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Samstag, 23. Juni 2007

Das ist die Liebe der Matrosen

„ Ihr sollt zusammenschlagen!

Erst die Hacken.

Zweitens die Welt.

Am Schluss

Die Hände überm Kopf.“

Robert Gilbert, der 1918 im Spartakusbund an der Novemberrevolution teilgenommen hatte, floh 1933 rechtzeitig aus Berlin. In seinem obigen Appell an das deutsche Volk gab er eine Probe seines Könnens: Kurz und bündig durch einprägsame Bilder zur unbequemen Wahrheit – auf den Punkt - zu kommen.

Gilbert, eigentlich Robert David Winterfeld, geboren 1899 in Berlin war zwischen I. Weltkrieg und Beginn der Nazizeit ein Star der Unterhaltungsindustrie und der Menschen. Man liebte seine Lieder, auch wenn die wenigsten den Textdichter kannten. Mit seinen Liedern für das „Weiße Rössl“ („Was kann der Sigismund dafür“), die Comedian Harmonists („Das ist die Liebe der Matrosen“; „Ein Freund, ein guter Freund“) und für die Filmoperette “ Der Kongress tanzt“ sowie für Ernst Busch („Stempellied“) hatte er schnell die Straße und die Herzen der Menschen erobert. Ob nun für die Regisseure und Komponisten Frederick Loewe, Nico Dostal, Hermann Leopoldi, Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann, Ralph Benatzky und Erik Charell oder für die Schauspieler Lilian Harvey, Willy Fritsch, Heinz Rühmann, Paul Hörbiger, Zarah Leander und Willi Forst, stets wurden seine Lieder riesige Erfolge. Er schaute den Menschen aufs Maul und wurde mit Heinrich Heine verglichen, der ebenso wie Gilbert der Prosaik des Lebens in seinen Versen Rhythmus eingehaucht hatte.(Hannah Arendt) Auf dem Höhepunkt seines Schaffens musste er durch die judenfeindliche Politik der Nazis Deutschland verlassen , da auch er jüdischer Abstammung war. Über Österreich und Paris floh er schließlich nach New York, wo er 1944 auch die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm.

Gerade in den schwärzesten seiner Gedichte schlug er zunächst einen fröhlichen Kinderton an, um dann ganz gezielt zum Grauen überzuleiten, so z.B. in dem Zyklus „Grimmige Märchen“, der Anfang der 40er Jahre in New York erschien:

„Die Bremer Stadtmusikanten

leben jetzt zwischen Jordan und Jemen.

Hoffentlich haben sie keine Verwandten

In Bremen.“

Bedenkt man, dass die 4 Bremer Stadtmusikanten in der gleichnamigen Fabel eigentlich alte, kranke und somit „unnütze“ Tiere sind, fallen einem sofort die unsäglichen Programme der Nazis zur Euthanasie und der Tötung „unwerten Lebens“ ein.

Gilbert kam nach dem Ende des Naziregimes 1949 nach Europa zurück und wurde wieder deutscher Staatsbürger. Trotzdem er z.B. 1950 für die Operette „Das Feuerwerk“ das Lied „Oh, mein Papa“ schrieb und später die Musicals „My fair Lady“, "Oklahoma", "Hello Dolly" und „Annie get your gun“ ins Deutsche übersetzte (der Zungenbrecher „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“, den Eliza Doolittle irgendwann fehlerfrei aufsagen kann, ist von ihm) konnte er den Humor der Weimarer Zeit nicht zurückholen. Dazu war in 12 Jahren zuviel passiert. 1978 starb er im Tessin, wo er seit 1955 lebte.

Keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt die folgende Aufzählung seiner größten Erfolge, sei es als Komponist oder Librettist:
  • Durch Berlin fließt immer noch die Spree
  • Kathrin, du hast die schönsten Beine von Berlin ( sein erster Schlager)
  • Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist
  • Das ist die Liebe der Matrosen (Film: Die drei von der Tankstelle)
  • Im Salzkammergut, da kamma gut lustig sein
  • Das gibt´s nur einmal, das kommt nicht wieder
  • Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn
  • Irgendwo auf der Welt (Musik Heymann)
  • Annemarie (Operette, mit Vater Jean Gilbert 1925)
  • Lene, Lotte, Liese - Josefines Töchter (Volksstück ,mit Vater Jean Gilbert 1926)
  • Die leichte Isabell (Operette, 1926)Pit-Pit (burleske Operette, 1927 )
  • Äffchen (Operette 1928 )
  • Prosit Gipsy (musikalisches Lustspiel 1929 )
  • Im weißen Rößl (Singspiel), Musik von Ralph Benatzky; musikalische Einlagen von Robert Gilbert, Bruno Granichstaedten, Robert Stolz und Hans Frankowski, Libretto vom Komponisten zusammen mit Hans Müller und Erik Charell, nach Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg; 1930 )
  • Strammer Junge angekommen (Schwank mit Musik 1953)

Bücher:
„Mich hat kein Esel im Galopp verloren“. Gedichte aus Zeit und Unzeit. Piper Verlag München, 1971

Quelle: FAZ, Wikipedia u.a.

Wörterbuch Ost-west, Supplement

Das was ich neulich über die Sachsen schrieb
war gar nicht lieb.
Matthias aus Leipzig z.B. ist niedlich.
Den lieb' ich !


Sowohl der Autor als auch Herr M. aus Leipzig legen Wert auf die Feststellung, dass sie weder in der Gegenwart, noch in der Vergangenheit eine homoerotische Beziehung weder miteinander noch mit anderen Männern hatten und auch in Zukunft nicht haben werden. So ist dieses kleine Gedicht nur so zu verstehen, dass der Teufel im Detail steckt. Lernt man nämlich einen Sachsen oder eine Sächsin näher kennen, muss man ihn/sie einfach mögen. So wie jeden netten Menschen...

Donnerstag, 21. Juni 2007

Wörterbuch Ost-west, Teil 4


Heute einige weitere Übersetzungen allgemein unverständlicher Mundartbrocken aus Gegenden, wo zänkische Bergvölker hausen:

Radler- ist mitnichten ein Fahrradfahrer. Im Zuge des immer mehr zunehmenden Einflusses der südlichen Bundesländer auf die deutsche Sprache bezeichnet man damit ein Gemisch aus Limonade und Bier, was im Allgemeinen schon eklig genug ist. Die Bezeichnung "Radler" läßt mich immer an Scharping denken, was dann doppelt eklig ist, mich allerdings auch mit Schadenfreude erfüllt, denn der Volltro... ähm, also der ist ja damals schön auf den Kopf gefallen. Die richtige Bezeichnung für dieses eklige Gemisch (siehe oben) ist in der Berliner Gegend "Potsdamer" und in Norddeutschland "Alsterwasser". Aber da halb Berlin von Schnullis und Schnullienen aus Baden-Würstchenberg überschwemmt ist, werden wir uns an "Radler" gewöhnen, dieses Zeug aber niemals trinken (brrrr).

NBL- auch Neue Bundesländer: seit 1990 ein Paradies,vorher war hier nichts, keinerlei Zivilisation, die Menschen lebten primitiv in Lehmhütten und bestenfalls in Plattenbauten.Igitt. Möbel, Teller und Besteck waren unbekannt, man stritt sich täglich ums Essen und das saubere Wasser. Nur die Bonzen durften ab und zu mal Wodka trinken. Täglich wurden Widerstandskämpfer öffentlich gefoltert und hingerichtet, vor allem die aus der Akademie der Wissenschaften, die heute Bundeskanzler und Bundestagsvizepräsident sind. Kinder mussten in Kinder-KZ gemeinsam auf den Topf und wurden im Guerilla-Kampf ausgebildet. Schulen ? Fehlanzeige. Wurden gegen Westgeld nach Finnland exportiert und die Finnen rücken sie einfach nicht mehr raus. Schweinerei, kürzt ihnen doch die EU-Subventionen ! Nach der Wende (siehe dort) kamen eine Menge Aufbauhelfer aus den alten Bundesländern (siehe dort) und leisteten Abbruch- ähh Aufbauhilfe für ganz wenig Geld. Deshalb ist vom Verramschen der DDR-Wirtschaft auch nichts mehr da. Alles weg. Ja, wo ist es denn, auf welchem Bankkonto ? Wo wird es wohl sein ? Inzwischen hat die Stasi der alten Bundesländer von der Stasi der neuen Bundesländer die besten Methoden übernommen. Also war die Wiedervereinigung (siehe dort) doch nicht Scheiße, wie so oft von interessierten Kreisen behauptet wird !


