallada erfährt davon aus einer Gestapo-Akte , die ihm durch den Dichter und späteren Kulturminister der DDR, dem Kommunisten Johannes R. Becher übergeben wird. Wie im Fieber schreibt Fallada im Herbst 1946 innerhalb von vier Wochen diesen seinen letzten Roman. Die Quangels haben Botschaften auf Postkarten geschrieben, verteilten sie in der Stadt und merkten nicht, dass ihnen die Gestapo schon längst auf den Fersen ist.

Kaum drei Monate nach Abschluss des Romans stirbt Fallada, ruiniert durch Morphium, Alkohol und Arbeit, an Herzversagen. Er ist in Carwitz begraben.

Für den west- und damit seit 1990 gesamtdeutschen Literaturbetrieb ist typisch, dass man Fallada - wahrscheinlich auf Grund seiner Zusammenarbeit mit dem Kommunisten Johannes R. Becher und seiner Arbeit für die "Tägliche Rundschau" in der damaligen Sowjetzone - offenbar jahrzehntelang ignoriert hat. Erst eine relativ neue englische Übersetzung des Lebens und Leidens des Ehepaars Quangel und der Erfolg des Werks auf dem angloamerikanischen Markt und selbst in Israel brachte die Großkopfeten des deutschen Literaturmarktes zur längst überfälligen Beschäftigung mit dem Werk von Hans Fallada.

Besser spät als nie, möchte man sagen. Wäre da nicht der allzeit fällige Seitenhieb gegen die ostzonalen Kommunisten, die das Buch in der konkret historischen Situation von 1947 tatsächlich kürzten und redaktionell bearbeiteten. "Zensur" schreit der kleinbürgerliche Ästhet, gewohnt, Geschichte in keinem Falle im Zusammenhang, sondern nur punktuell zu betrachten und die Bösewichte generell im Osten zu finden. Und während man nach 1945 Nationalisten und Militaristen recht schnell wieder eine Bühne in Presse und Literatur bot, wurde Fallada im Westen zum Verhängnis, dass er Becher gekannt hatte. Nebenbei: Becher war in seiner Jugendzeit ebenfalls morphiumsüchtig, wusste um das Talent Falladas und wollte diesem wahrscheinlich auch durch die Arbeit am Stoff der Hampels - wie die Quangels in Wirklichkeit hießen- Wege aus der Sucht zeigen.

Nun hat man Fallada entdeckt. Man ist höchst erstaunt, dass es außer dem überwiegend adligen Widerstand des 20. Juli 1944 auch anderen Widerstand gegen den Faschismus gab. Offensichtlich ist in der heutigen Bundesrepublik Deutschland auch völlig unbekannt, dass die Konzentrationslager ursprünglich zur physischen und psychischen Vernichtung der Nazi-Gegner aus KPD, SPD und Kirchen errichtet und durch SA und SS auch eifrig dafür genutzt wurden. Und bürgerlicher Kulturbetrieb wäre nicht bürgerlicher Kulturbetrieb, wenn er Falladas Buch über die Eheleute Quangel nicht auch dafür nutzen würde, gleich alle Deutschen von der Kollaboration mit den Nazis freizusprechen.

Mit diesen Gedanken starteten wir in den dritten Tag unser Kanutour durch die Feldberger Seenlandschaften. Das Wetter war nach wie vor fantastisch und nichts deutete auf die schon am Sonntag vorhergesagte Schlechtwetterfront hin. Der Carwitzer See bietet in seinem Uferbereich meist einen seltsamen Anblick. Fast immer führen ganze Kopfstein"straßen" in den Seegrund hinein. Diese Feldsteine sind Überbleibsel der Eiszeit. Wir nutzten also zum Baden unsere guten alten Badeschuhe, die wir ursprünglich einmal gegen die Seeigel in der Adria angeschaftt hatten.
Meine Schuhe sind blau und so etwas hat die Population der Jungbarsche im See offenbar noch nie gesehen. Man kommt in Scharen, stubst und knabbert an meinen Schuhen herum, dass es eine Freude ist. Auch M.s Waden sind lecker, was ich natürlich bestätigen kann. Jurassic Park in harmlos. Etwa zwei Meter weiter im tieferen Wasser weiden die etwas größeren Fische, die Rotfedern und Bleie. Gibt es etwas Schöneres ? Ich ärgere mich, die Taucherbrille zu Hause gelassen zu haben.


