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Mittwoch, 19. Juni 2013

Wahlkämpferisches

Nach neuesten FORSA-Umfragen befindet sich die SPD auf dem Tiefpunkt. Weniger als 22 Prozent der Wähler würden sie - wären am nächsten Sonntag Bundestagswahlen - noch wählen.

Ich habe mich daher entschlossen, Wahlkampf für die SPD zu machen. Damit die  kommende Große Koalition, auf die der Kanzlerkandidat der Sozen unzweifelhaft Kurs nimmt, nicht noch eine 2/3-Mehrheit im Bundestag bekommt. Dann dürfen diese hinterhältigen, kleinen Strolche mit Merkel an der Spitze auch noch am Grundgesetz herum pfuschen.

Also: Hier habe ich einen Link zum ersten Wahlkampfplakat der SPD, auf das jemals durch  Vallis Blog hin gewiesen wurde. Ist allerdings auch das letzte:




Denken wir auch noch einmal eindringlich an die großen parteipolitischen Tiefschläge gegen uns kleine Leute, die wir vor allem dieser Art von "Genossen" der Sorte Steinbrück, Steinmeier, Gabriel und Konsorten zu verdanken haben. An  " Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen", an den Partei eigenen Rassisten Sarrazin, an Hartz lV, an die Etablierung einer Billiglohnsparte, an die skrupellose Vertretung von Arbeitgeber- statt Arbeitnehmer-Interessen, an die Entmachtung der Gewerkschaften fast wie bei Thatcher, an die Vorratsdatenspeicherung, an die Kriege unter deutscher Beteiligung, an die Freiheit deutscher Waffenexporteure im Kosovo und am Hindukusch, an das eklige, käufliche Personal wie den GAZPROM-Gerd. 

Leute, erinnert Euch! Seitdem dieser "Genosse der Bosse" im  Armani-Anzug Kanzler war, trennen jeden Arbeitnehmer bei Arbeitslosigkeit noch 13 Monate von Hartz IV. Der jetzige Kanzlerkandidat Steinbrück kommt aus demselben stinkenden Stall. Wahrhaft SOZIAL und demokratisch. Eine richtige Partei für die Arbeitnehmer. 

Und bitte beachten: Sie müssen unter 22 Prozent ankommen! Sonst dürfen wir dieses arrogante und stets beleidigte Gesicht auch noch länger ertragen....

Dienstag, 18. Juni 2013

Yesterday - all my troubles seemed so far away

Der Kerl ist tatsächlich 10,25 Jahre älter als ich und wird somit heute 71 Jahre alt.  Er hat mir eine Menge Freude bereitet, oft mit seinen drei Kumpanen John, George und Ringo zusammen. Aber auch allein, z.B. mit seinen Songs "Yesterday" oder "Blackbird". Und er lehrte mich im zarten jugendlichen Alter, dass nichts ewig hält. Auch nicht die Beatles. Obwohl Ringo damals mal meinte, sie wären eine nette, kleine Band gewesen, war eben irgendwann Schluss. Natürlich war das Geld Schuld.

Nicht nur nebenbei bemerkt: Vieles, was Paule und die Beatles in ihren Liedern besungen haben, ist mir erst nach dem Anschluss meiner Heimat an ein völlig fremdes Land klar geworden.

Yesterday all my troubles seemed so far away
Now it looks as though they're here to stay
Oh I believe in yesterday.
Suddenly, I'm not half the man I used to be
There's a shadow hanging over me
Oh yesterday came suddenly.

Happy Birthday, Paul McCartney!




Sonntag, 16. Juni 2013

Schizophrenes

"Es gilt, auch heute überall auf der Welt denen beizustehen, die – obwohl diskriminiert und ausgegrenzt – sich mutig für Freiheit einsetzen". sagte Antikommunist oder Bundespräsident Joachim Gauck  zu dem aggressiven und absolut unverhältnismäßigen Vorgehen der bundesdeutschen Polizei in Frankfurt am Main gegen die zentrale Demonstration der kapitalismuskritischen Protestbewegung Blockupy  in seiner Rede vor dem Bundestag zum sogenannten Arbeiteraufstand in der DDR am 17. Juni 1953.

Blamables

Stadtturm in Alzey
( SueSchi  / pixelio.de)
Gestern beim alljährlichen Augenärztekongress in Nürnberg. Ich treffe einen türkischen Augenarzt wieder, den ich ungefähr 10 Jahre nicht gesehen habe. Er erzählt mir, dass er jetzt in Alzey eine Praxis hat.