Karikatur: Roland Beier, Haus der Geschichte Bonn

Mittwoch, 20. Juni 2007

In dieser Zeit


Wir haben keine andre Zeit als diese,
Die uns betrügt mit halbgefüllter Schale.
Wir müssen trinken, denn zum zweiten Male
Füllt sie sich nicht. – Vor unserm Paradiese

Droht schon das Schwert, für das wir auserlesen,
Verlorner Söhne landvertriebene Erben.
Wir wurden alt, bevor wir jung gewesen,
Und unser Leben ist ein Nochnichtsterben.

Wir kamen einst mit Kindes Gläubigkeit
In ein vom Sturm verwüstetes Jahrhundert.
Einst hofften wir. Nun schweigt’s in uns verwundert.
Ihr aber könnt nur helfen dem, der schreit.

Verstohlen träumen wir von Wald und Wiese
Und dem uns zugeworfnen Brocken Glück . . .
Kein Morgen bringt das Heute uns zurück,
Wir haben keine andre Zeit als diese.


Das Foto zeigt Leipzig an der Nikolaikirche im September 1989. Das Gedicht ist von
Mascha Kaléko.

Aus meiner tiefsten Seele...



Langschläfers Morgenlied

Der Wecker surrt. Das alberne Geknatter

Reißt mir das schönste Stück des Traums entzwei.

Ein fleißig Radio übt schon sein Geschnatter.

Pitt äußert, daß es Zeit zum Aufstehn sei.


Mir ist vor Frühaufstehern immer bange.

. . . Das können keine wackern Männer sein:

Ein guter Mensch schläft meistens gern und lange.

- Ich bild mir diesbezüglich etwas ein . . .


Das mit der goldgeschmückten Morgenstunde

Hat sicher nur das Lesebuch erdacht.

Ich ruhe sanft. - Aus einem kühlen Grunde:

Ich hab mir niemals was aus Gold gemacht.


Der Wecker surrt. Pitt malt in düstern Sätzen

Der Faulheit Wirkung auf den Lebenslauf.

Durchs Fenster hört man schon die Autos hetzen.

- Ein warmes Bett ist nicht zu unterschätzen.

. . . Und dennoch steht man alle Morgen auf.



Mascha Kaléko

Wörterbuch Ost-west, Teil 3



Hier eine weitere Folge unseres unmaßgeblichen und populistischen Wörterbuchs für die Kommunikation zwischen Ossis und Wessis:

links- als Seite in Deutschland völlig pfuibaba, als politische Richtung sogar ca. 1000 Jahre lang verboten, weil die Inder sich mit der linken Hand den Hintern abwischen und das Hakenkreuz erfunden haben. Allerdings gibt es seit Montag, dem 18. Juni 2007 wieder eine linke Partei in Deutschland: Die SPD. Wie ihr Generalsekretär, Hubertus Heil, mitteilte, nimmt die SPD für sich in Anspruch "die linke Volkspartei" zu sein. "Das andere Links, Huberta !" möchte man da als verständnisvoller langjähriger Ehemann und Beifahrer ausrufen. Aber wahrscheinlich ist H. Heil inmitten der vielen Hosenmätze und Waschweiber im Präsidium seiner Partei etwas die Orientierung verloren gegangen. Positiv: Der Seeheimer Kreis , der nicht erst seit Schröders Agenda 2010 die Politik der SPD-Spitze bestimmt und etwa so links in seinen Anschauungen ist wie General Franco, hat bisher noch nicht protestiert...

Widmung- so etwas hat jedes ernstzunehmende Werk der Weltliteratur. Muss daher an dieser Stelle nachgeholt werden. Also, ich widme dieses Wörterbuch den letzten drei Männern des SPD-Parteivorstandes: August Bebel, Clara Zetkin und Rosa Luxemburg.

Die Grafik zeigt die Sitzverteilung im 16.Deutschen Bundestag (Quelle: www.bundestag.de), seltsamerweise ist hier die CDU/CSU die linke Volkspartei. Muss man nur weit genug nach rechts gehen, um wieder links anzukommen ? Fragen über Fragen ...

Dienstag, 19. Juni 2007

Die Linkspartei

" Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen" (?)

Jean Paul

Die Koalitionsparteien CDU, SPD und CSU reagierten am Montag mit heftiger Kritik auf den Zusammenschluss von PDS und WASG zur neuen Linkspartei.CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sprach von einer linksradikalen Partei. Die neue Partei habe auf ihrem Vereinigungsparteitag "deutlich gemacht, dass sie das System überwinden will".

Pofalla verglich die neue Linkspartei mit Rechtsextremisten: Auch die NPD halte das jetzige System, das Rechtsstaatlichkeit und Demokratie garantiere, nicht für ausreichend. CSU-Generalsekretär Markus Söder konzentrierte seine Kritik unterdessen auf Lafontaine: Dieser sei "eine Schande für aufrechte Sozialdemokraten, er ist ein Radikaler, ein Extremist". Hubertus Heil, SPD-General, formulierte das Ziel der SPD: "Unser Ziel ist, die Westausdehnung der PDS in den anstehenden Wahlkämpfen zu verhindern." Heil nannte die Linke weiterhin PDS, da er ihr absprach, "links" zu sein.

Das Foto zeigt die Generalsekretäre der CDU, CSU und deren Anhängsel SPD. (Copyright: Spiegel online)

P.S.: Ich habe das Zitat von Jean Paul deshalb mit einem Fragezeichen versehen, weil die ehemalige PDS z.B. in Berlin, Brandenburg und Meck-Pomm bisher eigentlich nur bewiesen hat, dass sie ein anderer, vielleicht etwas neuerer korrumpierter und selbstverliebter Wahlverein auf Dummenfang ist. Ob Deutschland nun wirklich mal eine Opposition bekommt, die den Namen auch verdient ?

Montag, 18. Juni 2007

Heimat im märkischen Sand


Emigranten-Monolog

Ich hatte einst ein schönes Vaterland -
So sang schon der Refugee Heine.
Das seine stand am Rheine,
Das meine auf märkischem Sand.

Wir alle hatten einst ein (siehe oben!)
Das fraß die Pest, das ist im Sturm zerstoben.
O Röslein auf der Heide,
Dich brach die Kraftdurchfreude.

Die Nachtigallen werden stumm,
Sahn sich nach sicherm Wohnsitz um.
Und nur die Geier schreien
Hoch über Gräberreihen.

Das wird nie wieder, wie es war,
Wenn es auch anders wird.
Auch, wenn das liebe Glöcklein tönt
Auch wenn kein Schwert mehr klirrt.

Mir ist zuweilen so als ob
Das Herz in mir zerbrach.
Ich habe manchmal Heimweh.
Ich weiß nur nicht, wonach . . .
Mascha Kaléko*


* gebürtig Golda Malka Aufen, geb. 7. Juni 1907 in Krenau oder Schidlow (Chrzanów), Galizien (Österreich-Ungarn, jetzt Polen) ; gest. 21. Januar 1975 in Zürich war eine der Neuen Sachlichkeit zugerechnete Dichterin. Zeitgenossin von Kästner und Tucholsky. Mußte als Jüdin ihre oft besungene neue Heimatstadt Berlin und damit Deutschland 1938 verlassen und ging nach New York. Der Verlust der Heimat wurde ihr Lebensthema. 1960 wollte man ihr den Fontane-Preis der Akademie der Künste in Berlin (West) verleihen; wegen eines ehemaligen SS-Mitglieds in der Jury, Hans Egon Holthusen, lehnte sie dies jedoch ab.


Wie kommt es nur, dass mir dieses Gedicht so nahe geht ? Die Antwort auf diese Frage lese ich jeden Morgen, wenn ich die Zeitung aufschlage und mich über die famose Politik in diesem Deutschland informiere. Dieses Land ist mir seit 17 Jahren immer fremder geworden, wohl auch deshalb, weil es mir jeden Tag sagt, dass es mich und viele andere eigentlich gar nicht braucht. Heimat ? Viel bleibt da nicht, nur der märkische Sand und der ist nicht schuld...

Freitag, 15. Juni 2007

Wo bleiben Deine Steuern ?

Wenn einer keine Arbeit hat,
ist kein Geld da.
Wenn einer schuftet und wird nicht satt,
ist kein Geld da.
Aber für Reichswehroffiziere
und für andre hohe Tiere,
für Obereisenbahndirektionen
und schwarze Reichswehrformationen,
für den Heimatdienst in der Heimat Berlin
und für abgetakelte Monarchien -
dafür ist Geld da.

Für Krankenhaus und Arbeiterquartier
ist kein Geld da.
Für den IV.-Klasse-Passagier
ist kein Geld da.
Aber für Wilhelms seidene Hosen,
für prinzliche Zigarettendosen,
für Kleinkaliberschützenvereine,
für Moltkezimmer und Ehrenhaine,
für höhere Justizsubalterne
und noch eine, noch eine Reichswehrkaserne -
dafür ist Geld da.

