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Dienstag, 16. Dezember 2008
Dummheit und Politik
Der Vorsitzende der Partei "Die Linke", Oskar Lafontaine, im Interview mit der Tageszeitung "junge welt" auf die Frage, ob der Neoliberalismus gescheitert ist.
ABC

Wie wir schon des öfteren - auch in diesem Blog - lesen oder hören konnten , ist Deutschland ja wieder wer. Wir mischen wieder mit in der Welt. Nicht nur mit genialen Konzepten a la Merkel, wie die Welt vor der Krise zu retten ist, nein: Mit Soldaten, trutzigen Schiffen und mit Flugzeugen sowieso. Wie schön ist es da, dass dass wir uns nun auch bei der Erforschung biologischer und chemischer Waffen vom Terroristen/Chinesen/Russen/Feind in spe (Schweizer? Holländer? Dänen ? Polen ? Belgier ? Tschechen? Ösis ? Ossis ? ) nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Unsere Provinzzeitung titelte am vergangenen Freitag "Bundeswehr unternimmt Tierversuche" und brachte folgende dpa-Meldung:
"Die Bundeswehr hat seit 2004 in großem Umfang Tierversuche zur Erforschung biologischer und chemischer Waffen veranlasst. Ein Sprecher des Sanitätsdienstes der Bundeswehr bestätigte gestern entsprechende Medienberichte. Danach wurden bei den Experimenten mindestens 3300 Tiere getötet. Der Sprecher sagte, die Versuche stünden im Einklang mit dem Tierschutzgesetz und den gesetzlichen Genehmigungsverfahren. "
Da fallen mir auf Anhieb wieder mehrere Fragen ein:
- Kann es sein, dass das Tierschutzgesetz und die gesetzlichen Genehmigungsverfahren nicht nur moralisch nicht ausreichen ?
- Warum schreien die Tierschutzorganisationen nicht auf ?
- Was ist mit den gleichgeschalteten Medien ?
- Ist es nicht auch aufgrund solcher Nachrichten an der Zeit, dass sich die Grünen wieder etwas von ihrem Ortsverein Bundeswehr distanzieren?
- Wann übt man endlich mit richtigen Menschen ?
- Und warum spart man eigentlich Atomwafffen aus ?
Foto: Medizinische Instrumente in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald (Paul Marx, www.pixelio.de)
Montag, 15. Dezember 2008
Realeinkommen und Mondpreise

Es ist müßig, darüber zu diskutieren, ob jeder Deutsche ein Auto braucht. Die meisten Menschen in diesem Land brauchen einen fahrbaren Untersatz - für Beruf, Familie und Freizeit. Sicher müssen die meisten Menschen auch wieder lernen, nicht jeden Schritt mit dem Auto zurück zu legen, sondern öfter mal die schon fast degenerierten "Laufwarzen" oder das Fahrrad zu benutzen. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist, dass Autos, eventuell mit etwas "ÖKO" drin, immer weniger erschwinglich werden.
Volker Lange, seit 1990 Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), hat jetzt ein wahres Wort gelassen ausgesprochen. Auf die Feststellung, dass vielen Autohändlern das Wasser bis zum Hals steht und dass Rabatte von 30 % beim Autokauf keine Seltenheit sind, sagte er in einem Interview der "Ostsee-Zeitung" Rostock am Wochenende:
" Aus meiner Sicht ist die Grenze des wirtschaftlich Sinnvollen schon lange überschritten. Hier muss über die aktuelle Preisgestaltung der Modelle diskutiert werden. Fakt ist, dass bundesweit der durchschnittliche Neuwagen-Preis im Jahre 2000 bei umgerechnet 20.045 € lag. 2007 betrug der Wert 25.970 €. Dieser Sprung ist für viele Privatkäufer zu groß, zumal das durchschnittliche Realeinkommen der Bürger in den letzten fünf Jahren um 15 Prozent sank."
Danke für diese wunderschöne Prozentzahl. Und nicht vergessen: Zwischendurch wurden wir auch noch mit dem (T)Euro und einer saftigen Mehrwertsteuererhöhung beglückt...