"Alzey? " sinniere ich laut. "Ist das nicht in Niedersachsen?" " Nein," kommt die Antwort. " 30 Kilometer südwestlich von Mainz. Bekannt aus der Nibelungensage. Laut Sage der Stammsitz des Volker von Alzey, des Spielmanns am Hof der Burgunder in Worms. Volker ist einer der burgundischen Ritter und Helden. Er stirbt mit den anderen Burgundern an der Seite Hagens kämpfend auf Etzels Burg durch Hildebrands Hand."

Uff, das hat gesessen. Geschichte und Geographie glatt durchgefallen. Und soviel zum Thema Integration. Nun aber schnell ins Internet und unbedingt den Ritter googeln...

Widerspruch gegen Altanschließer-Gebührenbescheide - ein ausführlicher Nachtrag

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Unterstützer,

bei der Veranstaltung von Haus & Grund zur Altanschließerproblematik waren mehrere Hundert Bürger anwesend. Wir waren durch unseren Kreistagsabgeordneten Johannes Madeja vertreten, durch den ich Ihnen nachfolgende Infos zukommen lassen kann.

1.      Der referierende Rechtsanwalt Höcke (www.rechtsanwalthoecke.de) legte schlüssig dar, warum das Kommunalabgabengesetz und die auf ihm fußenden Gebührenbescheide rechtswidrig sind, insbesondere gegen die Landesverfassung verstoßen. Hinsichtlich der Verjährungsproblematik wurde auf das Gutachten von Prof. Steinert (Verfassungsrichter i. R.) hingewiesen.

 2.      Binnen 1 Monat nach Zugang des Bescheides ist zwingend Widerspruch einzulegen. In dem Widerspruch ist zudem die Aussetzung der sofortigen Vollziehung (die bei allen Empfängern des Gebührenbescheides angeordnet wurde) zu beantragen. Dies ist wichtig, weil der Verband zunächst diesen Antrag ablehnen muss, bevor er Zwangsmaßnahmen in Gang setzen kann. Je mehr Leute es machen, desto schwerer hat es der Verband.

3.      Für den Widerspruch gibt es ein Musterformular bei RA Höcke. Dieses kann Interessenten in der Kanzlei Breitscheidstr. 59, Bernau ausgehändigt werden. Es wird darauf hingewiesen, dass es sinnvoll ist, trotz des Formulars den Text natürlich individuell zu formulieren. Herr Höcke ist sehr kommunikativ und beweglich – sprechen Sie ihn auf das Formular an, welches ab Montag verfügbar ist. Wir versuchen, es ebenfalls zu bekommen, um es weiterleiten zu können.

 4.      Beliebt ist auch der Trick, dass der Verband den Bescheid aufhebt und dann einen neuen erlässt. Sodann muss auch gegen den neuen Bescheid Widerspruch eingelegt werden. Achten Sie daher auf die Formulierungen des Verbandes!

5.      Sofern der Widerspruch durch einen Widerspruchsbescheid abgelehnt wird oder der Verband über 6 Monate hinweg auf den Widerspruch nicht reagiert, wird geklagt. Hierzu wird es gesonderte Veranstaltungen zur gegebenen Zeit geben.

6.      Am 19.06.2013 findet die nächste Zwecksverbandsversammlung des WAV Panke/Finow statt. Diese Runden tagen öffentlich, aber meist kommt kaum ein Zuschauer. Machen Sie die Runde für Handke und Co. diesmal zu einem Treffen, bei dem sie nicht unter sich bleiben und zeigen Sie Gesicht gegen dieses Vorgehen. Die Sitzung findet am 19.06.2013 um 18 Uhr in Altlobetal, Gemeindesaal, Lobetal statt (http://www.stadtwerke-bernau.de/page.php?page=/bernau/energie/wavnews.html).

7.      Unser Kreistagsabgeordneter Johannes Madeja wies darauf hin, dass im Bereich des ZWA Eberswalde keine Probleme mit Altanschließergebühren bestehen, da dort der Bürgerprotest so gut organisiert wurde, dass die inzwischen nachgegeben haben. In den vergangenen Jahren wurden dort über 600 Verwaltungsgerichtsverfahren gegen den ZWA gewonnen, was diesen endlich einlenken ließ.


