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Freitag, 27. Februar 2009

Dafür zahl' ich nicht !


Es gibt 'ne neue Internetseite. An und für sich nichts Besonderes, es wird wohl jeden Tag ein paar zehntausend neue Seiten im World Wide Web geben. Aber diese ist etwas Besonderes, denn sie spricht mir aus der Seele. "Dafür zahl' ich nicht!" ist eine Kampagne von Fernsehkritik TV , lehnt sich bewußt an die saudumme Werbung für überhöhte GEZ-Gebühren an und wurde höchste Zeit...


Foto: Andreas Morlok, www.pixelio.de

Es gibt 'nen neuen Pudel !


Verschiedene Zeitungen haben über Versuche der SPD berichtet, ihrem Spitzenkandidaten und amtierenden Außenminister Steinmeier eine Namenskosmetik zu verpassen. Er soll auf diese Art dem Wahlvolk zugänglicher gemacht werden. Auf dem Berlinale-Empfang der SPD habe Häuptling Franz Müntefering gleich drei Mal von „Frank Steinmeier“ gesprochen, berichtete beispielsweise die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“. Ein weiterer Grund der Namenskorrektur liegt wohl darin, dass Barack Obama seinen Kindern einen Hund versprochen hat. Und der soll unbedingt "Frank" heißen...

Das Foto zeigt den Bush-Pudel Tony Blair in Pose und ist von Karin Passmann (www.pixelio.de)

Donnerstag, 26. Februar 2009

Heute mal zu Unterschieden


NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers traf sich gerade in Detroit mit der Chefetage von General Motors (GM), um über die Zukunft der GM-Tochter Opel zu sprechen. Warum Rüttgers allerdings alleine reiste und nicht die Ministerpräsidenten der anderen drei bei einer eventuellen Opel-Schließung betroffenen Bundesländer mitnahm, erschließt sich dem denkgewohnten Kommentator nicht. Allerdings wird hier zum wiederholten Male der Unterschied zwischen einem Autisten und einem Politiker klar: Autisten haben meist auf wenigstens einem speziellen Gebiet eine ganz besondere Begabung.

Grafik: Gerd Altmann (www.pixelio.de)

Erste Blogs wegen Kritik abgeschaltet



Lange befürchtet, ist es jetzt erstmals eingetreten: Die ersten kritischen deutschen Blogs und Internetseiten wurden regierungsamtlich abgeschaltet. Seit heute 19:00 Uhr bekommt man im Internet keine Verbindung mehr zu

und ungefähr noch 20 anderen Seiten. Das habt Ihr nun davon ! Und was nun ?

Grafik: Gerd Altmann (www.pixelio.de)

Der politische Aschermittwoch oder: Grüße von Diederich Heßling


Fast alle westlichen Sitten wie z.B. der einmalig-jährliche Fröhlichkeitsbefehl zum Karneval, verbunden mit typisch deutscher Marschmusik, Uniformen und blödsinnigem Marschieren (wo ich z.B. vor Ekel ob des Gleichschritts nicht mal die sicherlich hübschen Beine der Funkenmariechen wahrnehmen kann) oder der Religionsunterricht in den Schulen, Bonner Beamte in Berlin oder das alberne Pidgin-English in Werbung und Politik stoßen bei mir auf völliges Unverständnis. Und da auch ekliges Regenwetter immer aus einer bestimmten Himmelsrichtung kommt, gibt es bei mir eine einfache Lebensweisheit: "Alles Schlechte kommt (fast) immer aus dem Westen." Nun hat unser Westimport S. , Ex-Generalissimus , ehemals CDU-Chef in Brandenburg und leider immer noch Innenminister, natürlich auch die Unsitte des politischen Aschermittwochs importiert. Die Brandenburger CDU- mühsam geeint unter einer fachlich schwachen Justizministerin W. und eigentlich beherrscht von einem weiteren schmierigen Westimport und seiner Clique - traf sich also gestern in Doberlug-Kirchhain, um über den politischen Gegner herzuziehen. Politische Inhalte kann man nicht verbreiten - man hat einfach keine. In der Personalpolitik arbeitet man auch unter der Grauen Eminenz P. nach dem Prinzip "Champignonzucht", d.h. immer wenn sich etwas hellere Köpfe zeigen (und "Helligkeit" bedeutet bei der Brandenburger CDU - und leider auch in der SPD- nicht viel !) werden sie sofort abgesäbelt. Wichtig ist den ehemaligen Blockflöten vor allem der Religionsunterricht. Hier will man unbedingt eine Gleichwertigkeit der Zensuren mit denen anderer Fächer erreichen. Das Mittelalter lässt grüßen. Irgendwann - und das dauert nicht mehr lange - wird dieses stockreaktionäre Volk noch allen Ernstes fordern, dass die PISA-Tests EU-weit nur noch im Fach Religion stattfinden. Das ganze alberne Kasperletheater wäre also eigentlich den Aufwand eines Blogbeitrages nicht wert, wenn man in den unsäglichen Typen, die sich dort verlustieren und sich für außerordentlich wichtig halten, nicht einen ganz bestimmten Typ Mensch erkennen könnte. Ich habe da vor einiger Zeit einen sehr zutreffenden "Spiegel"-Artikel ausgeschnitten, der nicht nur das Streben einiger Finsterlinge nach mehr Religionsunterricht deutlich erklärt und aus dem ich hier zitieren möchte:

>>Wie die Diskussionen derzeit in Deutschland laufen, sind sie Beleg für die These des politischen Soziologen Robert Michels: "Die Demokratie führt zur Oligarchie:" Wenige sagen den vielen, wo es lang geht. Sie stellen sich nicht den Argumenten anderer und vermögen auch nicht mit eigenen zu überzeugen. Auf Kritik an ihren Positionen reagieren die Meinungsoligarchen hart. Sie stellen nicht das Argument zur Debatte, sondern die Zugehörigkeit des Kritikers: "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns." ... Wollen wir diese neue Form der Oligarchie aus Verantwortungskneifern und Positionsvermeidern ? In der die Kritik am Andersdenkenden - wenn überhaupt - mit wohlfeilem Anspruch aufs Rechthaben formuliert und absolut gesetzt wird ? In der die Ambivalenz des Arguments keine Rolle mehr spielt und die abweichende Position nicht mehr geduldet, geschweige denn gewünscht wird, um sie öffentlich verhandeln zu können ? Wollen wir uns wieder als Volk kleiner Diederiche erkennen, " den scharfen Lehrern ergeben und willfährig" (Heinrich Mann), nur dann zur Haltung fähig, wenn sie zu einem verhältnismäßig geringen Preis einzunehmen ist ?

Wenn wir das nicht wollen, brauchen wir Vordenker, Vorredner, Vorprovozierer, die Ambivalenz ertragen oder gar herausfordern. Wir müssen sie spüren, um sie zu verstehen, statt sie mit dem Abdeckstift der herrschenden Meinung zu übertünchen. Zur Demokratie gehört, Ambivalenz auszuhalten und sie als besonderen Wert des demokratischen Systems zu betrachten. Wir brauchen Argumente, die diese Ambivalenz auszuloten vermögen und durch denkende Menschen vorgebracht werden. Stattdessen haben wir Chefdeuter und jede Menge kleiner Diederiche. Sie stehen zusammen, begeistert von der eigenen Interpretation der Dinge. Wer sagt ihnen, dass sie nicht die einzige ist?<<

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Außer, dass eine Gesellschaft, in der nicht mehr quer gedacht wird, völlig erstarrt. Aber eigentlich sind wir ja schon lange wieder so weit...


D
ie Autorin des Artikels "Lauter kleine Diederiche" aus dem Spiegel Nr. 49/2008 heißt Miriam Meckel. Sie lehrt Kommunikationswissenschaft an der Universität St. Gallen.

Foto: Denkmal von Kaiser Wilhelm I. in Stuttgart (Peter Röhl, www.pixelio.de )

Mittwoch, 25. Februar 2009

Wolfgang wird Millionär





Danke an pantoffelpunk

Das Internet und Demokratie oder: Neues vom Hubert


Unser Rollstuhl-Mielke wird mal wieder nicht müde, mit wahrhaft pathologischer Verbissenheit die Gefahren des Internets herauf zu beschwören. Noch ist diese Seite Spaß. Aber am besten wäre es wohl nach Meinung einiger durchgeknallter Innenminister, den Internet-Zugang nur auf Antrag zu gewähren. Erste Erfahrungen liegen da ja schon aus China vor. Während also einige unserer großartigen Politiker schon sehr weit sind in ihrem Denken, hinken wir in der Provinz noch Jahre hinterher.In der Stadtverwaltung der Stadt Bernau bei Berlin spricht sich gerade erst herum, dass es das Internet gibt. Zwar unterhält man eine Webseite und lässt diese auch für die horrende Summe von 50.000 Euro pro Jahr von einem Berliner (!) Unternehmen pflegen, was nicht nur bei einigen Stadtverordnenten für Unverständnis sorgt. Seit Jahren sträubt sich Bürgermeister Hubert H. z.B. dagegen, die Protokolle und Beschlusstexte der Stadtverordnetenversammlung ins Netz stellen zu lassen. Die Unabhängige Fraktion hat daher einen erneuten Vorstoß für mehr Bürgernähe unternommen: "Für die demokratische Willensbildung der Bürger der Stadt ist es wichtig, nachvollziehen zu können, welche Arbeit ihre gewählten Vertreter leisten. Hierzu gehört nicht nur, regelmäßig die Beschlusstexte aus dem Amtsblatt zu erfahren, sondern auch die Möglichkeit, sich über den Diskussionsverlauf in der Stadtverordnetenversammlung informieren zu können " heißt es in einem Antrag der Fraktion. Die Mitglieder des Hauptausschusses der Stadt sind dem Antrag am Montag schon gefolgt. Nun muss morgen die Stadtverordnetenversammlung entscheiden. Unser aller Hubert hatte am Montag im Hauptausschuss natürlich das letzte Wort: Er machte darauf aufmerksam, dass man natürlich nur die Teile der Protokolle veröffentlichen könne, die den öffentlichen Teil der Sitzungen beträfen. (Richtig, sonst würden die Bürger merken, was manchmal für ein trivialer Quatsch sogar in nichtöffentlichen Sitzungen verhandelt wird!)

Nebenbei und auch zum Thema "mehr Demokratie": Im Stadtentwicklungsausschuss haben der Abgeordnete der Unabhängigen und ich neulich angeregt,das auf der Webseite der Stadt veröffentlichte Straßenausbaukonzept um eine Seite mit einer Rang-und Reihenfolge der in naher Zukunft zu bauenden Straßen zu ergänzen. Das Straßenausbaukonzept der Stadt ist zwar veröffentlicht, aber wie die meisten Planungsunterlagen sehr kompliziert zu lesen. Eine einfache, überschaubare Liste wäre besser für den Bürger, denn er muss ja rechtzeitig seine Finanzen planen können. Zunächst mal sind wir damit bei der Verwaltung auf ziemliches Unverständnis gestoßen, werden aber nicht locker lassen. Denn das Internet ist nicht tot zu kriegen und bei uns auf dem Land setzt es aich - allen Bemühungen der ewig Gestrigen zum Trotz - als Mittel der Demokratie gerade erst durch...