Grafik: "Geht die Autoindustrie baden ?" (Gerd Altmann, www.pixelio.de)
Bericht aus Zinnowitz
Von Freitag bis Sonntag waren wir mal auf der Insel Usedom, im Seebad Zinnowitz. Schon auf der Hinfahrt - wir fuhren diesmal über Wolgast - staunten wir über die mächtige Brücke, die das Festland bei Wolgast mit der Insel Usedom verbindet. Die Brücke soll die größte Waagebalkenklappbrücke in Europa sein. Die Öffnung beträgt rund 50 m und die Gesamtlänge 255,90 m. Im Sommer sorgt die Brückenöffnung für regelmäßige Verkehrsstaus auf der Hauptstraße, es soll schon Leute gegeben haben, die in ihrem PKW im Stau bei Zempin standen und darauf gewartet haben, dass die Brücke endlich wieder schließt. Ich gehe da immer als Wassersportler ran und stelle mir vor, ich würde auf der Peene schwimmen und die Brücke hätte gerade für mich aufgemacht. In Zinnowitz hatten wir ein nettes Hotel gebucht mit Sauna, Dampf- und Schwimmbad. So mussten wir nicht in die Ostseetherme zum Erholen, sondern latschten im Bademantel und -schlappen in den Wellnesstrakt des Hotels. Es war naturgemäß um die Jahreszeit nicht sehr voll. Das genossen wir besonders. Am Sonnabend wanderten wir rund drei Stunden bis Koserow und zurück, überzeugten uns davon, dass das gute alte Koserow im tiefen Winterschlaf liegt und gingen anschließend ins Cafe Wien in Zinnowitz. Bei Wiener Walzer und schöner Torte bereiteten wir uns auf den nachmittäglichen Badbesuch vor. Bevor uns allerdings vor lauter Baderei Kiemen wachsen konnten, mussten wir am Sonntag wieder nach Hause. Zinnowitz wird übrigens im nächsten Jahr 700 Jahre alt und hat sich mächtig gemausert. Vom Fischerdorf zum Ostseebad...Foto: Abflug ( © fv 2008)
Donnerstag, 11. Dezember 2008
Piraten und der liebe Herrgott
Ich glaub, ich käm in Wut
Weil diese Menschheit auf der Welt
Grad tut, was sie gern tut
Ich schaute nicht mehr länger zu
Wenn's miteinander raufen
Ich ließe eine Sintflut los
Und ließ sie all ersaufen".
Das Gedicht fiel mir heute morgen wieder ein, nachdem ich die Bilder stolzer deutscher Fregatten, die nun endlich endlich endlich am Horn von Afrika nach deutscher Art aufräumen dürfen, gesehen habe. Zuerst fischen die EU-Fangflotten den Leuten dort unten die Fische weg und lassen sie damit halb verhungern. Wenn die sich dann einen anderen "Wirtschaftszweig" suchen müssen, damit sie eben nicht verhungern, wird die gesamte Flotte in Bewegung gesetzt. Ich bleibe dabei: Banditentum, Terrorismus, Piraterie haben überwiegend sozialökonomische Ursachen. Aber diese zu beheben, ist schwerer und aufwändiger, als Kriege oder Strafaktionen zu führen oder KZs wie Guantanamo einzurichten. Was für ein Armutszeugnis der westlichen sogenannten Zivilisation...
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Viel Geplapper gestern in den Medien über Menschenrechte und über all die ausländischen Schurken und Bösewichte, die sie in 60 Jahren nicht verwirklicht haben, die Resolution 217 A (III) der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948,
die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:
PRÄAMBEL
Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,
da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, daß einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt,
da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen,
da es notwendig ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern,
da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen in größerer Freiheit zu fördern,
da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf die allgemeine Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten hinzuwirken,
da ein gemeinsames Verständnis dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist,
verkündet die Generalversammlung
diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.
Artikel 1
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.
Artikel 2
Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.
Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.
Artikel 3
Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.
Artikel 4
Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten.
Artikel 5
Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.
Artikel 6
Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden.
Artikel 7
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung.
Artikel 8
Jeder hat Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen Handlungen, durch die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzt werden.
Artikel 9
Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.
Artikel 10
Jeder hat bei der Feststellung seiner Rechte und Pflichten sowie bei einer gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Beschuldigung in voller Gleichheit Anspruch auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht.
