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Dienstag, 3. März 2015

Die Dummsumme des Tages

Der Ketzer Giordano Bruno (Robert Babiak  / pixelio.de)
Nur fast jeder vierte Berliner Schüler (23 Prozent)  nimmt am freiwilligen evangelischen Religionsunterricht teil. Laut "Morgenpost" gehen 51,43 Prozent aller 330.232 Berliner Schüler zum Religions- und Weltanschauungsunterricht der drei großen und fünf kleineren Träger. Überwiegend für die Gewinnung neuer Kirchensteuerzahler zahlt der Berliner Senat jährlich 48 Millionen Euro der Steuergelder auch von Atheisten an die Kirchen. Und obwohl die Teilnehmerzahl seit Jahren stagniert, sollen ab 2016 noch einmal 4 Millionen Euro (= 8,3 Prozent) mehr in den weit aufgerissenen Rachen unserer Volksverdummer geworfen werden. Es ist wohl nicht so weit hergeholt, wenn Kritiker eine Offensive der Kirchen erwarten, die natürlich mit dem staatlichen Geld finanziert werden soll.

52 Millionen Euro ab 2016. Wahrlich eine richtige Unsumme zum Verdummen, eine DUMMSUMME. Dabei wird es auch nicht besser, wenn durch die neue Regelung zwischen Kirchen und Senat für den Humanistischen Verband einige Brosamen mehr abfallen. Zum Vergleich: " 25 Millionen Euro stellte der Berliner Senat in den vergangenen Jahren für ein „Schlaglochbeseitigungsprogramm“ bereit. Damit können nur die größten Schäden beseitigt werden. Marode Straßen führten schon dazu, dass die BVG die Streckenführung von Buslinien änderte, weil die Holperstrecken weder den Fahrzeugen noch den Fahrgästen zuzumuten waren." schrieb der "Tagesspiegel" schon im Jahr 2013.

Und ist eigentlich etwas von vergleichbaren Fördergeldern für den naturwissenschaftlichen Unterricht (Mathe, Physik, Chemie, Biologie) in den Berliner Schulen bekannt? Aber wie heißt es wohl so schön ? Glauben sollt ihr, nicht wissen!

Kommentare:

  1. Ja Herr Doktor, nun wüsste ich zu gern ihre Quellen:

    Laut http://www.morgenpost.de/berlin/article138008437/Berliner-Senat-stellt-Kirchen-mehr-Geld-zur-Verfuegung.html werden die 48 Mio EUR für "den Religions- und Weltanschauungsunterricht der drei großen und fünf kleineren Träger", also nicht nur für EKD & RKK, sondern auch dem Humanistischen Verband und weiteren bereitgestellt.

    Danach sind es auch 51,43 Prozent der Schüler, deren Unterricht mit diesem, von Ihnen als "Dummsumme" beschriebenen, Betrag finanziert wurde.

    Zudem wurden die Mittel zur Schlaglochbeseitigung /zusätzlich/ bereit gestellt. Liest man ihren Beitrag, so könnte man glatt denken, es wären die einzigen gewesen.

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  2. @Ja, Herr Jürgen, einer von beiden (http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2015/03/mehr-geld-fuer-religionsunterricht-berlin.html) = meine Quelle oder Ihre Quelle sagt nur die Hälfte. Dass die Mottenpost bestrebt ist, diese staatliche Beihilfe zur Gewinnung von neuen Kirchensteuerzahlern schön zu reden, lässt sich wohl nicht zu Unrecht vermuten, oder? Und nur mal nebenbei: Wieviel - meinen oder wissen Sie - bekommt der Humanistische Verband tatsächlich vom Senat? EinenEurofuffzich oder mehr?
    Danke für den Hinweis: " Insgesamt nahmen 2014 nach den Aussagen Dröges 78.814 Schüler und damit annähernd jeder Vierte (23 Prozent) am evangelischen Religionsunterricht teil, den die Kirche mit Hilfe von rund 500 Religionslehrern sicherstelle." schreibt der rbb in meiner Quelle. Ändert auch nichts am Fakt der Riesensumme aus Steuermitteln und auch 23 Prozent sind nofch viel zuviel.
    Der ADAC geht übrigens von zusätzlichen Kosten für die Straßensanierung in Berlin in Höhe von 500 bis 800 Millionen aus. Allerdings sind mir die Straßen nicht wichtig, diese o.g. Zahl sollte nur die Dimensionen anzeigen, in denen sich unsere Staatskirchen mal wieder bei den Steuergeldern leider auch der Atheisten bedienen.

    Für mich ist allerdings nur der letzte Absatz meines Beitrags wichtig. Aber da sieht es wohl in Brandenbrug genauso trübe aus.

    Ach ja, noch was: Berlin braucht nichts dringender als die Olympischen Spiele. Dass sich bei der Olympiabewerbung die Kirche in den Chor der Befürworter neuer, astronomischer Profite der Berliner Bau- und Immobilienmafia einmischt , passt irgendwie. Da wächst zusammen, was zusammengehört.

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  3. Werter Herr Doktor,

    der schnelle Blick in die Primärquellen [1 - 3] zeigt, dass Sie die Qualität des RBBs zu Recht kritisieren. Die Morgenpost gibt den Sachverhalt wesentlich genauer wieder.

    Der Humanistische Verband bekommt vom Senat 14.645.942,00 EUR (2013) für den Bereich Lebenskunde/Ausbildungsinstitut [4]. Und wie der HV-BB berichtet, ist das nur ein Teil der Förderung des Senats.

    Sollten also, ihrer Argumentation folgend, religiöse Steuerzahler nicht für die Kosten des Lebenskundeunterrichts aufkommen müssen?


    [1] http://lmgtfy.com/?q=senat+berlin+religionsunterricht
    [2] http://www.berlin.de/sen/bildung/unterricht/religion/
    [3] http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/bildungsstatistik/blickpunkt_schule_2014_15.pdf?start&ts=1424257130&file=blickpunkt_schule_2014_15.pdf
    [4] siehe http://www.hvd-bb.de/node/567

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  4. Solange der Humanistische Verband in seinem Lebenskunde- Unterricht politisch und vor allem weltanschaulich neutral bleibt - Ja. Werbekampagnen zur Gewinnung neuer Kirchensteuerzahler, getarnt als Religionsunterricht (egal welcher Konfession) - dagegen: NEIN. Noch weitere Fragen?

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Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...