Foto: Sonnenuntergang über Bernau (Christina Telker, www.pixelio.de)

Dienstag, 24. Februar 2009

Unter die Doofen gefallen


" Von ihnen war fachlich keiner in der Lage, am Einigungsvertrag mit zu arbeiten" meint auch Rolf Henrich, einer der Mitgründer des "Neuen Forums" über seine Mitstreiter, zu denen auch Heulsusen-Bärbel gehörte, heute in einem Interview mit der "Märkischen Oderzeitung".

Denken wir diesen Gedanken zu Ende: Mit dem Mut des Unwissenden hat man sich also mit den Wölfen an den Tisch gesetzt und das Land aus lauter Dummheit und Arroganz verramscht.Mit den Folgen kämpft der "kleine" Mann noch heute, die arroganten Schwachmatiker wurden mit tollen Jobs im Bundestag belohnt...

Foto: Mauerfall aus Sand und Trabbi (knipser5, www.pixelio.de) - Diese Figur stand bis August 2007 in der Sandworld Lübeck Travemünde.

Montag, 23. Februar 2009

Bedenkenswert


"Überwinde den Zorn durch Herzlichkeit.
Vergelte Böses durch Gutes.
Den Geizigen überwinde durch Gaben.
Durch Wahrheit überwinde den Lügner.
Sieg erzeugt Hass, denn der Besiegte ist unglücklich.
Niemals in der Welt hört Hass auf durch Hass.
Hass hört durch Liebe auf."


Dieses meinte jedenfalls Buddha oder mit richtigem Namen Siddhartha Gautama. Seine genauen Lebensdaten sind umstritten. Traditionell wird seine Geburt auf den Mai 563 v. Chr. und sein Tod auf den Mai/April 483 v. Chr. datiert. Neueren Forschungen zu Folge lebte er von ca. 450 bis ca. 370 v. Chr. in Nordindien; als sein Geburtsort gilt Lumbini im heutigen Nepal.

An allen Religionen stören mich vor allem zwei Dinge und deshalb bin ich auch strikt gegen den Religionsunterricht an den Schulen:

1. Dass kein Mensch sich an die wenigen vernünftigen und humanistischen Ideale (siehe oben) ihrer Gründer hält, aber fast jeder sofort bei der Sache ist, wenn der eigene vermeintliche und eingebildete Gott über die Nachbarvölker oder Mitmenschen zürnt.
2. Dass sie fast alle nur ein Pflästerchen für das harte Dasein des Menschen in der Klassengesellschaft sind, in der der Mensch des anderen Sklaventreiber ist und ihn mehr oder weniger direkt ausbeutet. Dabei helfen indirekt die Religionen, nicht nur das Christentum, wenn sie nicht sogar ebenfalls Menschen ausbeuten.

Trotzdem: Sollte man sich nicht öfter an die obige Maxime halten ? Es würde sich einfach schöner leben. Nebenbei: Buddha ist durchaus zu ersetzen - durch Butter...

Foto: Butterdose (wrw, www.pixelio.de)

Sonntag, 22. Februar 2009

Heute mal Finanzprodukte


"Riestern Sie mit !" fordert mich das Schaufenster eines der wahrscheinlich halben Millionen Versicherungsvertreter bei uns im Dorf auf. Dem Erfinder einer sehr zweifelhaften Möglichkeit, sein Geld zu verbrennen,, ein Denkmal gesetzt. Das Produkt zigmal von der Politik nachgebessert, weil sich keine Kunden für den Müll fanden. Was ist "Riestern" weiter als ein gigantisches Geldbeschaffungsprogramm für Banken und Versicherungen? Armselige Zuschüsse des Staates, im schlimmsten aller Fälle gibt es sogar das eingezahlte Geld zurück und dann im Alter - wenn man die Kohle dringend braucht- schlägt die Steuer ordentlich zu. Bei reiflicher Überlegung habe ich mich dann doch für einen guten alten Sparstrumpf entschieden. Dessen Inhalt kann ich immer noch am Finanzamt vorbeibringen und es gibt garantiert die eingezahlte Summe zurück. Apropos Riester: Große Erfolge hatte der Herr während seiner Amtszeit als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung von 1998 bis 2002 nicht. Deshalb ist ein Denkmal auch fehl am Platze. Andererseíts haben wir auch wieder Glück: Nur vorgestellt, der Erfinder hätte Rürup geheißen. "Rüruppen Sie mit !" Das klingt richtig wie "Wir ziehen Dir das Geld aus der Tasche." Was ja bei der gleichnamigen Rente auch wieder stimmt...

Foto: "Geldentwertung" (Dieter Schütz, www.pixelio.de)

Samstag, 21. Februar 2009

Bester Politiker aller Zeiten verstorben

Zwar war er bei einigen untergeordneten Völkern nicht beliebt und als besonders heimtückisch und blutrünstig verschrieen. Im Allgemeinen herrschte er aber eher leise und auf Samtpfoten: Socks, der ehemalige Kater der Clintons im Weißen Haus. Nun ist er im hohen Alter von 18 Jahren in Maryland gestorben. Der Kater verlebte seine wohlverdiente Rente seit seinem Auszug aus dem Regierungssitz im Jahr 2001 bei Clintons Sekretärin Betty Currie in Maryland. Sie sei untröstlich, sagte Frau Curry am Freitagabend. Socks war eine Tuxedo-Katze - schwarz mit einem weißen Hals und weißen Pfoten. Nun kann man es als Politiker kaum allen Untertanen recht machen und so hielt sich die Freude der versammelten Mäusevölker bei Socks' Einzug ins Weiße Haus sicherlich in Grenzen. Aber sicher ist auch, dass der Kater weniger blutrünstig daher kam als alle Präsidenten vor und nach ihm - inklusive Clinton selbst, der sich im Jugoslawien-Krieg vor allem durch die Bombardierung Belgrads hervortat...