Am Nachmittag entdecken wir dann den Dreetzsee. Wir fahren zunächst durch ein wiederum sehr fischreiches, glasklares Fließ, das Carwitzer und Dreetzsee verbindet. Am Ende des Dreetzsees endet unsere geplante Route. Zwar kann man von hier rein theoretisch bis Templin paddeln, aber die Strecke beinhaltet sieben Umtragestationen. Das artet in Arbeit aus. Die Bäche sollen außerdem unter Umständen zu wenig Wasser für unseren dicken Pott haben und so drehen wir nach einem opulenten Mahl auf dem Zeltplatz am Ende des Sees wieder um. Wir kaufen noch schnell Kekse und Brötchen ein und paddeln retour nach Conow, wo wir nach etlichen Badestationen so ziemlich gegen 9 Uhr abends eintreffen. Unser Sänger im Schilf ist schon wieder am Werk und sägt uns in den Schlaf...

Fortsetzung folgt...


Fotos: Figur zu "Geschichten aus der Murkelei" von Hans Fallada auf dem Carwitzer Spielplatz, Glasklares Wasser im Carwitzer See ( © mv und fv 2011)


Sonntag, 3. Juli 2011

Mitleid

Bundestagsabgeordnete in unserem schönen, reichen Land müssen am Rande des Existenzminimums leben. Weiß jeder. Es weiß auch jeder, dass sich die herrschende Politkaste im Bundestag aus diesem Grunde regelmäßig die Diäten selbst erhöht. Über diesen Selbstbedienungsladen regt sich keiner mehr auf. Und damit die armen, sich den Arsch wund schindernden Abgeordneten nicht mehr so viel Arbeit haben, wurde die nächste Erhöhung gleich für zwei Jahre hintereinander beschlossen. Zur Zeit betragen die Diäten pro Abgeordneten 7668 Euro - im Monat. In den Jahren 2012 und 2013 sollen sie um jeweils 292 Euro steigen. Die Diäten orientieren sich an der Besoldung von Bundesrichtern, erreichen deren Höhe aber auch mit den geplanten Steigerungen nicht. Noch nie in meinem Leben habe ich von vergleichbarem Elend gehört! Wenn man dann noch bedenkt, dass jeder dieser arg Gebeutelten eine steuerfreie Aufwandsentschädigung (in der Wirtschaft nennt man so etwas Spesenvorschuss) in Höhe von knapp 48.000 Euro pro Jahr erhält, die allerdings nicht abgerechnet werden muss, erschließt sich die ganze Misere unserer Volksvertreter.

Außerdem haben Abgeordnete auch nur noch 12.000 Euro/Jahr für Büroausstattung zur Verfügung. Das reicht natürlich ebenfalls nicht: Allein im Jahr 2009 bestellten 115 Bundestagsabgeordnete insgesamt 396 Montblanc-Füller im Wert von 68.000 Euro über die Bundestagsverwaltung.

Den Abgeordneten des Deutschen Bundestages wird in Berlin rund um die Uhr ein Fahrservice mit Dienstlimousinen und Chauffeur angeboten. Dazu gibt es eine Netzkarte erster Klasse der Bahn für ganz Deutschland für das ganze Jahr. Eigentlich alles nur für den dienstlichen Gebrauch. Aber genau wie bei Spesen, Mitteln für das Büro und den Montblanc-Füllern kontrolliert das natürlich keine Sau.

Zwei Tage habe ich über dieses unsägliche Elend unserer obersten Volksvertreter bittere Tränen vergossen. Nicht mal das Salär eines Bundesrichters bekommen sie dafür, sich ab und zu mal den Hintern breit zu sitzen. Dann las ich diesen Artikel in meiner Morgenzeitung. Und dann dachte ich daran, dass in einem Teil Deutschlands früher, bis vor 21 Jahren, jeder Mensch einmal alle zwei Jahre Anspruch auf eine kostenfreie Brille hatte. Nur, wenn man einen modischen Rahmen haben wollte, musste man zuzahlen, die Gläser waren umsonst.

Aber dieser ehemalige Teil Deutschland ist heute pfuibaba und jemand, der sich an ihn erinnert, ein ewig Gestriger oder gar Kommunist und überhaupt: Was gehen uns alte Leute an? Das Geld für den Sozialstaat sowie für richtige, auch erwähnenswerte Rentenerhöhungen brauchen wir doch dringend für die Bundeswehr in Afghanistan, die Finanzhilfe an den Quisling Karzai, seine Gangster- Clique und ähnliche Despoten sowie für das Aushalten eigener Parasiten...

