Translate

Samstag, 18. Mai 2024

Werbung in eigener Sache

 
© Frank Valentin
Am 7. und 8. September 2024 findet  in Berlin-Biesdorf im Theater am Park, Frankenholzer Weg 4, 12683 Berlin die 9. Werkschau Berliner Aktfotografie statt. Und ich bin dabei !

Ich würde mich freuen, auch Leser meines Blogs anläßlich dieses Events begrüßen zu können. Näheres erfährt man hier.

 Wir verpassen soviel Schönes, weil wir in den richtigen Augenblicken mit den falschen Dingen beschäftigt sind. 

Auf nach Biesdorf. Sicherlich ist auch das eine oder andere Model dabei....

 

Samstag, 11. Mai 2024

Vollidiot bleibt Vollidiot

Und Bahnhofspenner bleibt Bahnhofspenner. Leider klagen die wirklichen Bahnhofspenner (genauso wie das Wort "Nutten" für "Politiker" soll "Bahnhofspenner" hier auf gar keinen Fall abwertend benutzt werden, ich möchte mit keiner der drei Gruppen tauschen!) in der Regel nicht gegen Beschimpfungen und Diskriminierungen jeglicher Art - sie nehmen sie wahrscheinlich nicht zur Kenntnis, denn wer für seinen Job als Bahnhofspenner qualifiziert ist und ihn auch  gut macht, braucht nicht zu befürchten, zum Beispiel als Vollidiot bezeichnet zu werden. 

Politnachwuchs?
 Leider sind die fachlichen Kenntnisse gerade der Berufspolitiker oftmals sehr begrenzt und es sollte einen Paragraphen nicht gegen Beleidigungen (wer kann sowas wie Plärrbock eigentlich beleidigen, die reale Person ist viel schlimmer als jede Beleidigung sein könnte), sondern verpflichtende IQ-Tests für jede Politpfeife geben, die angetreten ist, um uns unsere Zukunft, unsere Nerven und unsere Steuergelder zu klauen. Alles, was mit IQ unter 60 antritt, darf freiwillig in eine der deutschen Blockparteien eintreten und braucht nicht seinen Lebenslauf zu fälschen, eine Doktorarbeit oder ein Buch abzuschreiben, drei Studiengänge anzufangen und abzubrechen, seine Frau ein Kinderbuch zusammen stoppeln zu lassen oder gar in einem Callcenter den Leuten den Kacka-Dackel aufzuschwatzen. Doch HALT, das ist ja schon lange passiert!

Empfehlenswert wäre ebenso, nur Fotos von Ministrierenden und Politisierenden freizugeben, bei denen sich nicht Vergleiche aufdrängen, die an Harald Juhnke (R.I. P. - als Schauspieler und Trinker war er großartig!) auf Entzug erinnern. Oder an ein geplatztes, schnatterndes Walross auf McDoofnalds - und Schweineschmalz-Diät. Oder an eine wütende, auf der Straße musizierende Knitteraktentasche. Oder an einen debilen Schlumpf.

Das Auftreten eines Angestellten dieses Staates und damit seiner Wähler erfordert Seriosität, welche sich durch Fachwissen, Disziplin und eine gepflegte Erscheinung auszeichnen sollte. Man verlangt ja schon gar nicht, dass die herrschende Kaste Deutschlands im Zuge des Erwachsenwerdens eine elitäre Bildungseinrichtung wie in England oder Frankreich besucht. Eine ganz normale Schule und vielleicht auch wenigstens ein Leistungskurs Geschichte wären schon fast ausreichend.

Aber auch hier mangelt es vielen an Selbstreflektion. Gestern in Berlin habe ich die Wahlplakate von Flak-Zimmermann-Rheinmetall an jeder zweiten Laterne bewundert. Die Frau soll abgeblich pro Woche 250 wütende Menschen, die nicht im dritten Weltkrieg krepieren wollen, wegen angeblicher Beleidigung bei Justititia anschwärzen. Ich muss sagen - und das muss jetzt einfach raus -  die Plakate beweisen, dass diese "Dame" nichts mehr merkt. Man kann manche Menschen eigentlich gar nicht mehr beleidigen, denn sie tun es den ganzen Tag schon mit sich selbst. Offenbar eine besondere Art von Masochismus.

