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Montag, 8. August 2016

Lechts oder Rinks?

Bei mir verstärkt sich immer mehr der Eindruck, dass Typen, die alle  Andersdenkenden (und vor allem Merkel-Kritiker!) so gern als "Rechte", "Nazis", "fremdenfeindlich" oder - so sie ein paar Fremdwörter kennen - "xenophob" beschimpfen und sie im Internet beobachten lassen, überhaupt nicht wissen, was diese Begriffe eigentlich bedeuten.

Natürlich gibt es sie: die richtigen Nazis, die NPD und ihr nahestehende Menschen, die noch immer ihren Adolf verehren und  die Ehre der Wehrmacht verteidigen  oder 6 Millionen durch die Nazis vergaste, tot geschlagene, erschossene Juden leugnen. Wechselweise hat dieser industrielle Massenmord dann nie statt gefunden oder es waren "nur"  5 Millionen sechshundertneunzigtauseneinundvierzig Ermordete. Aber über diese Leute müssen wir nicht reden  oder nur soweit, wie die teilweise plumb lügenden, gleichgeschalteten Medien noch weitere Einfachgestrickte in deren  Arme treiben. Auch dem Erich haben wir damals die durchaus richtigen Stories über die bösen Bonner Ultras nicht geglaubt. Einfach, weil er und sein ZK zu oft gelogen  hatten.

Und der Rest der Merkelkritiker, der "außerparlamentarischen Opposition" ? Alles "Nahtzies" oder  was?  Einen gewissen Aufschluss bietet ein Buch von Carl Zuckmeyer und zwar sein 1943/44 verfasster Geheimreport für den amerikanischen Geheimdienst OSS (den Vorgänger der CIA)  über seine in Deutschland gebliebenen Künstlerkollegen - vor allem Schriftsteller, Dramaturgen, Regisseure und Schauspieler, aber auch Maler und Bildhauer wie Ernst Barlach.

Drei Dinge sind an dem Buch interessant: Zum einen die im Vergleich zu heute geradezu überwältigende Vielfalt der Kunst in der Weimarer Republik, die dann durch die Nazis verboten, vernichtet, vertrieben, gleich geschaltet wurde. Dieses weite Feld reichte z.B. in Literatur und Theater u.a. von Brecht, Tucholsky, Kästner bis beispielsweise  von Salomon - um nur ganz wenige zu nennen..

Und zweitens - und das ist am wichtigsten - wird klar, dass gerade die, die wirklich schon vor 1933 ganz "rechts" und "national" waren ( so wie der Verherrlicher des WK I, Ernst Jünger oder der schon genannte Rechtsterrorist Ernst von Salomon, der sich in der  Weimarer Republik  unter anderem an der Vorbereitung des Attentates auf Walter Rathenau beteiligt hatte) , den Hitlerschen Totschlägern die kalte Schulter zeigten. Auch das sind nur zwei Beispiel, im "Geheimreport" findet man mehr. Man muss auch heute nicht den Jüngerschen Orgasmus beim "Stahlgewitter" teilen. Trotzdem hatte der Mann offensichtlich Ehre und Gewissen.  

Drittens - und das sollte ebenfalls zu denken geben - ist es eben in der konkreten Situation der "Machtergreifung " der Nazischergen oft genug vorgekommen ist, dass der "linke" Theaterautor, der eben noch Schulter an Schulter mit Brecht oder Busch für den weltweiten Sieg des Kommunismus gekämpft hatte, die Rot-Front-Kämpfer-Bluse auszog und dafür das Braunhemd wählte. Und dann auch noch seine ehemaligen Kameraden ans Messer der SA lieferte.  Auch dafür liefert der "Geheimreport" genug Beispiele.

Siehe oben ( Quelle)
Was sagt uns dieser Blick in die Geschichte ? "Lechts" und "Rinks" sind  Seiten in einem Parlamentssaal. In Wirklichkeit gibt es keine linken und rechten Menschen. Es gibt ehrliche, aufrichtige, kluge, falsche, verräterische, gewissenlose, dumme, sehr dumme, arrogante, unbelehrbare Menschen und viele Nuancierungen dazwischen mit vielen weiteren Eigenschaften wie z.B.
Karrieregeilheit.