P.S. Bei uns in der Familie bedeutet übrigens "auf der Suche nach der Katze sein", dass Vater gerade wieder einmal seine Socken verlegt hat. Eine Katze als geflügeltes Wort - was will man noch mehr ?

Donnerstag, 19. Februar 2009

Terrorismus

Unter dem Label Terrorismus berichtet der Berliner "Tagesspiegel" heute online, dass US-Verteidigungsminister Robert Gates die europäischen Nato-Staaten zur Entsendung von mehr Soldaten nach Afghanistan und zu mehr Anstrengungen für den zivilen Wiederaufbau dort aufgefordert hat. "Unsere Erwartung ist, dass auch die Verbündeten mehr tun", sagte er unmittelbar vor einem Verteidigungsministertreffen der Nato, das am Donnerstag in Krakau (Polen) beginnt. Gates verwies auf die von US-Präsident Barack Obama angekündigte Entsendung von zusätzlich 17.000 amerikanischen Soldaten nach Afghanistan.

Die Frage ist wirklich, wer hier der Terrorist ist? Menschen, die gegen fremde Invasoren kämpfen - wenn auch mit Mitteln, die der gebildete und pazifistische Mitteleuropäer ablehnt. Oder aber Regierungen, die unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung ihre Söldnerarmeen in fremde Länder einfallen lassen und die Völker dort nach guter alter Kolonialherrenart vor allem mit Gewalt zu westlichen Werten bekehren wollen ?

Übrigens,Kirgisien hat soeben die Kündigung des dortigen US-Stützpunktes beschlossen. Binnen eines halben Jahres müssen die Amerikaner das Land verlassen haben. Über diesen Stützpunkt läuft der Großteil des Nachschubs, die Brücke am Khyber-Pass ist gesprengt. Die Bundeswehr - aber nicht die NATO, geschweige denn die USA - hat noch ein Landerecht in Usbekistan und etwa 400 Soldaten stationiert. Wenn die Usbeken auch die Deutschen hinauswerfen sollten, wie sie es schon mit den Amerikanern getan haben, gibt es keinen gangbaren Versorgungsweg und auch keinen sicheren Rückzugsweg mehr. In einer solchen verzweifelten logistischen Lage noch mehr Soldaten nach Afghanistan senden zu wollen, ist verantwortungslos. Die Bundeswehr muss schleunigst aus Afghanistan abgezogen werden. Der Krieg dort ist verloren.

Der Gleichschritt und andere Katastrophen der Menschheit


“Wer im Gleichschritt geht, marschiert in die falsche Richtung.” meinte Reimar Gilsenbach (* 1925 bei Hünxe; † 22. November 2001 in Brodowin). Er war Schriftsteller sowie Umwelt- und Menschenrechtsaktivist und prägte die unabhängige DDR-Umwelt- und Friedensbewegung maßgeblich mit.

Das Foto zeigt Figuren auf der Museumsinsel Neuss und ist von Claudia Brefeld (www.pixelio.de)

Stadtentwicklungsausschuß zum Dritten


Die "Märkische Oderzeitung" bringt in ihrer heutigen Printausgabe einen recht guten Bericht über unsere gestrige Ausschußsitzung.Vor allem geht es natürlich um die weitere Gestaltung in der Bernauer Innenstadt. Die Zeitung ist damit geradezu unheimlich schnell, quasi am Puls der Zeit. Überhaupt ist die Berichterstattung seit einigen Wochen sehr schnell, ausgewogen und gut und verbindet sich mit dem Namen von Sabine Rakitin. Frau Rakitin schrieb z.B. neulich über eine Sitzung des Ortsausschusses Schönow, bei der es wohl ziemlich trocken zuging. Es standen keinerlei Getränke für die Anwesenden bereit. Erst als das Publikum wegen des nicht öffentlichen Teils der Veranstaltung den Saal verlassen hatte, wurde der CDU-Abgeordneter Ulf B. dabei gesehen, wie er einen Bierkasten in den Saal des Gemeindezentrums schaffte! Ein herrliches Eigentor! Da unsere Ortsvorsteherin Adelheid R. als ehemalige Wurstverkäuferin nichts so sehr liebt wie nicht öffentliche Sitzungen, wird jetzt wohl allen klar, warum man so gern unter sich ist.

