"WIR SCHAFFEN DAS" meinte damals 2015 eine andere unfähige Politikerin. Warum DAS bis heute nicht klappt, wurde mir heute wieder einmal klar.
Ich auf dem Weg zum Arzt in Berlin. Ein paar Stationen mit dem Bus, dann mit der S-Bahn nach Berlin. Vorher, an der Bushaltestelle, in die "Kleine Bibliothek" (wie Lisa, die kleine Nachbarin, immer sagt). Sie haben heute vor allem DDR-Literatur, keine Krimis. Nur ein Mankell sticht heraus: Das Auge des Leoparden. Besser als nichts für die Fahrt, denke ich. Erst bin ich skeptisch, dann fasziniert. Das Buch macht mich so fertig, daß ich im Wartezimmer meinen Namen erst beim dritten Aufruf höre.
Mankell beschreibt die unbeschreiblichen Zustände in Afrika, nachdem die meisten Völker dort unabhängig wurden. Und er benennt klar den Unsinn der sogenannten Entwicklungshilfe. Zitat : "Welches Land bekommt die meiste Entwicklungshilfe aus Europa?" Nein, nicht Tansania. Die Schweiz. Namenlose Nummernkonten.
Als ich auf dem Rückweg in die S-Bahn einsteige, fällt mir als erstes ein Schwarzer auf, der seine Schuhe auf den Polstern der gegenüber liegenden Sitze abwischt. Woher soll der junge Mann auch wissen, wieviel das alles kostet, er zahlt bestimmt keine Steuern. Daß er mit dieser Handlung seine Nichtachtung unserer Kultur zum Ausdruck bringen will, möchte ich ihm nicht unterstellen, denn schließlich gibt es auch weisse Dreckschweine.
Trotzdem ist es immer wieder schön, wenn ein Klischee bestätigt wird und man das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen jeden Tag neu aushandeln darf, oder?

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