Schon hier bei dieser Schlagzeile muss man als gelernter DDR-Bürger nicht weiterlesen, denn das Dejavu kann nicht größer und vor allem schmerzhafter sein. Diesmal haben die Genossen die Lebensmittelpreise als Profilierungsmethode entdeckt:
"Knietief im Dispo", so die Realität sehr vieler Bürger im Land. Immer mehr Menschen sind "Knapp bei Kasse", müssen sich sehr genau überlegen, welche Lebensmittel der schwindende Kontostand ab Monatsmitte noch finanziert.
Eine Lösung muss her, dachte sich die Regierungspartei SPD, im letzten Jahrhundert sich selbst deklarierende "Arbeiterpartei" für "die kleinen Leute". Die ARD-Tagesschau titelt unterstützend:
"Vorbild Griechenland - SPD will gegen hohe Lebensmittelpreise vorgehen"
Dies jedoch nicht über einfach umzusetzende bürgerfreundlichere Politik, der Umleitung der "Sondervermögen" (frisch gekürtes Unwort des Jahres 2026) in Milliardenhöhe rein zum Wohle der Menschen im Land, nein, die Supermarkt-Handelsketten sollen es richten, wenn sie denn mitspielen sollten. Dazu erklärt die "Bild" ihren Lesern:
"Teure Lebensmittel machen vielen Deutschen Sorgen. Die SPD will den hohen Preisen jetzt mit einem 'Deutschland-Korb' in den Supermärkten begegnen. Die Sozialdemokraten planen, Handelsketten mit einem Aktionsprogramm auf freiwilliger Basis für die Idee zu gewinnen."
Die dem Springer-Verlag zugehörige Welt-Zeitung erkennt "einen griffigen Namen". Ziel eines solchen "Deutschland-Korbs" sei laut SPD-Plan "eine schnelle, spürbare Entlastung der Verbraucher und die Sicherstellung einer bezahlbaren Grundversorgung für alle".
Warum nach dem "Vorbild Griechenland"? GEZ-Zahler lernen:
"Handelsketten sollen Grundnahrungsmittel, die in Deutschland hergestellt werden, freiwillig günstiger anbieten. Vorbild hierfür ist Griechenland. Dort hatte sich die Regierung vor einigen Jahren mit dem Supermarktverband darauf geeinigt, die Preise von mehr als 2.000 Produkten zu senken und in der Folge den sogenannten Haushaltskorb eingeführt."
Also jenes Land, das ausgehend einer "EU-Troika-Zerstörungspolitik" unter maßgeblicher deutscher Führung vor rund 20 Jahren die größte griechische Staatsschuldenkrise durchleben musste, mit Folgen bis in die Gegenwart.Die nüchternen Realitäten in Deutschland lauten nach jüngster "Ampel-GroKo"-Demontagepolitik:
"Ob Obst, Schokolade oder Hackfleisch, die Preise für einige Lebensmittel sind in Deutschland extrem gestiegen – seit 2020 um mehr als 35 Prozent, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen."
Drohen jetzt Bezugsscheine, Lebensmittelkarten oder muss man sich bei Bezug eines Brötchens im örtlichen ALDI oder REWE in eine Liste eintragen lassen und - wenn das eigene Kontingent im Haushaltskorb erschöpft ist - den Schwarzmarkt aufsuchen ? Wo werden - trotz des vollmundig durch
Theo LingenPhillip Amthor betriebenen Bürokratieabbaus - die neue Staatliche Plankommission oder das neue Amt für Preise angesiedelt sein? Denn die Kartoffeln, Brote, das Bier und die Wiener Würstchen müssen natürlich zunächst bedarfsgerecht erfasst, bilanziert und verteilt werden. Und wer soll sonst die Einhaltung der im Bundestag festgelegten Preise kontrollieren wenn nicht o.g. Amt? Schade ist nur, dass der letzte Vorsitzende der SPK, der Staatlichen Plankommission der DDR, verschieden ist. Gerhard Schürers gemäßigte Opposition gegen Erich Honeckers Wirtschaft- und Sozialpolitik könnte sonst fröhliche Urständ feiern.
Schade ist allerdings vor allem, daß kompetente Volkswirtschaftler und Ökonomen in den letzten Jahren der DDR zunehmend Zweifel an den durch die SED eisern konstant gehaltenen niedrigen Preisen äußerten, die ursächlich für schlechte Qualität, fehlende Neuentwicklungen und vermehrte Verschwendung z.B. als Tierfutter bzw. den Verderb von Grundnahrungsmitteln verantwortlich waren. Aber wie schon Genosse Honecker seinen SPD- Genossen aus dem Grabe zurief: Den Sozialismus in seinem Lauf, halten weder Ochs' noch Esel auf. Im Gegenteil. Im Moment werden die Ochsen und Esel immer mehr ...


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