Artikel 11
1. Jeder, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.
2. Niemand darf wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die zur Zeit ihrer Begehung nach innerstaatlichem oder internationalem Recht nicht strafbar war. Ebenso darf keine schwerere Strafe als die zum Zeitpunkt der Begehung der strafbaren Handlung angedrohte Strafe verhängt werden.
Artikel 12
Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.
Artikel 13
1. Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen.
2. Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.
Artikel 14
1. Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.
2. Dieses Recht kann nicht in Anspruch genommen werden im Falle einer Strafverfolgung, die tatsächlich auf Grund von Verbrechen nichtpolitischer Art oder auf Grund von Handlungen erfolgt, die gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen verstoßen.
Artikel 15
1. Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit.
2. Niemandem darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch das Recht versagt werden, seine Staatsangehörigkeit zu wechseln.
Artikel 16
1. Heiratsfähige Männer und Frauen haben ohne jede Beschränkung auf Grund der Rasse, der Staatsangehörigkeit oder der Religion das Recht, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Sie haben bei der Eheschließung, während der Ehe und bei deren Auflösung gleiche Rechte.
2. Eine Ehe darf nur bei freier und uneingeschränkter Willenseinigung der künftigen Ehegatten geschlossen werden.
3. Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.
Artikel 17
1. Jeder hat das Recht, sowohl allein als auch in Gemeinschaft mit anderen Eigentum innezuhaben.
2. Niemand darf willkürlich seines Eigentums beraubt werden.
Artikel 18
Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.
Artikel 19
Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.
Artikel 20
1. Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschließen.
2. Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.
Artikel 21
1. Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.
2. Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.
3. Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muß durch regelmäßige, unverfälschte, allgemeine und gleiche Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.
Artikel 22
Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.
Artikel 23
1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.
2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.
4. Jeder hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.
Artikel 24
Jeder hat das Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub.
Artikel 25
1. Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.
2. Mütter und Kinder haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz.
Artikel 26
1. Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muß allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.
2. Die Bildung muß auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein. Sie muß zu Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen beitragen und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein.
3. Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.
Artikel 27
1. Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.
2. Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen.
Artikel 28
Jeder hat Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können.
Artikel 29
1. Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entfaltung seiner Persönlichkeit möglich ist.
2. Jeder ist bei der Ausübung seiner Rechte und Freiheiten nur den Beschränkungen unterworfen, die das Gesetz ausschließlich zu dem Zweck vorsieht, die Anerkennung und Achtung der Rechte und Freiheiten anderer zu sichern und den gerechten Anforderungen der Moral, der öffentlichen Ordnung und des allgemeinen Wohles in einer demokratischen Gesellschaft zu genügen.
3. Diese Rechte und Freiheiten dürfen in keinem Fall im Widerspruch zu den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen ausgeübt werden.
Artikel 30
Keine Bestimmung dieser Erklärung darf dahin ausgelegt werden, daß sie für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht begründet, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung zu begehen, welche die Beseitigung der in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten zum Ziel hat.
Interessant, nicht wahr ? Ich habe tatsächlich bis zum Ende gelesen und musste feststellen, dass alle unsere Regierungen wohl auf der Hälfte der Strecke eingeschlafen sein müssen. Auch die meisten Medien waren gestern wieder schnell mit Vorwürfen gegen Russland, China und ähnliche Schurkenstaaten bei der Hand, haben aber offensichtlich noch nie etwas von Artikel 22, 23, 24, 25, 26 oder 27 dieser Resolution - also von den ökonomischen Menschenrechten - gehört. Wie wären sonst z.B. Hartz IV, die unterschiedliche Bezahlung von Ossis und Wessis oder von Frauen und Männern zu erklären? Wer kann sich in diesem Land noch Kultur leisten - ich meine richtige Kultur, nicht RTL oder Dieter Bohlen ? Warum ist die Schulbildung so schlecht geworden, dass sie kaum noch als Bildung zu bezeichnen ist ? Und was ist mit den übrigen nicht verwirklichten Artikeln, z. B. mit der privatisierten Bespitzelung durch Unternehmen wie der Telekom oder Lidl ( heute braucht man nicht mal mehr den Mielke), mit der Diskriminierung z.B. von Alten, Frauen, Ausländern oder Ossis? Was ist mit der ärztlichen Versorgung der gesetzlich Versicherten, die gerade wieder einen Teuerungsschub für den Versicherten erfährt und deren Leistungen immer mehr eingeschränkt werden, von den Wartezeiten beim Arzt ganz zu schweigen ? Musterschüler BRD ? Alles paletti in diesem Staat ? Mitnichten ! Oder: Nur für die Reichen ! Wie wäre es, wenn Merkel einmal nicht große, dümmliche Erfolgsreden schwingt, sondern mal einen Plan vorlegt, wie man in dieser Bundesrepublik Deutschland endlich diese wunderschöne Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nachhaltig (ein "schönes", weil nichts sagendes Politikerwort) und vollständig durchsetzt? Und wie wäre es, wenn ihr Parteifreund Schäuble mal eine Zeitlang nicht davon träumt, wie er wesentliche Menschenrechte unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung abschaffen kann...