Wenn ein Kumpel Blut aus der Lunge spuckt,
ist kein Geld da.
Wenn der Schlafbursche bei den Wirten zuguckt,
ist kein Geld da.
Aber für Anschlußreisen nach Wien,
für die notleidenden Industrien
und für die Landwirtschaft, die hungert,
und für jeden Uniformierten, der lungert,
und für Marinekreuzer und Geistlichkeiten
und für tausend Überflüssigkeiten -
da gibts Zaster, Pinke, Moneten, Kies.
Von deinen Steuern.
Dafür ist Geld da.

Kurt Tucholsky


Hat sich auch nicht viel verändert seit 1920. Sicherlich muss man einige Begriffe umdeuten: Unsere Reichswehrkasernen stehen ja heute in Kundus oder in Bosnien. Statt Wilhelms seidener Hosen leisten wir uns heute Horst Köhler. Der hat zwar nur die Funktion eines Hutes auf der Stange, aber dafür ist er uns teuer. Und - vergessen wir nicht seine drei Vorgänger im Amt, die zwar auch nicht mehr Kompetenz hatten, dafür aber heute ab und zu eine Maßhalterede an die Rentner ablassen (Herzog) und hoch alimentiert werden. Statt der prinzlichen Zigarettendosen gibt es heute einen nutzlosen "Gipfel" nach dem anderen. (Aber die Kanzlerin steigert ihre außenpolitsiche Kompetenz, ist das nicht wichtiger als alles andere ?)
Der Kaiser heißt heute Landrat oder MdB oder so. Die hohen abgetakelten, natürlich von uns zu versorgenden Tiere anstelle der Monarchie werden auch immer mehr. Mit Hartz IV oder unter dem Mindestlohn (den es nicht gibt ) wird man zwar gerade noch satt, aber das ist es dann auch. Außer ICE fährt bei der Bahn bald nichts mehr, jedenfalls nicht mehr pünktlich oder sogar überall hin. Krankenhäuser werden - weil angeblich kein Geld da ist - für'n Appel und 'n Ei an irgendwelche Profitgeier verscherbelt. Bei Arzt, Apotheke, Notdienst und Physiotherapie zahlen wir auch wegen der Profitgeier zu - immer mehr. TBC ist wegen einer verfehlten Einwanderungspolitik auf dem Vormarsch - immer mehr.
Schützenvereine - natürlich über die Steuer vom Staat subventioniert- schießen wie Pilze aus dem Boden, denn hier kann man lernen und üben, wie man seine Ehefrau oder die Mitschüler und Lehrer umnietet. Dafür will man aber Ballerspiele für den Computer verbieten, denn Computer bringen Menschen um, nicht Waffen. Preiswerte Wohnungen im Osten werden abgerissen oder teuerst saniert - beides auf
Steuerzahlers Kosten. Dann wird spekuliert und wenn die Blasen platzen gehen Bundesländer daran fast kaputt. Ehrenhaine für unsere frisch Gefallenen brauchen wir auch schon wieder. Statt Moltkezimmer gibt es Kasernen und Straßen, die nach Nazi-Offizieren benannt wurden und sogar noch werden. Nazirichter haben ja nur ihre Pflicht und kein Unrecht getan und werden weiterhin hochgejubelt. Anschlußreisen nach Wien heißen heute Lustreisen. U-Boote bauen wir noch und nöcher, um sie dann auf Steuerzahlers Kosten an Israel zu verschenken, denn die haben kein Geld oder nur das bißchen, was man für den Umbau der Boote auf Atomraketen braucht. Panzerkreuzer bauen wir zur Zeit nicht, denn die werden vom Feind in Afghanistan so schnell gesehen. Und das Land Brandenburg zahlt per Staatsvertrag nach wie vor jedes Jahr Millionen direkt an den Vatikan - für dessen Verluste aus Reformation und Säkularisierung- neulich im Jahre 1806. Unglaublich, aber leider wahr. Und keiner fragt, woher der Vatikan diese damals enteigneten Besitztümer eigentlich hatte. Auch unglaublich. Und von den zehntausend Überflüssigkeiten kann wohl jeder von uns wenigsten 1000 Gigabyte aufzählen, man denke nur an die neuen schwarzen (blauen) SS-Uniformen der Polizei...


Das Foto zeigt Kurt Tucholsky im Jahre 1928 und ist von Wikipedia.

Donnerstag, 14. Juni 2007

Volkes Stimme

" Der Kapitalismus hat nicht gesiegt, er ist nur übrig geblieben." - Graffitti in Leipzig, gesehen schon 1994.


... und es gibt immer noch eine Menge Politiker, die das noch nicht gemerkt haben.

Foto: Pressedienst der Bundesregierung

Wie fabriziere ich linke Staatsfeinde ?

Meines Erachtens werden die Nachfolger des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda unter Minister Goebbels junior immer geschickter. Seht Euch nur mal die Nachrichten der letzten Monate an. Alles läuft auf einen einzigen Höhepunkt zu: Heiligendamm. Wir müssen uns nicht über das Ergebnis dieser Volksbelustigung auslassen, wahrscheinlich wurde dort lediglich soviel Kohlendioxyd produziert, wie die G8-Staaten "schon" bis zum Jahr 2050 einsparen wollen. Viel mehr muss man darüber nicht sagen. Aber es geht mir um die ideologische Aufrüstung, die durch die gleiche miese Drecksbande betrieben wird, denen wir demnächst auch wieder Kriegerdenkmale zu verdanken haben werden. Da wird in Phase 1 über Monate die gute alte RAF als Bürgerschreck reaktiviert, so dass es auch jedem Spießbürger so richtig kalt den Rücken herunter läuft. Es könnte ja sein, dass der Christian Klar wieder freikommt und dann mein Auto ansteckt. Oder die Linke mit Oskar Lafontaine erweckt Ulrike Meinhof wieder zum Leben und die entführt dann Edmund Stoiber. Wie schrecklich, was für ein Verlust für diese Republik. Dann brennen in Phase 2 im Zeitplan der G8-Vorbereitung wirklich einige Autos, wobei nicht klar wird, wer die angesteckt hat. Jeden Schnellfahrer hat man sofort am Arsch, aber die Brandstifter ??? Wenn ich daran denke, dass das Bundesverfassungsgericht ein Verbotsverfahren gegen die NPD deshalb abgelehnt hat, , weil 3/4 dieser Bande vom Verfassungsschutz bezahlt wird, schwant mir auch in Richtung der Brandstifter einiges. Die linke Szene der Republik nimmt man also in Phase 2 schon Wochen vor dem Gipfel ins Visier und schickt ihnen erst mal ein paar Hundertschaften auf die Bude. Vorwurf: Verdacht auf Bildung einer terroristischen Vereinigung. Angeblich wurden Personaldokumente gefälscht. Das ganze auf den bewährten Paragrafen 129a gegründete Anklagegebäude bröckelt dann zwar zusammen wie zeitweise das Sicherheitskonzept für Heiligendamm.. Denn das gefälschte Personaldokument entpuppt sich als gefälschter Schülerausweis. Da war offenbar Gefahr im Verzug! Möglicherweise wollte ein 15-Jähriger die Tante an der Kinokasse hinters Licht führen? Man beschlagnahmt medienwirksam vor allem Computer, wobei dem Spießbürger klar wird, dass Autos vor allem mit Computern angesteckt werden. Gegen die G-8-Gegner vor dem Zaun, deren Auftritte eher an Jugendzeltlager erinnern als an revolutionäre Stoßtrupps, bringt man in Phase 3 Sondereinsatzkommandos in Stellung. Dieser schwarze Block der Polizei wird eigentlich eher bei Geiselnahmen oder Schießereien angefordert. Man platziert einige Agents provocateur in den Reihen der Demonstranten, die natürlich auch ein paar dumme Jungs finden, die einfach nur Polizisten aufklatschen wollen. Der gewünschte Krawall startet dann auch. Millionen von Polizisten werden verletzt, nach Nachfrage durch die Presse sind es dann noch zwei, vielleicht sogar durch eigenes Tränengas. Man kann nun aber die bösen Demonstranten endlich mit Plastikhandschellen knebeln und in Drahtkäfige stecken. Ein Wunder, dass niemand auf die Idee gekommen ist, ihnen auch noch orangene Häftlingskleidung zu besorgen, damit die Demonstranten sich wie in Guantanamo fühlen können Natürlich wird durch eine solche Behandlung kaum jemand radikalisert, oder ? Und damit die Demonstranten gar keinen Zweifel daran haben, wo Big Brother heute wohnt, lässt man sie in Phase 4 wie die Taliban von Bundeswehr-Tornados im Tiefflug fotografieren. Hi Guantanamo, welcome back in Afghanistan! Man kann sich denken, wer sich so etwas ausdenkt. Dieser Staat hat aus 60 Jahren Unterdrückungsgeschichte gelernt, seine Kritiker zu diskreditieren und er tut es mit aller zur Verfügung stehender Macht. Auch mit Spähpanzern der Bundeswehr, von denen bisher ja noch gar keiner gesprochen hat. Aber die waren auch vor Heiligendamm, war da mal was mit dem Grundgesetz ? Unbedingt abschaffen oder weiter entstellen ! Und- alle Achtung - das Konzept geht auf: Lest einfach mal die Leserbriefe in der "Bild". Käfige für die G8 - Demonstranten sind ja viel zu milde, die müssen ins KZ und vergast werden. Wo doch die Regierungschefs nur unser Bestes wollen. Der Spießbürger hat Angst und wird auf diese famose Regierung eingeschworen. Solidarisierung mit attac oder anderen G8-Gegnern ? Pustekuchen. Manchmal frage ich mich, wie oft diese Strolche dem Volk noch ins Gesicht spucken müssen. Rente mit 67, Kürzungen überall, Hartz IV, Billiglöhne, Beitragserhöhungen, Zuzahlungen, Steuererhöhungen, noch mehr Profite für die Konzerne und all diese Sauereien am eigenen Volk reichen offensichtlich noch nicht aus. Und ich glaube, Montagsdemos wie in Leipzig 1989 hätte sich unsere heute regierende Bande niemals gefallen lassen. D i e hätten die NVA eingesetzt und schiessen lassen. Ohne irgendwelche Skrupel...


