"Die NATO soll unbegrenzt lange in Afghanistan Krieg führen. Zu diesem vorrangigen Ziel bekannte sich am Montag der neue Generalsekretär der Allianz, Anders Fogh Rasmussen, an seinem ersten Arbeitstag. Er kleidete das Vorhaben in die Worte, die NATO werde das afghanische Volk solange wie nötig unterstützen."
Nun wird ja niemand auf diesen Posten berufen, der den ganzen Tag mit Palmzweigen wedelt.So waren von dieser in Dänemark abgetakelten Knallcharge nichts anderes zu erwarten als dumme Sprüche und Parolen zum Durchhalten.
Schlimm ist allerdings die Begleitmusik der markigen Worte:
"Derzeit sind 65000 NATO-Soldaten, darunter 4000 der Bundeswehr, in Afghanistan stationiert...Im Juli wurden 74 Soldaten getötet, mehr als in irgendeinem anderen Monat seit dem Beginn der Militärintervention im Oktober 2001. Unter den Toten waren 43 US-Amerikaner und 22 Briten..."
In Nordafghanistan sind die Aufständischen nach einer »erfolgreichen« zweiwöchigen Offensive der Bundeswehr - wen wundert's - innerhalb weniger Tage zurückgekehrt... " Solche Vorgänge, ebenso wie die Verschärfung der militärischen Auseinandersetzungen in allen Landesteilen und die immer höheren Verluste der NATO-Truppen weisen auf einen Faktor hin, den der neue Generalsekretär nicht ansprach und der auch in der Kriegsberichterstattung kaum erwähnt wird: Die Aufständischen werden von erheblichen und wachsenden Teilen der Bevölkerung unterstützt..."
Wer unterstützt nun eigentlich wen ? Die NATO unterstützt nach Rasmussen die afghanische Bevölkerung. Die afghanische Bevölkerung unterstützt die Taliban. Die Katze beisst sich in den Schwanz. Man könnte auch sagen, dass ein klassischer Teufelskreis entstanden ist, d.h. es besteht inzwischen eine Wechselwirkung zwischen mehreren Faktoren, die sich durch positive Rückkopplung gegenseitig verstärken und einen Zustand immer weiter verschlechtern oder zumindest eine Verbesserung verhindern.Es könnte auf philosophische Art kurios und albern sein, wenn nicht jeden Tag Menschen sterben würden.
Ursache für die Misere sind die NATO-Truppen selbst. Sie können nicht gewinnen. Deshalb die markigen Worte des dänischen Durchhalte-Wikingers. Schlimm ist allerdings auch, dass die neuen Verlustmeldungen oder die Nachrichten über die neuen Ereignisse in Nordafghanistan offenbar wieder einmal von Amts wegen oder in vorauseilendem Gehorsam unterdrückt werden. Außer bei der "jungen welt" online konnte ich sie nirgendwo entdecken. Fernsehen und Radio schweigen ebenfalls. Wohl auch besser so vor den Wahlen...
Foto: Das Deserteursdenkmal in Bernau bei Berlin ( © mv 2009)
Völlig Deiner Meinung, und um es mal sehr deutlich zu sagen: Da die ISAF den Terrorismus befeuert, ist sie selbst Teil des Terrors.
AntwortenLöschenDieser Vorgang spielt sich in drei Schritten ab:
Erstens, tötet ISAF "feindliche Kämpfer" direkt. Auch "feindliche Kämpfer" sind Menschen mit Familien, welche nach dem Tod des Kämpfers der ISAF nicht unbedingt freundlicher gesinnt sind.
Zweitens, terrorisiert ISAF die Zivilbevölkerung durch die hohe Zahl von "Kollateralschäden" bei Luftangriffen, Artillerieangriffen und Angriff auf eng besiedeltes Gebiet. Hinzu kommen Razzien, kulturell unangepasstes Verhalten etc.
Drittens, folgt aus der Bekämpfung der "feindlichen Kämpfer" mehr Terror für die Zivilbevölkerung. Der erste Schritt befeuert also den Zweiten: ISAF schießt, die feindlichen Kämpfer" schießen, die Gewaltspirale dreht sich und die Zivilisten "stehen im Weg".
Aus jedem einzelnen dieser drei Schritte folgt, dass die ISAF durch ihr Verhalten zukünftige Terroristen rekrutiert.
Dieser Teufelskreis ist übrigens ein klassisches Merkmal unserer westlichen Exportkriege, sei es Vietnam, Gaza, Irak oder Afghanistan.
Also: Bravo ISAF! Weiter so, es müssen Waffen verkauft werden.