Nämlicher Ulf B. und mit ihm seine Partei bekamen übrigens gestern auch von unserem Ausschuß eine ganz nette Ohrfeige: Vor vier Wochen hatten wir uns mit dem Ausbau der Straßen um das Bernauer Steintor beschäftigt. Laut der Vorplanung sollten die Parkflächen an diesem Bernauer Wahrzeichen wegfallen. Dazu muss man wissen, dass das Steintor und der Hungerturm für Bernau das sind, was für Berlin der Pariser Platz und das Brandenburger Tor darstellen. Niemand würde den Pariser Platz mit Autos vollstellen, weil man dann das berühmte Tor nicht mehr sieht.Überdies wird in Bernau etwa 100 m weiter ein Parkhaus gebaut und die angrenzende Straße bekommt auch noch einen Parkstreifen auf der zweiten Seite. Die CDU-FDP-Fraktion befand es nun für notwendig, einen Antrag zur Aufhebung dieser gerade einmal 4 Wochen alten Festlegung einzubringen. Der Beschlussvorschlag zu diesem Antrag war besonders geschickt formuliert: Wenn der Ausschuß schon nicht das Bestehenbleiben der Parkplätze beschließe, solle er doch bitteschön festlegen,dass die Fläche vor dem Steintor und die angrenzenden Straße zu einer einheitlichen Fläche gestaltet werde! Abgesehen davon, dass die CDU-FDP hier mit dem Fifty-fifty-Joker von Herrn Jauch arbeiten wollte - zur Not hätte man ja auch noch jemanden anrufen können - ist letzteres schon 1994 beschlossen worden. Dieser Ball wurde jedenfalls vom Ausschuß einheitlich abgeschmettert und landete im Tor des Schützen...

P.S. Die Getränke in unserem Ausschuß sind Kaffee, Wasser und Brause. Jeder bezahlt selbst.

Foto: "Winterliche Stadtmauer in Bernau bei Berlin" (Christina Telker, www.pixelio.de)

Dienstag, 17. Februar 2009

Winterwunderland


In der vorigen Woche hatten wir für gestern den Besuch der Therme in Bad Saarow geplant.M. hatte sich den Montag frei genommen, Öffnungszeiten, Angebote und Eintrittpreise waren im Internet recherchiert, das Auto voll getankt, der Willy versorgt und die Badehosen verpackt.Dann kam der Winter zurück. Schneefall noch und nöcher. Und das befürchtete Chaos auf den Straßen kam natürlich auch. Also beschlossen wir gestern früh, die alten Langlauf-Skier vom Dachboden zu holen und uns lieber in den Wald zu verfügen. Es war herrlich ! Kein Mensch am Montag mittag im Wald, vor uns eine gut gespurte Loipe - es muss also schon jemand vor uns da gewesen sein - Schnee, Winterlandschaft, klare Luft. Später dann heißen Tee, Kartoffelsuppe und Sauna. Ein Wellness-Montag. Leider musste ich noch mal los. Die SVV-Fraktion der Unabhängigen in Bernau tagte am späten Abend und es lag zunächst wieder etwas Arbeit an.Es hatte ja weiter geschneit und so wurde zunächst das Auto ausgebuddelt und dann mühsam nach Bernau geschliddert. Nach der Sitzung noch mal Auto ausgraben, zurückschliddern und den Bernauer Winterdienst bewundern, der nachts um 22:00 Uhr einzig und allein die Fahrradwege schneefrei fegte. Wozu wir Autosteuern zahlen frage ich mich schon seit langem. Aber bei dieser Stadtverwaltung rege ich mich schon fast nicht mehr auf. ICH NICHT MEHR !
Heute nun liegen ungefähr 10 cm Schnee. Nochmal das Auto ausgegraben. M. schliddert hoffentlich ohne Beeinträchtigungen zum S-Bahnhof.Den Termin in Dessau werde ich absagen müssen, es herrscht Chaos in Brandenburg.

P.S. Am Sonnabend gearbeitet und ein Fax mit Bestellungen anch Kalifornien geschickt. Am Sonntag kommt eine e-Mail zurück. Gene - der Chef einer kleinen Firma in Santa Barbara, Kalifonien - schreibt, dass sie bereits seit Stunden Sandsäcke um das Bürogebäude legen. Der Wetterdienst hat Starkregen angesagt, sie haben Angst, dass ihnen die Büros absaufen.Im Februar fallen dort manchmal bis 100 mm pro Quadratmeter. Dann lieber nur das bißchen Schnee...

Foto: © mv 2009

Sonntag, 15. Februar 2009

Zitate und Propheten


Marian hat für uns ein Zitat gefunden, über das man mal nachdenken sollte. Ein auch durch eigenen Starrsinn gescheiterter Mann spricht hier am 03.Dezember 1992 einige Erkenntnisse gelassen aus. Vieles ist so geworden, wie er es vor 17 Jahren vorausgesagt hat. Ist er, sind wir deshalb Verlierer der Geschichte ?