Das Diagramm zeigt die Klimabilanz der beim G8-Gipfel eingesetzten Boote und Hubschrauber, darunter auch der Greenpeace-Boote mit 50-PS-Außenbordmotoren, von denen eines von der Polizei einfach überfahren wurde und über deren Kohlendioxydausstoß sich unsere Bundeskanzlerin so überaus intelligent geäußert hat. (Quelle: "Spiegel online")

Mittwoch, 13. Juni 2007

In Rom, in Rom, da steht der Kölner Dom...

... was für ein Quatsch, lieber Ingo Insterburg und lieber Karl Dall, den Ihr da Ende der 60er Jahre zusammengereimt habt. Soviele Kirchen und Kathedralen wie in Rom gibt es nicht mal bei den Katholen im Rheinland. Da werden die in Rom den popligen Kölner Dom brauchen...
M. und ich waren also für 4 Tage in der ewigen Stadt. Tony, unser englischer Freund, hatte uns eingeladen. Er hatte eine große Ferienwohnung mitten in der Altstadt angemietet und lud abwechselnd einige seiner Freunde, Verwandten und Bekannten ein, sodass die Wohnung auch voll wurde. Hier einige ungeordnete - eben sehr italienische - Eindrücke von einem Ort, der seit 2700 Jahren von Menschen besiedelt wird:
Wie immer überfiel uns mit dem Überfliegen der Alpen diese unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Wir wissen nicht woran es liegt, dass wir uns in Italien einfach wohl fühlen. Vielleicht am Licht,vielleicht am Essen, vielleicht am lebensfrohen Lärm der Italiener, vielleicht an der nostalgischen Unordnung und dem morbiden Charme der Städte, aber doch wahrscheinlich an der Kombination aller dieser Faktoren. So auch diesmal: Rom ist verkehrstechnisch gesehen ein einzigartiges und brüllendes Chaos. Wenn Berlin so wäre, würde ich es keine drei Minuten aushalten. Aber in Rom ist es etwas anderes. Man hält es nicht nur aus, man schwimmt im großen Schwarm der Verkehrsmittel und Fußgänger mit. Fast jeder auf der Straße telefoniert unterbrochen , natürlich benutzen Italienern nur Klapp-Telefoninos. Am schönsten war es an einem Regentag in einem kleinen Bistro etwas außerhalb der City, wo man wirklich nur Italiener traf. Diese Atmoshäre ist einfach unnachahmlich. Einen Riesenlacherfolg erzielte ich in der Straßenbahn, nachdem ein älterer Mann mir den Entwerter erklärt hatte und ich ihm leider gestehen musste, dass ich außer Pasta, Pizza, Espresso und ähnlichen wichtigen italienischen Begriffen kein Wort verstehen würde. Der halbe Straßenbahnwagon lachte verständnisvoll, einer stellte fest, dass wir Deutsche wären und immerhin die wichtigen Vokabeln für das Essen beherrschen. Großes Gelächter! Ich liebe diese Art von Image-Kampagnen für mein Vaterland !
Und dann die Kulturdenkmäler! Ich glaube, ein Schrebergarten in Rom ist unvorstellbar. Sobald man den Spaten in die Erde sticht, hat man schon einen römischen Tempel ausgegraben. Natürlich waren wir auch beim Papst und- haben ihn nicht gesehen. Nur etliche Tausende von ganz normal aussehenden Menschen, die auf Grund einiger im Petersdom verteilter Oblaten in völlige Verzückung gerieten. Aber vielleicht lag das ja auch an der starken Sonneneinstrahlung und den langen Wartezeiten vor St. Peter.
Es gäbe noch eine Menge zu erzählen. Natürlich haben wir auch mit unseren englischen FreundenTony und Jenny ausführlich geklönt. Immerhin hatten wir uns fast sieben Jahren nicht gesehen. Jedenfalls beschlossen wir, dass diese vier Tage nicht unsere letzte Romreise waren. Es gibt noch eine Menge zu sehen, was man in der kurzen Zeit nicht schaffen konnte. Und mit Tony und Jenny fahren wir irgendwann mal an das Schwarze Meer nach Odessa...

Foto: Die kapitolinische Wölfin säugt die Knaben Romulus und Remus, die sagenhaften Begründer Roms
Copyright und Bearbeitung: fv

Dienstag, 12. Juni 2007

Klassenkeile

Folgende Meldung von DPA möchte ich ausnahmsweise mal nicht kommentieren:

"Politiker hatten wenige Freunde

Kinder ohne Freunde gehen nach ei­ner britischen Studie später oft in die Politik. Forscher erklären dies damit, dass man dort nicht so schnell abge­lehnt werde: Seine Parteifreunde kann man sich nicht aussuchen. Wie die britische Zeitung „The Daily Te­legraph" berichtete, wertete das In­stitut für soziale und wirtschaftliche Forschung der Universität Essex für die Studie Angaben zu über 16 000 Menschen aus, die im April 1970 geboren wurden. Sie wurden im Alter von fünf, zehn, 16, 26 und 30 Jahren jeweils ausführlich befragt. Als sie zehn Jahre alt waren, sprachen sie unter anderem über ihre Freunde. Auch die Lehrer schätzten jeweils die Popularität ein. Damalige Außensei­ter, die schlecht integriert waren, sind den Angaben zufolge heute überdurchschnittlich oft in Parteien, aber auch in Kirchen aktiv. Dort kön­nen sie leichter Kontakte und An­erkennung finden, so die Forscher, als in einem selbst aufgebauten Freundeskreis ohne unterstützende Strukturen einer Organisation."
dpa

Das Foto zeigt den sogenannten Umweltminister S. Gabriel
Copyright: "Berliner Morgenpost"

Montag, 11. Juni 2007

Ein Schluckspecht regiert die USA

© David Hecker/DDP

Angeblich trinkt er hier in Heiligendamm alkoholfreies Bier - extra aus den USA eingeflogen. Und angeblich ist der Alkoholiker Bush seit Jahren "trocken". Hier die Meinung von Experten:


"Alkoholfreies Bier ist leider nur dem Namen nach wirklich alkoholfrei. Ein Restbestand von Alkohol ist auch in diesem Getränken enthalten. Die Gesetzgebung erlaubt bei einem sehr geringen Alkoholgehalt, die Bezeichnung "Alkoholfrei" zu benutzen. Das Trinken von alkoholfreiem Bier wird daher sehr oft unterschätzt. Auch der eindeutige Biergeschmack ist sehr gefährlich, weil die geistige Abhängigkeit bei Alkoholismus viel stärker zu bekämpfen ist als die körperliche Abhängigkeit. Jeder Alkoholabhängige sollte sich bewußt sein, das er jegliche Form von Alkohol vermeiden muß, um eine realistische Chance für seine Trockenheit zu haben."

Am nächsten Tag war dem Schorschdabbelju schlecht - und die Mini-Bar in seiner Hotel-Suite wahrscheinlich leer. Wir sollten bei dem allem nicht vergessen, dass dieser Säufer den aggressivsten Staat dieser Erde regiert, seinen Wählern seit Jahren einredet, dass er "trocken" ist und auch bei den Kriegsgründen gegen den Irak hemmungslos gelogen hat.