Ich bitte Sie um Verbreitung dieser Informationen, damit möglichst alle Betroffenen Widerspruch einlegen und somit zum einen für sich die rechtlichen Chancen verbessern und zum anderen die öffentliche Diskussion über diese Ungerechtigkeit unterstützen.


Mit freundlichen Grüßen,

Péter Vida


Danke an Herrn Rechtsanwalt Vida für diese Info und damit für den ausführlichen Nachtrag zu meinem Blog-Post vom vergangenen Freitag. Packen wir es an.

Freitag, 14. Juni 2013

In Bernau brennt die Luft - neue Hoffnung für Altanschließer

Die Bernauer Stadthalle platzte gestern am späten Nachmittag aus den Nähten, als der Haus- und Grundstückseigentümerverband zu Neuigkeiten in der Altanschließerproblematik informierte. Es waren vor allem Menschen über 70, die da um ihr letztes Erspartes oder ihr Häuschen bangen, weil ihnen Verbrecher von Staats wegen eben mal so ein paar Tausend Euro abnehmen wollen. Für Leistungen oder angebliche Leistungen, die vor über 23 Jahren oder gar schon in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erbracht worden sind oder eben nicht erbracht wurden. Denn es reicht diesen Halsabschneidern, dass am 3. Oktober 1990 die theoretische Möglichkeit des Anschlusses an das Trinkwasser- und Abwassernetz bestanden hätte. Um nur einen Punkt aus dem gequirlten Schwachsinn herauszugreifen. Da reden wir noch nicht einmal von der Geschoss- oder der Quadratmeterzahl. Fiktiven Größen, die nur die abgezockten Summen erhöhen sollen. Weder Geschosse, Häuser oder Quadratmeter verbrauchen Wasser. Vor allem nicht, wenn man mit fiktiven Mondzahlen rechnet. Könnte, hätte, wollte, müsste: Brandenburger Politiker und ihre Leihbeamten aus dem Westen sind Könige des Konjunktivs. Hauptsache, ihre Kasse stimmt.

Man stelle sich vor, man hat an der Tankstelle für 30 Euro 20 Liter Benzin erworben. Der Tankwart kassiert aber 80  Euro, weil man theoretisch 50 Liter in den Tank dieses Autotyps hinein bekommen könnte. Und dann berechnet der Tankstellenbesitzer im Nachhinein noch zusätzlich zur Spritrechnung 3000 Euro Alttankstellenbenutzergebühren, weil er sich 1990 neue Tanksäulen anschaffen musste. Zahlbar sofort.  Geht nicht ? Quatsch? Doch, genauso funktioniert der Hirnriss mit den Altanschließergebühren in Brandenburg. Schönbohm (CDU), Generalissimus und ehemaliger Innenminister, und die Platzecksche SPD lassen grüßen oder:  Witz komm raus, du bist umzingelt.

Inzwischen haben Bundesverfassungsgericht, Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, Verwaltungsgericht Cottbus, drei Gutachten renommierter Rechtgelehrter dem Brandenburger Kommunalabgabengesetz und der darin schon 2003 festgelegten Lizenz zum Gelddrucken durch die Wasser- und Abwasserzweckverbände bescheinigt, dass es in Bezug auf die Altanschließerbeiträge nicht konform mit dem Grundgesetz ist.
Wassertropfen (Sara Hegewald  / pixelio.de)

Die Schlussfolgerung der Brandenburger Politik daraus lautet: Wir machen weiter wie bisher. Sinngemäß lässt Minister Woidke informieren, dass er zwar nicht weiß, ob das KAG verfassungskonform ist, aber das hat überhaupt keine Auswirkungen. Warum diese unfähigen, offensichtlich Menschen hassenden  Idioten nicht angeln gehen, anstatt die Bürger zu drangsalieren, erschließt sich schon lange nicht mehr.

Und da der Bezug auf den 3.Oktober 1990 so schön passt, erlaube ich mir den ganz persönlichen Hinweis, dass die sogenannte Wiedervereinigung erst dann abgeschlossen ist, wenn auch der letzte Ossi aus dem Grundbuch getilgt ist.

Was tun, wenn ein Beitragsbescheid ins Haus flattert?  Da ich kein Rechtsanwalt bin, darf ich an dieser Stelle auch die Tipps aus der gestrigen Versammlung nicht weiter verbreiten.. Nur soviel:  Der Haus- und Grundstückseigentümerverband rät unbedingt zum Widerspruch gegen den Altanschließerbescheid.

