Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Arbeitsmentalität in Deutschland getadelt und längere Arbeitszeiten angemahnt. "Insgesamt ist die Arbeitsleistung unserer Volkswirtschaft nicht hoch genug", sagte Merz in einer Rede vor der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau. "Um es noch deutlicher zu sagen: Mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche lässt sich der Wohlstand unseres Landes, den wir heute haben, in Zukunft nicht erhalten - und deswegen müssen wir mehr arbeiten", fügte er hinzu.
Der Kanzler wies darauf hin, dass Menschen in der Schweiz jedes Jahr im Schnitt 200 Stunden mehr arbeiteten als Deutsche. Er sehe "keine genetischen Unterschiede" zwischen den Menschen in den beiden Ländern, die es rechtfertigten, dass in Deutschland weniger gearbeitet werde als in der Schweiz. "Die Arbeitskosten in unserem Land sind einfach zu hoch, und wir müssen von diesem hohen Niveau runter", sagte er.
Nun, wenn nichts mehr hilft, soll es offensichtlich die Wählerbeschimpfung richten. Denn wieder einmal erzählt Merz nur Quatsch, den er dazu dann auch noch beim Weltwirtschaftsforum in Davos breit tritt.
Versucht man die unterschiedlichen Volkswirtschaften verschiedener Länder wie der Schweiz und Deutschland zu vergleichen, stösst man schnell an die Grenzen betriebswirtschaftlicher Kennziffern wie Arbeitsproduktivität, BIP oder auch durchschnittlicher Arbeitszeit. Es verwundert daher auch nicht, dass Finanzstandorte wie die Schweiz, Luxemburg oder Liechtenstein in allen Berechnungen vor den großen Industrienationen erscheinen.
Vergleicht man allerdings die reine Wochenarbeitszeit der einzelnen EU-Länder miteinander fällt auf, dass Griechenland, Bulgarien und Rumänien an der Spitze und Dänemark und die Niederlande in der Rangfolge noch hinter Deutschland liegen. Nach Merzscher Logik würde das bedeuten, das erstere - weil mehr gearbeitet wird - über wesentlich mehr Wohlstand als letztgenannte verfügen müssten. Allerdings gelten Rumänien und Bulgarien nach wie vor als die ärmsten Länder der EU und Griechenland hat sich wohl nicht umsonst mit gefälschten Kennziffern in den Euro geschummelt. Seltsam, oder ?
Merz also wie immer auf dem falschen Pferd und das mit ganzer Kraft. Solange, bis der Gaul tot geritten ist. Oder bis wir ihn mal fragen, warum wir 2025 rund 62 Milliarden Euro plus Sondervermögen in das tote Pferd BUNDESWEHR gesteckt haben, Kühlschränke und Radwege in Südamerika sowie anderen Quatsch für rund 10 Milliarden finanzierten und mit rund 15 Milliarden die korrupte Ukraine unterstützten. Weiterhin hat allein der Bund 24,3 Milliarden Euro für Asylkosten eingeplant (ohne Länderkosten). Könnte man über diese Summen nicht noch einmal nachdenken, Herr Bundesaußenkanzler?
Für die so eingesparten rund 112 Milliarden Euro könnten wir uns wahrscheinlich sogar noch ein zweites paralleles Sozialsystem mit ordentlichen Löhnen und Renten für alle leisten, Herr Merz. Und - wenn Sie sich beim nächsten Mal wieder auf das Gebiet der Volkswirtschaftslehre verirren - empfehle ich Ihnen, mal über den Unterschied zwischen Brutto-und Nettolöhnen nachzudenken. Denn wie einer Ihrer etwas klügeren Amtsvorgänger einmal sagte: "Entscheidend ist, was hinten rauskommt." Auch dabei könnte ein EU-Vergleich ziemlich erhellend sein ...

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