Manche in der Politik (und nicht nur Frauen) sind nur zum Wegsehen, da man die Fremdscham über deren Benehmen oder ihren Habitus nicht erträgt. Mir fällt da immer die fiktive Szene aus dem Film "Amadeus" ein, die in dem Wiener Irrenhaus spielt, in dem man damals angeblich den  blöde gewordenen Salieri eingesperrt hatte. Die hatten dort so wunderbare Käfige mit dicken eisernen Stäben. In einem anderen Land weiter westlich hatte derweil der Arzt Joseph-Ignace Guillotin gerade eine sehr effektive Maschine erfunden, die auch bald eifrig genutzt wurde. Aber wer will das schon, wenn bei den Bahnhofspennern oder unter den Brücken noch genügend Platz auch für die Vollidioten ist. Wenn dann diese armen Menschen die neuen fürchterlichen Nachbarn ertragen würden ...


Mittwoch, 24. April 2024

Wahlen und vorgefertigte Meinungen

Über Wahlen lässt sich viel sagen. Zum Beispiel, daß sie verboten wären, wenn sie etwas ändern würden. Oder daß es nicht darauf ankommt, wie man wählt oder wer wählt, sondern wer auszählt. 

Letzteres Zitat wird Stalin zugeschrieben und man hat bei den letzten (nicht den wiederholten!) Wahlen in Berlin gesehen, wie man mit unliebsamen Konkurrenten im Wahllokal umgeht. Allerdings hat auch der ganze juristische Trubel um die alberne Wahlwiederholung in der Hauptstadt der Chaotenbewegung in einigen Wahllokalen nicht viel genutzt oder wie man auch sagt: die Schweine wechseln, der Trog bleibt der gleiche. 

Auch sagt man nicht umsonst, daß dieses politische System alle und alles zerlegt. Auch und vor allem die Gutwilligen, die im Politzirkus antreten, um tatsächlich etwas zu verändern.

Im Hintergrund werkeln immer die schlauen Strategen, die die Wahlen analysieren und sich schlaue Strategien ausdenken, um den Anteil der Wählerstimmen für den eigenen Zirkus mit quasi legalen Mitteln zu erhöhen. 

Einige dieser schlauen Strategen werkeln in der Bertelsmann-Stiftung vor sich hin. "Bewegungen wie „Fridays for Future“ und „Black Lives Matter“ sowie Jugendstudien zeigen, dass junge Menschen politisch aktiv sind und sich engagieren wollen, um ihre Zukunft zu gestalten. Dieses Potenzial kann noch viel stärker zur Geltung kommen, sowohl mit Blick auf politische Mitwirkung als auch gesellschaftliches Engagement." stellten die Bertelsmänner und :Innen eines Tages fest und forderten prompt das Wahlrecht für alle ab Alter 16. Auf das "Fridä for Schölefröh" und "Unter Schwarzen gibt's auch Strolche" in die Parlamente rücken.

Wohl dachten da einige Spezialspezialisten an den berühmten Ausspruch "Wer als 20-Jähriger kein Linker ist, hat kein Herz. Wer mit 40 immer noch ein Linker ist, hat keinen Verstand." Dieses Zitat wird meist Winston Churchill zugeschrieben, aber auch Theodor Fontane (1819-1898), der italienische Philosoph Benedetto Croce (1866-1952), der britische Philosoph Bertrand Russell (1872-1970), der irische Dramatiker George Bernhard Shaw (1856-1950) oder der deutsche SPD-Politiker Björn Phimose bzw. Engholm werden als Quellen erwähnt.