Grafik: Gerd Altmann/dezignus.com / pixelio.de

Die Mühle auf dem Berg - Geschichten aus der Feldberger Seenlandschaft

Teil 2:
Der "Rätschrätschrätsch"- Sänger im Schilf ist wieder da! Trotz intensiver Suche haben wir diesen Vogel noch nie gesehen, er singt die ganze Nacht durch und müsste eigentlich vor Müdigkeit vom Schilfhalm fallen! Nach einer trotzdem sehr erholsamen Nacht im neuen Zelt, das uns nach unserem alten Iglu wie ein Flugzeughangar vorkommt, gibt es frische Brötchen zum Frühstück. Danach wird der Zeltpalast abgebaut und das Boot zu Wasser gelassen. Der Durchstich zwischen Breitem und Schmalem Luzin wartet bei bestem Wetter schon auf uns. Der Schmale Luzin, ein Eiszeitsee wie fast alle hier oben, ist ein relativ schmales, sieben Kilometer langes Gewässer, das tief eingeschnitten in den Feldberger Hügeln liegt. Die Sonne meint es gut mit uns, so dass wir meistens am Ostufer mit ein wenig Schatten bleiben.

Wir sind fast allein an diesem Dienstag, nur wenige Badegäste bevölkern die Badestellen. Irgendwann legen wir an, um einen Kaffee zu trinken. Der Seegrund fällt nach wenigen Metern sofort steil ab und um unser Boot herum spielt der Fischnachwuchs. Es ist wie im Paradies. Nur leider knurrt irgendwann der Magen und wir müssen weiter.

Nach drei harten Backbord-Kurven taucht vor uns die Carwitzer Mühle auf.
Es geht durch die Bäk, einen engen Bachlauf, der Schmalen Luzin und Carwitzer See miteinander verbindet. Etwa auf der Hälfte des Baches befindet sich ein altes Wehr, das nicht befahren werden kann. Man muss umtragen bzw. mit dem Bootswagen auf die andere Seite der Dorfstraße. Hier finden wir auch das erste Zeugnis von Carwitz' berühmtesten Bewohner, dem Schriftsteller Hans Fallada. Fallada (* 21. Juli 1893 in Greifswald; † 5. Februar 1947 in Berlin; eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen) gehört zu den bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Hier in Carwitz entstanden unter anderem seine Werke "Wer einmal aus dem Blechnapf frißt", "Wir hatten mal ein Kind ", "Wolf unter Wölfen ", "Damals bei uns daheim" und die "Geschichten aus der Murkelei", denen ein Kinderspielplatz direkt am alten Wehr gewidmet ist.


Im Dorf selbst befinden sich neben Falladas Ruhestätte auch das Hans-Fallada-Archiv in seinem ehemaligem Wohnhaus. Das dazugehörende Museum ist leider nur am Wochenende und bis Dienstag geöffnet.

Uns treibt der Hunger weiter zum örtlichen Fischer. Hechtfilet, der obligatorische Matjes und natürlich Schlei oder Wels stehen auf der Speisekarte. Die Preise sind erschwinglich. Etwas müde geht es zurück auf das Wasser und wir schaffen es, uns auf dem großen Carwitzer See zu verfahren. Statt in Conow landen wir in der Thomsdorfer Bucht und finden dort natürlich keinen Campingplatz. Spätabends laufen wir am Conower Campingplatz ein und werden herzlich aufgenommen.

Der abendliche Hundespaziergang findet ohne den Nero statt, denn der bewacht zu Hause Haus und Hof. Wir folgen einem Wegweiser zur alten Conower Kirche, die bereits im Mecklenburgisch-Brandenburgischen Krieg um 1440 zerstört wurde. Hier wird mir zum ersten Mal die alte Technik des Feldsteinbaus klar, die ja auch bei der Bernauer Stadtmauer verwandt wurde. Man nahm tatsächlich Quark zum Mauern. Der Quark wurde einer Kalkschlempe zwecks verbesserter Geschmeidigkeit zugefügt. Die Feldsteine selbst setzte man in sogenannter Schalenbauweise in eine Art gleitende Schalung, die mit dem Gebäude nach oben wuchs. Außen in die Schalung kamen die glatten oder behauenen großen Feldsteine, innen sorgten die kleinen Steine gemeinsam mit Kalk und Quark für Masse und Zusammenhalt in der Mauer.

Müde vom Paddeln und der Sonne geht es in unseren Zeltpalast und auf die Luftmatratze.

