
Ein wesentlicher Vorteil des Lebens in der DDR war, dass es z.B. kaum Menschen mit Doppelnamen gab. So etwas Komisches wie Leuthäuser-Schnarrenberger oder Schläfer-Bembel war einfach nicht an der Tagesordnung. Nicht etwa, weil es die böse,böse SED verboten hatte, nein, es ist ja auch wirklich ziemlich unbequem, ständig so eine lange Reihe von Buchstaben herzubeten oder gar zu schreiben. Nach einem uralten heimatkundlichen Artikel der Satirezeitschrift "Eulenspiegel" gab es zwar im Städtchen Zella-Mehlis eine gehäufte Ansammlung von Doppelnamen. Aber das hatte die Ursache wohl vor allem darin, das ursprünglich etwa 50 % der Bevölkerung Greiner und die anderen 50 % Petter hießen. Wenn jetzt ein Greiner eine Petter (oder umgekehrt) heiratete, waren diese Leute irgendwann nicht mehr auseinander zu halten und so wählten die Eheleute den Doppelnamen Greiner-Petter. Erinnert sich noch jemand an die erfolgreiche Biathletin Simone Greiner-Petter-Memm ? Nachdem im Laufe der Entwicklung etwa ein Drittel der Einwohner Greiner-Petter hießen, wurde es dringend notwendig,als weiteres Unterscheidungsmerkmal einen dritten Nachnamen einzuführen. Gut, alles erklärbar und irgendwie auch sinnvoll.Auch wenn der Meier aus Motzen sich Meier-Motzen nannte, um sich vom Meier aus Königs Wusterhausen zu unterscheiden.
Jetzt wurden wir auf Wunsch einiger Herrschaften aus Sachsen plötzlich Westen. Und was kostete es Anfangs für Selbstbeherrschung, bei einigen Namen vor allem von SPD-Frauen nicht laut los zu lachen. Wenn also z.B. Frau Elfriede-Agathe-Baba-Jaga Knochenhexe Herrn Simon Hotzenplotz heiratete, hieß sie anschließend garantiert Elfriede-Agathe-Baba-Jaga Knochenhexe-Hotzenplotz.Wem das Beispiel zu weit hergeholt erscheint: Ich hatte mal eine äußerst kluge Chefin aus altem holländischen Manager-Adel mit Namen "van Edamer". die heiratete in Hamburg einen Herrn Schnelle. Zusammen hießen sie dann "Schnelle van Edamer". Phantastische Konstruktionen. Zum Totlachen. Und irgendwie auch was für den Psychologen, da man in den meisten dieser Fälle ganz offensichtlich riesige Probleme mit dem eigenen Über-Ich hat.
Noch was zu Leuthäuser-Schnarrenberger: Es gibt diesen Uraltwitz - ich glaube, ich habe ihn auch hier schon mal gebracht - als Frau L. auf der Straße von einem Mann mit den Worten "Guten Tag, Frau Leut!" angesprochen wird. Natürlich betet sie ihm ihren richtigen Namen vor und da sagt der doch tatsächlich: "Da können sie mal sehen, wie schnell ich immer ausschalte, wenn sie im Fernsehen kommen." Bloß mal so nebenbei: So geht es mir auch immer bei Frau Mer und den Herren Stei, diesen Zwillingsbrüdern aus der Klapsmühle, die da immer besonders schlau und vor allem überheblich im Fernsehen daherkommen.
Ach ja, und was ich noch sagen wollte: Schäker-Tümpel verliert ja morgen für die SPD die Hessen-Wahl. Das hat er natürlich den eigenen Genossen zu verdanken, denn eigentlich hätte Hessen ja schon eine ganze Weile eine neue Regierung ohne Herrn Roland-Pinocchio* Koch haben können. Ich gebe zu, dass ich mich nicht über den ulkigen Namen dieser wirklichen witzigen Figur Schüler-Hempel lustig machen würde, wenn er nicht ausgerechnet in der SPD wäre. Das ist auch wirklich ein merkwürdiger Zufall...
* Pinocchios beste Eigenschaft war ja, dass ihm beim Lügen immer eine lange Nase wuchs.
Foto: "Na, hast du wieder gelogen?" (mad max, www.pixelio.de)
Natürlich kann ich mich an die Simone erinnern..hehe ich bin doch Biathlon-Fan, aber darum gehts ja eher nicht...und leider wird der Schäfer-Gümbel morgen wirklich haushoch verlieren. Nun bin ich gar kein Fan der SPD, aber es wäre halt wirklich das kleinere Übel zu Schwarz-Gelb. Gruß J.
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