"Ich habe für die DDR gelebt. Ich habe insbesondere seit Mai 1971 einen beträchtlichen Teil der Verantwortung für ihre Geschichte getragen. Ich bin also befangen und darüber hinaus durch Alter und Krankheit geschwächt. Dennoch habe ich am Ende meines Lebens die Gewissheit, die DDR wurde nicht umsonst gegründet. Sie hat ein Zeichen gesetzt, dass Sozialismus möglich und besser sein kann als Kapitalismus. Sie war ein Experiment, das gescheitert ist. Doch noch nie hat die Menschheit wegen eines gescheiterten Experiments die Suche nach neuen Erkenntnissen und Wegen aufgegeben. Es ist nun zu prüfen, warum das Experiment scheiterte. Sicher scheiterte es auch, weil wir, ich meine damit die Verantwortichen in allen europäischen sozialistischen Ländern, vermeidbare Fehler begangen haben. Sicher scheiterte es in Deutschland unter anderem auch deswegen, weil die Bürger der DDR wie andere Deutsche vor ihnen eine falsche Wahl trafen und weil unsere Gegner noch uebermächtig waren. Die Erfahrungen aus der Geschichte der DDR werden mit den Erfahrungen aus der Geschichte der anderen ehemaligen sozialistischen Länder für die Millionen in den noch existierenden sozialistischen Ländern und für die Welt von morgen insgesamt nützlich sein. Wer seine Arbeit und sein Leben für die DDR eingesetzt hat, hat nicht umsonst gelebt. Immer mehr "Ossis" werden erkennen, dass die Lebensbedingungen in der DDR sie weniger deformiert haben, als die "Wessis" durch die "soziale" Marktwirtschaft deformiert worden sind, dass die Kinder in der DDR in Krippen, in Kindergärten und Schulen sorgloser, glücklicher, gebildeter und freier aufwuchsen als die Kinder in den von Gewalttaten beherrschten Schulen, Strassen und Plätzen der BRD. Kranke werden erkennen, dass sie in dem Gesundheitswesen der DDR trotz technischer Rückstände Patienten und nicht kommerzielle Objekte für das Marketing von Ärzten waren. Künstler werden begreifen, dass die angebliche oder wirkliche DDR-Zensur nicht so kunstfeindlich war wie die Zensur des Marktes. Staatsbürger werden spüren, dass die DDR-Bürokratie plus der Jagd auf knappe Waren nicht soviel Freizeit erforderte wie die Bürokratie der BRD. Arbeiter und Bauern werden erkennen,dass die BRD ein Staat der Unternehmer (sprich Kapitalisten) ist und dass die DDR sich nicht ohne Grund einen Arbeiter-und-Bauern-Staat nannte. Frauen werden die Gleichberechtigung und das Recht,über ihren Körper selbst zu bestimmen, die sie in der DDR hatten,jetzt höher schätzen. Viele werden nach der Berührung mit dem Gesetz und dem Recht der BRD mit Frau Bohley, die uns Kommunisten verdammt, sagen: "Gerechtigkeit haben wir gewollt. Den Rechtsstaat haben wir bekommen." Viele werden auch begreifen, dass die Freiheit, zwischen CDU/CSU, SPD und FDP zu waehlen, nur die Freiheit zu einer Scheinwahl bedeutet. Sie werden erkennen, dass sie im täglichen Leben, insbesondere auf ihrer Arbeitsstelle, in der DDR ein ungleich höheres Mass an Freiheit hatten, als sie es jetzt haben. Schliesslich werden die Geborgenheit und Sicherheit, die die kleine und im Verhältnis zur BRD arme DDR ihren Bürgern gewährte, nicht mehr als Selbstverständlichkeit missachtet werden, weil der Alltag des Kapitalismus jetzt jedem deutlich macht, was sie in Wahrheit wert sind."


Ich glaube, der größte Fehler - vor allem des Zitierten - war, dass man uns nicht heraus gelassen hat, dass wir vor 1990 selbst bei Besuchen "drüben" nur die Urlaubsgesichter der Gesellschaft gesehen und niemals erfahren haben, was die ganze schöne bunte Freiheit kostet und wer sie letztendlich womit bezahlen muss...

Übrigens, der Zitierte heißt Erich Honecker.

Grafik: Gerd Altmann (www.pixelio.de)

Freitag, 13. Februar 2009

Er ist alt geworden

Wenn man mal so nachdenkt: In den letzten 2000 Jahren hat er sich nicht besonders um seine Schöpfung gekümmert. Und auch sonst ist er ziemlich verantwortungslos. Das Wetter hat er mit den bekannten Folgen an Petrus abgegeben und auch sonst machen seine Stellvertreter - nicht nur die auf Erden - so ziemlich allen Blödsinn, den sie für richtig halten. Manchmal aber gibt es ihn noch, den kernigen, schnell erzürnten Jahwe aus dem Alten Testament. Da schlägt er zu. Auge um Auge, Zahn um Zahn heißt dann kurzerhand die Devise. Dass er leider nur ein paar der kleinen Lichter und nicht die Bosse der Pius-Bruderschaft getroffen hat, mag an seiner altersbedingten Fehlsichtigkeit liegen...

Donnerstag, 12. Februar 2009

Kommunalpolitik - das Einfache, was schwer zu machen ist

Die nächste Sitzung des Stadtentwicklungsauschusses der Stadt Bernau bei Berlin findet am 18. Februar um 17:00 Uhr im Rathaus statt. Ich nutze die Öffentlichkeit in diesem Blog, um auf die Einwohnerfragestunde um 18:00 Uhr hinzuweisen. Leider wird diese Möglichkleit, direkte Fragen an die Abgeordneten der Stadtverordnetenversammlung im Ausschuss zu stellen, noch viel zu wenig wahrgenommen. Man muss wirklich keine Angst vor einer Blamage haben, kann reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist und die Fragestunde beginnt pünktlich um 18:00 Uhr. Das heißt, jede andere Diskussion wird mit dem Glockenschlag 6 der Bernauer Marienkirche unterbrochen und nach der Fragestunde fortgeführt. Liebe Mitbürger, trauen Sie sich einfach ! Es kann nur nützen !

Die Tagesordnung der Sitzung liegt mir jetzt vor und umfasst neben dem üblichen formalen, aber leider notwendigen Protokollkram folgende Punkte:

- Überarbeitung des Sanierungsplans "Stadtkern"
- Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes "An den Schäferpfühlen" im Ortsteil Ladeburg
- Ergebnisse der Offenlage und der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange
sowie Satzungsbeschluss zur 1. Änderung des Bebauungsplanes "Wohngebiet Rutenfeld"
- Offenlagebeschluss zum Bebauungsplan "Gewerbe- und Sondergebiet am Ogadeberg"
- Projektgruppe "Landschaftsraum Teufelspfuhl" ( Empfehlung der Fraktionen DIE LINKE
und der Freien Fraktion)
- Erhalt der Parkplätze in der Hussitenstraße (Empfehlung der CDU/FDP-Fraktion)

Das bedeutet noch ein bißchen Arbeit bis zur nächsten Woche, denn die Vorlagen wollen natürlich durchgearbeitet werden. Übrigens ergeht auch hier der Aufruf an alle Interessierten: Die Vorlagen können bei mir eingesehen werden. Ich würde mich über Ihr Interesse an unserer Arbeit im Stadtentwicklungsausschuss freuen und bitte um Terminvereinbarung unter der e-mail-Adresse vallisblog(at)gmx.net.

