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Montag, 15. August 2011

Der kalte Krieg um die Köpfe


Fazit zu den Gedenkveranstaltungen anlässlich des Mauerbaus: Die Reden, Zeitungsartikel und sonstigen Medienbeiträge waren von ähnlicher Qualität wie die Auslassungen unseres Generalsekretärs zum 40. Jahrestag der Gründung der DDR. Wir haben keine Fehler gemacht, die Mauer ist keinesfalls das Ergebnis des Zweiten Weltkrieges. Sie war einzig und allein die Ausgeburt eines kranken, verbrecherischen Gehirns, dem von Walter Ulbricht. Der wachte eines Tages auf, hatte lange darüber nachgedacht, wie er seine DDR-Bevölkerung noch weiter schurigeln und endlich von der Sucht nach den Westberliner Bananen abbringen könnte. Deshalb beschloss er, die Mauer zu bauen. Einfach gestrickte Charaktere wie unser BuPrä basteln dann gleich weiter an der Unrechtsstaat-Doktrin - dem Nachfolger der Hallstein-Doktrin- und bringen auch noch die Integration aller Fremden in der Rede mit unter. Da, wo es nicht langweilig ist, ist es anödend, falsch, in Goebbelscher Manier zusammengeschusterte reine Demagogie und soll vor allem eins bewirken: Wir Deutsche in Ost und West sollen uns im Gegensatz zu früher wie im Paradies fühlen. Auch wenn man uns schon heute und zukünftig noch mehr das soziale, real kaum noch existierende Fell über die Ohren zieht.

"Eingemauert in Ruinen" betitelt die "Süddeutsche Zeitung" dann auch ihre Geschichte zum Mauerbau und gefährdet mit diesem Artikel und der dümmlichen Verhunzung der DDR-Nationalhymne ihre führende Rolle als einigermaßen sachliches Kampforgan der kapitalistischen Klasse. Immerhin gibt man zu, dass der Becher-Text schön ist.

Und nun die andere Seite: Die ist ja schon seit langem der Ansicht, dass die DDR mit Walterchen Spitzbart an der Spitze niemals verloren gegangen wäre und bedauert quasi tagtäglich, dass Ulbricht keinen Nachfolger gezeugt hat bzw. den falschen (Honecker) ran ließ. (Nebenbei: Mir fällt in diesem Zusammenhang immer der Thriller "Aurora" von Robert Harris ein, in dem ein schon lange wahnsinniger Stalin mit einer 18-jährigen Komsomolzin einen Nachkommen zeugt, der in der Abgeschiedenheit der nordrussischen Taiga vom KGB aufgezogen und folgerichtig zum Massenmörder wird. Der Roman ist grottenschlecht, aber schildert eindringlich die Zustände im Jelzin-Russland der neunziger Jahre)

Ausgeburt dieser ebenfalls völlig einseitigen Geschichtsbetrachtung ist eine Art Trotz, der sich in einem absolut unkritischen Schönreden aller, aber auch wirklich aller - auch der gruselig schwarzen - Seiten des Lebens in der DDR äußert. Man vergleiche dazu auch diesen etwas seltsamen Artikel der "jungen welt" und lese auch die anhängenden Leserbriefe. Nimmt man den Text als Aufforderung zum Nachdenken, als Provokation dazu, dann ist diese Meinungsäußerung ganz gut, wie man an den Reaktionen sieht. Als sicher ernst gemeinter Beitrag zur Geschichtsaufarbeitung hat er ähnliche Qualität wie die stets "wichtigen" Reden des geistig überforderten BuPrä oder die Schmonzetten von Guido Knopp oder ähnlicher Größen.

So sind kalte Krieger eben. Alle.
Egal ob Links oder Rechts. Deshalb hatten wir den Kalten Krieg und 28 Jahre lang die Mauer...


Foto: M.E. / pixelio.de




Kommentare:

  1. Danke sehr Eulenspiegel Frank,
    Ich könnte mich schmeißen vor Lachen wenn die Realität nicht so traurig wäre.
    „Und nun die andere Seite“: Wie schelmisch von Dir! Hast dabei wohl gedacht: Da wird sich Altstalinistin Nadja Norden auf den Schlips getreten fühlen?! Es ist gelungen! (Lach)
    Besonderer Dank für den Hinweis auf diesen Thriller „Aurora“, werde mich näher erkundigen. Ich empfehle dafür immer wieder der Titel „Katastrojka“ von Alexander Sinowjew.
    Gut, es ist erst Montag (dazu in Flandern, in ganz Belgien, offizieller Feiertag), aber das wird Folgen haben.
    Ganz herzliche Grüße aus meine flämische Sommerfrische (wo es – erwähnenswert – mal nicht regnet),
    Nadja

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  2. @Nadja: Solange Du noch mit mir redest, bist Du keine Altstalinistin! Interessant an Stalin und seinem Nachfolger Berija ist immerhin, dass beide dem Westen konkrete Vorschläge für eine Umwandlung ganz Deutschlands in einen entmilitarisierten Staat gemacht hatten,die die "Altstalinisten" in den USA und natürlich Adenauer und seine Faschisten rigoros ablehnten, denn man hätte sich mit den Kommunisten verständigen müssen.Geschichte ist eben nicht einfach. Grüße nach Flandern.

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  3. @Nadja: Schick mal ein bischen wetter rüber !Westpaket wäre nett!

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  4. Na Frank vielen Dank,
    Wir verstehen uns, aber den Titel „Altstalinistin“ laße ich mich nicht so einfach wegnehmen (Lach).
    Sehr richtig was Du schreibst! Und Geschichte ist tatsächlich nicht einfach.
    Wegen das von Dir erbetene Westpaket : Schade! Ich war schon zur Post, aber es wird nicht abgeschickt, weil es gegen die Zollbestimmungen verstoße…das trockene Wetter wird beschlagnahmt. Ich könnte eventuell eine Beschwerde einlegen beim Zollamt, aber damit warte ich besser bis es eine günstigere Großwetterlage gebe (Hoffentlich bald he!).
    Im Westen nichts Neues,
    Nadja

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  5. @Nadja: Ich wusste doch, dass mit der EU nichts los ist!

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  6. @Frank: Siehe den Hinweis auf „Der kalte Krieg um die Köpfe“ in „Politiek en Cultuur“.
    In Flanders fields,
    Nadja


    EU? Nein,danke! http://euaustrittvolksbegehren.blogspot.com

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  7. natürlich müssen alle, aber auch alle aufeinander verbal losdreschen.
    Man könnte sich ja sonst halbwegs verstehen!
    Geschichte war noch niemals einfach und wird es auch nicht werden, es sei denn, sie wird ohne den homo sapiens gemacht.
    Barnimer

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  8. Hi Frank,

    ich habe "Aurora" nach "Vaterland" gelesen und war bitter enttäuscht. War halt irgendwie nicht gut.
    Kleiner Buchtipp, weils mir sehr gefallen hat.
    Volker Kutscher - Der nasse Fisch
    Der erste Teil einer Krimitrilogie. Hab grad alle 3 Teile erfolgreich durchgelesen.
    Ich kanns empfehlen :)

    Beste Grüße,
    der Marian

    PS.: ja, dieses kommentar geht am inhalt deines blogbeitrags total vorbei. Ist halt so.

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Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...