(Fortsetzung folgt)


Fotos: "Schmaler Luzin","Carwitzer Mühle" und "Spielplatzfigur nach Hans Falladas Märchen "Geschichten aus der Murkelei" ( © mv + fv 2011)

Freitag, 1. Juli 2011

Der Wels im Haussee - Geschichten aus der Feldberger Seenlandschaft

Teil 1:

Kennt Ihr den Witz vom Angler, der am Stammtisch immer so schrecklich prahlt, dass seine Arme nicht ausreichen, um die Länge der gefangenen Fische anzuzeigen? Eines Tages binden ihm seine Kumpels die Hände zusammen, so dass er sie gerade noch spreizen kann. Und dass macht er, so weit er kann. Die anderen lächeln nun mitleidig - er kommt nur auf dreißig Zentimeter Abstand zwischen den beiden Händen- aber er sagt triumphierend: "Dreißig Zentimeter - aber zwischen den Augen!"

Als wir am Montag früh mit dem Canadier auf dem Autodach los fuhren, hatten wir als Ziel die Jugendherberge in Feldberg in der Nähe von Neustrelitz im Sinn. Unser Kanuhandbuch hatte gemeint, dass hier auf dem Gelände der Jugendherberge, am Ufer des Feldberger Haussees, ein idealer Platz zum Einsetzen des Bootes wäre. Nun, wir fanden nette Menschen in der DJH, aber leider keinen geeigneten Platz am Ufer. Aber wenigstens das Auto durfte auf dem Gelände stehen bleiben.

Mit dem Boot zogen wir einige Meter weiter auf ein scheinbar öffentliches Gelände in Ufernähe, luden ab , sortierten unser Gepäck in das Boot und waren recht bald Gegenstand des Interesses eine einzelnen Herrn. Aber mit einem netten Gruß entspannten wir die Situation und waren bald mit ihm in ein freundliches Gespräch vertieft. Jedenfalls durften wir problemlos einsetzen und hörten auch das neueste Feldberger Anglerlatein über den sageundschreibe zweimeterfuffzig langen Wels im Haussee, mit einem Kopf von der Größe eines Kleinwagens und verantwortlich für das Verschwinden sämtlicher Dackel rings um Feldberg. Dackel baden nun mal gern, für fast alle Feldberger Dachshunde wird wohl im Sommer 2011 das letzte Freibad stattgefunden haben. Soweit das Märchen.

Nun, die ersten Paddelschläge waren wie immer ungewohnt, wir fuhren also nur über den Haussee und Verbindungskanal zum Breiten Luzin, legten am nächsten, sehr gepflegten Campingplatz ("Am Bauernhof") an und machten uns einen schönen Abend im neuen Zelt. Vorher gab es noch ein opulentes Abendessen im "Alten Zollhaus", direkt am Durchstich zwischen Breiten und Schmalen Luzin, wo sich Ilona und Harry Goerke so außerordentlich um das Wohl ihrer Gäste kümmern. Mecklenburger Sauerfleisch und Luzinmatjes aus Hechtfleisch - beides mit frischen Bratkartoffeln ausdrücklich NICHT aus der Tüte- sind sehr zu empfehlen, so wie das gesamte Restaurant mit sehr freundlichem, unaufdringlichem Service sowie kleiner, aber feiner Speise- und ebensolcher Getränkekarte. Ich habe noch nie erlebt, dass sich ein Kellner so über das Lob an den Koch gefreut hätte.

Warum ich hier soviel Reklame mache ? Ganz einfach, wir möchten im nächsten Jahr oder vielleicht schon in der Nachsaison wieder hin. Und wir hatten nicht den Eindruck, dass die Feldberger Seenlandschaft im Moment sehr übervölkert mit Touristen wäre. Ein wenig mehr Umsatz schadet bestimmt keinem und ich glaube nicht, dass ein Wirt in der ostdeutschen Provinz so richtig reich werden kann. Aber die Saison beginnt ja erst, genauso wie unsere Bootstour gerade erst begonnen hat ... (Teil 2 morgen)

Foto: Restaurant "Altes Zollhaus " Feldberg ( © fv 2011)

Sonntag, 26. Juni 2011

Pause

So, ab morgen sind wir mal für 'n paar Tage in der Wildnis rund um die mäkelborgischen Seen und Flüsse. Die Wetterfee ( M. mit Hilfe des Agrarwetterberichtes) sagt schönes Wetter voraus. Und wenn nicht - wir haben ein neues Zelt, das ein paar Tropfen Regen aushält. Bis bald...




P.S.: Der Wachhund bleibt übrigens hier.

Foto: Pause (© fv 2007)

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Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...