
Sigmund Freud hätte in dieser Bundesrepublik eine Menge zu tun. Ob wir Bundesbürger sich unsere Macken in der Schule oder an der Unität, im Arbeitsleben, beim Fernsehen oder bei der Zeitung abholen, ob wir im täglichen Berufsverkehr mit der S-Bahn, in total verspäteten ICE oder infolge eines Schreibens vom Finanzamt durchdrehen, ist dabei eigentlich ganz egal. Es ist eigentlich ein Wunder, dass in diesem Land überhaupt noch ein paar normale Menschen herumlaufen.
Bespiel gefällig ? Schon bald nach der Wende fiel uns die anale Fixation unserer westdeutschen Mitbürger auf. Wir waren in einem Kino im Berliner Wedding und sahen einen Film über den englischen König Georg den III. , der wahrscheinlich an einer Stoffwechselstörung (Porphyrie) erkrankt war. Als Folge dieser Porphyrie kam es zu einer zunehmenden Geisteskrankheit des Königs. Zwischenzeitlich war es einem naturheilkundigen Arzt gelungen, die Krankheit durch strenge Diät einzudämmen. Da dieser Mann allerdings nicht adlig war und den Plänen einiger Leute im Wege stand, sorgten der Kronprinz und der Hofstaat bald für seine Entlassung. Die Krankheit kehrte zurück und Georg verblödete endgültig. Diese Phase der Geschichte beschreibt der Film.
Nun äußerte sich Porphyrie auch in der roten Farbe der Exkremente und in bläulicher Farbe des Urins. Georgs Arzt kontrollierte deshalb täglich den Stuhlgang des Monarchen. Es wurden eine Menge Nachttöpfe über die Szene getragen. Nun, der Film war einigermaßen ernst, handelte er doch immerhin vom körperlichen und geistigen Verfall eines Menschen. Aber jedesmal, wenn ein Nachttopf im Bild erschien, kringelte sich das halbe Kino vor Lachen. Jedesmal. Wie gesagt: Freud hätte seine Freude. Allerdings ist er glücklicherweise rechtzeitig ausgewandert.
Sicherlich ist es diese leichte Geistesschwäche, gepaart mit Zufriedenheit, die das deutsche Volk auszeichnet und es befähigt, jedwede Einschränkungen und Zumutungen, die ihm durch die Regierenden aller Ebenen auferlegt werden, ohne Murren zu ertragen. Das Volk ist eben leicht zu amüsieren und zufrieden zu stellen. Auch mit Analfixation, mit Volksfesten und Raketen, Winterschlußverkäufen, Fernsehen inklusive Dschungelshows, Kriegerdenkmälern, adligen Kämpfern für den Frieden in Afghanistan, BuKa- oder BuPrä-Reden zu den Festtagen, ein paar Pimperlingen mehr bei Hartz IV. Oder wo sind die Demos mit den Millionen an Teilnehmern gegen den Krieg und den rücksichtslosen neoliberalen Kahlschlag in dieser Republik? Gegen die Aufkündigung des Solidarprinzips durch die Mächtigen und deren Analfixierte?
Manchmal allerdings lache ich sogar mit: Wenn zum Beispiel der Kommentator des Berliner Inforadios vom Jahre 2010 als dem Annus horribilis (lateinisch für schreckliches Jahr) der FDP spricht und ich in dieser Partei fast ausschließlich schreckliche A...löcher entdecken kann. Und das nur, weil mir ein kleines "N" verloren gegangen ist...
Foto: Fliegen auf Hühnermist (Harald Grunsky / pixelio.de)
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