Man bedachte allerdings nicht, daß Leben vor allem außerhalb der Bertelsblase:Innen  statt findet. Auch wenn  die Bertels:Innen vielleicht nicht an die vielen 16-jährigen Asylbewerber :Innen dachten, die seit 2015 unsere Heimat geflutet haben: Die Sache ging wie immer schief, wenn man Sozial"wissenschaftler" aka Politiker außerhalb ihres Gewächshauses etwas aushecken lässt, denn "die deutsche Jugend tendiert immer stärker nach rechts! Schon bei der Landtagswahl 2023 in Hessen sorgte das für Aufsehen. Die AfD wurde nach der CDU zweitstärkste Kraft bei den Erstwählern und holte 15 Prozent in dieser Gruppe. 

Was soll man wohl davon halten?
Eine neue Jugendstudie bestätigt nun diesen Trend" schreibt die Zeitung "Der Westen" gestern in ihrer Online-Ausgabe. Und " Mittlerweile spricht sich jetzt mehr als jeder Fünfte der 14- bis 29-Jährigen für die AfD aus. Bei der Frage, welche Partei sie wählen wollen, ergibt sich ein steiler Aufstieg für die Rechtsaußen-Partei im Jahresvergleich:

  • 2022: 9 Prozent
  • 2023: 12 Prozent
  • 2024: 22 Prozent

Am Dienstag (23. April) wurde die Untersuchung der Jugendforscher Simon Schnetzer, Klaus Hurrelmann sowie des Politikwissenschaftlers Kilian Hampel vorgestellt. Die Forscher befragten im Januar und Februar 2024 repräsentativ rund 2.000 Jugendliche und junge Erwachsene danach, welche Partei sie wählen würden."

 

Tja. "King Midas in Reverse".  Alles, was diese Idioten anfassen, verwandelt sich gottseidank statt in Gold nur in Scheiße ...

 


Montag, 15. April 2024

Der Nero-Befehl

Am 19.03.1945 unterzeichnete Adolf Hitler einen seiner letzten "Führererlasse". Der auch als "Nero-Befehl" bezeichnete Erlass betraf "Zerstörungsmaßnahmen im Reichsgebiet" und wurde noch am selben Tag an die militärischen Kommandostäbe, an Ministerien, obere Behörden und übergeordneten Parteidienststellen weitergeleitet. Im ersten Satz des Erlasses wurde seine Zielsetzung umschrieben: "Der Kampf um die Existenz unseres Volkes zwingt auch innerhalb des Reichsgebietes zur Ausnutzung aller Mittel, die die Kampfkraft unseres Feindes schwächen und sein weiteres Vordringen behindern."

Von seinem zerstörerischen Potenzial unterschied sich dieser Erlass nur wenig von den Weisungen, Befehlen und sonstigen Anordnungen, die Hitler und die Wehrmachtsführung seit 1943 für den Rückzug aus den besetzten Ländern Europas erlassen hatten. Doch seit September 1944 kämpfte die Deutsche Wehrmacht nun auch auf Reichsgebiet; am 21.10.1944 wurde Aachen als erste deutsche Großstadt von US-Truppen erobert. Das deutsche Unternehmen "Wacht am Rhein", die so genannte Ardennen-Offensive ab dem 15.12.1944, scheiterte (nach anfänglichen Erfolgen) bereits nach wenigen Tagen, vor allem aufgrund der massiven Schlagkraft der alliierten Luftstreitkräfte. 

Vergleiche der aktuellen Politik und der heutigen Politiker mit dem tausendjährigen Reich der Nazis sind immer falsch. Zum einen unterscheidet sich der zeitliche Rahmen - die Nazis hatten für den völligen Zusammenbruch Deutschlands immerhin 12 Jahre, die Ampel "arbeitet" erst 2,5 Jahre an ihrem Chaos - und zum anderen kann wohl auch der böseste Rechtsradikale den grünroten Vollidioten nicht unterstellen, dass sie Menschen planmäßig vernichten. Das ist ihnen nicht einmal in der Pandemie gelungen und auch die vielen Menschenopfer, die die ungebremste Zuwanderung von kulturfremden Sozialschmarotzern und Gewalttätern bisher gefordert haben, werden hoffentlich niemals das Ausmaß der industriellen Massenvernichtung während des Naziregimes erreichen. 