Wohin die o.g. Menschen passen, die meinen, ein ungeheuer festgefügtes und vor allem "richtiges" Weltbild zu haben und deshalb andere Menschen so gern  in Fächer sortieren oder sie auch schon wieder gern vernichten wollen - nur weil die vielleicht versuchen, ein wenig weiter zu denken - mag jeder selbst entscheiden...


Kommentare:

  1. Das ist richtig gut geschrieben und wichtig, vor allem die gescannten Abschnitte. Ich bin immer wieder bestürzt darüber, wie sich die LINKE (als Partei) selbst missbraucht. Sie spielt den Popanz für, ja ich weiß nicht wer hier eigentlich wirklich die Strippen zieht, für irgend jemanden, der sich dann, wenn er sie tot gespielt hat, fallen lässt. Die Menschen, die sich in der Linken zusammengeschlossen haben, dürfen doch nicht wirklich glauben, dass das bürgerliche Lager und die Unternehmen und Medien sie wirklich im Boot haben möchte. Ich bin auch sehr bestürzt darüber, dass sich weltoffene Menschen nicht darüber den Kopf zerbrechen, wie eine zukünftige Welt aussehen könnte, welche Konzepte es geben müsste, damit der Mensch humanistisch in ein Zeitalter hineinwachsen kann, in der sich eine neue technische Revolution abzeichnet. Was wird aus der Arbeit, wie sollen Sozialversicherungen umgestaltet werden, damit sie zukunftssicher sind, ohne sie zu privatisieren. Ich finde schon, dass der Gedanke der Solidarität nicht vernachlässigt werden darf. Nur, Solidarität ist Gegenseitigkeit und nicht, dass der eine NUR gibt und der andere NUR nimmt. Das wäre wichtig für die Zukunft. Viele nutzen nicht ihr Hirn, sondern denken mit dem Bauch und geben Gefühlen nach, die in der Fortschreibung gesellschaftlicher Systeme nichts zu suchen haben. Wir haben einmal gelernt, dass die gesellschaftlichen Gesetze ebenso funktionieren wie die Naturgesetze, dass beides dialektische Grundsätze widerspiegeln mit dem Unterschied, dass Gesetze für das gesellschaftliche System vom Menschen beeinflusst werden. Wir leben gerade in so einer Zeit, wo wir uns wieder auf so einer Gradwanderung befinden und wahrscheinlich ist der Umkehrpunkt schon überschritten. Die Sozialausgaben wachsen, müssen aber erarbeitet werden und auf dieser Strecke muss mit richtigen Geld hantiert werden und nicht nur virtuellem. Wie soll die Zukunft monitär gehändelt werden? Bei einem Umbruch zu einer neuen technischen Revolution werden sich die Verhältnisse noch verschärfen. Die Antwort können nicht die Schlesischen Weber sein. Aber welche? Und was machen wir? Über die Hälfte der Wahlbürger scheint das zu gefallen, was gerade abläuft, wenn man den Statistiken glauben darf. Die Nationale Front läuft durch Deutschland. Ca. 70% des Wahlvolkes will wieder die alte Garde wählen, die üblichen. So kann das nicht funktionieren. Und was machen diejenigen, die sich als progressiv verstehen? Was macht die Partei DL? Sie laufen Menschen hinterher ohne Sinn und Verstand, die dem Mittelalter anhängen und zwar mit allen Fasern ihres Herzens. Sie missbrauchen den Begriff des (proletarischen) Internationalismus und lassen es zu, das sich andere darüber lustig machen und das einer Diktatur zuordnen, obwohl dieser Begriff doch etwas ganz anderes beinhalten. Wo Nachdenken angesagt wäre und Diskussion groß geschriebe werden müsste, werden Zensur und Denkverbote eingerichtet. Und schon wieder sind Menschen um ihre Existenz gebracht worden und werden in ihrer Existenz bedroht, weil sie die Denkverbote nicht beachten. Wirklich kluge Gedanken werden mit Facebook-Sperren und -Löschungen unterdrückt. So werden wir unsere Zukunft verspielen. Es gibt niemanden mehr, der die menschliche Größe hat, die Fehlentscheidungen zuzugeben und die Weichen anders zu stellen. Jeder kann einmal irren. Das scheinen die vergessen zu haben, die ein Eid darauf geschworen haben, Schaden von diesem Land abzuwenden.

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Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...