Grafik: Gerd Altmann(geralt)/dezignus(free vector grafics), www.pixelio.de
Mittwoch, 10. Dezember 2008
Leben als Ware

"Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur ein einziges Mal geschenkt, und er muss es so verbringen, dass ihn später die zwecklos verlebten Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen, nichtsagenden Vergangenheit ihn nicht bedrückt..." schrieb Nikolai Alexejewitsch Ostrowski (* 29. September 1904 in Schepetowka, Ukraine; † 22. Dezember 1936 in Sotschi/Sowjetunion) in seinem Roman "Wie der Stahl gehärtet wurde". Ostrowski war ein ukrainischer Revolutionär und sowjetischer Schriftsteller.
In dieser Gesellschaft ist auch das Leben nur eine Ware . Und deshalb findet man Menschen, die das Wertvollste, was sie besitzen, für ein Butterbrot in Form zusätzlichen Soldes von 92 Euro pro Tag verkaufen und die ihr Leben sinnlos auf's Spiel setzen, indem sie in fremden Ländern die Geschäfte des Kapitals besorgen...
Grafik: Gerd Altmann (www.pixelio.de)
Dienstag, 9. Dezember 2008
Quislinge
"Niemand werde behaupten, dass die DDR-Vergangenheit "eine Zeit gewesen ist, auf die er besonders stolz sein könnte", sagte Böhmer auch mit Blick auf seinen sächsischen Amtskollegen Stanislaw Tillich." (Zitat "Märkische Oderzeitung" - online vom 30.11.2008
Wenn Herr Böhmer auf seine DDR-Vergangenheit nicht stolz ist, ist das einzig allein seine Sache. Ob er seine Wähler als "Niemand" bezeichnet ? Vielleicht hat er damals nicht ordentlich gearbeitet. Vielleicht muss er das aber auch sagen, damit ihn seine Partei, die CDU, wieder zur Wahl aufstellt. Ich glaube allerdings nicht, dass er für die Mehrheit der ehemaligen DDR-Bürger spricht. Denn wir sind keine Quislinge...
Montag, 8. Dezember 2008
Grauer Star und Sport

Der Graue Star oder die Katarakt ist eine Trübung der natürlichen Linse des Auges, die in der Regel zur Erblindung des Patienten führt. Allgemein ist man bisher immer davon ausgegangen, dass es weder eine Vorbeugungs- noch eine konventionelle Behandlungsmöglichkeit für den altersbedingten, überwiegend auf Stoffwechselstörungen beruhenden Grauen Star gibt. Als einzige Möglichkeit, etwas gegen diese Krankheit zu tun, gilt die Entfernung der trüben natürlichen Linse. Seit etwa 60 Jahren wird während dieser OP meist eine Kunstlinse eingesetzt: In Deutschland jährlich etwa 600.000mal und damit häufiger als die berühmte Blinddarmoperation.
Eine jetzt vorliegende Studie des Lawrence Berkeley Laboratory in Kalifornien zeigt nun, dass man mit Sport der Katarakt vorbeugen kann. Der Wissenschaftler Paul Thomas Williams hat dazu mehr als 40.000 Läufer über 7 Jahre lang untersucht und festgestellt, dass das Kataraktrisiko für Männer signifikant im Verhältnis zur pro Woche gelaufenen Strecke abnahm. Männer, die wöchentlich 64 Kilometer oder mehr liefen, hatten ein um 35 Prozent geringeres Risiko für die Entstehung eines Grauen Stars als diejenigen, die pro Woche weniger als 16 Kilometer liefen. Männer mit größerer Fitness in Bezug auf Herz und Atmung waren ebenfalls bevorteilt. Auch die Geschwindigkeit des Laufs spielt eine Rolle: Männer, die schneller als 4,75 m/s liefen, hatten ein 50 Prozent geringeres Risiko für eine neu auftretende Katarakt.