Trotzdem haben es wechselnde Koalitionen von geistig minderbemittelten Minderleistern in der Politik geschafft….
  • die Infrastruktur auf den Stand eines Zweite-Welt-Landes herunterzuwirtschaften,
  • dabei aber u.a. die Staatsschulden seit 1980 zu verzehnfachen,
  • die funktionierende Energieversorgung und -sicherheit unter dem Vorwand, der "Klimarettung" und des Verzichts auf ein imaginäres Klima-Gas Zehohzwei zu shreddern,
  • die innere Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung abzuwickeln,
  • den Sozialstaat zur Alimentierung eigener Arbeitsunwilliger und fremder Minderleister aus aller Welt auszubauen,
  • die deutsche Industrie und den Mittelstand zu vertreiben,
  • die Abhängigkeit von Russland und China zu vervollkommnen,
  • die Grenzen zu schleifen,
  • die Währung zur Lira 2.0 zu machen,
  • jeden Leistungswillen zu ersticken,
  • das Schulsystem und die Universitäten zu Verwahrstätten für potentielle Arbeitslose zu degradieren,
  • das Vertrauen von weiten Teilen der Steuerzahler zu verspielen,
  • das Land der EU-Bürokratie auszuliefern,
  • den öffentlichen Raum in Großstädten zu einer Kloake zu machen  u.v.a.m.

Wir sind in Deutschland  kurz vor einem Kipppunkt: Es verdichtet sich der Eindruck, dass die Grünen und SPD eine Strategie der verbrannten Erde betreiben. Das Einzige, was diese Ampel noch zusammenhält, ist der unbedingte Wille, mit dem Abgang aus den Regierungssesseln verbrannte Erde zu hinterlassen. Damit soll den Nachfolgern das Aufräumen so schwer wie möglich gemacht werden, wobei auch hier Zweifel angebracht sind, ob ein Nachfolger Merzel oder ein wie auch immer heißender Merkel-Zögling von der gegenwärtig die Umfragen anführenden CDU überhaupt etwas rückgängig machen oder gar aufräumen  will. 

Vermutlich geht es dieser Regierung nur noch darum, die gesamte Gesellschaft in der kurzen noch verbleibenen Zeit so radikal zu verändern, dass es für eine eher bürgerliche Regierung - man wagt es als denkender Mensch und Wähler schon gar nicht mehr eine "denkende" Regierung zu fordern, bürgerlich muss als Attribut schon reichen -  einfach unmöglich sein wird, dieses Land noch zu regieren, es sei denn, sie würde am Tag nach der Regierungsübernahme sofort alle eher konservativen oder wirtschaftsliberalen Prinzipien in den Papierkorb werfen, auf der linksgrünen Welle weiter surfen oder  aber - und das ist für mich die einzig mögliche Lösung des angerichteten Dilemmas - am Tag X allen angerichteten linksgrünen Schwachsinn inklusive der inzwischen "verbesserten" Kinderbücher oder der umgeschriebenen Opern oder Theaterstücke  in die Tonne zu treten und wieder einmal wie nach Hitlers Nero-Befehl bei NULL anzufangen. 

Zum dritten Mal innerhalb von rund 125 Jahren ...

Dienstag, 9. April 2024

Der Meister und Margarita II

Der beste Roman der Neuzeit macht mal wieder von sich Hören: Der US-amerikanische Regisseur Michail Lockshin hat das geniale Buch von Michail Bulgakov neu verfilmt. Während die Kinos in Putins Russland dem Vernehmen nach von Zuschauern geradezu überschwemmt werden und der Film bereits ein Vielfaches seiner Produktionskosten einspielte, hat in Deutschland nicht einmal August Diehl, der deutsche Darsteller des Voland, sich den Film ansehen können. Mit anderen Worten: Unter den Idioten der Ampel betreibt Deutschland eine schlimmere Politik gegenüber Russland als im kalten Krieg. Realpolitiker wie Willy Brandt oder Egon Bahr wären heute wahrscheinlich aus der SPD ausgeschlossen. Zumindest würde ihnen kein Parteibonze der Arbeiterverräter zum Geburtstag gratulieren

