
"Er habe Wahlkampf für den Landrat gemacht, dies jedoch so wie jeder andere im Raum und nicht während der Arbeitszeit, erklärte Kurth", der frisch gekrönte neue Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Barnim. So schreibt es jedenfalls die "Märkische Oderzeitung" in ihrer heutigen Ausgabe. Daniel Kurth, der gleichzeitig persönlicher Mitarbeiter von Landrat Bodo Ihrke ist, hatte im vergangenen Herbst den Wahlkampf für Ihrke geleitet. Die SPD spricht in diesem Zusammenhang in der ihr immer wieder eigenen Realitätsferne von einem "erfolgreichen Wahlkampf". Ihrke verfehlte in zwei direkten Wahlgängen das vorgeschriebene Quorum, konnte auch bei der dann folgenden Wahl im Kreistag die Mehrheit der Abgeordneten nicht von sich überzeugen. Er erzielte keine Mehrheit, sondern nur ein Patt und wurde schließlich per Losentscheid zum Landrat bestimmt. Ein Landrat von Fortunas Gnaden - dem kleinen Mann auf der Straße ist dieser pseudo-demokratische Hokuspokus nicht mehr zu vermitteln.
Da die Leitung eines Wahlkampfes strikt von der Amtstätigkeit in einer Behörde zu trennen ist, beschleichen mich so einige Fragen bezüglich der praktischen Realisierbarkeit eines Wahlkampfes außerhalb der Arbeitszeit von Herrn Kurth. Am leichtesten geht es natürlich mit einem Zwillingsbruder oder von abends 18 bis morgens 8 Uhr. Nur hört da z.B. kein Mensch in einer Plakatdruckerei zu. Auch Säle für Wahlkampfveranstaltungen wird man zu nachtschlafender Zeit wohl kaum anmieten können. Ein halbes Jahr ohne Schlaf nehme ich ihm auch nicht ab. Und wie trennt man die Gedanken zum Beispiel für die Wahlkampfplanung? Ist ihm die tolle Parole von der "Ihr(k)e Wahl" zu Hause im Bett oder im Amt eingefallen? Was ist mit dem Papier für den Wahlkampfplan oder mit dem Computer? Alles von zu Hause mitgebracht? Wie ist man "zwei Strategen in einem" zur gleichen Zeit ?
Ich mache mir jedenfalls große Sorgen um den hoffnungsvollen Nachwuchs der SPD. An seiner Stelle würde ich zukünftig weitere ähnliche Experimente der Persönlichkeitsspaltung vermeiden. Noch mehr solcher Kunststückchen führen doch wahrscheinlich im schlimmsten Fall zu einer dissoziativen Identitätsstörung bzw. multiplen Persönlichkeit oder gar zu Schizophrenie, oder ?
Foto: Nach unbestätigten Berichten aus dem Potsdamer Innenministerium sollen bei den nächsten Brandenburger Kommunalwahlen aufgrund der Politikverdrossenheit der Bevölkerung an Stelle von Wahlkabinen Glückskekse eingesetzt werden (delater / pixelio.de)
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