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: Meckern ist zwar befreiend, ändert aber in der Regel nicht viel, wenn man nur im stillen Kämmerlein bleibt. Ein paar Gleichgesinnte und ich haben daher im Januar die Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegung im Barnim offiziell zur Eintragung beim Landeswahllleiter gegründet. Wir werden mit ähnlichen Gruppen, denen es wie uns einfach um mehr Bürgerbeteilung in Kommunal-, Landes- und Bundespolitik geht, zu allen in diesem Jahr anstehenden Wahlen antreten. Bitte unterstützen Sie unsere Kandidaten bei der Landtagswahl in Brandenburg und bei den Europa- und Bundestagswahlen. Damit das Kopfschütteln beim täglichen Blick in die Zeitung künftig weniger heftig ausfällt...

Mittwoch, 11. Februar 2009

Geschichtsunterricht und Realität


Die "Märkische Oderzeitung" berichtet in ihrer heutigen Ausgabe davon, dass eine 18-jährige Gymnasiastin dem Brandenburger Bildungsminister widerspricht !
Zunächst mal: Darf die denn das? Darf sie natürlich, aber nur weil es um fehlende DDR-Aufarbeitung in Brandenburger Schulen geht. Der Bildungsminister Rupprecht hält das Thema DDR im Schulunterricht für ausreichend gewürdigt. Damit schloss er Lehrplan-Konsequenzen nach einer Studie der Freien Universität Berlin aus, die im Sommer des vergangenen Jahres eklatante Wissenslücken von Jugendlichen über die DDR aufgedeckt hatte. Sicherlich hat er da unrecht, wenn man von der Qualität der FU-Studie ausgeht. Denn mittlerweile fordert nicht nur der ehemalige DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière eine differenzierte Geschichtsschreibung und eine Abkehr von der einseitigen Darstellung der DDR-Geschichte a la FU-Studie. Und Hans Modrow hat sich zum gleichen Thema gerade in einem Offenen Brief an den Bundespräsidenten Horst Köhler gewandt. Antwort ungewiss und eher unwahrscheinlich, denn die Linie der offiziellen Geschichtschreibung ist ganz klar: Die DDR war ein Unfall der Geschichte und die BRD ist das Ende der Geschichte. Schöner wird's nimmer! Genau aus diesem Grund kann man wohl misstrauisch sein, wenn von Textsammlungen über die DDR für den heutigen Geschichtsunterricht die Rede ist.

In ihrem Brief an den Brandenburger Bildungsminister kritisiert die Schülerin aber noch etwas anderes: "In der 13. Klasse sind wir, zum vierten Mal in meiner Schulzeit, wieder einmal beim Nationalsozialismus angelangt", heißt es da. "Gut so", möchte man ihr entgegnen, denn die Nazis haben 6 Millionen Juden umgebracht und 60 Millionen Kriegstote sowie unermessliches Leid in Europa und letztlich auch in Deutschland zu verantworten. Diese Verbrechen sind so einzigartig in der menschlichen Geschichte, dass man sie niemals vergessen darf. Auch die deutsche Teilung war letztlich ein Ergebniss dieser Verbrechen und des von Hitler und Konsorten angezettelten Krieges.

Wie sieht es denn sonst mit der Aufarbeitung des "Dritten Reichs" an Deutschlands Schulen aus ? Es steht zu befürchten , dass man auch hier nach der Maxime von Guido Jim Knopf vorgeht. Und das heißt, dass es Hitler und ein paar willige Hilfer ganz allein waren. Da man die willigen Helfer nach dem Krieg aber für den Wiederaufbau in dieser grandiosen und wie gesagt kaum zu verbessernden Bundesrepublik so nötig brauchte, macht man lieber mit dem Geschichtsunterricht am 9. Mai 1945 Schluss. Weitere Fragen könnten manchmal peinlich werden.Zum Beispiel auch die Frage,nach wem denn einige unserer Schulen benannt sind:

"... bundesweit ist nach Erkenntnissen des Chemnitzer Historikers Geralf Gemser auch eine dreistellige Zahl von Schulen nach ehemaligen NSDAP-Mitgliedern benannt. Allein von den 2200 Schulen in Sachsen tragen acht Bildungseinrichtungen den Namen von Parteimitgliedern der NSDAP. Vier weitere Schulen im Freistaat haben SA- bzw. SS-Mitglieder als Namenspaten gewählt.Nach Holocaustopfern seien hingegen nur fünf Schulen benannt, so Gemser, der das Buch »Unser Namensgeber. Widerstand, Verfolgung und Konformität 1933-1945 im Spiegelbild heutiger Schulnamen« veröffentlicht hat." ("junge welt" vom 11.2.09)

Beispiele gefällig ? Gern: "Das Gymnasium im sächsischen Großröhrsdorf beispielsweise ist nach dem 1875 geborenen Chirurgen Ferdinand Sauerbruch benannt. Laut Gemser habe Sauerbruch 1942 Geld für medizinische Versuche an KZ-Häftlingen bewilligt. »Bis vor ein paar Tagen war das hier kein Thema«, sagt der stellvertretende Schulleiter Gerd Lehmann. Die Schule habe zu DDR-Zeiten den Namen des Kommunisten Fritz Weineck getragen, der nach der Wende nicht mehr erwünscht gewesen sei«, so Lehmann."