Manuskripte verbrennen nicht!
Die neue Verfilmung von Luckshin ist dabei, zumindest in Russland und im EU-Ausland gesellschaftlich, kulturell und politisch relevant zu werden. Während das russische Publikum dem Vernehmen nach die Kinos stürmt, um ihn noch vor einem eventuellen Verbot zu sehen  und voller Häme auf die boshaften Reaktionen der Moderatoren und Gäste in den  berüchtigten russischen Talkshows ( auch hier fällt  mir sofort ein Vergleich ein!) reagiert, wird jedwede Äußerung der russischen Kultur in Deutschland tot geschwiegen, beschimpft oder boykottiert. Die Kritiken im russischen Fernsehen waren jedenfalls verheerend, nicht nur für den Film selbst, sondern auch für Regisseur Lockshin, der den Krieg in der Ukraine entschieden ablehnt. Die Äußerungen, Beleidigungen und Drohungen gegenüber dem Film und dem Regisseur sollen wohl stark an die Behandlung des Meisters, aber jetzt durch Reinkarnationen der Stalinschen Kultursatrapen, erinnern. Ähnlichkeiten mit dem deutschen Kulturbetrieb und dem gängigen Umgang mit Autoren, die zuverlässig als "Räächtz" und "Nazi" identifiziert wurden, sind natürlich rein zufällig.  

Ich kann mir kein Urteil über den Film erlauben, aber ich hätte ihn gern gesehen. Das wird mir in unserer eigenartigen Form der Demokratie verwehrt.  Vor Jahren hatte ich mir schon die geniale Verfilmung des Stoffs von Juri Kara  -immerhin mit englischen Untertiteln -  in Belgien besorgt. Und auch diesmal lässt mich die Marktwirtschaft nicht im Stich. Am 1. Juni wird die DVD wieder mit englischen Untertiteln erscheinen. Danke dafür an unsere belgischen Freunde des Meisters und seiner Margarita ...




Samstag, 30. März 2024

Dreizehnkommaneun Kilometer

Soviel waren es gestern bei unserem Powerwalk durch die Schönower Heide. Wir hatten uns mit meinem altgedienten Sportfreund Gert H. und Frau zu einem Spaziergang durch das ehemalige Manövergebiet der in Bernau stationierten sowjetischen Truppen verabredet. 

© GH 2024
Natürlich kamen da eine Menge Erinnerungen hoch. Schon als wir am Schönower Friedhof vorbeigingen fielen mir die ersten Geschichten zur Familienhistorie ein, die unmittelbar auch mit Berliner und Brandenburger Geschichte verwoben sind. So ließen wir es uns nicht nehmen, am Familiengrab eine kurze Gedenkminute einzulegen und meiner dort ihre letzte Ruhe gefundenen Vorfahren zu gedenken. Wie froh bin ich z.B. heute über meine Hörgeräte, denn auch mein Urgroßvater war mit Schwerhörigkeit geschlagen. Mein Onkel Horst berichtete dann auch einmal die lustige Geschichte, dass man am Sonnabend nachmittag schon am S-Bahnhof Zepernick nach dem Aussteigen aus der Bahn  die Männer der Familie beim Skatspielen belauschen konnte, denn der Uropa hörte das Reizen nicht mehr so gut. 

© GH 2024
Die Geschichte war eindrucksvoll, aber ziemlich unwahrscheinlich, denn vom S-Bahnhof läuft man strammen Schrittes wenigstens 25 Minuten bis zur Waldstraße, wo die Männer in der alten Fliederlaube ihre Karten kloppten und sich dabei beim Reizen anbrüllten. Die Waldstraße wurde dann ab Sommer 1944 zum Refugium für Urgroßeltern, Großeltern und Vater, als es in Berlin längst keinen Wohnraum für Ausgebombte gab. Meinen Vorfahren geschah dieses Schicksal ganze drei Mal und somit blieb vom bescheidenen, nach I. Weltkrieg, Inflation und Weltwirtschaftskrise übrig gebliebenen Wohlstand nichts übrig außer einem sogenannten Behelfsheim.

