Und weiter:" Großzügigkeit war jahrelang eine Tugend in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft. Konzerne wie Bosch, Tchibo, Dresdner Bank, RAG, Commerzbank oder Eon verteilten in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende regelmäßig Parteispenden in sechsstelliger Höhe. Inzwischen können sich die Parteien, insbesondere CDU, CSU und FDP, nur noch auf wenige Großunternehmen verlassen. Die Autobauer BMW und Daimler, der Versicherer Allianz und die Verbände der Metall- und Elektroindustrie in Bayern, Baden-Württemberg und NRW gehören zu den letzten “Großen”, die die Parteien nach wie vor mit hohen Zuwendungen unterstützen. Großspenden kamen im vergangenen Jahr nur noch aus zwei Branchen: der Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie der metallverarbeitenden Industrie. Aus den insgesamt 34 Großspendern im Jahr 2000 sind elf Jahre später acht geworden:"
Zu den möglichen Gründen dieser "Verelendung" in der deutschen Parteienlandschaft gehören nach abgeordnetenwatch.nicht etwa eine nachlassende Konjunktur - im Gegenteil. die deutschen Konzerne schwimmen aufgrund der Reallohnentwicklung der letzten 20 Jahre regelrecht im Profit. Vor allem die wachsende Öffentlichkeit durch NGO wie abgeordnetenwatch selbst, sicher auch durch das Internet und die Medien, die dankbar Hinweise auf Spendenpraktiken aufgreifen und ebenfalls für Öffentlichkeit sorgen, sind offenbar verantwortlich für die Zurückhaltung unserer feinfühligen Wirtschaftsbosse. Wie die zarten Fühler einer Schnecke zieht sich das Kapital verschämt zurück, wenn etwas allzu öffentlich wird. Transparenz schafft somit Sparsamkeit.
Den detaillierten, mit Zahlen, Fakten und Diagrammen untermauerten Blog-Post findet man hier.
Ich persönlich denke ja, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Jetzt muss man nur noch per Volksentscheid den maximalen Mindestlohn für Bundestagsabgeordnete, Regierungsmitglieder und Bundespräsidenten in Höhe von siebeneurofuffzich einführen. Und die Renten, Ruhegehälter und sonstigen Versorgungsleistungen dieser Herr - und Damenschaften ebenfalls etwas beschneiden...
Foto: Auswählen (BirgitH / pixelio.de)

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