Zitat von
www.forum-alkoholiker.de


Donnerstag, 7. Juni 2007

Wahrheit

Die neue Glaubwürdigkeitsoffensive der Polizei startet gleich sehr stark: Polizei bestätigt, daß der enttarnte Agent Provocateur für sie gearbeitet hat, aber er habe nicht den Auftrag gehabt, andere zu Straftaten oder Störungen anzustiften.

Gestern:
Ulf Claassen, Sprecher der Polizei-Sondereinheit "Kavala", hatte gestern dementiert, dass Kavala einen Zivilbeamten eingesetzt habe. "Tatsache ist, dass wir keinen Beamten vermissen, es handelt sich also um keinen Kavala-Polizisten", sagte er. So etwas gehöre seiner Meinung nach auch "nicht in einen Rechtsstaat, das wäre inakzeptabel und unverhältnismäßig". Allerdings sei er über das, was beispielsweise der Verfassungsschutz tue, nicht informiert.
Und heute:
Nachdem die Polizei heute bestätigte, dass ein getarnter Mitarbeiter vor Ort ermittelte, sagte Claasen zu SPIEGEL ONLINE: "Das ist ein neuer Sachstand. Was ich gestern gesagt habe, war gestern zutreffend. Was ich heute sage, ist heute zutreffend." Er bleibe bei seiner Darstellung, dass er den Einsatz von agents provocatuers für verfassungswidrig und unangemessen halte. Aber bei dem Zivilpolizisten habe es sich eben nicht um einen agent provocateur gehandelt.

Natüüüüürlich nicht. Deshalb haben ihn friedliebende Demonstranten auch seinen Herren zurückgegeben. Weil er die Demonstranten nämlich zum Steinewerfen anstiften wollte.....

Collage: "Titanic", danke für den Link an fefe's blog/ Text von "Spiegel online"

Ein Leserbrief

Micha schreibt mir aus dem Norden der Republik
( nicht aus Heiligendamm, aber der Terror dieses Staates ist ja schon fast überall - und wenn er fest in den Köpfen steckt) :

" Was mich immer wieder verblüfft, ist die Staatsgläubigkeit meiner Wessi-Kollegen hier in FL. Nicht nur hier, auch bei Wessi-Studenten in Berlin war mir das aufgefallen.
Ein Beispiel: Wenn linke Demonstranten in Hamburg bei der G8-Demonstration von der Polizei eingekesselt werden, obwohl sie nur demonstrieren wollen, ist das für meine Wessi-Bekannten hier "richtig" denn "die verdienen es nicht besser". Wenn in Moskau irgendwelche schwulen Politiker verhaftet werden, weil sie dort Kulturkolonialismus betreiben, sprich den Leute dort vorschreiben wollen, wie sie zu denken und zu handeln haben, dann ist das "menschenrechtswidrig" und "gehört angeprangert". Genau dieselbe Doppelmoral, wie sie täglich in den gleichgeschal... äh normalen Medien vermittelt wird.

Zweitens: In Heiligdamm werden Passanten verhaftet, weil sie die Internationale singen. In Moskau werden bekannte Krawallmacher an der Reise zu einer internationalen Konferenz gehindert. Das in Deutschland ist normal, denn "die müssen doch den G8-Gipfel sichern", in Russland ist das ein "Verstoß gegen elementare demokratische Rechte".
Lernen die Wessis in der Schule immer noch: "Der Russe ist böse und will uns alle fressen"? Bringt ihnen hier niemand bei, dass es zwar schwieriger ist, aber von mehr Intellekt zeugt, wenn man selbst denkt, anstatt sich einer politischen Strömung anzuschließen?
Fragen über Fragen...

Ich bin ja auch in der Bundesrepublik zur Schule gegangen. Nur- da haben sie uns beigebracht, der Kalte Krieg sei vorbei. Antwort meiner Kollegen: "Es besteht zwischen Russland und Deutschland ja auch keine Vergleichbarkeit." Aha ...

Meine Deutschlehrerin hat immer gesagt: Man kann alles vergleichen. Vergleichen heißt Herausstellen der Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Mir fällt jetzt eine lange Liste von Unterschieden und Gemeinsamkeiten ein. Ich begnüge mich damit herauszustellen, dass Russland zur Zeit einen fähigen und gebildeten Staatschef hat."

50 Jahre Indoktrinierung hinterlassen eben Spuren in den Gehirnen...

Das Foto zeigt den "friedliebenden" Schwarzen Block unserer Polizei vor Ort in Heiligendamm . Übrigens, der "Spiegel" meldet, die Zahl der ernsthaft verletzten Polizisten vom Sonnabend sei wesentlich niedriger gewesen: "Nur zwei Polizisten, meldete die Nachrichtenagentur dpa heute, seien überhaupt stationär in einem Krankenhaus behandelt worden. Waren die gemeldeten Verletztenzahlen in der Nacht der fliegenden Steine eine grandiose Übertreibung?"
Link: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,487039,00.html

Freitag, 1. Juni 2007

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten !

Die Mauer steht doch längst, nicht nur in Heiligendamm. Auch zwischen Oben und Unten, Politikern und Volk, Ossis und Wessis, Alten und Jungen, Kassen- und Privatpatienten usw. Und das ist gewollt, denn wie sagten schon die alten Römer: Divide et impera oder Teile und Herrsche !
Denn es geht vor allem immer um eins: Um's Geld. Und dafür geht man eben auch über Leichen oder schafft mal eben die Demokratie ab...



Collage: "Eulenspiegel"-Leserblog

Donnerstag, 31. Mai 2007

TITANIC lesen und sich staunend ekeln,

... denn die sprechen aus, was andere nur zu denken wagen:

Unlizensiertes Zitat:

"Deutsche Journalisten!

In letzter Zeit bezeichnet Ihr den irrsinnigen RAF--Terror mit Vorliebe als eines der blutigsten, wenn nicht das blutigste Kapitel in der Geschichte der Bundesrepublik – und habt uns damit, mal wieder, ins Unrecht gesetzt: Das blutigste Kapitel in der Geschichte der Bundesrepublik ist also gar nicht der frühzeitige gesundheitliche Totalverschleiß des unteren Drittels unserer famosen Zweidrittelgesellschaft, nicht die tödliche Abschiebepraxis der deutschen Ausländerbehörden und nicht das massenhafte Ersaufen von Zehntausenden vergeblich nach einem besseren Leben in der »Festung Europa« suchenden sog. Wirtschaftsflüchtlingen im Mittelmeer, weder die Unterstützung zahlreicher Drittwelt-Diktatoren von Pinochet bis Suharto noch das Giftgas für Saddam Hussein, auch nicht die Panzer fürs türkische Militär oder die Spitzenprodukte aus dem Hause Heckler & Koch mit mehr als 1,5 Millionen Opfern und selbstverständlich auch nicht die Hilfe für völkische Separatisten auf dem Balkan und die menschenrechtlich dringend gebotene Bombardierung der Bevölkerungen Serbiens und Afghanistans oder die logistische Unterstützung des Krieges im Irak und auf gar keinen Fall die Agent Orange-Produktion unter Leitung des späteren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker * oder die Tätigkeit des heutigen Staatsoberhaupts Horst Köhler als Direktor des Internationalen Währungsfonds, welche möglicherweise mehr Menschenleben gefordert hat als alle Anschläge der RAF zusammengenommen, wofür in seinem Falle allerdings auch niemand ein Wort der Entschuldigung hören will.

So kann man sich täuschen!

Kratzfuß:

Titanic"


* bereits 1992 durch den "Spiegel" aufgedeckt. Von diesen Typen wurden und werden wir nun schon jahrelang regiert bzw. belehrt, was für Deutschland am besten ist. Ekelhaft ! Dieses Land - jedenfalls da oben, bei seinen Bonzen - ist noch verkommender als wir uns alle vorstellen können...

Zusammenfassung

Das Hornberger Schießen ist das Ereignis, das die Redewendung „das geht aus wie das Hornberger Schießen“ hervorgebracht hat. Die Wendung wird verwendet, wenn eine Angelegenheit mit großem Getöse angekündigt wird, aber dann nichts dabei herauskommt und ohne Ergebnis endet.
Andere Redewendungen zu ähnlichen Sachverhalten sind zum Beispiel: "vergebliche Liebesmüh'", "hätte der Hund nicht... dann hätt' er den Hasen", "viel Lärm um Nichts" oder "hätte, hätte liegt im Bette".

Alle diese Redewendungen werden ab Mitte Juni durch ein einziges Wort ersetzt:




Heiligendamm

Mittwoch, 30. Mai 2007

Was man technisch machen kann, muss man auch tun?

