Die (gefühlt) fünftausendste Feier der Belagerung deutscher Innenstädte durch die Türken fand letztens unter Beteiligung und Geschwafel durch den Secondhand-Kanzler statt. Das deutsch-türkische Anwerbeabkommen sogenannter Gastarbeiter wurde am 30. Oktober 1961 geschlossen.
Damals als Ulbricht die Mauer gebaut hatte und von heute auf morgen in Westberlin, Hessen, Bayern, Niedersachsen die billigen Arbeitskräfte aus der "Ostzone", die sogenannten "Grenzgänger" aus dem Osten fehlten. Die, die in der DDR billig wohnten und lebten, weil sie Westgeld verdienten. Damals, als die Amerikaner die Türkei unbedingt in der ach-so-friedliebenden NATO haben wollten, weil sie ihre Raketen unmittelbar an der Grenze zur Sowjetunion stationieren wollten. Und dafür ihren bundesdeutschen Vasallen dazu verdonnerten, das Hunger- und Analphabetenproblem der Türkei zu lösen, in dem sie die sogenannten "Gastarbeiter" einwandern ließen. Die so bezeichneten Menschen aus der Türkei sollten ursprünglich nur befristet bleiben, viele wurden aber in Deutschland heimisch. Heute ist die Gemeinschaft von Menschen mit türkischen Wurzeln die größte Gruppe von Menschen mit Migrationsbezug in Deutschland.
Da schon damals genauso schlimm gelogen wurde wie heute, waren diese Arbeitskräfte in der Bundesrepublik der Sechzigerjahre alles andere als willkommen. Und es ist auch eine glatte Lüge, daß die eingewanderten Türken das sogenannte Wirtschaftswunder der Bundesrepublik Deutschland zu verantworten haben. Sei es wie es sei: die Feierlichkeiten sind peinlich. Inzwischen sieht es in Istanbul europäischer aus als in Berlin- Neukölln, die Türken der 5. und 6. Generation frönen teilweise mit ihrem Erdogan einem militanten Islamismus und sorgen auch mit ihrem Wahlverhalten für mehr als Probleme. Dort allerdings, wo der autochthone Deutsche direkt mit Türken zusammenarbeitet, läuft das Zusammenleben problemlos und man entdeckt immer wieder die bestehenden Gemeinsamkeiten im Leben der "kleinen" Leute, die sich früh um 5 in S-und U-Bahn quetschen, um anschließend im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot oder ihr Kebab zu verdienen. Und sich abends im Fernsehen das Geschwafel ihrer geliebten Volksvertreter anhören dürfen.
Nun also musste auch das Merzel noch seinen Senf dazu geben: Zum 65. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens hat er vor Xenophobie gewarnt. Angst vor dem Fremden sei »Gift jeder freiheitlichen Gesellschaft«, sagte Merz bei einer Festveranstaltung. Die Angst vor dem Fremden nehme derzeit eher zu als ab, sagte der Bundeskanzler. »Und sie wird erneut ideologisch aufgeladen und ausgebeutet.« Er rief deshalb dazu auf, wachsam zu bleiben. »Gesellschaftlicher Fortschritt kann auch wieder verloren gehen, wenn er nicht aktiv und tätig verteidigt wird.«Daß er bei anderer Gelegenheit, aber quasi fast im selben Atemzug äußerte, Deutschlands Hauptfeind würde "der Russe" bleiben, zeugt davon, wie schizophren dieser Mann recht eigentlich sein muss ...

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