Begründungen für Ihren Widerspruch und aktuelle Urteile zur Altanschließerproblematik sind ab Montagabend auf der Webseite www.rechtsanwalthoecke.de herunterladbar oder können am Monatg ab 16 Uhr direkt in der Rechtsanwaltskanzlei von Herrn Höcke in der Breitscheidstraße 59 in Bernau abgeholt werden.

Hauen wir diesen Halunken auf die Finger und setzen wir damit gemeinsam endlich ein Stück Rechtsstaat in Brandenburg durch. Denn wie sie in den Wald hinein rufen, so schallt es heraus...



Mittwoch, 12. Juni 2013

Mittig

Da schwafeln sie wieder, die üblichen Quatschköpfe. Vom Frevel Ulbrichts, der das "schöne" Hohenzollern-Schloss abreißen ließ. Von Berlins Mitte, die nun endlich auferstehen wird. Von der Großartigkeit Preußens. .

Neptunbrunnen - heute vor dem Roten Rathaus (© fv  2010)
Nichts davon ist richtig: Das historische Berliner Stadtschloss  war auch vor  dem Abriss  nicht schön anzusehen wie etwa Neuschwanstein und außerdem eine feudalistische Zwingburg der Hohenzollern im Herzen der freien Stadt Berlin. Es war zuletzt eine Ruine. Und niemand hätte es sich in den 1950er Jahren leisten können, es wieder aufzubauen. Auch der Westberliner Senat nicht, der fast um die selbe Zeit kurz davor war, das schwer beschädigte Schloss Charlottenburg abreißen zu lassen. Das Gewäsch der ewig Gestrigen ist denn auch so nervtötend, dass selbst der eher regierungskonforme "Focus"  Einspruch einlegt und von einem "historisierenden Rummelplatz", der wenig mit dem jungen, kreativen Berlin von heute zu tun hat sowie von einer Chance schreibt, die offensichtlich vertan wurde.

Im übrigen gab es in Berlin (Ost) eine durchaus funktionierende Mitte, die nicht hässlicher war, als das sogenannte Kudamm-Karree oder das architektonisch weithin überschätzte Kulturforum im Westen der Stadt. Zum Zentrum Ost gehörte auch der durchaus frevelhaft abgerissene Palast der Republik, nicht hässlicher oder asbestverseuchter als das Westberliner Internationale Congress-Center (ICC). Der Palast musste in geschichtsvergessener Ignoranz verschwinden. Zumindest hier ähneln sich Ulbricht und die neuen Mächtigen mit ihrem ideologischen Brett vor dem Kopf.  Auch musste der Palast weg, weil er mit seinen für das gemeine Volk erschwinglichen Kultureinrichtungen nicht in das politisch gewollte Bild der DDR als unterdrückenden Unrechtsstaat hinein passte.

Dass mir jetzt schon schlecht wird, wenn ich an die übrigen vergeigten Milliarden-Großprojekte in dieser Republik und speziell in Berlin denke, brauche ich wohl nicht extra zu betonen,.

Insofern waren die üblichen Schwätzer wieder einmal an der richtigen Stelle. Fehlte nur noch Topp-Männättscher Mähdown, der dann die Schlossbaustelle nach dem Abriss des Hauptstadflughafens BER im Jahre 2025  übernehmen wird.

Schönes

Patrick Stewart spricht das Sonett 116 von William Shakespeare:




Sonnet CXVI 
by William Shakespeare 

Let me not to the marriage of true minds
Admit impediments. Love is not love
Which alters when it alteration finds,
Or bends with the remover to remove:
O, no! it is an ever-fixed mark,
That looks on tempests and is never shaken;
It is the star to every wandering bark,
Whose worth's unknown, although his height be taken.
Love's not Time's fool, though rosy lips and cheeks
Within his bending sickle's compass come;
Love alters not with his brief hours and weeks,
But bears it out even to the edge of doom.
      If this be error and upon me proved,

     I never writ, nor no man ever loved.




Nichts kann den Bund zwei treuer Herzen hindern,
Die wahrhaft gleichgestimmt. Lieb' ist nicht Liebe,
Die Trennung oder Wechsel könnte mindern,
Die nicht unwandelbar im Wandel bliebe.