Kurzer Auszug eines SPIEGEL-Interviews mit der Generalbundesanwältin Harms:

"SPIEGEL:
Die Frage ist, wann die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit aus dem Gleichgewicht gerät. Wollen wir beispielsweise wirklich, dass an einer Mautstelle jedes Auto fotografiert und potentiell erfasst wird, um damit im Zweifelsfall auch Verbrechen zu bekämpfen?

Harms: Wir werden doch schon jetzt überall erfasst: mit der Kreditkarte oder der Versicherungsnummer, etwa beim Arzt. Wir sind auf dem Weg zum gläsernen Menschen. Demnächst erhalten wir vom Finanzamt eine persönliche Identifikationsnummer, mit der wir überall identifiziert werden können. Ich finde das auch nicht schön, aber wir leben in einer Welt, in der Technik so viele Erfassungsmöglichkeiten hat, dass prinzipiell fast alles über jeden nachvollziehbar ist."

Nur zwei Bemerkungen dazu:

1. Als Chefin eines der Machtorgane dieses Staates kann man natürlich nichts gegen die Datensammelwut des Staates und anderer tun ?!?

2. Wehe, wenn sie losgelassen...

Dienstag, 29. Mai 2007

Wörterbuch Ost-west, Teil 2

Berliner - von vielen beneideter, von den meisten direkt angefeindeter Bewohner der deutschen Hauptstadt, dieses vor allem von den Sachsen, die zu DDR-Zeiten in Strömen hierher zogen. (Das war so schlimm, dass Ost-Berlin schon in Saporu - eine Abkürzung von Sachsen -Polen -Russen- umbenannt werden sollte) In Wirklichkeit aber Bürger eines Bundeslandes mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung, was aber die meisten Berliner nicht interessiert, da die Schulden nicht vom normalen Berliner, sondern von der CDU-SPD-Koalition unter Diepgen und - Wowereit und dem windigen Diepgen-Freund Landowsky mit Immobiliengeschäfte verursacht worden sind. Die SPD hat aber elegant die Kurve gekriegt, die CDU hat hoffentlich über Generationen keine Chance, wieder an die Regierung zu kommen.
Der Ausspruch von Paul Felix Schlesinger (in Berlin geboren- 11.5.1878 - und dort auch gestorben am 22.5.1928) , des bekanntesten Gerichtsreporters der Weimarer Republik, hat heute wie damals seine Gültigkeit: "Eines unserer Hauptverdienste ist, dass wir Berlin bewohnen. Das ist sozusagen eine Last, die wir für die ganze Nation auf uns genommen haben. Anstatt uns dafür auf den Knien zu danken, sagt man uns ins Gesicht, Berlin sei scheußlich, und wir seien daran schuld. Jeder Einwohner von Neustadt an der Knatter ist überzeugter von den Schönheiten seiner Heimat als der Berliner von seiner Vaterstadt. Deshalb wurde auch nichts aus Neustadt."

Sachsen-Anhalt: Überwiegend öder Landstrich zwischen Thüringen und Brandenburg. Kein
Mensch möchte hier tot über einem Zaun hängen. Wird von Menschen bewohnt, deren Vorfahren als Fuß-oder Geschlechtskranke der letzten Völkerwanderung nicht über den gewaltigen "Höhenzug" des Fläming kamen. Sonst wären sie Berliner geworden...

Nachbemerkung: Meine Urgroßmutter kam übrigens aus der Nähe von Zerbst in Sachsen-Anhalt. Sie lernte meinen Urgroßvater, der aus einem Dorf nahe am Spreewald stammte, natürlich in Berlin kennen. Was beweist, dass ich nicht von Fuß-oder Geschlechtskranken abstamme...

Das Foto zeigt eine Ansicht des Doms zu Magdeburg, der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt (Quelle: Internetseite der Landesregierung Sachsen-Anhalt)

Gewalttätige G8-Gegner in Hamburg

Also, ich bin 54 Jahre alt, Asthmatiker und deshalb meide ich große Menschenansammmlungen. Ich bekomme in einer Menschenmasse einfach zu wenig Luft. Jetzt stelle ich mir vor, ich wollte trotzdem das mir von A. Merkel scheinheilig garantierte Demonstrationsrecht gegen die G8-Tagung in Anspruch nehmen. Ich glaube, irgendwann würde ich wohl um mich schlagen. (siehe oben- das Bild entstand vor den Krawallen)

Übrigens, zum besseren Verständnis: Die Typen mit den weissen Mützen (Helmen) - das sind die Guten, also die Polizisten. Die anderen, ja, die da in der Mitte, die paar Hanseln, das sind die Bösen, die Ungläubigen, die einfach nicht glauben wollen, dass ihnen Turbokapitalismus und Globalisierung a la Schorschdabbeljuh irgendwie gut tun. In ihrer Mitte gibt es einige wenige, die a.) vom Verfassungsschutz dafür bezahlt werden, dass sie regelmäßig im Anschluss an friedliche Demos Krawall machen, um so dem Spießbürger seinen Popanz liefern zu können oder b.) ein bißchen doll dumm in der Birne sind und sich deshalb mit der Polizei herumprügeln müssen oder c.) meinen, dass friedliche Demos keinen Sinn haben, da sie sowieso nichts ändern. Alle drei Gruppen freuen sich natürlich über ein derartiges Bild - siehe oben. Und so schaukelt man sich schön auf, wobei in den staatstreuen Medien natürlich nur von den Gewalttätigkeiten einiger Demonstranten berichtet wird...

Freitag, 25. Mai 2007

Ist das noch 'n Wunder ?

... wird allerdings schwer oder gar unmöglich zu finden sein. Muss man vielleicht selber ein wenig mit dran 'rumbauen, vielleicht sich auch einfach nur 'n bißchen wehren. Wenn wir nicht bauen, bauen andere für uns, auch wenn es uns dann nicht gefällt. Und wenn es ein neuer Zaun in Heiligendamm ist. Weglaufen war schon früher keine Lösung, wie wir in den vergangenen 17 Jahren leidvoll lernen mussten...

Wörterbuch Ost-West, Teil 1

Unsere Welt wird täglich komplizierter. Die Globalisierung verlangt von jedem, dass er jeden Tag dazu lernt. Während sich große Verlage wie Langenscheidt z.B. mit dem Wörterbuch "Chef- Deutsch" um das gegenseitige Verständnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer bemühen - eine chinesische Fassung ist in Vorbereitung - hat der Bernauer Wasnscheiss-Verlag in seiner Reihe Politik & Unterricht ein Wörterbuch "Ost-west" herausgegeben. Von heute an werden wir in loser, unalphabetischer Folge Ausschnitte aus diesem richtungsweisenden Buch veröffentlichen.

Heute also Teil 1:

Ostdeutsch - vorherrschende Sprache und Diktion in den sogenannten neuen Bundesländern (siehe unten), im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung vieler Wessis (siehe unten) nicht mit sächsisch ( siehe unten) identisch, im Gegenteil lehnen die meisten Ostdeutschen den allzu eloquenten und angepassten Sachsen (siehe unten ) rundweg ab.

westdeutsch - auch denglish (siehe unten) , vor allem durch ca. 5o Jahre Einfluß der amerikanischen Besatzer gekennzeichnetes, schwer verständliches Idiom aus der Gegend um Texas, auch heute spricht man überwiegend in Manager- und Regierungskreisen ein derartiges Kauderwelsch aus Schwäbisch (siehe unten) und Pidgin-English (der Sprache der unterdrückten Eingeborenen in den englischen Kolonien), vor allem aus Vernebelungsabsichten , auch um das Fehlen eigenen Verstands zu verschleiern, oder wenn man nicht mehr weiter weiß.



Das Foto zeigt ein Heft der Reihe " Politik & Unterricht" der
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Donnerstag, 24. Mai 2007

Ja, ja der Aufschwung

















Wohl jeder kennt aus der Verwandschaft oder Bekannschaft einige Arbeitslose, die in letzter Zeit vom Arbeitsamt massiv bedrängt wurden, entweder die sogenannte 58'er-Regel in Anspruch zu nehmen oder sich sonst irgendwie aus der Arbeitslosenstatistik herausrechnen zu lassen, denn - Aufschwung muß her, koste es was es wolle!
Ähnlich verhält es sich mit dem sogenannten Wirtschaftsaufschwung , jedenfalls mit dem Teil , der die Arbeiter und Angestellten interessiert.
Wie uns die Grafik zeigt- und man sollte sich diese Übersicht wirklich auf der Zunge zergehen lassen - gibt es nur auf einem Gebiet einen Aufschwung, und das seit Jahren: Bei den Unternehmensgewinnen. Wie könnte es auch anders sein, denn wenn es wirklich anders wäre, würden die Medien ja sofort das Gürtel-enger-schnallen propagieren und der Hundt - dieser Großindustriellen-Schreihals - würde noch viel mehr Amok laufen. Die Zahlen sind doch toll, nicht ? Es ist gut, wenn man ab und zu zumindest im Internet zur gefühlten Lüge das bestätigende Argument findet. Aber ich wiederhole mich auch schon- genau wie unsere regierungstreuen Medien...