Bedenkenswert ist auch die Geschichte, als meine Patentante Hedwig hier auf dem Schönower Friedhof beerdigt wurde und die ganze Zeit ein T 72-Panzer der Sowjetarmee mit ohrenbetäubendem Lärm um den Friedhof herum kurvte. Tantchen hatte gleich nach dem Krieg die Kommunisten im Berliner Wedding nicht gerade schätzen gelernt und wahrscheinlich wollte man nun von der Roten Armee aus sicher gehen, dass sie inzwischen keine Gefahr für die Weltrevolution war. Hedchen war auch das, was die Engländer einen Troublemaker nennen. Am Sonnabend abend hatte sie es regelmäßig geschafft, alle Teile der versammelten Großfamilie gegeneinander aufzubringen. Am Sonntag gefiel sie sich dann in der Regel darin, alle wieder miteinander zu versöhnen. Sie war eben ein Drachen mit goldenem Herzen. 

 

© GH 2024
Aber für uns ging es nun weiter in den Wald und auf die Heide. Gert H. und ich hatten dann auf den folgenden Kilometern damit zu tun, in alten (Ruderer-) erinnerungen zu schwelgen. Den Mädels wurde auch nicht langweilig. Beim Picknick nach der Hälfte der Strecke gab es wunderbare Dinge wie Börrek, Buletten, selbstgebackene Brötchen, Ziegenfrischkäse mit Bärlauch und frischen Rotwein. Lecker. 

 

 Die nächste Etappe führte uns rund um die Koppel, wo man manchmal wilde Pferde, Rinder oder auch Rotwild bewundern kann. Nun, die Tierchen hatten Feiertag, d.h. sie machten sich rar. Aber egal - kurze Irritationen über den weiteren Weg in die Waldstraße wurden durch zwei Damen behoben, die uns wahrscheinlich Google Maps gesandt hatte. Wir waren auf dem richtigen Weg, wie immer allerdings viel zu ungeduldig. Oder der Weg war inzwischen weiter.


Wieder zu Hause angekommen,ließen wir uns M.s frisch gebackene Rüblitorte mit ebenfalls selbst gemachten Marzipanmöhren schmecken. Ein ganz kleiner Eierlikör rundete den feiertäglichen Nachmittag ab. 

Und heute zeugt ein saftiger Muskelkater im Gesäßmuskel von den Strapazen des Fußmarsches ...  

Samstag, 16. März 2024

Lehrer? Leerer!

 Mein Vater war Mathe- und Physiklehrer. Seit ich denken kann, schrieb er zweimal im Jahr die Zeugnisse für fast immer 30 Schüler, deren Klassenlehrer er war. Und er war immer Klassenlehrer. In der DDR bedeutete das Zeugnisschreiben, dass auf dem Zeugnis auch eine längere verbale Einschätzung des Schülers zu stehen hatte. Diese Beurteilung wurde meist auch noch stichprobenartig vom Schuldirektor kontrolliert. 

Vater  bekam immer die schlimmsten Problemklassen, da er sich als Lehrer stets durchsetzen konnte, das beste in seinen Schülern aufspürte und die Rabauken fast immer auf Vordermann brachte. Messerstecher oder gar eine Räuberbande mit genialen Safeknackern, die monatelang ganz Ostberlin unsicher gemacht hatte oder ein hochbegabter Grafiker, der sein Talent zum Fälschen der Monatsmarken der BVG mittels simpler Buntstifte einsetzte, gehören zu den legendären Geschichten eines altgedienten Diplom-Gewerbelehrers, der als Berufschullehrer angefangen hatte, im Berliner VEB "7. Oktober" von einem "lieben" Kollegen wegen eines politischen Witzes verpfiffen wurde und wieder als einfacher Werkzeugmacher arbeiten musste. Seine Lehre hatte er nach englischer Kriegsgefangenschaft in Westberlin weiterführen wollen, hatte aber schnell feststellen müssen, dass im Westen die alten Wehrwirtschaftsführer ohne jede Schamfrist einfach weiter machten. Deshalb ist er damals in den Osten gegangen. Der "liebe" Kollege haute übrigens nur wenige Wochen später nach dem Westen ab und Vater wurde rehabilitiert. Allerdings wollte er nun nichts mehr mit seinen Berufsschulbonzen zu tun haben und entschied sich, in der Volksbildung bei Margot Honecker weiter zu machen. 