O nein! Sie ist ein ewig festes Ziel,
Das unerschüttert bleibt in Sturm und Wogen,
Ein Stern für jeder irren Barke Kiel, -
Kein Höhenmaß hat seinen Wert erwogen.

Lieb' ist kein Narr der Zeit, ob Rosenmunde
Und Wangen auch verblüh'n im Lauf der Zeit -
Sie aber wechselt nicht mit Tag und Stunde,
Ihr Ziel ist endlos, wie die Ewigkeit.

Wenn dies bei mir als Irrtum sich ergibt,

So schrieb ich nie, hat nie ein Mann geliebt.

Übersetzt von Friedrich Bodenstedt (1866)




Unerreicht. Welch' großer Text, welch' großer Dichter, welch' großer Mime ...


Kämpferisches

Artikel 5 Grundgesetz: 

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. 

Ab und zu ist es notwendig, an diesen Artikel des Grundgesetzes zu erinnern. Und so traurig es ist, dass wir nach der sogenannten Wiedervereinigung nicht über eine richtige Verfassung abstimmen durften, bin ich doch froh über das alte Ding. Viele in dieser BRD haben es natürlich längst vergessen oder ignorieren es bewusst, in dem sie anderen einfach den Mund verbieten oder die Tastatur versiegeln wollen.

Nachdem gestern früh hier um sieben Uhr früh im Büro das Telefon klingelte und sich eine Bernauer Bürgerin für meinen Leserbrief zum unsäglichen Mühlentor bedankte, man mir beim Hunde-Spaziergang für meine Wortmeldungen in der Lokalpresse schon des öfteren die Hand geschüttelt hat, selbst meine Mutter von Bekannten ob dieser Meinungsäußerungen positiv angesprochen wird, schicken jetzt interessierte Stellen offenbar die Kavallerie. So kam heute ein Brief mit der Post, der mich einerseits in meinen Anliegen bestärkte, andererseits aber auch wieder fast in tiefe Depression stürzte.

Hier der Text des anonymen Schreibens, denn der Brief trug keinen Absender, ein Herrn Frenkel ist mir nicht bekannt, bei Google nicht zu finden und steht auch nicht im Telefonbuch:

    "Sehr geehrter Herr Dr.-Ing. Valentin!
Als ich ihren letzten - leider nicht Ihren ersten -„Leserbrief" in der MOZ vom 07.Juni las, musste ich mich fragen, wer denn das von Ihnen so sehr herbeigesehnte „Dezernat" gegen Baupannen mit Leben erfüllen soll. In meiner Jugend kursierte ein Spruch: Und wenn der Chef nicht weiterweiß, dann gründet er 'nen Arbeitskreis.

Welcher von den vielen Ihrer Meinung nach offenbar unfähigen Mitarbeitern der Bernauer Stadtverwaltung ist denn dafür prädestiniert? Die schaffen, es doch nicht einmal, offen auf der Hand liegende Probleme zu sehen. Brauchen Sie ein aktuelles Beispiel? Dann nehmen Sie den Stau in der Innenstadt, der nicht, wie Sie behaupten, von Stadtverordneten herbeigezaubert wurde, sondern von der Verwaltung. Wäre es nicht ein Leichtes, die Ampelschaltung am Gaskessel zu verändern, um dem veränderten Verkehrsfluss Rechnung zu tragen? Der von der Europakreuzung in Richtung Gaskessel rollende Verkehr hat nämlich dank der Sperrung der Einmündung Breitscheid-/Weißenseer Straße stark abgenommen, aus der Stadt kommende Fahrzeuge stehen aber im Stau, weil nur 3-4 von ihnen bei Grün über die Kreuzung kommen.

Oder nehmen wir ein anderes Problem an dieser Kreuzung: Sie war ja im vergangenen Jahr lange genug gesperrt. Warum konnten nicht die Induktionsschleifen an den Ampeln in der Bauphase gelegt werden? Nein, es musste wieder in den laufenden Verkehr eingegriffen werden.

