Der neue Chef im Klinikum X jedenfalls hatte dort schon lange als Oberarzt gearbeitet, nie etwas mit SED und Stasi zu tun gehabt und war auch ein hervorragender Fachmann. Und wie es so im Leben ist, brauchte dieser bei seinem Dienstantritt lange vor 1989 eine Wohnung. Als solche bot man ihm ein Haus im Nachbarort an, dass von einem so genannten Republikflüchtling verlassen worden war und leer stand. Er durfte dieses Haus von der Gemeindeverwaltung kaufen. Er investierte eine Menge Geld, Zeit und Nerven (weil es keine Handwerker und Baustoffe gab) und wohnte schließlich glücklich und zufrieden bis zur so genannten Wende mit seiner Familie in dem kleinen Häuschen. Dann kam Kohls Prinzip“ Rückgabe vor Entschädigung“ und unser Chefarzt musste sein Häuschen, in dem er sein halbes Leben gelebt hatte, wieder abgeben. Und zwar an den Republikflüchtling, der es Dutzende Jahre vorher so schnöde im Stich gelassen und dem Verfall übereignet hatte.Das war Recht im vereinigten Deutschland und ist so bestimmt tausendfach passiert.
Was will uns diese Geschichte sagen? Ganz einfach: Jeder, der auch nur ein wenig Grips und vor allem Unrechtsbewusstsein sein eigen nennt, hätte wissen müssen, dass die Altanschließerbeiträge, die teilweise mit gröbsten staatlichen Zwang eingetrieben wurden, grundgesetzwidrig und böses Unrecht sind. Wenn man sich trotzdem zu dieser Art übler Taschendieberei hergegeben hat, machte man das mit voller Absicht und im Bewusstsein der bösen Tat. Man kann jetzt nicht ankommen und sagen: " Ach Gottchen, jetzt habe ich ja aus Versehen 30 Millionen Euro von euch Altanschließern abgezockt, das Geld ist natürlich weg und wenn der Wasser- und Abwasserzweckverband jetzt zurückzahlen soll, ist er bankrott." Tja, Pech gehabt. Mit dieser Entwicklung hätte man als einigermaßen intelligenter Mensch rechnen müssen.
Was mich allerdings noch viel mehr ärgert, ist die Reaktion oder besser das laute Schweigen, die NICHT-Reaktion der Bernauer Polit- Kasper von der Einheitspartei CDUSPDGRÜNELINKE. Wo ist das unselige, aufgeblasene Dreigestirn Handke (CDU, ehemaliger Bürgermeister und WAV-Vorsitzender) , Keil (SPD, ehemaliger Kreissparkassenchef, übelster, agggressiver Scharfmacher gegen die Dienstagsdemonstranten) und Dyhr (Grüne, ebenfalls Einpeitscher der gesetzwidrigen Beiträge), die nicht müde wurden, Andersdenkende öffentlich in der Presse übelst verbal anzurempeln ? Keil wurde auch richtig handgreiflich und Dyhr erfand in guter alter grüner Tradition mal eben wüste Bedrohungsgeschichten, um die Demonstranten auf dem Bernauer Marktplatz als Nazis zu diskreditieren. Kann man von diesen Leuten nicht endlich mal eine Entschuldigung erwarten? Keil und Dyhr hocken sogar noch in der Bernauer Stadtverordnetenversammlung, Keil ist im Kreistag, eine öffentliche Entschuldigung wäre nur recht und billig. So in dem Sinne "Hey, wir hatten Unrecht. Entschuldigung, wenn wir ab zu mal ausgeflippt sind. Kommt nicht wieder vor. WIR HABEN DARAUS GELERNT"
Wir sollten sie also nicht so billig davon kommen lassen! Allerdings bin ich mir sicher, dass es zu einer Entschuldigung niemals kommen wird. Dazu bräuchte man menschliche Größe, die alle drei nicht haben. Erinnern wir uns daher stets an diese Augenblicke des Winters 2015/2016, als in Brandenburg kurzfristig dank der Verfassungsrichter in Karlsruhe so etwas wie Gerechtigkeit aufschien und verbieten wir diesen unsäglichen Typen zukünftig einfach den Mund...
Fotos: Dienstagsdemonstrationen gegen die grundgesetzwidrigen Altanschießerbeiträge auf dem Bernauer Marktplatz / © fv 2013
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Ich freue mich über alle Kommentare. Bitte halten Sie sich aber an die Netiquette - keine rassistischen, sexistischen oder sonstwie diskriminierenden Äußerungen. Auch Militaristen haben hier ausdrücklich kein Forum. Falls Sie der Ansicht sind, ich wäre a. blöd b.hässlich oder c. beides, behalten Sie das bitte für sich. Es interessiert hier niemanden. Versuchen Sie, inhaltlich relevante Kommentare, die die Diskussion zum Thema voran bringen und das Thema erhellen, abzugeben. Ich behalte mir vor, Kommentare zu kürzen oder zu löschen und weise darauf hin, dass die in Kommentaren geäußerten Ansichten nicht unbedingt meinen eigenen entsprechen.