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Donnerstag, 9. Dezember 2010

Deutsche zweiter Klasse, Teil 15

Die auch nach 20 Jahren Anschluß der DDR an die BRD real existierenden Unterschiede zwischen den Lebensverhältnissen in Ost- und Westdeutschland sind der überwiegenden Zahl der Politiker noch nicht mal mehr peinlich. Es wird darüber geschwiegen. Offizielle Linie ist, dass wir doch alle Deutsche sind und Kritiker der sogenannten Wiedervereinigung doch endlich aufhören sollten, die "Ossi-Wessi-Karte" auszuspielen. Würde ich ja gerne, liebe Leute, nur: "Die Verhältnisse, sie sind nicht so!" (Brecht: "Dreigroschenoper")

Abgesehen davon, dass man sich immer noch alle Nase lang blöde Witze über unser Leben in der DDR anhören und sich rechtfertigen muss, wenn man im Osten geboren ist, dass ein Hauptziel der ostdeutschen Fernsehsender und Zeitungen die Delegitimierung der DDR und damit unserer Lebensleistung ist (das zweite Hauptziel dieser Medien heißt Rechristianisierung) , dass selbst der allergrößte Scheiß über die DDR nicht blöd genug ist, um ihn breitzuschmieren - so stellte der immer noch Westberliner "Tagesspiegel" am 4. Dezember fest, dass es Schülerlotsen im Ostteil Berlins erst seit dem 4.Dezember 1990 gibt (der Westen brachte uns das Licht, welch' ein Glück), dass der Ausverkauf der ostdeutschen ehemals volkseigenen Immobilien vor allem an Wessis noch immer nicht abgeschlossen ist und mit der geplanten Entschädigung von sogenannten Opfern der Bodenreform einen neuen Höhepunkt erreichen wird, sind die Einkommensverhältmisse auch im einundzwanzigsten Jahr nach der Wende völlig unterschiedlich.

"Auch Jahre nach der Wiedervereinigung macht es auf dem Konto einen nicht geringen Unterschied, ob der Wohnort in Ost- oder Westdeutschland liegt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch hatten die Haushalte in den neuen Ländern und Ost-Berlin 2008 ein Bruttoeinkommen von durchschnittlich 2.867 Euro im Monat - das entspricht 74 Prozent des Einkommens der Haushalte im früheren Bundesgebiet, das bei 3.899 Euro lag." schreibt heute die Nachrichtenagentur DDP und straft damit alle die Lügen, die die Ossi-Wessi-Karte so gern unter den Tisch fallen lassen würden. Ähnlich verhält es sich heute schon mit den Renten.

Wohl bemerkt, es geht hier nicht um regionale Unterschiede wie sie auch zwischen Bayern und Schleswig-Holstein existieren. Es geht um den Durchschnitt West zum Durchschnitt Ost. Und es muss auch darum gehen, wie diese geringeren Einkünfte - es sind durchschnittlich über EINTAUSEND Euro Unterschied- sich in nur wenigen Jahren auf die zukünftigen Renten auswirken werden...

Kommentare:

  1. Hallo Frank,
    Und weil der Mensch ein Mensch ist…Aufschlußreicher Beitrag! Ich fühle mit Euch mit. Mußte mir neulich noch so’n blöder Hetzwitz
    Anhören: „Der Unterschied von einen Ostler und ein Türke? Der Türke kann Deutsch, und arbeitet“. Da habe ich es in Flandern, meine neue Heimat, entschieden leichter.
    Das deutsche Rentenanteil für alle meine Arbeistjahre in der DDR wird eine Almose sein in Vergleich zum hiesigen Rentenanteil. B*R*D*: Nein, danke!
    Aus meine – winterliche – flämische Sommerfrische
    Herzlich,
    Nadja

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  2. Ostdeutsche machen heute etwa
    20 % der BRD-Gesamtbevölkerung aus, sind aber in doppelt so hohem Maße arbeitslos wie Westdeutsche. Das gleiche trifft auf den Niedriglohnsektor, die Zahl der Hartz-IV-Aufstocker und die Jugendarbeitslosigkeit zu. Ostdeutsche verdienen etwa 26 %
    weniger als ihre westdeutschen Kollegen,arbeiten dabei aber länger.
    Die Bevölkerung im Osten ist überwiegend fremdbestimmt.Sie
    stellt bundesweit nur 20 % der sogenannten Elite,worunter Entscheidungsträger in Wirtschaft,Politik, Medien, Justiz und anderen Bereichen gemeint sind. Nicht mehr als 30 % der Spitzenkräfte im Osten sind
    Einheimische. Politische Gremien,
    Universitäten, DAX-Unternehmen, lukrative Grundstücke, Immobilien, Fernsehsender und Zeitschriften befinden sich fest in
    westdeutscher Hand. Dafür sind Ostdeutsche als Kanonenfutter
    gefragter. Sie stellen inzwischen gut die Hälfte der einfachen Soldaten im „Auslandseinsatz“.
    Mit anderen Worten: im
    Krieg. Bei einem Anteil von 20 Prozent der Gesamtbevölkerung ist das ein aufschlußreicher
    Aspekt. (nach einer Bestandsaufnahme zum 3. Oktober 2010 für das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" von Christoph Cadenbach und Bastian Obermayer)

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  3. Die Schere der Einkommen Ost - West geht immer weiter auseinander. Der Beitrag ist total richtig und wichtig. Ich muss aber noch eins dazu sagen. Ein bisschen liegt das auch an den Ostdeutschen selbst. Wenn sie denn mal ihre demütige Haltung endlich aufgeben wollten. Die Hauptsache-Arbeit-Generation habe ich im Westen nicht in dem Maß angetroffen, wie hier. Hier im Osten kuscht man viel mehr. Leider! Und - man macht dadurch auch vieles kaputt, was mal in der alten Bundesrepublik erkämpft wurde. Warum lässt sich z.B. die Ostgewerkschaft gefallen, dass es sie gibt als OST-Gewerkschaft? Warum lassen sie sich unterschiedliche Tariflöhne gefallen? Sagen "ja" und "Amen" dazu. Das ist das, was mir nach meinen Rückzug in den Osten fast täglich auffällt und nervt.

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