Eine Zusammenfassung der hier natürlich nur sehr verkürzt wieder gegebenen Ergebnisse der Studie"Prospective epidemiological cohort study of reduced risk of incident cataract with vigorous physical activity and cardiorespiratory fitness during 7-years follow-up " gibt es hier.
Na dann: Sport frei - und immer schön den Durchblick bewahren !
Quelle: "Ophthalmologische Nachrichten" 11/2008
Föto: MarMar (www.pixelio.de)
Donnerstag, 4. Dezember 2008
Rezept
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.
Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.
Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muß, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.
Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.
Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.
Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im grossen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Mascha Kaléko
Mit Arbeit versaut man sich den ganzen Tag

Ich bin dann mal zwei Tage weg. In Berlin, auf einem Augenarztkongress. Die sogenannte "Nikolaustagung" der Berliner und Brandenburger Augenärzte findet in jedem Jahr Anfang Dezember statt. Und in diesem Jahr ist sie wirklich mal am Nikolaustag. Bei mir am Ausstellungsstand gibt es daher Lübecker Marzipanherzen. Und sicherlich fallen zum Jahresende auch ein noch paar Aufträge an. Schaun mer mal...
P.S. Die Überschrift ist natürlich Spaß. Ich hatte noch nie so viel Freude an der Arbeit wie in den letzten 5 Jahren.
Grafik: © fv 2008
Ein sehr guter Vorschlag

"...Man muss immer sehen, dass die DDR-Systemträger nicht nur die Menschen unterdrückt, sondern ein Land über Jahrzehnte bankrott gemacht haben. Dafür dürfen sie nicht noch besonders alimentiert werden." (Der Berliner Stasi-Landesbeauftragte Martin Gutzeit zur Begründung der Abstriche bei sogenannten Stasi-Renten)
Also, das spricht mir voll aus dem Herzen! Ist doch ein tolles Prinzip, aber warum eigentlich soll es nur wieder für Ost-Bonzen gelten? Ich schlage vor, daraus ein Bundesgesetz und einen Artikel des Grundgesetzes (das wird ja sowieso andauernd geändert) zu machen: Alle Systemträger werden nach ihrer Leistung bezahlt und letztendlich auch berentet. Beispiele: Wer hat die über 2 Billionen Euro Staatsschulden der BRD angehäuft und das Land damit quasi bankrott "gemacht" (mann beachter der feiner deutsher Ausdrücke von die Herrn Gutzeit und auch seine herausragenden Geschichtskenntnisse!) ? Wer hat immerzu getönt: "Die Rändä iss sischa!!!" und hätte es besser wissen müssen ? Ab unter die Brücke mit euch! Wer hat Hartz IV eingeführt? Du bekommst Hartz VI oder VII! Wer hat die Bundeswehr in Kriege in aller Welt gejagt? 26,75 € pro Monat! Wer hat die Wiedervereinigung total vergeigt? 17,50 € pro Monat! Wer hat dem Kohl immer im fetten A... gesteckt? 0,50 € ! Wer hat die Bürger am meisten belogen ? Ab in die Produktion! Äntschie, Steinbrück, Koch und der Rest der Sippe müssten natürlich zunächst einmal ihr Erspartes abliefern....
Zitat: "Märkische Oderzeitung" vom 04. Dezember 2008
Foto: "Den Gürtel enger schnallen" (Fionn Große, www.pixelio.de)
Dienstag, 2. Dezember 2008
Kapitalismus für Dummies

"Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.
Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen...
...Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, daß sie die Klassengegensätze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat..." (Karl Marx und Friedrich Engels: Das kommunistische Manifest)
Grob gesagt: Die einen sind die, denen die Regierung sofort und uneigennützig Kredite und Bürgschaften in Millardenhöhe zur Verfügung stellt. (Wobei man uns dann mit sanftem und treudoofem Augenaufschlag erzählt, dass es ja um unsere Arbeitsplätze, nicht etwa um die Profite der Herrschenden geht). Die anderen sind wir, die wir uns von unserer Hände Arbeit ernähren, die von Regierungen mit billigem Trost abgespeist werden und die bei Strafe von Hartz IV die Klappe zu halten haben...
