Dienstag, 3. Januar 2012

Heute mit einem Krimi-Tipp

Eigentlich sollte man mal die Kriminalstatistik Schwedens mit seiner Kriminalliteratur vergleichen. Wieviele Morde finden tatsächlich statt und wie viele geschehen im Buch? Seit Jahren sind die Mankells, Nessers, Rambes, Kallentofts oder Emestans (um nur einige zu nennen) eifrig dabei, die schwedische Bevölkerung komplett auszurotten. Jedenfalls auf dem Papier. Und ihre skandinavuischen Vettern aus Dänemark und Norwegen eifern ihnen nach. Ganz besonders kriminell treiben es die Isländer, die den deutschen Krimimarkt gerade förmlich überrennen. Sigurdardottir, Josephson und Jonson seien hier als herausragende Schreibtischtäter genannt. Bei der zahlenmäßig kleinen isländischen Bevökerung sind dermaßen viele Krimiautoren wahrscheinlich verheerend.

Nur die Finnen sind etwas zurückhaltender beim Morden. Ob das daran liegt, dass Schreibmaschinen und Computer selten einen Saunagang überstehen und man sich in der übrigen Zeit des Lebens vor einem übereifrigen Schweizer Hustendrops-Kommissar in Sicherheit bringen muss, der nur ständig hinter die Badehandtücher gucken möchte?

Auf meinem Gabentisch zu Weihnachten gab es Stieg Larssons "Verblendung". Nicht ganz neu, das ZDF hat schon eine sehr gute schwedisch-deutsche Verfilmung gesendet und gestern wiederholt. Das Buch ist natürlich wie immer besser als der Film, beleuchtet es doch u.a. die schwedische Gesellschaft zwischen den beiden Weltkriegen und die Affinität eines Teils der herrschenden Klasse Schwedens zu Nazideutschland. Ganz nebenbei ist es auch ein flammendes Fanal gegen jede Form der Gewalt gegen Frauen und Kinder und weckt Verständnis für Menschen, die nicht ganz so angepasst wie wir ihr Leben leben und ihrem Broterwerb nachgehen wollen.

Die "Verblendung" gibt es jetzt auch als Taschenbuch für unter zehn Euro. Ob ich allerdings zukünftig noch ohne Gruseln zum Pilzesuchen einen schwedischen Wald betreten werde, steht auf einem ganz anderen Blatt...



Foto: Schwedische Ernte ( © fv 2007)


1 Kommentare:

frei-blog hat gesagt…

Meine Pilze (Champignons) kaufe ich immer bei Aldi. Da kann ich sicher sein, dass ich sie noch lebend genießen darf.
Ja, die nordischen Schreiberlinge lese ich auch sehr gerne, obwohl es auch Krimis aus Hessen gibt, die allerdings in ihrer Aussage langweilig sind, und ich mich, als einen potentiellen Mörder, nicht reflektieren kann.
Die Finnen sind wohl eher zu betrunken, als dass sie Morde begehen könnten. Oder gerade deswegen?
:-)

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