
"Die Aufständischen sind nicht mit den Taliban der 90er Jahre und auch nicht mit der Terrororganisation Al Qaida gleichzusetzen. Sie rekrutieren sich zunehmend aus den Söhnen der verarmten paschtunischen Bauern, die keine Perspektive im Lande Karsais sehen. Sie haben die Hoffnung auf eine bessere Zukunft unter der gegebenen Machtkonstellation verloren. Sie haben keine Zeit, weitere Jahre zu warten, bis der Einfluß der Zentralregierung bis in ihre Lebenssphäre reichen wird. Ihre Familien würden verhungern. Sie verstehen die Politik der Zentralregierung und der internationalen Gemeinschaft nicht. Wie sollten sie dies auch, wurden doch ihre Dörfer regelmäßig immer wieder bombardiert?" So ein Ausschnitt aus einer Analyse von Jürgen Heiducoff, Oberstleutnant der Bundeswehr, die sich mit der aktuellen Situation in Afghanistan befaßt. Heiducoff war nach Angaben der ARD-Sendung Monitor vom 31.7.2007 Militärpolitischer Berater an der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Kabul.
Dieser Text stammt aus der"jungen welt" online, die ihn wiederum der Website des Arbeitskreises Darmstädter Signal (»Das kritische Forum für Staatsbürger in Uniform«, www.darmstaedter-signal.de) entnommen hat.
Heiducoff stellt in seinem Beitrag unbequeme Fragen, z.B. "Ist dies eine noch zu bändigende Kriegsmaschine? Sind den Generalen und Offizieren, die für die Operationsplanung Verantwortung tragen, manche Konsequenzen ihrer Operationen klar? Bleiben die Militärs im politischen und völkerrechtlichen Rahmen? Haben die Politiker noch ein reales Lagebild?", um dann zu schlußfolgern:
"Ich weiß, daß man viele dieser Fragen verneinen muß."
Von seinen abschließenden Empfehlungen beinhaltet keine einzige die weitere Eskalation der Kriegsführung. Unsere Scharfmacher in CDU, SPD und Grünen brauchten nicht einmal die Gelben Seiten zu benutzen, um jemanden zu finden, der etwas von der Sache versteht...
Foto: Afghanischer Nomade (Detlev Beutler, www.pixelio.de)
Sehr geehrter Herr Dr. VALENTIN,
AntwortenLöschenIn meinem Blog gibt es heute einen Ausflugsbericht der Ihnen gefallen könnte. Das von Ihnen erwähnte Zeebrugge (Sprich: Seebrügge) ist nordwärts gleich neben den Seebad Blankenberge wo wir gestern waren.
Im übrigen bekam ich noch keine Antwort auf meine Frage nach Ihre Beziehung zur Stadt Mons.
Ein angenehmer Tag wünscht Ihnen,
Nadja NORDEN
Hallo Frau Norden,
AntwortenLöschendanke für denkommentar. Ich lese täglich Ihren Blog, auch wenn ich das Flämische nicht verstehe.
Zu Mons: In Mons ist das NATO-Hauptquartier und als frischgebackener Bundesbürger habe ich dort schon übernachtet, und zwar 1991 und noch mit DDR-Pass ! Das kam so: Ich habe seit 1969 eine Brieffreundin in England, 1991 haben wir uns das erste Mal gesehen und auf der Rückreise sollte ich unbedingt ihren Bruder besuchen, den ich auch schon seit 1971 kenne. Was ich nicht wußte war, dass er inzwischen Major der Royal Air Force war und als Militärhistoriker bei der NATO tätig war. Viele Möglichkeiten zur Arbeit hat man als Brite irischer Abstammung in Liverpool nicht und so war er zur Armee gegangen. Wir haben dann in Mons und Umgebung jeden Ort besucht, wo im 1. oder 2. Weltkrieg ein Schuss gefallen war. Diese Orte sind sehr häufig in Belgien, wie wohl jeder weiß. Inzwischen arbeitet mein Freund in England bei der Open University (Volkshochschule).Das ist meine Beziehumng zu Mons.
Hallo Herr Valentin, Das ist ja nett daβ Sie meinem Blog jeden Tag lesen, danke. Es gibt ja genug englischsprachige politische Berichte die Sie lesen können, weil weiter – vor allem vor allem auf Niederländisch - gibt es einiges daβ nicht für Männerpublikum bestimmt ist. Nun, solange Sie keine Problemen bekommen mit ihre Gattin :D Es ist doch die Frau, auf das eine Bild, mit wem Sie rudern oder paddeln? Ich würde schon nicht nein sagen um mal mit ihr allein zu sein! Jetzt aber ernsthafter:
AntwortenLöschenDas ist alles sehr interessant, was Sie da schreiben über ihre Briefwechselfreunde. Da gibt es Parallelen mit mir, ich habe mit solcher Briefwechsel sogar meinem früheren Mann kennengelernt. Sicher, in Mons Casteau ist, seit President De Gaulle sie aus Frankreich verwiesen, hat das SHAPE Headquarter in Europa. Ich bin schon öfters vorbeigefahren an die Siedlung, sieht ganz gut aus, wo das Personal haust. Ich erinnere mich auch noch lebhaft wie diesen am Anfang der Katastroika als Touristen in der Sowjetunion fuhren. Mir war das eine Offenbarung daβ – Sie entschuldigen mir bitte den Ausdruck – es dabei solche schöne „Offiziers-Matratzen“ gab, ganz ähnlich wie die Ehefrauen Offiziersfrauen in der NVA und verbündete Armeen. Uniform zieht eben! Mein früherer Mann kam da visuell zu seinen Zügen als er mir zuliebe in der DDR eingesiedelt war. Der war „räne duzig“ auf unseren uniformierten Genossinnen. Nur dürften „Geheimnisträger“ auβerdienstlich nicht mit ihm reden, und muβte er sich deshalb mit schwärmen begnügen. Es wurde ihm genug bürokratische Hindernisse gelegt und miβtrauisch begegnet, nur weil er Staatsbürger des Landes mit dem Natohauptquartieres war. Kann er ja später alles selber in seinen Mémoiren beschreiben. Das Gelände in Chièvres z.B. wo Marguerite BERVOETS (1914-1944) in August 1942 verhaftet wurde wegen „Spionage“ ist noch immer militärisches Sperrgebiet, für die NATO dann.
Meinem blauen Paβ mit unserem Staatswappen habe ich noch stets. Wo die BRD die Hand gelegt hatte auf das DDR Konsulat in Brüssel bekam ich so ‘n frechen und falschen Schreiben in westliches Kanzleideutsch ob die meine konsuläre Unterlagen übernehmen oder vernichten sollten. Die habe ich es aber gegeben, daβ ich keine BRD Bürgerin war und sein möchte, mit eine ganze Argumentation. Die Behörden antwortete mir dann daβ ich, weil ich auch Belgische bin, einen Antrag stellen könne um nicht weiter Bürgerin der BRD, daβ das „allerdings nicht kostenfrei“ wäre. Ich habe mir dann nicht mehr gemeldet, und habe somit nie BRD Identitätspapiere gehabt, wäre noch lieber Staatenlos mit einem Nansen Paβ geworden. Ich höre schon auf, aber das ist eben mein Lieblingsthema.
Beste Grüβen, bis zum nächsten Mal,
Nadja NORDEN