Afghanistan und kein Ende ?


Gestern in den Nachrichten des rbb-Fernsehens: Einer der drei bei einem Selbstmordattentat in Kundus getöteten Bundeswehrsoldaten stammt aus Schwedt. Es werden Leute auf der Straße um ihre Meinung gefragt und ein dummes Puttchen äußert sich tatsächlich, dass der Einsatz dort notwendig wäre. Spontan fällt mir der Ausspruch eines meiner Lieblingsdichter ein, der schon vor fast 500 Jahren die Menschen vollkommen durchschaut hat:

"Volk und Glück sind stets auf der Seite der Narren"
William Shakespeare (23.4.1564 - 23.4.1616)



Mittwoch, 23. Mai 2007

Die Internationale


Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit den Bedrängern!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf!
|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|
Es rettet uns kein höh'res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!
Leeres Wort: des Armen Rechte,
Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte,
duldet die Schmach nun länger nicht!
|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|
In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute,
wir sind die stärkste der Partei'n
Die Müßiggänger schiebt beiseite!
Diese Welt muss unser sein;
Unser Blut sei nicht mehr der Raben,
Nicht der nächt'gen Geier Fraß!
Erst wenn wir sie vertrieben haben
dann scheint die Sonn' ohn' Unterlass!
|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|

Musik: Pierre C. Degeyter
dt. Text: Emil Luckhardt

Elefanten im Porzellanladen

Dieser Elefant ist niedlich. Weniger niedlich sind Elefanten, wenn sie in Gestalt von Politikern auftreten. Und peinlich wirken sie, wenn sie dazu noch Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland sind. Wie oft war man als denkender Bundesbürger peinlichst berührt, wenn der dicke, nicht nur körperlich plumpe Kohl wieder in irgendein Fettnapf gestolpert war. Nun also auch seine Nachfolgerin:

"Auf verdammt glattes politisches Parkett sind am vergangenen Freitag Polizeibeamte aus dem mecklenburgischen Bad Doberan geraten. In den frühen Abendstunden hatten sie einen besorgten Anruf von privaten Sicherheitskräften des Grand Hotels in Heiligendamm bekommen. Vor der Anlage, in der demnächst die G8-Staatschefs tagen werden, sei eine Gruppe von zehn Personen auffällig geworden, hieß es. Sie habe lautstark die "Internationale" gesungen. "Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht."

Die Sicherheitskräfte baten um Unterstützung zur Gefahrenabwehr. Die für die Sicherheit des G8-Gipfels zuständige Polizeitruppe "Kavala" wird informiert. Gegen 18 Uhr stoppen drei Einsatzwagen der Polizei die Gruppe am Ortsausgang von Heiligendamm. Es stellt sich heraus, dass es sich bei den verdächtigen Sängern um zwei Deutsche, eine Engländerin und sieben Russen handelt. Vorwiegend Wissenschaftler und Studenten. Einer von ihnen ist der Rostocker Martin Krämer. Der 35-jährige Doktor der Agrarwissenschaften fragt die ermittelnden Polizisten, seit wann es verboten sei, in der Öffentlichkeit die Internationale zu singen. Er bekommt keine Antwort. Stattdessen werden er und eine weitere Person vorläufig festgenommen und zum zuständigen Polizeirevier nach Bad Doberan gebracht. Sicherheitshalber. Draußen beziehen die Russen Posten. Auch sicherheitshalber. Gegen 20 Uhr klingelt im Moskauer Büro des Duma-Abgeordneten Oleg Smolyn das Telefon. Russische Bürger seien in Heiligendamm von der deutschen Staatsgewalt daran gehindert worden, öffentlich ihre freie Meinung zu sagen, teilt der aufgeregte Anrufer mit. Die Behörden hätten es ihm und seinen Landsleuten verboten, die Internationale zu singen. Darüber hinaus seien zwei deutsche Freunde festgenommen worden. Russland möge sich bitte positionieren. Eine Standleitung in den Kreml wird aktiviert.

...etwas später an diesem Tag kritisiert unsere Bundeskanzlerin auf dem Gipfel in Samara den russischen Präsidenten wegen Defiziten bei der Umsetzung der Menschenrechte in Russland. Putin verweist auf die Festnahme von Globalisierungsgegnern vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm.

Was für ein Fettnapf ! Wer im Glashaus sitzt, sollte eben nicht mit Steinen werfen, liebe Angie. Auf eine derartige Steilvorlage hatte Zar Wladimir nämlich gerade gewartet...



Und morgen an dieser Stelle
zum Ausschneiden : Der vollständige Text der "Internationale". Falls irgendjemand in den nächsten Wochen nach Heiligendamm muss und Textschwierigkeiten hat.


Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland/:G8-Kritiker-Internationale-Festnahme/589513.html

Dienstag, 22. Mai 2007

Segeln auf der Müritz

Was macht der Mensch, wenn die Politik immer mehr durchdreht, die Arbeit nicht ganz so gut läuft, man ein wenig die Nase voll hat, ergo urlaubsreif ist und der Vatertag vor der Tür steht ? Richtig: Er geht aufs - nicht ins - Wasser ! In diesem Jahr auf die Müritz. Lene, Margrit (Foto !) , Micha, Stefan und ich machten 4 Tage lang den größten See der mecklenburgischen Seenplatte unsicher. Als Micha dann sogar noch die Piratenflagge hißte, war der Spaß mehr als garantiert. Leider ging uns keine dicke Hanse-Kogge in die Falle...

Foto: SV

Montag, 21. Mai 2007

21:0 in Afghanistan


Die fünf bei dem Selbstmordanschlag in Afghanistan verletzten Bundeswehrsoldaten sollten am Sonntag nach Deutschland zurückgeholt werden. Nach den Hintermännern des Attentats, bei dem drei Soldaten getötet wurden, wird intensiv gefahndet. Ein Foto derjenigen, die diesen Anschlag erst möglich gemacht hatten, wurde auch den Angehörigen der getöteten deutschen Soldaten sowie der deutschen Bevölkerung übermittelt. (siehe oben)

Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Bundesbildstelle
"Bis auf wenige Ausnahmen hat die politische Nachwende-Klasse der Region (Barnim)ausgedient. Eine neue Generation aufrechter und unabhängiger Politiker muss endlich her, die über den Tellerrand hinausschaut und die ökonomische und ökologische Verantwortung für unsere Erde mit Blick auf die Zukunft wahrnimmt."

Dr. Andreas Steiner (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD Barnim)

Niemand, der mit offenen Augen durch diese Landschaft geht, wird diese Aussage in Zweifel ziehen. Und jeder, der einmal mit Kritik an den Landrat oder irgendeinen Bürgermeister oder anderen Amtsbonzen herangetreten ist, wird vor ohnmächtiger Wut mit den Zähnen knirschen. Was aber macht die SPD, in der Herr Dr. Steiner seine Heimat sieht:
Wie am 19. Mai 2007 bekannt wurde, hat der Unterbezirksvorstand der Barnimer-SPD bereits am 02.05.2007 die Einleitung eines Parteiordnungsverfahrens gegen Dr. Andreas Steiner beschlossen. In der von Petra Bierwirth (MdB) unterzeichneten Beschlussvorlage heißt es zur Begründung:

"
Aus Sicht des Unterbezirksvorstandes hat Dr. Andreas Steiner öffentlich das Gebot der
innerparteilichen Solidarität außer Acht gelassen, in dem er Mitglieder und Funktionsträger der SPD verunglimpft hat. Insbesondere hat er innerparteiliche Debatten öffentlich in den Medien geführt, ohne dabei den Weg der innerparteilichen Auseinandersetzung zu suchen."

Kommentare erübrigen sich eigentlich, aber wie lautete doch gleich das berühmte Zitat von Rosa Luxemburg ? Da war mal irgend etwas mit "Andersdenkenden" und deren Freiheit. Aber ich kenne auch noch einen anderen äußerst aktuellen Spruch: " Wer hat uns wieder verraten ? Sozialdemokraten !" (Volksmund)



Bild von Lassallle auf http://spdnet.sozi.info/brandenburg/barnim/afabar/

Sonntag, 20. Mai 2007

Ich bin ja auch ein Optimist

"Die herausragende Tugend der Deutschen ist ihr Optimismus... Ich meine das genau so, wie ich es sage: Optimismus. Ihre Ungeduld mit allem, was nicht gut genug und verbesserungsfähig ist, führt zu einer Verzweiflung über die Welt und zu einer Frustration über deren Dummheit, ist aber dennoch ein optimistischer Impuls. Die Welt ist voller Möglichkeiten, auch wenn es vielleicht, um dieses Gefühl zu schützen, manchmal besser ist, so zu tun, als gäbe es keine. Außerdem assoziere ich die Deutschen mit außergewöhnlicher Qualität. Die sie fordern und die sie erreichen. Das können nur Optimisten."