Grafik: Gerd Altmann (www.pixelio.de)
Montag, 1. Dezember 2008
Unterschiede und Ähnlichkeiten

"Es sind nicht die Unterschiede zwischen den beiden von mir erlebten Systemen, die mich erschrecken. Es sind die Ähnlichkeiten." sagte Peter Ensikat. Ensikat (* 27. April 1941 in Finsterwalde) ist ein deutscher Schriftsteller und Kabarettist.
Auch mir fallen da so einige Übereinstimmungen ein. Und ich kann leider nicht sagen , dass sich beide deutsche Staaten in ihren besten Eigenschaften ähnlich sind...
Grafik: Tag der deutschen Einheit (Gerd Altmann, www.pixelio.de)
Heute abend in Schönow: Literatur und Musik gegen Rechts
M. und ich haben einen kleinen Text über Mascha Kaléko vorbereitet und werden ihn verlesen. Mascha K.s Gedichte haben hier im Blog schon breiten Raum eingenommen, ich bin immer wieder von der Genialiät des Ausdrucks und des tiefen (Hinter-) Sinns der Dichterin begeistert. Wie wäre es zum Beispiel mal mit diesem hier:
Von Zeit zu Unzeit -
o Freunde, lasset uns beten ! -
muß ich, ob ich nun will oder nicht,
in irgendein Fettnäpfchen treten.
Ha, wie das spritzt !
Und wie das sitzt.
Der gnädige Herr sind pikiert,
und die gnädige Frau sind betreten.
Sogar Leonhard, mein zweitbester Freund,
schwitzt.
Eben noch
luden sie dich ein
in ihre Villa bei Mailand,
begossen dich mit Weihwasser,
Komplimenten und Sekt,
reichten dich herum
wie ein erlesenes Konfekt...
Nun aber
hockst du allein
auf deinem festgefrorenen Eiland.
Wie ein von der Pest befallener
Robinson,
mit nichts bekleidet als einem erbärmlichen
Dashastdunundavon !
Ein Schädling, ein Ketzer, ein Soundso
im Tempel des heiligen
Status Quo.
So ist das nun mal in den besseren Kreisen
dieser nicht sonderlichen besseren Welt.
Da sind überall, daheim und auf Reisen,
Fettnäpfchen unsichtbar aufgestellt.
Das eine heißt: Davonsprichtmannicht
und das andere: Achtung, Tabu !
Und der ganze Verein kennt die
Stillschweigepflicht.
Bloß du, du gehörst nicht dazu.
voll Takt,
trittst du in Näpfchen:
"Der Kaiser ist nackt !"
Du Schädling, du Ketzer, du Soundso
im Tempel des heiligen
Status Quo.
Von Zeit zu Unzeit -
o Freunde, lasset uns loben !-
muß ich, ob ich nun will oder nicht
(Fortsetzung:-wird verschoben).
Samstag, 29. November 2008
Nachdenken am Ersten Advent

Bevor ab morgen die Weihnachtsflut über uns allen endgültig zusammen schlägt, man uns mit dem Gefasel vom "Frieden auf Erden" besoffen macht, am nächsten Tag aber wieder die Kanonen und ihre Bedienmannschaften segnet, und bevor einige von uns sich auf ihren einzigen Kirchenbesuch des Jahres vorbereiten, kommt hier noch eine kleine Sentenz zum Nachdenken:
"Die sozialen Prinzipien des Christentums haben die antike Sklaverei gerechtfertigt, die mittelalterliche Leibeigenschaft verherrlicht und verstehen sich ebenfalls im Notfall dazu, die Unterdrückung des Proletariats, wenn auch mit etwas jämmerlicher Miene, zu verteidigen.
Die sozialen Prinzipien des Christentums predigen die Notwendigkeit einer herrschenden und einer unterdrückten Klasse und haben für die letztere nur den frommen Wunsch, die erste möge wohltätig sein.