 Da er nicht in der SED war (und Anfang der 1970iger sogar aus der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft austrat) hat er es allerdings Zeit seines Lebens nicht zum Studienrat gebracht. Ich besitze noch längere Protokolle über sog. Aussprachen mit Schuldirektor und SED-Parteisekretär, in denen ihm ein unsicherer Klassenstandpunkt bescheinigt wurde, weil er sich verständnisvoll über den Ausreiseantrag einer seiner Kolleginnen geäußert hatte. Diese Protokolle sind im Tonfall dermaßen gehässig und im Inhalt so infam, dass man sie eigentlich vernichten müsste. Direktoren und Parteisekretäre waren dann auch in der Regel nie Klassenlehrer, weil sie als Erzieher und Pädagogen stets versagten. Vater bezeichnete dieses Vertreter seines Standes dann auch
immer als Leerer, als Briefkastenleerer. 

Warum ich das alles erzähle? Nun, es gibt offenbar auch an der Richard-Wossidlo-Schule in Ribnitz-.Damgarten derartige Bonzen, die gerne denunzieren und sogar zu feige sind, sich mit ihren Schülern von Angesicht zu Angesicht auseinander zu setzen. Vielleicht auch nur einen derartigen Jan-Dirk Z.  und die anderen Lehrer sind so gestrickt, wie es mein Papa war. Diese Lehrer gibt es nämlich auch, ich kenne welche. Und vielleicht hat dieser Jan-Dirk Z. bei der 16 Jahre alten Schülerin noch nicht alles versaut ...  

Impressum und V.i.S.d.P.

Dieser Weblog ist ein privates Tagebuch von
Dr. F. Valentin
Waldstr. 70
16321 Bernau
frank(at)drvalentin.de

Alle Beiträge geben ausschließlich meine eigene Meinung zu den besprochenen Themen wieder.Das Recht auf eigene Meinung ist durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geschützt. Um meine Beiträge ohne längere Erklärungen verständlich machen zu können, sind manchmal Zitate aus Büchern, Filmen, Zeitschriften, Fernsehsendungen, Liedtexten oder auch von Internetseiten nötig. Diese Zitate ( auch Bilder, Karikaturen, Grafiken, Tabellen, Diagramme oder Zeichnungen) dienen lediglich als sogenannte "Aufhänger", um Meinungen oder gesellschaftliche Tendenzen besser und gegebenenfalls komprimierter darstellen und herausarbeiten zu können. Zitate sind somit ein weltweit erlaubtes Mittel der Publizistik. Die Verwendung von Zitaten ist durch das Urheberrecht (UrhG) geregelt und unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, ohne dass eine Erlaubnis des Urhebers eingeholt oder diesem eine Vergütung gezahlt werden müsste. Paragraph 51 UrhG in Deutschland besagt dazu: "Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe, wenn in einem durch den Zweck gebotenen Umfang

1. einzelne Werke nach dem Erscheinen in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden,
2. Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden..."
Die allgemeine Begründung dafür ist, dass Zitate der kulturellen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung einer Gesellschaft dienen.Trotzdem: Sollten mit diesen Zitaten irgendwelche weitergehenden Urheberrechte berührt werden, bitte ich um umgehende Mitteilung- der entsprechende Beitrag oder Link wird sofort entfernt.
Achtung: Inhalte dieses Blogs - sofern sie einen publizistischen Neuwert darstellen - unterliegen natürlich ebenfalls dem Urheberrecht. Selbstverständlich sind Zitate erlaubt, aber alles was über das gesetzlich Zulässige (siehe oben) hinaus geht, bedarf meiner vorherigen schriftlichen Zustimmung.

