
"Aber Du wirst eines Tages gar nichts mehr haben, wenn Du die Finger nicht vom Glücksspiel lässt. Wir stecken in einer Wirtschaftskrise."
"Wir latschen von einer Wirtschaftskrise in die andere." (Robert Redford als Trickbetrüger Johnny Hooker im Gespräch mit einem Kumpanen in dem Film "Der Clou")
Eines ist wohl in den letzten Wochen klar geworden: Es gibt keine Finanzexperten! Die, die sich dafür hielten und für diese Illusion immer noch 15 Millionen im Monat kassieren dürfen, wurden wie die letzten Ochsen am Nasenring durch die Arenen der Börsen geführt. Ja, es ist sogar so schlimm, dass sich Typen wie Merkel oder der ähnlich beschränkte Steinmeyer auf dem Finanzparkett beweisen dürfen.
Ausgangspunkt ist das Geld. Geld wurde ursprünglich mal erfunden, um die Tauschwirtschaft zu erleichtern. Gäbe es kein Geld, müsste z.B. ein Bauer zum Kauf eines Autos mit mehreren Tonnen Kartoffeln beim Autohändler anreisen, um die Kartoffeln gegen ein Auto zu tauschen. Unhandlich und unbequem, sowohl für Autohändler als auch für Landwirt. Für die Kartoffeln braucht der Händler wieder ein Lager, wenn er neue Autos einkaufen will, sind die Kartoffeln, die er als Tauschwert hat, vielleicht schon verdorben. Das Geld ist bequemer, besser zu transportieren, besser zu lagern, es stellt somit eine Zwischenstufe im realen Tauschhandel dar. Damit sich Geld als "Tauschware" durchsetzen konnte, war es erforderlich, für den hingegebenen Wert der Kartoffeln auf dieser Zwischenstufe Vertrauen zu schaffen. Der Verkäufer musste sicher sein, für die beim Verkauf der Kartoffeln erhaltenen Münzen oder Banknoten das gewünschte Auto (oder was auch immer) kaufen zu können. Auf diesem Vertrauen basiert unsere gesamte Wirtschaft, egal wie die Geldwährung gerade heißt. Das heißt, der Wert des Geldes basiert auf der Illusion, dass es einen Wert hat Dieser Wert existiert scheinbar und nur so lange, wie die Illusion aufrechterhalten werden kann. Die Menge des Geldes muss sich wiederum genau aus diesem Grund an der Entwicklung der Warenproduktion orientieren. Was nützen alle Geldscheine und Münzen, wenn dafür nichts zu kaufen ist? Und da unsere Spekulanten hier und überm großen Teich sich an diese Binsenweisheiten nicht gebunden glaubten, ist die Kaugummiblase geplatzt. Ihre Spekulationen haben durch eine gigantische Vergrößerung der Geldmenge das gesamte Wirtschaftssystem an den Rand des Ruins getrieben. Dabei ist auch der nächste Schritt, quasi in den Abgrund, noch möglich, wir sind mit dieser Krise ja noch nicht am Ende. Ein schönes Beispiel ist immer wieder Island: Die Schulden der großen Banken betragen inzwischen das dreifache des isländischen Bruttoinlandproduktes, also müssten die Isländer theoretisch drei Jahre lang arbeiten, um die Schulden ihrer Banken abzuarbeiten.
Das ist praktisch der Staatsbankrott und es ist klar, dass für die Realwirtschaft nichts mehr oder wenig übrig bleibt und letzteres gilt leider nicht nur für Island.
Krisen sind für unsere Gesellschaftsordnung systemimmanent. Johnny Hooker "lebte" in der großen Weltwirtschaftskrise ausgangs der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Er jagte der Illusion vom großen Geld hinterher. Was ist die Börse anderes als ein gigantisches Glücksspiel ? Vergessen wir nicht, dass auch die Zusagen von Merkel, Bush und Sarkozy aus den letzten Tagen nur auf Illusionen basieren. Sie sind nur ernst zu nehmen, solange das Wirtschaftssystem und die Staaten, die hinter den regierungsamtlichen Garantien stehen, funktionieren...
Bild: Finanzkrise von tommyS © Digitalfotovision (www.pixelio.de)
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