Die sozialen Prinzipien des Christentums setzen die konsistorialrätliche Ausgleichung aller Infamien in den Himmel und rechtfertigen dadurch die Fortdauer dieser Infamien auf der Erde.
Die sozialen Prinzipien des Christentums erklären alle Niederträchtigkeiten der Unterdrücker gegen die Unterdrückten entweder für gerechte Strafe der Erbsünde und sonstigen Sünden oder für Prüfungen, die der Herr über die Erlösten nach seiner unendlichen Weisheit verhängt.
Die sozialen Prinzipien des Christentums predigen die Feigheit, die Selbstverachtung, die Erniedrigung, die Unterwürfigkeit, die Demut, kurz alle Eigenschaften der Kanaille, und das Proletariat, das sich nicht als Kanaille behandeln lassen will, hat seinen Mut, sein Selbstgefühl, seinen Stolz und seinen Unabhängigkeitssinn noch viel nötiger als sein Brot.
Die sozialen Prinzipien des Christentums sind duckmäuserig, und das Proletariat ist revolutionär." - Karl Marx: "Der Kommunismus des Rheinischen Beobachters«, 1847
Allen Lesern dieses Blogs einen schönen, besinnlichen ersten Advent...
Foto: Joujou, www.pixelio.de
Freitag, 28. November 2008
Geistige Militarisierung

1927 schrieb Kurt Tucholsky: »Die geistige Militarisierung Deutschlands macht Fortschritte wie nie zuvor – nur die Form hat gewechselt. Was früher dümmlich und dickfäustig für Bauernjungen zurechtgehauen wurde, ist heute aus bestem Stahl, biegsam und wesentlich moderner. Diese geistige Militarisierung, der fast alle Parteien hemmungslos unterliegen, ist unsittlich, verabscheuenswert und infam. Sie wird ihre blutigen Früchte tragen – und auch das nächste Mal wird niemand, niemand schuld sein.«
Im November 2008 sagte der bundesdeutsche Kriegsminister am Donnerstag bei der Grundsteinlegung des »Ehrenmals« für im Einsatz getötete Bundeswehrsoldaten:"Die Forderung nach Tapferkeit schließt auch die Bereitschaft ein, das Teuerste zu geben was man hat – das eigene Leben...Staat und Gesellschaft haben eine Verpflichtung, alle, die in Ausübung ihres Dienstes für die Bundeswehr ihr Leben verloren haben, zu ehren".
Bester Stahl, biegsam, modern, mit Kupferhülle. Deutschland ist wieder wer. Wir sind endlich wieder da angekommen, wo wir 1945 notgedrungen aufhören mussten...
Foto: "Geschosse"(arkadius neumann, www.pixelio.de)
Donnerstag, 27. November 2008
Back-Erfolge: Eine Mail mit Genuss
Es ist vollbracht!!!!!!!!!!!!! Hefe-Streusel der ERSTE wurde abgebacken. Ein Genuss!! Vielen Dank noch einmal für RAT und TAT.
Viele Grüße Walter
Erinnerungen

"Die in eine Enteignungszentrale verwandelte Treuhandanstalt zerstörte mit einer radikalen Privatisierung die Industrielandschaft Ostdeutschlands und verschleuderte das Volkseigentum. Dabei machte sie aus dem von Detlef Carsten Rohwedder auf 600 Milliarden DM geschätzten Vermögen der volkseigenen Betriebe 270 Milliarden DM Schulden.
