
Unser Jüngster ist ja schon vor einiger Zeit wieder nach Berlin gezogen und bereitet sich auf seine letzte Prüfung für das 2. Staatsexamen vor. Allerdings hat die Bernauer Meldestelle seine Daten an ein paar offensichtliche Traumtänzer von der TU Dresden verklickert und die machen eine statistische Erhebung zur Mobilität in Städten- angeblich im Namen unserer tollen Landesregierung. (Damit diese dann die teure Studie wegwerfen und wieder Unsinn entscheiden kann) Für diese Massenbeschäftigung suchen sie geistesverwandte wirre Typen. Es ist ja nicht genug, dass man ständig am Telefon mit solchem Mist belästigt wird.
Zunächst dachte ich an einen üblen Scherz. Die Fragebögen sollen grundsätzlich immer am Folgetag ausgefüllt werden, natürlich von jedem Haushaltsmitglied ein Fragebogen. Wir haben eigentlich andere Dinge zu tun, z. B. betreibe ich jeden Tag profane Existenzsicherung. Muss ich, mir zahlt niemand Hartz IV. Außerdem: Ich habe keine Lust, für hochbezahlte Knallchargen die Arbeit zu machen und dafür gar nichts zu bekommen . Von den rausgeschmissenen Steuergeldern für diesen Unsinn nicht zu reden. Brandenburg lebt eben immer noch im Sozialismus, wo alles zentral geplant werden muss.
Allein beim Studium der Hinweise zum Ausfüllen habe ich mich fast tot gelacht:
- Bitte füllen Sie den Fragebogen für den Stichtag aus, der auf dem Begleitschreiben genannt ist.
- Für jede Person in Ihrem Haushalt gibt es einen Wegefragebogen. Für den Stichtag empfehlen wir Ihnen, diesen Wegefragebogen mit sich zu führen und die wichtigsten Felder (Zieladresse, Uhrzeiten etc.) direkt vor Ort einzutragen.
- Bitte füllen Sie die Fragebögen auch dann aus, wenn Sie am Stichtag nicht unterwegs gewesen sind.
- Jede Person sollte die Fragen möglichst selbst beantworten. Wir empfehlen Ihnen, mit dem Haushaltsfragebogen zu beginnen und anschließend mit dem Personenfragebogen sowie den Wegefragebögen fortzufahren.
- Jeder Person Ihres Haushalts wird auf dem Personenfragebogen eine Nummer zugeordnet. Übertragen Sie für jede Person diese Nummer auf den jeweiligen Wegefragebogen.
- Wenn eine Person mehr als 8 Wege am Stichtag unternommen hat, bitte wir Sie, einen zweiten Wegefragebogen auszufüllen. Tragen Sie bitte in diesem Fall unbedingt die Nummer der Person in den zweiten Wegefragebogen ein.
- Wenn in Ihrem Haushalt mehr als 5 Personen leben, dann notieren Sie bitte die Personen- und Wegeangaben ab der 6. Person formlos auf einem gesonderten Blatt.
- Ein Weg ist immer mit einem bestimmten Zweck/Ziel (z. B. Einkauf, Freizeiteinrichtung) verbunden. Beispiel: Vom Arbeitsplatz zum Einkauf und dann nach Hause = zwei Wege. Hin- und Rückwege sind zwei verschiedene Wege.
- Auf einem Weg können mehrere Verkehrsmittel genutzt werden. Beispiel: Vom Kino zu Fuß zur Bushaltestelle, mit dem Bus zum Wohngebiet und dann zu Fuß zur Wohnung = ein Weg
- Bitte tragen Sie alle Wege des ganzen Tages ein und vergessen Sie keinen Weg. Auch Fußwege, Heimwege, Rückwege und kurze Wege (z. B. Brief zum Postkasten bringen) sind für die Befragung wichtig!
Foto: "Verzweigt" (wrw, pixelio.de)
Die TU Dresden führt die Erhebung in rund 60 deutschen Städten durch, insgesamt wird eine Datenbasis von deutschlandweit 100 000 Menschen benötigt, um aktuelle Planungen wissenschaftlich zu begleiten. Das Projekt "Mobilität in Städten - System repräsentativer Verkehrsbefragung (SrV)" wurde 1972 zu DDR-Zeiten ins Leben gerufen.
AntwortenLöschenDa haben wir es mal wieder: die DDR ist Schuld und im Tal der Ahnungslosen haben sie noch nichts von Wende oder ähnlichem Schlamassel gehört und machen in altkommunistischer Weise wie gehabt weiter. Hoffentlich schreibt denen keiner auf den Antwortbogen wo wir heute angekommen sind - das könnte zu katastrophalen Ereignissen führen wenn die Jungs dann endlich aufwachen.
AntwortenLöschenAnsonsten erhebe ich den Satz über den methodischen Wahnsinn zum Spruch des Monats!!!
mfG Klaus