Dauerbaustelle Bahnhofsvorplatz: Hier macht sich die Stadtverwaltung zunehmend lächerlich und unglaubwürdig. Wenn ich von einem Handwerker ein Leistungsangebot erhalte, sind darin der Endpreis und der Termin der Fertigstellung enthalten. Wenn ich den Auftrag erteile, hat sich die Firma an den Vertrag zu halten, gemäß dem schon von den Römern formulierten Grundsatz „Pacta sunt servanta". Tut sie das nicht, gibt es nicht das volle Geld. Wenn die erbrachten Leistungen nicht dem Angebot entsprechen, gibt es weniger Geld. Eine Firma, die nicht in der Lage ist, die vereinbarten Leistungen vertragsgemäß zu erbringen, wird von mir nie wieder einen Auftrag erhalten. Und so was spricht sich dank der Mundpropaganda sehr schnell herum... Es kann doch nicht sein, dass die Tiefbaufirma, die sich am Bahnhofsvorplatz gesundstoßen will, das auf Kosten der Steuerzahler tut. Die Stadtverwaltung wiegelt immer nur ab und freut sich, wenn auf einmal drei Arbeiter mehr auf der Bildfläche erscheinen.

Und zum Abschluss noch eine sehr persönliche Meinung. Nach alldem, was ich von Ihnen schon lesen musste, formt sich mehr und mehr das Bild, dass Sie, die Unabhängigen, die Homunculi des unsäglichen Herrn Dr. Weßlau, in Ihrem übersteigerten Geltungsbedürfnis keinen Deut besser sind als der von Ihnen ständig angegriffene Parteienklüngel. Sie sollten Ihre Kraft lieber in die Lösung der Sachfragen investieren, von denen es wahrlich genug in Bernau gibt, als in persönliche Spitzen gegenüber Abgeordneten der anderen in der  Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien. Brauchen Sie wirklich immer wieder die Presse, um Ihre Daseinsberechtigung zur Schau zu stellen? Solche „Volksvertreter" brauchen wir nicht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen immer einen klaren und objektiven Blick auf das, was in und um Bernau herum so passiert.

mit freundlichen Grüßen
Peter Frenkel"

Mich bringen solcherart Briefe regelmäßig zur Verzweiflung. Nicht wegen der unterschwelligen Beschimpfungen der Art " leider nicht Ihren ersten -„Leserbrief" in der MOZ" (kein Mensch kann  jemanden dazu zwingen, irgendetwas zu lesen, warum tut es dann der Herr "Frenkel" ) oder  ". Solche „Volksvertreter" brauchen wir nicht." ( Wer ist "wir"? Pluralis Majestatis des Herrn von "Frenkel"? ). 

Nein, da zählt jemand - der Herr "Frenkel" - alle stadtbekannten Fakten der absolut unkontrollierten  Baupolitik der Bernauer Stadtverwaltung bis ins Kleinste auf und ignoriert völlig die Rolle oder besser: die AUFGABEN einer Stadtverordnetenversammlung! Wo liegen die Ursachen für diese bedenklichen Erkenntnisschranken? Der Absender erkennt zwar, dass die inhaltliche Kritik richtig ist, schafft es aber  nicht, über seinen Schatten zu springen und  attackiert nach dem mittelalterlichen Prinzip des "Der Bote ist schuld" die Unabhängige Fraktion.

Also, noch einmal von vorn: Fakt ist, dass diese SVV sich von einem unfähigen Bürgermeister seit Jahren auf der Nase herumtanzen, vorführen und damit lächerlich machen lässt. Und sie tut NICHTS dagegen. Die CDU/FDP-Fraktion steht sowieso immer auf Seiten ihres Parteifreundes Handke, die SPD hat seit August Bebels Tod im Jahre 1913 kein Rückgrat mehr und die Linke treibt taktische Spielchen.

So sieht es aus, Herr "Frenkel". DIESE Art von Volksvertreter brauchen WIR nicht. Fragen Sie die Leute auf der Straße oder klingeln Sie mal an ihren Haustüren. Sie werden sich wundern, was WIR - die Bernauer Bürger - denken.

Bernau - Blick auf Steintor und Stadtmauer ( © fv 2009)
Deshalb ist die Stadtverwaltung nicht weniger Schuld am Chaos und an der damit einhergehenden Geldverschwendung. Da aber Bernau, d.h. der Bürgermeister,  für seine Angestellten  mit Abstand am wenigstens zahlt im Landkreis Barnim, müssen wir uns auch über die Qualität der Arbeit nicht wundern. Wer nur mit Geld für Gurken auf den (Arbeits-) Markt geht, wird auch nur Gurken bekommen. Das Geld der Stadt ist aber auch zweifellos im inzwischen fünften Marktplatzkonzept besser angelegt. Achtung, Herr "Frenkel" ! Das war Ironie.