Jonathan Franzen, US-amerikanischer Schriftsteller (* 17. August 1959)


Der Mann hat recht. Wir werden auch diese Regierung überleben, die die Grundrechte immer mehr aushöhlt, unser sauer verdientes Geld in allen Krisengebieten dieser Welt wie z.B. Afghanistan verpulvert, den Konzernen unter dem Vorwand einer vermeintlichen Globalisierung immer größere Gewinne sichert, dafür große Bevölkerungsteile verarmen lässt, für den Rest die Schraube der Steuern, Abgaben, Zuzahlungen usw. noch mehr anzieht und das Sozialsystem langsam abschafft, im übrigen aber das Volk in einer Weise verarscht, wie es noch nicht mal Honecker und Co. versucht haben. D i e schaffen uns nicht ...

Mittwoch, 16. Mai 2007

Endlich weiß ich es,...


... ich bin ein Linksextremer:

"Linksextremisten werten die Verschärfung der Sicherheitsgesetze nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 als eine neue Qualität "staatlicher Repression". Sie nehmen auch die Sicherheitsmaßnahmen [..] zum Anlass, den aus ihrer Sicht permanenten Ausbau des Überwachungsstaates und die repressive Wirkung der dabei eingesetzten neuen Technologien anzuprangern, wie z. B. RFID-Chips, Gen- oder Biometrische Datenbanken, Kameraüberwachung öffentlicher Plätze."*

Frage an Mielke 2.0 und Co.: Ist das jetzt schon verboten? Das hatten wir auch schon mal: Ein ganzes Volk, nur weil es sich vi e l l e i c h t etwas denkt, unter Generalverdacht stellen und über alles und jeden Spitzelberichte sammeln. Junge, wo geht dieser Staat noch hin ? Wohin sollen wir diesmal flüchten ? Über Ungarn in den freien Westen ? Da sind wir doch schon...



* Quelle: Verfassungsschutzbericht 2006, Seite 192, das Bild zeigt den berühmten Anarchisten Michail Alexandrowitsch Bakunin ( 30.05.1814 bis 1. 07.1876)



Dienstag, 15. Mai 2007

Noch was zur gesunden Ernährung...

Hullondüsche Tumautn
Harrlüch! – dönckst tu, gauffßt die rauten
Glantzind pfröschn Totumauten.
Duch peim Ößßn marckstde dunn,
dißß monn gurnüxx tschmarckn kunn;
Sünd'z nonn Gorcken, sünd'z Tumautn, –
Üst öss garr oin Heunarbrautn,
pfrösch oss Hullondt ümmporturt?
Hart monn düch woll arnngeschmuurt?


Gedicht in Starckdeutsch von Matthias Koeppel - zitiert nach Wikipedia, Foto auch daher.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Bundesregierung ruft zu gesunderer Ernährung und mehr Bewegung auf

"Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.


Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser."

Klassische, athletische Schönheiten, die vor gesunder Ernährung strotzen und damit als Vorbild für das dumme fette Volk mehr als tauglich sind:
  • Helmut Kohl,
  • Angela Merkel
  • Ulla Schmidt,
  • Sigmar Gabriel,
  • Kurt Beck (und viele andere.)
Unter uns gesagt und wieder mal politisch völlig unkorrekt: Kommt mir so vor wie die "Modell"-Arier Hitler, Goering, Goebbels und Himmler, nach deren Willen damals der neue Deutsche gezüchtet werden sollte !

Andere Frage: Gesundere Ernährung, mehr Bewegung, Hartz IV ? Bleibt wohl nur abgepackte Nahrung von ALDI und Konsorten. Bezahlt das Arbeitsamt 'nen neuen Trainingsanzug, Turnschuhe oder gar das Fitnessstudio ? Und wer blecht denn für das gesündere Schulessen, wo das große A... aufreissen schon bei den Kitas losging und die alten West-Männer völlig überfordert sind ? Wird es denn z.B. Schulessen oder Essen für die Kinder in den Kitas in den sozial etwas zurück gebliebenen westlichen Bundesländern geben ? Fragen über Fragen an Horst und Ulla.

Da hilft, glaube ich , nur eine Lösung:

"Ein neues Lied, ein besseres Lied
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch
Was fleißige Hände erwarben."

Gedicht von Heinrich Heine aus "Deutschland. Ein Wintermärchen". Darin kommentierte er äußerst bissig die staatlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse Deutschlands, durchaus im Sinne von Karl Marx. In den Eingangsversen schildert er eine Szene gleich nach dem Grenzübertritt, in der ein Mädchen eine fromme Weise singt.

Deutsche EU-Ratspräsidentschaft und G8-Gipfel

War also alles auch schon mal da, selbst A. Ferkel oder der ständig in der Weltgeschichte 'rumrei(s)sende Außenminiskus Steinbeisser...

"Unter vielen Königen findet man kaum einen
- wenn man einen findet - dem sein Reich genügt.
Unter vielen Königen findet man kaum einen
- wenn man einen findet - der sein Reich zu regieren verstünde."


Epigramm von Thomas Morus
(engl. Thomas More) (* 7. Februar 1478 in London; † 6. Juli 1535 in London) war ein englischer Staatsmann und humanistischer Autor.




Dienstag, 8. Mai 2007

Noch'n Ossi


" Lasst uns faul in allen Sachen,
nur nicht faul zu Lieb' und Wein,
nur nicht faul zur Faulheit sein."

Schön, wenn sich bedeutende Menschen zumindest außerhalb des Deutschunterrichts als ganz normal entpuppen.

Gotthold Ephraim Lessing (* 22. Januar 1729 in Kamenz (Sachsen); † 15. Februar 1781 in Braunschweig) war der wichtigste deutsche Dichter der Aufklärung. Mit seinen Dramen und seinen theoretischen Schriften hat er die weitere Entwicklung der deutschen Literatur wesentlich beeinflusst.
Das Bild ist Bestandteil der Kunstsammlung der Universität Leipzig.

Mittwoch, 2. Mai 2007

"1. Mai, ich suche Dein Gesicht...

... am Marx-Engels-Platz, ich find' es nicht." Tja, Manne, wärste mal damals nicht abgehauen. Den Marx-Engels-Platz gibt es nicht mehr, den kannste auch nicht mehr finden. Und mein Gesicht ? Ich war wie jedes Jahr seit der Wende am 1. Mai in Schönow und bin bei strahlendem Wetter mit dem Fahrrad um den Liepnitzsee gefahren. Schön war's. Vor allem als um Punkt 9:50 Uhr bei uns die Türglocke ging und ... meine alte Schulfreundin Charly (auch Charlotte Marita Käthe genannt) vor der Tür stand. Wir haben uns unheimlich gefreut, vor allem, weil sie die längste Strecke des Tages zurückgelegt hatte: Von Motzen 20 km mit dem Fahrrad bis KW und dann vom Bahnhof Bernau noch mal 4 km bis zu uns. Dann die ganze Radtour wie eine Eins mitgehalten - ca. 20 km. Rücktour nach Hause dann von Mittenwalde 8 km. Obwohl sie öfter behauptete, sie sei übertrainiert (Klasse Ausrede, habe ich mir gleich notiert!), muss das erstmal jemand nachmachen. Wir anderen waren allerdings auch nicht faul. Ralf sagte sogar, dass die Tour jedesmal kürzer wird. Das heißt, wir werden immer schneller ! Ansonsten war es wieder richtig lustig. Der Tag besteht ja letztendlich neben dem bißchen Fahrradfahren vor allem aus Quatschen und Essen. Das Büffet im Wald (siehe Foto), Margrits Streuselkuchen und Ralfs hervorragendes Grillmenü am Abend gehören einfach dazu. Zum Beispiel hat Walter uns gestanden, dass er sich das ganze Jahr über auf den Streuselkuchen freut. Und wie Ralf aus dem dicksten Stück Fleisch ein zartes, nicht verbranntes Steak macht, versuche ich seit Jahren heraus zu finden. M. brachte es dann auf den Punkt: Der Tag hat jedesmal nur einen Nachteil - er ist so schnell vorbei !

Impressum und V.i.S.d.P.

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Dr. F. Valentin
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Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...