Pfui ! Kommunisten ! Wie kann man aber auch? Weineck wurde übrigens bei einer friedlichen Kundgebung 1925 im Volkspark Halle von einem Polizisten von hinten erschossen.

Weiter:
- Eine Schule in Bernstadt in der Oberlausitz gab sich erst 2007 den Namen von Klaus Riedel. Der Raketenkonstrukteur soll mitverantwortlich für den Tod von bis zu 20.000 Zwangsarbeitern sein, die bei der Produktion der V-2-Raketen starben.
- Die Andert-Mittelschule im sächsischen Ebersbach ist nach 1990 gleich nach drei Nazis benannt worden. Hermann Andert war Mitglied der NSDAP, die Söhne Herbert und Werner in der SA, bzw. im NS-Lehrerbund.

Und noch was Delikates: Die Rudolf-Dietz-Grundschule in Wiesbaden ist nach einem 1942 verstorbenen Heimatdichter benannt. Dietz war seit 1933 Mitglied der NSDAP. Neben Hunderten harmloser Heimatgedichte veröffentlichte er nach Recherchen des Wiesbadener Stadtarchivs auch schätzungsweise 30 eindeutig antisemitische Gedichte. Die Stadt holte nach einer kontroversen Diskussion 2004 ein Gutachten des Karlsruher Historikers Peter Steinbach ein, der Dietz als »Mitläufer« im Dritten Reich einstufte. Das Wiesbadener Stadtparlament lehnte daraufhin eine Umbenennung der Schule ab. »Man kann Geschichte nicht wegschließen«, begründet Oberbürgermeister Helmut Müller seinerzeit das Vorgehen. Die Beibehaltung des Namens erzwinge eine permanente Auseinandersetzung mit Dietz und seiner Nazivergangenheit, glaubt er.

Dieser Logik folgend schlage ich vor, auch einige Schulen nach Hermann Göring zu benennen.War doch ganz harmlos, der Dicke. So niedlich. Wurde von diesen Scheiß-Allierten nach dem Krieg natürlich völlig schuldlos in den Tod getrieben, oder ?

Was nutzt es, wenn man die Schüler einerseits viermal während ihrer Schulzeit mit dem NS-Regime belästigt, ihnen aber andererseits die Namen solcher üblen Typen jeden Morgen auf dem Weg durchs Schultor entgegen leuchten? Da ist wohl noch etwas zu tun, denn Aufarbeitung der Geschichte sieht anders aus. Und wahrscheinlich sollte man nicht nur die Schüler, sondern auch die Verantwortlichen in diesem Staat mal ausgiebig über das NS-Regime aufklären...



Zitate: "Märkische Oderzeitung" und "junge welt" vom 11. Februar 2009
Foto: Eine rote Nelke in der Verbrennungskammer des KZs Dachau, von einem Besucher abgelegt (Hans-Peter Reichartz, www.pixelio.de)

Dienstag, 10. Februar 2009

Versuch einer GLOSse


Es ist ja nicht so, dass diese GLOSse Koalition ausnahmsGLOS aus hoffnungsGLOSsen geistigen Tieffliegern besteht. Nein, eigentlich könnten selbst die hilfGLOSesten unter ihnen wie der Die-Wirtschaftskrise-ist-ausschließlich-ein-Problem-der-USA-Steinbrück, der BND-hilft-den-Amis-im-Irak-Steinmeier, die Mülltonnen-Uschi , Ullala aus Aachen, der Rollstuhl-Mielke und die Blauhemd-Madonna wenigstens für Heiterkeit im Volke sorgen, wenn- ja, wenn - diese Herrschaften nicht so teuer wären. Nicht genug, dass sie sich ihre nicht geringen Gehälter in die Tasche stopfen und fast nichts dafür leisten (Geschenke an die Reichen verteilen würde ich z.B. für die Hälfte eines Minister-Salärs machen !). Dazu wird noch alles, was diese Leute anstellen, auch nachhaltig teuer für den Normal-Bürger. Ich denke da nur an Flops wie die Gesundheits"reform" oder die elektronische Gesundheitskarte,die einfach lausige Kindergelderhöhung, an das sogenannte Konjunkturpaket, das uns Steuerzahlern sofort wieder auf die Füße fällt, die elektronische Bespitzelung durch die Vorratsdatenspeicherung, die sich die Telefonanbieter durch uns Kunden bezahlen lassen und so weiter und so heiter. SinnGLOS, sich darüber zu erregen. Besonders verantwortungsGLOS aber ist es, nun auch noch den Bettel auf drei Viertel der Strecke hinzuschmeißen. "Mitgegangen, mitgehangen" sagt man im Volksmund. RücksichtsGLOS gegenüber den Ministerkollegen und gegenüber der Kanzlerin. Na gut, GLOSse Dinge hat dieser sogenannte Minister nicht geleistet. HirnGLOS ? Vielleicht. Aber sicher kann er für sich in Anspruch nehmen, der erfolgGLOSeste Bundeswirtschaftsminister aller Zeiten gewesen zu sein. Und das ist doch auch schon was...

Grafik: "Der Narr regiert die Welt" (Gerd Altmann, www.pixelio.de)

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Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...