Trotzdem gibt es auch in der Bernauer Stadtverwaltung genug gute Kräfte, die sich allerdings inzwischen wie so mancher Bürger vom stinkenden Kopf des Fisches abgewandt haben. Diese könnten - entsprechend motiviert -  sicher auch das neue  Baudezernat qualifiziert besetzen

Die politische Hauptverantwortung für die verfehlte Politik - nicht nur beim Bau - in Bernau tragen jedoch eindeutig die gegenüber dem Bürgermeister stets und ständig servilen Stadtverordneten. Es wäre ihre Aufgabe, diesen Bürgermeister zu kontrollieren und ihm gegebenenfalls die Rote Karte zu zeigen. Tun sie aber nicht. Aus den genannten parteipolitischen Gründen. Deshalb müssen Unabhängige her.

Gestatten Sie mir noch einige letzte Sätze zu Ihrem Brief, Herr "Frenkel". Sie schreiben sinngemäß, dass ich meine Daseinsberechtigung durch die Presse zur Schau stelle. Das ist - nebenbei bemerkt-  eine Unverschämtheit und zeigt deutlich, wes' Geistes Kind Sie eigentlich sind oder sogar, wer für Sie denkt. Was ich gern denk' und gerne tu' , das trau' ich allen andren zu - um Ihnen mit einem Sprichwort auf diese Entgleisung  zu antworten.

Sei's drum: Ich bin klug genug um zu wissen, dass es gar nicht um mich geht. Es geht mir wie den meisten anderen Bernauern lediglich darum, dass man in dieser Stadt einigermaßen unbeschwert leben kann. Ohne alle Nase lang und endlos für Blödsinn zur Kasse gebeten zu werden  oder/und  auf irgendwelchen, für den Bürger letztlich teuren Irrwitz zu stoßen. Und auf Menschen, die die Verantwortlichen dafür auch noch verteidigen und sich selbst für geistig klar und objektiv halten ....




Dienstag, 11. Juni 2013

Ergötzliches

20 Jahre altenhofer kulturkreis e.V.

Am 29.06. 2013 ab 20°° Uhr wollen wir  das 20- jährige Bestehen des “altenhofer kulturkreis e.V.” feiern .

Wo: Bootshaus am Breten ( bei Regen im Bootshaus an der EJB) in Altenhof/ Werbellinsee

Dazu gibt es Musik, Getränke und etwas zu Essen – die Erlöse gehen in die Vereinskasse, damit das kulturelle Leben weitergehen kann.

Also wir  freuen uns auf zahlreiches Erscheinen.

“altenhofer kulturkreis e. V”

1244 Schorfheide  OT Altenhof
Altenhofer Dorfstr.3
Vorsitzender: Günter Landmann                                                                              

Besinnliches

Während viele Menschen  in Sachsen-Anhalt und inzwischen auch schon im Havelland aufgrund der Flut um Leben, Gesundheit, Hab und Gut bangen, führt unser kleines Flüßchen Panke treu und brav die wenigen Regenfälle ab. Sie muss sich noch nicht mal Mühe dabei geben, so trocken ist es hier in unserer Streusandbüchse. Ich fange jeden Regentropfen in drei großen Tanks auf, die letzte Trockenperiode in April und Mai dauerte rund 8 Wochen. Fast 15 m³ habe ich da aus den Regenwassertanks auf unsere Bäume und andere Pflanzen gegossen und es war nie genug. Nicht nur das Wasser ist auf dieser Welt ungerecht verteilt. Wir bangen jedenfalls mit, zumal ich einige Zeit meines Lebens in Magdeburg verbracht habe und viele Leute dort von "hinter'm Elbdeich" gut kannte.

Ansonsten ist es  mal wieder Zeit für einen beschaulichen Beitrag. Damit die Schnarchnasen von der NSA beim Lesen etwas durcheinander kommen.

© fv 2012
Reden wir also über unsere Gartenvögel: Seit Wochen werden wir morgens schon von einem Amselhahn geweckt, der die Anfangstakte vom Schubertschen Forellenquintett flötet.