Die industrielle Produktion verringerte sich 1991 gegenüber 1989 in Ostdeutschland auf etwa ein Drittel. Exakte Angaben über den Anteil westdeutscher und ausländischer Erwerber sind spärlich. Michael Benjamin schätzte ein, daß 80 Prozent der Betriebe in die Hände westdeutscher und zehn Prozent in die Hände ausländischer Erwerber überging. Von dem noch im Einigungsvertrag (Artikel 25, Abs. 6) fixierten Anteilsrechten der DDR-Bürger am volkseigenen Vermögen war keine Rede mehr. Zugleich vollzog sich im Zuge der kapitalistischen Restauration eine regelrechte Abwicklung der Arbeiterklasse und eine Säuberung der staatlichen und politischen Einrichtungen. Von den 9,2 Millionen Erwerbstätigen Ende 1989 in der DDR waren bereits Ende 1992 in Ostdeutschland noch 6,3 Millionen (ohne Westpendler) übriggeblieben. Arbeiter und Arbeiterinnen wurden »vom ziemlichen Souverän zum wichtigsten Kostenfaktor«. Die Arbeitskraft wurde wieder zur Ware. Ende 1989 waren im verarbeitenden Gewerbe der DDR 3,5 Millionen Personen beschäftigt gewesen. 1995 waren es nicht einmal eine Million. Von 86000 industriellen Forschern der DDR gab es 1992 noch 26300. Ein Viertel aller Lehrer, 75 Prozent der Hochschullehrer und Wissenschaftler, z.B. auch 22560 Mitarbeiter im Bereich des Bundesministeriums für Verkehr wurden entlassen, 14716 blieben. Von den in den Jahren 1994 bis 1999 berufenen 1878 Professorinnen und Professoren kamen 1769 oder 94,7 Prozent aus Westdeutschland. Ungefähr 30000 Politiker und Beamte aus der Alt-BRD besetzten bis 1992 staatliche und politische Schlüsselpositionen in Ostdeutschland. Von 1990 bis 1992 stieg die Zahl der Arbeitslosen von 240000 auf 1,35 Millionen."
Diese kurze Zusammenfassung deckt sich wohl mit den Erfahrungen vieler ehemaliger DDR-Bürger. Apropos Einigungsvertrag: Mitte 1990 hatte ich die große, heute als sehr zweifelhaft angesehene Ehre, im Rahmen der mir zugestandenen Möglichkeiten am Einigungsvertrag zwischen beiden deutschen Staaten "mitzuwirken". Das sah wie folgt aus: Aus dem Bonner Landwirtschafts-/Ernährungsministerium kamen die entsprechenden Ausarbeitungen, in die wir die fehlenden Zahlen einsetzen mussten. Am Text selbst durfte natürlich nichts geändert werden. Mein Gott, was waren wir doch gleichberechtigt! Trotzdem habe ich diese "Wiedervereinigung" auch unter solch ungünstigen Vorzeichen damals noch als Chance angesehen. Ewiger Optimist...
Zitat nach:"Reale Alternative-Die Gegenwart der DDR. Ein Beitrag in der Erinnerungsschlacht" (Teil II) von Ekkehard Lieberam und Roland Wötzel, "junge Welt online" vom 27.11.2008
Foto: Berühmter Ossi (Rainer Sturm, www.pixelio.de)
Mittwoch, 26. November 2008
Und noch 'ne Grundgesetzänderung

" Der Verdacht, dass der Krieg gegen den Terrorismus gefährlicher als der Terrorismus selbst ist, erscheint mir völlig gerechtfertigt." sagte der US-amerikanische Philosoph und Sprachwissenschaftler Richard McKay Rorty (* 4. Oktober 1931 in New York City; † 8. Juni 2007 in Palo Alto, Kalifornien). Rorty gilt als ein Vertreter des Neo-Pragmatismus sowie des politischen Liberalismus. Aufgrund seines klaren und oft humorvollen Stils und wegen seiner Fähigkeit, für sicher gehaltene Annahmen zu unterminieren, ist Rorty einer der am meisten gelesenen Philosophen der Gegenwart.
Unser Bundesminister Wolfgang S. wird nicht müde, immer wieder neue Grundgesetzänderungen zur Diskussion zu stellen. Bundeswehreinsatz im Innern, BKA-Gesetz, Vorratsdatenspeicherung, Abhören des Telefons und des Internets, Postkontrolle, neue Bluthündinnen im BKA usw. - alles das soll uns vor Terroristen schützen. Gottseidank wird zur Zeit noch viel von diesem reaktionären Schwachsinn durch das Bundesverfassungsgericht kassiert. Die Betonung liegt auf dem Wörtchen "Noch". Allerdings bin ich - was die Beweggründe unseres Rollstuhl-Mielkes betrifft - zu einer anderen Vermutung gekommen: Die herrschenden Kreise in diesem Staat wissen ganz genau, dass sich die Lebensverhältnisse der überwiegenden Mehrheit des Volkes in näherer Zukunft gravierend verschlechtern werden. Und genau dafür macht man sich vorausschauend die Gesetze...
Grafik: Gerd Altmann (www.pixelio.de)
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Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...