Die Kommentarfunktion am Ende jedes Beitrages ermöglicht für den Leser dieses Blogs die Diskussion der angesprochenen Themen. Die jeweiligen Verfasser sind für den Inhalt ihrer Kommentare selbst verantwortlich. Anonyme Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht. Ich behalte mir außerdem vor, Kommentare zu löschen. Soweit Links auf externe Seiten führen, bedeutet dies nicht, dass ich mir den dortigen Inhalt zu Eigen mache.

Haftungsausschluss:

Haftung für Inhalte:
Die Inhalte dieses Blogs wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Diensteanbieter sind gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach §§ 8 bis 10 TMG sind Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen.

Haftung für Links:
Dieses Blog enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden derartige Links umgehend entfernt.

Urheberrecht:
Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitte ich um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden derartige Inhalte umgehend entfernt.

Datenschutz:
Die Nutzung unserer Webseite ist in der Regel ohne Angabe personenbezogener Daten möglich. Soweit auf unseren Seiten personenbezogene Daten (beispielsweise Name, Anschrift oder eMail-Adressen) erhoben werden, erfolgt dies, soweit möglich, stets auf freiwilliger Basis. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.
Wir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen kann. Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht möglich.

Der Nutzung von im Rahmen der Impressumspflicht veröffentlichten Kontaktdaten durch Dritte zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderter Werbung und Informationsmaterialien wird hiermit ausdrücklich widersprochen. Die Betreiber der Seiten behalten sich ausdrücklich rechtliche Schritte im Falle der unverlangten Zusendung von Werbeinformationen, etwa durch Spam-Mails, vor.

Datenschutzerklärung für die Nutzung von Facebook-Plugins (Like-Button):
Auf unseren Seiten sind Plugins des sozialen Netzwerks Facebook, 1601 South California Avenue, Palo Alto, CA 94304, USA integriert. Die Facebook-Plugins erkennen Sie an dem Facebook-Logo oder dem "Like-Button" ("Gefällt mir") auf unserer Seite. Eine Übersicht über die Facebook-Plugins finden Sie hier: http://developers.facebook.com/docs/plugins/.
Wenn Sie unsere Seiten besuchen, wird über das Plugin eine direkte Verbindung zwischen Ihrem Browser und dem Facebook-Server hergestellt. Facebook erhält dadurch die Information, dass Sie mit Ihrer IP-Adresse unsere Seite besucht haben. Wenn Sie den Facebook "Like-Button" anklicken während Sie in Ihrem Facebook-Account eingeloggt sind, können Sie die Inhalte unserer Seiten auf Ihrem Facebook-Profil verlinken. Dadurch kann Facebook den Besuch unserer Seiten Ihrem Benutzerkonto zuordnen. Wir weisen darauf hin, dass wir als Anbieter der Seiten keine Kenntnis vom Inhalt der übermittelten Daten sowie deren Nutzung durch Facebook erhalten. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Datenschutzerklärung von facebook unter http://de-de.facebook.com/policy.php. Wenn Sie nicht wünschen, dass Facebook den Besuch unserer Seiten Ihrem Facebook-Nutzerkonto zuordnen kann, loggen Sie sich bitte aus Ihrem Facebook-Benutzerkonto aus.

Datenschutzerklärung für die Nutzung von Twitter:
Auf unseren Seiten sind Funktionen des Dienstes Twitter eingebunden. Diese Funktionen werden angeboten durch die Twitter Inc., Twitter, Inc. 1355 Market St, Suite 900, San Francisco, CA 94103, USA. Durch das Benutzen von Twitter und der Funktion "Re-Tweet" werden die von Ihnen besuchten Webseiten mit Ihrem Twitter-Account verknüpft und anderen Nutzern bekannt gegeben. Dabei werden auch Daten an Twitter übertragen. Wir weisen darauf hin, dass wir als Anbieter der Seiten keine Kenntnis vom Inhalt der übermittelten Daten sowie deren Nutzung durch Twitter erhalten. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Datenschutzerklärung von Twitter unter http://twitter.com/privacy. Ihre Datenschutzeinstellungen bei Twitter können Sie in den Konto-Einstellungen unter http://twitter.com/account/settings ändern.


Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen ja gerade erst an...