Anlass für Überlegungen, ob Komponisten eigentlich bei Singvögeln abschreiben oder ob die Vögel zufällig am offenen Fenster eine Melodie aus der Stereoanlage aufschnappen und dann nach pfeifen. Unser Amselhahn ist jedenfalls perfekt und entlockt mir mehrmals täglich ein Lächeln. Auch mein Kanarienvogel Hansi, dem ich mittels einer Tonbandschleife das Singen einer Nachtigall beigebracht hatte, erscheint dann vor meinem geistigen Auge. Hansi war ein tollkühner kleiner Kerl. Er fuhr liebend gern auf der Tonbandspule Karussell und kam beim Pfiff auf meine Hand, obwohl Kanarienvögel im allgemeinen ziemlich scheu sind. Es ist so schade, dass uns so viele Freunde und leider auch die meisten tierischen Gefährten immer nur kurze Zeit begleiten können.

Mir fällt beim Amselgesang auch immer Paul McCartney und sein wunderbares Solo von "Blackbird" (Amsel) auf dem Doppelalbum "The Beatles" - dem sogenannten "Weißen Album" -  ein. :

 Blackbird singing in the dead of night
Take these broken wings and learn to fly
All your life
You were only waiting for this moment to arise.

Die Amsel singt am Ende der Nacht.
Nimm die zerbrochenen Flügel und lerne Fliegen
Dein Leben lang
hast du nur darauf gewartet aufzustehen.  

Paul nannte als Inspiration für die Musik das Bourrée in e-Moll aus der Lautensuite BWV 996 von Johann Sebastian Bach, der die Idee dazu vielleicht wieder von einem Amselhahn hatte ? Niemand weiß es.

Der Text hingegen "entstand mit Blick auf die Bürgerrechtsbewegung und die damit verbundenen Unruhen in den USA im Frühling 1968. Er handelt von einer afroamerikanischen Frau, die der alltäglichen Diskriminierung in den USA ausgesetzt ist. Die Amsel (engl.: Blackbird) steht dabei symbolisch für diese Frau." weiß die Wikipedia zu diesem schönen, poetischen und starken Lied. 

Womit wir wieder beim Thema wären, obwohl ich eigentlich nur etwas von Singvögeln scheiben wollte...


Montag, 10. Juni 2013

Erfreuliches

S., unser italienischer Freund, postet neue Badebilder von Elba. Bis zum Hals im Mittelmeer! Das ist zwar auch nicht ganz schlecht, aber wir waren schon vor 14 Tagen anpaddeln. Auf dem Finowkanal! Dabei hätten wir beinahe diesen Herrn hier getroffen. Am Sonnabend haben wir es wieder getan - wir waren den ganzen Tag auf dem Wasser, während fast alle Nachbarn  schon ganz früh am  Morgen ihre Gartenmaschinen ausführen mussten...

Impressum und V.i.S.d.P.

Dieser Weblog ist ein privates Tagebuch von
Dr. F. Valentin
Waldstr. 70
16321 Bernau
frank(at)drvalentin.de

Alle Beiträge geben ausschließlich meine eigene Meinung zu den besprochenen Themen wieder.Das Recht auf eigene Meinung ist durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geschützt. Um meine Beiträge ohne längere Erklärungen verständlich machen zu können, sind manchmal Zitate aus Büchern, Filmen, Zeitschriften, Fernsehsendungen, Liedtexten oder auch von Internetseiten nötig. Diese Zitate ( auch Bilder, Karikaturen, Grafiken, Tabellen, Diagramme oder Zeichnungen) dienen lediglich als sogenannte "Aufhänger", um Meinungen oder gesellschaftliche Tendenzen besser und gegebenenfalls komprimierter darstellen und herausarbeiten zu können. Zitate sind somit ein weltweit erlaubtes Mittel der Publizistik. Die Verwendung von Zitaten ist durch das Urheberrecht (UrhG) geregelt und unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, ohne dass eine Erlaubnis des Urhebers eingeholt oder diesem eine Vergütung gezahlt werden müsste. Paragraph 51 UrhG in Deutschland besagt dazu: "Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe, wenn in einem durch den Zweck gebotenen Umfang

1. einzelne Werke nach dem Erscheinen in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden,
2. Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden..."
Die allgemeine Begründung dafür ist, dass Zitate der kulturellen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung einer Gesellschaft dienen.Trotzdem: Sollten mit diesen Zitaten irgendwelche weitergehenden Urheberrechte berührt werden, bitte ich um umgehende Mitteilung- der entsprechende Beitrag oder Link wird sofort entfernt.
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Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...