
Als 1980 die Olympiade in Moskau stattfinden sollte, dachten unsere sowjetischen Freunde über die Aufwertung des Moskauer Nachtlebens nach. Irgend jemand im Politbüro der KPdSU kam auf die Idee, in einigen Nachtbars Striptease anzubieten. Gesagt, getan: Zunächst einmal lobte man einen offiziellen Wettbewerb aus. Es kamen Damen aus der gesamten Sowjetunion: Zarte Lettinnen, aparte Kasachinnen, niedliche Usbekinnen, blonde Ukrainerinnen und strenge Russinnen. Den Wettbewerb gewann schließlich die 83-jährige Olga Iwanowna Sterlitzin aus Kusnezk. Offizielle Begründung für ihren Sieg war, dass sie Lenin noch persönlich gekannt hatte...
Dieser Uralt-Witz ging mir am Wochenende durch den Kopf, als ich in allen Medien dieses Landes über den deutschen Beitrag zum diesjährigen Eurovision Song Contest in Moskau informiert wurde - ob ich wollte oder nicht. Hämische Genugtuung am heutigen Morgen: Der eher peinliche, zwangneurotisch-quirlige Grinskopf (Sänger) und sein grässlich platt daherkommender Zwilling sowie die ältere Dame, die sich auf der Bühne ausziehen solllte - das hohe Alter dieser Frau verbietet mir jede dreckige Bemerkung über ihren Act - haben es mit ihrem nervigen (S)Hit "Shittyshittybängbäng" (oder so ähnlich) nicht geschafft. Eigentlich war das kein Wunder. Ein Wunder ist aber, dass es fünf Länder gab, die noch gräulicheren Mist absonderten und damit schlechter abschnitten als Deutschland. Zeit wird es langsam, sich persönlich endgültig von all diesen Versuchen der Teilnahme an dem Wettbewerb "Eurovision Song Contest" in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu distanzieren. Leider werde ich nie herausbekommen, wieviel von meinen sauer verdienten GEZ-Gebühren jährlich für eben diesen Geräusche- Schrott a la Ralph Siegel, NoAngels oder NoNames verheizt werden...
Foto: Bertram Fohrn (www.pixelio.de)
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